Aktives Vintage: Grundig Aktiv-Box 40 Professional

Diskussion über aktive Schallwandler

Aktives Vintage: Grundig Aktiv-Box 40 Professional

Beitragvon Höhlenmaler » 06.06.2012, 16:16

Gestern sind mir ein Paar Grundig Super Hifi Aktiv-Box 40 Professional in die Hände gefallen.

Leider bleiben Mittel- und der Hochtöner einer der beiden Boxen stumm.

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Die intakte Grundig Aktiv Box 40 habe ich mit dem Kopfhörerausgang eines Sony ICF 2001 verbunden. Der FM Empfangsteil dieses Empfängers ist sehr trennscharf und weil mono, passt das auch gut in Verbindung mit nur einer Box.

Mein Nachbar, ein Radio- und Fernsehtechniker, meint das sich eine Reparatur der defekten Box nicht mehr lohnt. Ich hebe sie erstmal auf, ist zu schade um sofort wieder im Elektronik Müll zu landen. Dort habe ich die beiden Boxen gestern abgefangen. Das die eine funktioniert ist schonmal erfreulich. Der Sound ist warm, kraftvoll, unverzerrt. Mit schrillen Höhen nervt die Box jedenfalls nicht. Gut funktioniert an der Box auch, anstelle des Sony ICF 2001, mein Smartphone. Das kann allerdings nicht so laut wie das Sony.

So bin ich also nun auch Aktivboxenhörer. Wenn auch nur auf einem Bein. Gefällt mir aber so auch schon ganz gut.


Gruß Ingo
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Beitragvon wgh52 » 06.06.2012, 16:25

Hallo Ingo,

herzlich willkommen unter den Aktivhörern. :wink: :mrgreen:

Es gibt immernoch echte Fans der Aktiv Serie von Grundig und soweit ich bei den Analogies las, wird da auch noch kräftig restauriert. Die LS sollen auch für heutige Verhältnisse recht gut sein, wenn sie denn elektronisch auf neuen Stand mit Elkos usw. gebracht wurden. Oldtimer restaurieren ist halt auch ein Hobby. :cheers:

Also nicht wegschmeißen ist schonmal richtig und Reparatur nebst "Frischzellenkur" durchaus überlegenswert.

Gruß,
Winfried

PS: ICF-2001 = KW-Hörer?

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Beitragvon Ralph Berres » 06.06.2012, 16:39

Hallo Ingo

zwei Fragen:

Wie weit ist dein Wohnort von Trier entfernt?

Hast du die Serviceunterlagen von dem Lautsprecher? oder könntest du die organisieren?

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Beitragvon Zwodoppelvier » 06.06.2012, 17:39

Hallo Ralph,

ohne Ingo vorgreifen zu wollen: ein Schaltplan ist HIER hinterlegt. Für diese Lautsprecher habe ich mich auch schon interessiert, seit ich sie bei einem Freund - leider unter suboptimalen Bedingungen - kurz hören konnte.

Mit Sicherheit handelt es sich um eine solide, durchdachte Konstruktion (eben GRUNDIG) - die würde ich IMMER zu erhalten versuchen. Falls Töner infolge Endstufenschaden defekt sind, kann man sie mit etwas Geduld auch in der E-Bucht finden.

Viele Grüße
Eberhard
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Beitragvon aston456 » 06.06.2012, 18:13

Hallo Ingo,

was ist denn das für eine traurige Aussage:

Höhlenmaler hat geschrieben:Mein Nachbar, ein Radio und Fernsehtechniker, meint das sich eine Reparatur der defekten Box nicht mehr lohnt.

So eine pauschale Aussage ist ja ein echtes Armutszeugnis.
Vielleicht sind ja nur ein paar der diversen highend Sicherungen durchgebrannt. Schau genau!

Gruß,
Kai
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Beitragvon Zwodoppelvier » 06.06.2012, 18:26

Hier, im Grundig-Forum, finden sich auch Hinweise zur Überarbeitung.

