Manger Standlautsprecher MSMs1

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon Raal » 28.01.2014, 23:09

Klangwerker hat geschrieben:als (nachgefragte) Info aus erster Hand: die rein analoge Elektronik stammt von einem deutschen Hersteller, aber nicht von Sitronik.

Hallo Markus,

gut, Sitronik sagt selber das die Elektronik von ihnen stammt.

Zu dem anderen. Warum verwendet man dann aber einen Tieftöner der zu deutlich mehr im Stande ist? -8dB bei 30Hz ist mir da einfach zu wenig und die Integration eines Subwoofers ist nicht immer einfach. Das Design ist toll, keine Frage.

Viele Grüsse
Andreas
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Beitragvon cay-uwe » 29.01.2014, 07:57

Weil ich auch mit Sitronik arbeite kann ich bestätigen, dass die aktuellen Produkte von Manger nicht von Sitronik beliefert werden.

Sitronik und andere waren mit der Entwicklung beauftragt. Am Ende hat sich Manger für jemand anders entschieden.
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Beitragvon Zwodoppelvier » 29.01.2014, 09:01

Guten Morgen,

bezüglich der "richtigen" Dosis Tiefgang scheint es zwei Lager zu geben. Die Einen möchten gerne, daß die Hauptboxen bis zum tiefsten Orgelton mit vollem Pegel hinabreichen, Andere verzichten lieber auf Linearität bis dorthin - zugunsten einer unproblematischeren Integration in den Wohn-/Hörraum. Kann es da wirklich ein "Richtig" und "Falsch" geben?

Aus eigener Erfahrung neige ich eher der zweiten Fraktion zu. Richtig tief hinabreichende Basswiedergabe ist eine feine Sache - macht aber nur dann Spaß, wenn Raumresonanzen nicht zu stark angeregt werden. Man kann mit DBA, Accourate, physischem Tuning der Raumakustik usw. sicher ein quasi perfektes Ergebnis erzielen. Nur muß man auch hinreichend Zeit und Lust haben (ggf. auch Platz und Willen zu Änderungen der Aufstellung etc.), dies bis zum wirklich passenden Ergebnis durchzuziehen. Sonst hat man m.E. mit recht hohem Aufwand in der Summe nichts gewonnen.

Die Möglichkeit bei manchen Aktivboxen, mittels Einsteller die untere Eckfrequenz selbst festzulegen, ist doch ein sehr Endanwender-freundliches Feature.

Viele Grüße
Eberhard

P.S.:
Vor etwa zwei Jahren stand ich selbst kurz davor, mit vier zur Verfügung stehenden geregelten Boxen ein DBA aufzubauen; es fehlte lediglich ein Gerät für die Zeitverzögerung und in den Boxen hätte etwas Elektronik nachgerüstet werden müssen. Letztlich habe ich davon Abstand genommen. Hauptsächlich, weil mir der Anteil technischer Gegenstände im Wohnzimmer schon mit einem einzelnen Paar größerer Boxen grenzwertig anmutete, aber auch, weil Zeit- und Verkabelungsaufwand nicht ohne sind. Die Geschichte ist noch nicht endgültig ad acta gelegt: mit kleinen, ggf. wandhängenden Systemen könnte ein Setup erstellt werden, welches hinreichend unauffällig ist ... :wink:
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Beitragvon Raal » 29.01.2014, 09:23

cay-uwe hat geschrieben:Weil ich auch mit Sitronik arbeite kann ich bestätigen, dass die aktuellen Produkte von Manger nicht von Sitronik beliefert werden.

Sitronik und andere waren mit der Entwicklung beauftragt. Am Ende hat sich Manger für jemand anders entschieden.

Danke für die Info. ;)

Komisch nur dass hier Manger so ein Geheimnis draus macht.

Verwundert bin ich trotzdem etwas darüber dass nun in der passiven Variante MSMp1 ein anderer Tieftöner bzw. der alte Scan-Speak zum Einsatz kommt. Wobei mir klanglich die passive Variante besser gefällt wie die aktive. Hier kann ich auch besser damit leben das eben noch weniger Tiefbass kommt als mit der aktiven, weil der Lautsprecher klanglich einfach runder aufspielt.