Was Du, Kai, sagst, dachte ich auch gleich - aber je nachdem, wie der Defekt aussieht und die Ersatzteilsituation (Töner), ist es womöglich für jemanden, der davon leben möchte, uninteressant, diese LS instandzusetzen. Ein Fall für den wahren Liebhaber eben...

Viele Grüße
Eberhard
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Beitragvon Höhlenmaler » 06.06.2012, 21:07

aston456 hat geschrieben:Hallo Ingo,
was ist denn das für eine traurige Aussage:

Höhlenmaler hat geschrieben:Mein Nachbar, ein Radio und Fernsehtechniker, meint das sich eine Reparatur der defekten Box nicht mehr lohnt.

So eine pauschale Aussage ist ja ein echtes Armutszeugnis.
Vielleicht sind ja nur ein paar der diversen highend Sicherungen durchgebrannt. Schau genau!

Hallo Kai

Mein Nachbar ist von einer Menge alter und älterer Geräte umgeben die er repariert, instandsetzt, die er kennt und er hat nun mal seine Meinung. Im Gegensatz zu meinen ahnungslosen Eindrücken von Elektrik und Elektronik ist er ausgebildet und Meister Radio/Fernsehtechnik oder wie das auch immer genannt wird. Er kennt Grundig Geräte, DUAL usw, Telefunken ... meinte daß sich eine Reparatur nur für einen Liebhaber dieser Lautsprecher lohnt. Er kennt teilweise auch die Forenwelt, hat aber kein Interesse sich dort rum zu treiben. Seine Meinung zu diesen aktiven Lautsprecher Modellen scheint durchaus nicht entusiastisch, eher distanziert zurückhaltend nüchtern. Ich wiederum kann nix schauen, denn ich kann auch mit Blick in das geöffnete Gerät nichts erkennen, könnte das aber mal versuchen. Vielleicht ist ja auch nur eine Sicherung defekt ...? Nein, die beiden unteren, grösseren Chassis spielen und sind zu hören. Nur die beiden Chassis oben sind stumm. Woran das liegt, wenn ich die Box öffne ... wenn was in der Elektrik kaputt ist, in den Verstärkern oder dem Verstärker ..., ich werde da nix machen können.

Also ich nehme das meinem Nachbarn nicht übel! Mein Nachbar ist ein freundlicher Mann und nicht hochmütig oder so, eher bodenständig.

Ich lass' die defekte Box mal noch eine Weile hier stehen, schaue auch mal ob ich sie öffnen kann und mach dann zumindest ein paar Fotos. Vielleicht finden wir ja auch so heraus, was da defekt sein könnte, wenn die Bilder gut gemacht sind und das Innere deutlich zeigen. Das versuche ich morgen mal.

@ Ralph Nach Trier werde ich voraussichtlich nicht so schnell kommen. Ich lebe westlich von Köln in Bergheim.

erstmal allen Danke für die Aufmerksamkeit! Morgen versuch ich mal das Gehäuse zu öffnen. Dann werde ich ja sehen ob das hilft und ihr könnt eventuell sogar sehen und erkennen wo der Defekt seine Ursache hat.

Bis dann tschüs
Ingo
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Beitragvon Hans-Martin » 06.06.2012, 22:28

Es ist doch ganz einfach, die Chassis Hoch- und Mitteltöner zwischen den Boxen auszutauschen, um herauszufinden, ob die Chassis oder die 2 Elektronikzweige defekt sind. Schon ist man einen wesentlichen Schritt weiter.

Durchgebrannte MT und HT Chassis sind ein kapitaler Schaden, dagegen kann man Elektronik reparieren.
Grundig pleite, die Boxen steinalt, noch nicht einmal symmetrisch, sondern L/R gleich, keine Kenntnisse über Zeitkoinzidenz der Wege nach Weiche / Verstärker/ Anordnung, da muss die Leidensfähigkeit schon groß sein, um solche alten Konzepte, die womöglich technisch auch weit überholt sind, zum neuen Leben zu erwecken.

Alterung von Sicken und Elektrolytkondensatoren machen solche Lautsprecher zu wirtschaftlichen Löchern, wenn man nicht imstande ist, sämtliche Reparaturarbeiten selbst durchzuführen.

Da hier Grundig offensichtlich 2 identische aber unsymmetrisch aufgebaute Lautsprecher ausgeliefert hat, kann ich mir nicht vorstellen, das diese ein halbwegs zeitgemäßes Ergebnis liefern könnnen.

Der Geldbeutel wird jedoch in jedem Fall zeitgemäß belastet.

Ich würde die Verschrottung ernsthaft in die Überlegungen mit einbeziehen.

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Ralph » 07.06.2012, 02:34

Hallo Ingo,

auf meinem Weg von Köln nach Zweibrücken ins Studio komme ich regelmäßig an Trier vorbei
und könnte bei Ralph einbremsen, um Deine Grundig abzuliefern.

Sollten es die Chassis sein, so lässt sich sicherlich (Geduld vorausgesetzt) in der Bucht etwas auftreiben...

Viele Grüße,
Ralph
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Beitragvon aston456 » 07.06.2012, 06:57

Moin Ingo,

ich bin ja nun auch nicht der Schrauberpapst und wollte Deinen Nachbarn auch keinesfalls diskreditieren, aber ein paar wenige Untersuchungen kann auch der absolute Laie durchführen:

Da, neben den Netzsicherungen, vier weitere Sicherungen vorhanden sind, liegt die Vermutung nahe, daß jeder Verstärkerzweig mit einer davon abgesichert ist. Sind die kaputt, dann tut der jeweilige Zweig nichts mehr.

Das kann dann natürlich auch daran liegen, daß innerhalb der Schaltung ein ungewollter Durchgang (Kurzschluß) entstanden ist, dann hilft auch das Auswechseln nichts, es kann aber auch lediglich ein einmaliges Ereignis gewesen sein, was zur Zerstörung der Sicherung(en) geführt hat.

Wenn es einen Kurzschluß gegeben haben sollte, dann sähe man höchstwahrscheinlich auch noch andere Auswirkungen, wie braunverschmurgelte Stellen auf der Leiterplatte oder braunverschmurgelte Widerstände.
Weiterhin kann man mit einem Widerstandsmeßgerät einfachster Sorte messen, ob die MT+HT durchgebrannt sind.

Sind sie es nicht, dann geben die meisten Meßgeräte einen Piepston von sich, was bedeutet, daß die Spule intakt ist. Bleibt es stumm, ist die Wicklung durchgebrannt.

Wenn dabei nichts herauskommt, kann man getrost über eine Verschrottung nachdenken.

Gruß,
Kai
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Beitragvon Fujak » 07.06.2012, 07:11

Hallo Ingo,

offenbar gibt es einen gewissen Markt für Deine LAustprecher. Auf die Schnelle habe ich in der Bucht ein Paar für derzeit 199,- € gesehen (http://www.ebay.de/itm/2x-GRUNDIG-Super ... 3cc6d4c336 - Das Angebot läuft heute Abend ab). Ich nehme an, dass eine professionelle Reparatur ähnlich viel kosten würde.

Bei Hifi-Wiki.de habe ich folgende technische Daten gefunden:

Bauart: 4-Wege geschlossen Standlautsprecher
Chassis:
Tiefbaß: 200 mm
Baß: 200 mm
Mittelton: 50 mm Kalotte
Hochton: 25 mm Kalotte
Leistung Endstufen: (Dauer-/Dynamik-):
Tiefbaß: 40/50 Watt
Baß: 40/50 Watt
Mittelton: 20/25 Watt
Hochton: 20/25 Watt
Frequenzgang: 22 - 26.000 Hz
Übergangsbereiche: 200/500/5000 Hz

Als damaliger Preis wird 700,- € (1400,- DM) angegeben.