Viele Grüße
Andreas
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Beitragvon cay-uwe » 29.01.2014, 09:46

Andreas,

ich gehe mal davon aus, dass der ScanSpeak benutzt wird, da er eine höhere Empfindlichkeit besitzt als der TIW200XS. Das wiederum bedeutet, dass er nicht wirklich richtig tief spielen kann, aber wie Du selber festgestellt hast, muss das nicht immer von Nachteil sein. Stimmt die Balance und das Tonale, dann kann man durchaus auf die letzte untere Oktave verzichten. :wink:
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Beitragvon Guitarfreak » 29.01.2014, 15:52

Hi Andreas,

naja ich kann gut verstehen, warum Manger da so ein Geheimnis draus macht. ;) Wobei man ja sagen muss, das Frau Manger schon sehr viele Informationen herausgibt. Man möchte als Hersteller natürlich ein paar Geheimnisse für sich behalten, zumal ein Produkt ansonsten sehr leicht auf die Summe seiner Teile reduziert wird. Sonst heißt es hinterher: Endstufen Marke X + Chassis Y = Summe Z -> und warum ist die Box jetzt so teuer? ;)

Wobei ich auch gedacht hätte, das die Elektronik in den aktuellen Modellen von Sitronik kommt, sieht den Endstufen schon sehr ähnlich. Wird ja vielleicht auch in Lizenz gebaut oder so ...

Viele Grüße

Daniel
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Beitragvon beltane » 15.03.2017, 23:07

Hallo zusammen,

auf Lowbeats ist ein Test des Manger Lautsprechers MSMs1 erschienen. Viel Spaß beim Lesen und viele Grüße

http://www.lowbeats.de/test-aktiver-sta ... ger-msms1/

Viel Spaß beim Lesen und viele Grüße

Frank
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Beitragvon Diskus_GL » 16.03.2017, 13:00

Vielen Dank Frank,

Dass der MSW etwas "empfindlich" auf zu frühe Refkexionen reagiert habe ich auch erfahren. Es ist hilfreich sich das Abstrahlverhalten des MSW anzusehen und dies bei der Aufstellung im Raum zu berücksichtigen ... lohnt sich!

Grüsse Joachim
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Beitragvon beltane » 16.03.2017, 16:49

Hallo Joachim,

bisher hat mich der Manger im Rahmen der von mir gehörten Vorführungen leider nicht überzeugen können. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass die Dynamik und die Brillianz fehlte. Ich habe den Original Manger Lautsprecher sowie die Ausführungen von Sonus Natura und CM Audio im Rahmen von Messen/Forumtreffen erlebt. Vielleicht lag es aber hier jeweils auch an suboptimalen Hörbedingungen.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Zwodoppelvier » 17.03.2017, 10:51

Hallo Frank,

bei den Vorführungen in Zweibrücken und Köln erging es mir ganz ähnlich. Seinerzeit - bis Ende 2012 - hatte ich sogar selbst noch MSW daheim im Gebrauch, hiervon die meiste Zeit an kleiner Röhrenelektronik und ohne Tiefton-Ergänzung (die ZB109 drückte mir auch teilaktiv im Tiefbaß zu sehr - ein raumakustisches Problem).

Das Bündelungsverhalten hat Joachim bereits angesprochen und es erklärt m.E. vollständig den im direkten Vergleich mit breiter abstrahlenden Mehrwegesystemen wahrgenommenen Mangel an Luftigkeit und Brillanz. Die oberhalb ~7500 Hz einsetzende Bündelung bewirkt eben, daß bei Abstimmung auf linearen Auf-Achse-Frequenzgang insgesamt deutlich weniger Energie in den oberen Oktaven in den Raum abgestrahlt werden. Das Spektrum des reflektierten Schalls enthält entsprechend geringere Anteile hiervon und klingt zu "dunkel".

Solange sich der Hörer im Sweetspot und Nahbereich aufhält, ist alles in Ordnung. Für ausreichendes Lautstärkeempfinden müssen die MSW dann auch keine Pegel abgeben, bei denen die schmalbandigen Klirrspitzen störend in Erscheinung treten. Man kann so über längere Hörstrecken entspannt und gut aufgelöst seine Musik genießen.

Eher weniger sinnvoll scheint mir ein Vergleich mit vollgeregelten Lautsprechern im selben Raum bzw. bei gleicher Aufstellung.