Angesichts mancher konstruktiver und damit wahrscheinlicher klanglicher Schwächen (siehe u.a. Posting von Hans-Martin) scheint mir tatsächlich jede Form weiterer Investitionen stark überdenkenswert.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Höhlenmaler » 07.06.2012, 07:57

Fujak hat geschrieben: ...
Angesichts mancher konstruktiver und damit wahrscheinlicher klanglicher Schwächen (siehe u.a. Posting von Hans-Martin) scheint mir tatsächlich jede Form weiterer Investitionen stark überdenkenswert.
....

guten Morgen

erstmal Danke allen die mir geantwortet haben!

Habe eben mal die defekte Box in Augenschein genommen.

Zuerst den linken Hochtöner vom Gehäuse gelöst. Er sitzt straff eingebaut an kurzen dünnen Kabeln fest. Da konnte ich nur in die graue Dämmwolle schauen (oder was das auch sein mag ...) und von hinten, schräg von oben auf das Chassis. Beide Kabel sind noch verbunden, vorsichtig o h n e Kraft versuchte ich mehr sehen zu können, aber das war nicht möglich ohne dort wahrscheinlich etwas zu zerstören.

Ich vermute, ich müsste die Elektronik auf der Rückseite des Lautsprechergehäuses entfernen um an die Anschlüsse der Chassis zu gelangen um die von der Elektronik zu lösen. Dann wären sie Vorne mit ihren Anschlusskabeln zu lösen. Soweit wollte ich jetzt erstmal nicht gehen ... alle Sicherungen die ich entdecken konnte sind in Ordnung.

Fotografiert habe ich. Zuerst den Staub mit einem Pinsel und einem Handstaubsauger einigermaßen entfernt. Trotz des Staubs, Details im Gehäuse schauten mir zu, im Grunde sollte ich mich wohl beobachtet fühlen.

als ob starke Bedenken bestünden,

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wenn ich hier weiter eindringe

Hier sind erstmal drei Bilder der Elektronik, von oben nach unten getrennt geknipst und eines vom Hochtonchassis.

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Ich muss diese Lautsprecher n i c h t dringend haben. Bin ja gut ausgestattet mit meiner gewöhnlichen Anlagen Kombination. Diese Aktiv Boxen sollten auf dem Elektronik Schrott landen und davor habe ich sie retten wollen, auch um mal in den Genuss von Aktiven kommen zu können. OK, die eine spielt ja auch ohne Probleme und da die Quelle daran sowieso mono ist, passt das auch irgendwie ganz gut. Diese Quelle, der Sony ICF 2001, der Weltempfänger mit UKW Empfangsteil steht davor oder obenauf und diese Box macht da wirklich einen Mehrwert draus.

Falls aber aus den Bildern irgendwas erkennbar sein sollte, was ich selbst unter Anleitung aus der Ferne ändern könnte ... ein Versuch wär das wert. Habe auch noch mehr Bilder, aber da sind dann nur die frei ebenfalls auf den drei Bildern sichtbaren Bereiche in höherer Auflösung zu sehen.

Tschüs
Gruß Ingo
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Beitragvon Zwodoppelvier » 07.06.2012, 09:09

Guten Morgen miteinander,
ein paar Dinge fallen mir nach den weiteren Beiträgen und den Fotos noch ein:

- es ist riskant, einfach Töner zu wechseln, wenn nicht sicher ist, ob die Endstufe noch heil ist. Das war doch schon bei den frühen B&M so, daß eine durchgehende Endstufe den Töner mit ins Grab genommen hat. Womöglich zerschießt man sich also bei solch einem Versuch den noch heilen Töner der anderen Box. Für allenfalls durchgebrannte Sicherungen gibt es Gründe...

- klar ist eine Reparatur nicht billig, wohl aber preiswert im Wortsinne, wenn man einmal in Betracht zieht, welche Boxen heute für vergleichbares Geld neu zu bekommen wären: einfachste Fernost-Chassis in Presspan-Gehäusen (und natürlich passiv).