Randnotiz: wie bereits an anderer Stelle bemerkt, habe ich mich irgendwann zur Trennung von den MSW entschieden, weil mit Umstellung des Wohnzimmers und der u.a. damit notwendigen Wiedergabe des Fernsehtons über die Stereoanlage die o.g. Randbedingungen nicht mehr voll erfüllt waren. Die kleinen (auch zeitrichtigen :wink: ) Koaxe von Myro passen hier einfach besser.

Viele Grüße
Eberhard
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Beitragvon beltane » 17.03.2017, 15:19

Hallo Eberhard,

danke - das erklärt dann einerseits meine bisherigen Eindrücke und andererseits die ansonsten doch sehr positiven Rückmeldungen zu Lautsprechern mit Chassis von Manger.

Wenn sich wieder einmal die Gelegenheit ergeben sollte, werde ich mir diese Lautsprecher aus der passenden Hörposition zu Gemüte führen.

Ganz generell empfinde ich aber einen derart eingeschränkten Sweetspot als störend.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Hans-Martin » 17.03.2017, 19:03

Hallo,
mir geistert im Hinterkopf die Aussage herum, dass wenn der Direktschall und der Nachhall zu unterschiedliche Klangfarben haben, die Wiedergabe unnatürlich wirkt.
Das gibt eine Herausforderung an den Boxenkonstrukteur...
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Diskus_GL » 17.03.2017, 20:33

Hallo,

Reflexionen des Direktschalls der Boxen sollten tonal so an den Ohren ankommen, wie eine "natürliche" Schallquelle in dem Raum - z.B. Die eigene Stimme. Ansonsten kann es sein, das das Gehör es als unnatürlich empfindet ...und zwar auch den Direktschall, da die Reflexionen zur Analyse des Direktschalls verwendet werden.

Da der MSW über 7khz bündelt muss man das bei der Aufstellung berücksichtigen, oder den Bereich ab 7khz anheben (z.B. Mittels DRC-Targetkurve... mache ich mittlerweile auch mit gutem Erfolg).
Der MSW hat zudem ausserhalb der Achse einig "Keulen" die durchaus den Bereich über 7khz hinreichend laut abstrahlen... Sozusagen gibt es im Winkel zur Achse einige "Schall-Richtstrahlen". Diese kann man nutzen um am Hörplatz "passende" (auch tonal) starke Erstreflexionen zu erhalten.
Dazu muss man aber diese besondere Abstrahlcharakteristik kennen und Aufstellung und Hörplatz daraufhin auswählen.

Was auch geht ist mit ei em zweiten MSW zusätzliche Reflexionen zu erzeugen (wie bei meinen Diskus) ...das ist aber zugegebenermassen die etwas aufwndigere und teurere Lösung...

Gruss Joachim
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Beitragvon Zwodoppelvier » 17.03.2017, 20:52

Guten Abend miteinander,

ein wenig kurios mutet in diesem Zusammenhang an, daß die früheren Zeroboxen 103, 105, 107 zwar für den Einbau seitlicher MSW vorgesehen waren, diese aber mittels Weiche nur bis ~2 kHz abstrahlen sollten. Ziel war hierbei auch nur, pneumatisch eine unendliche Schallwand zu emulieren, weshalb der Abstand dieser seitlichen MSW zur Vorderkante stimmen und die Schallwandbreite passen mußte.

Einige Anwender haben die seitlichen Wandler natürlich unlimitiert betrieben :wink:

Leider kann ich jetzt keine Versuche mehr anstellen - aber ich denke im Nachhinein, daß die Wandler im Nahfeld am vorteilhaftesten betrieben werden können. Das ist natürlich nichts für Sweetspot-Abgeneigte, zu denen ich mich auch zähle (mir sind phasenweise sogar zwei breiter abstrahlende LS bzw. Stereokanäle zuviel :roll: )

Viele Grüße
Eberhard
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Beitragvon B. Albert » 28.05.2017, 20:33

Tach,

fyj aktueller Test in der Audio Juni 2017:

http://www.mangeraudio.com/images/content/s1_Audio_1706_DE_web.pdf

Schon bemerkenswert, dass ein LS der seit sechs 6 Jahre auf dem Markt ist noch immer Interesse in den Gazetten findet.

VG Bernd
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