- die Netzteil-Platine trägt u.a. einen roten Klotz, der als extrem ausfallfreudiger Se-Gleichrichter bekannt ist. Sicher gibt es auf den NF-Platinen noch diverse Elkos oder Tantal-Perlen, die zu wechseln wären (selbst wenn aktuell noch funktionsfähig). Wird dies einmal konsequent überarbeitet, hat man sicher noch viele Jahre Freude an den Boxen. Auch wenn die Weiche sicher nicht State of the art ist (wie auch die früheren und teilweise sogar aktuellen anderer Hersteller!): GRUNDIGs Ingeniuere haben meiner Erfahrung nach sehr durchdacht konstruiert und die Produkte waren wertig gebaut - ein zu Unrecht unterschätzter Hersteller i.m.h.o.

Viele Grüße
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Beitragvon Ralph Berres » 07.06.2012, 09:34

Hans-Martin hat geschrieben:Ich würde die Verschrottung ernsthaft in die Überlegungen mit einbeziehen.

Also so schnell schießen die Preusen nun auch nicht.

Zunächst mal zu den einzelnen Vorschläge. Ichb würde folgendermassen vorgehen.

Hoch und Mitteltöner ablöten ( Polarität sich merken oder auf Töner notieren ).

Mit einen billigen Baumarkt Multimeter Töner durchmessen. Dafür Multimeter in den kleinsten Ohmbereich stellen und Töner an Multimeter anklemmen. Es sollten etwa 20% weniger angezeigt werden als die Impedanz des Töners. Also vermutlich ca 3,2 Ohm bei einen 4 Ohm Töner. Zeigt das Messgerät 200 oder mehr an, ist die Schwingspule durchgebrannt.

Ergibt die Messung, das der Töner noch Durchgang hat, geht es einen Schritt weiter.

Lautsprecherbox ohne angeschlossene Töner einschalten. Dabei unbedingt darauf achten, das die Anschlüsse der Töner nicht kurzgeschlossen sind, also sich berühren.
Dabei KEINE NF ( Signal ) an die Box anlegen .
Baumarktmultimeter auf DC 200V schalten, und die beiden Messstrippen des Multimeters an die Anschlüsse des Töners halten.
Das Multimeter MUSS 0Volt anzeigen ( einige Milivolt sind zulässig und warscheinlich ).
Wenn das Multimeter jetzt einige Zehn Volt anzeigt, ist vermutlich die Endstufe defekt und liefert eine Gleichspannung am Ausgang, welche den Töner in kürzester Zeit zerstört.

Wenn man selbst kein Multimeter hat ( Baumarkt ab ca 10 Euro ), und keins kaufen möchte, könnte der benachbarte Fernsehtechniker ja wenigstens diese Messungen mal machen und eine Diagnose stellen. Das ist ein Zeitaufwand von maximal einer halben Stunde. Dann weis man wenigstens ob die Töner noch funktionieren, und ob ein Endstufenschaden vorliegt.

Endstufen kann man mit relativ geringen materiellen Aufwand reparieren. Durchgebrannte Töner sind allerdings schon ein Problem.

Sollten Töner durchgebrannt sein, wäre es immer noch eine Überlegung wert, beide Lautsprecher neue Töner zu spendieren. Hoch und Mitteltongewebekalotten ( und um solche handelt es sich hier ) gibt es z.B. relativ preiswert von Visaton. Diese sind den Originalen Tönern durchaus ebenbürdig.

Ich persöhnlich würde es schade finden diese Lautsprecher vorschnell zu entsorgen.

Ralph Gottlob hatte sich ja bereits angeboten einen Abstecher nah Trier zu machen.

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Beitragvon meroVinger-audio » 07.06.2012, 13:12

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich vor der Verschrottung noch der Eine oder Andere freut, die noch heilen Töner und die noch heile Box zu bekommen.

Diese Aktivboxen von Grundig sind durchaus gesucht.

:cheers:
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