Vintage-HiFi: Aktivierung Yamaha NS-1000

Diskussion über aktive Schallwandler

Vintage-HiFi: Aktivierung Yamaha NS-1000

Beitragvon cay-uwe » 06.09.2014, 11:05

Wie ich bereits in meinen Vorstellungsthread beschrieben, habe ich eine Besondere Affinität zu den YAMAHA NS-1000 Lautsprecher. Das rührt wahrscheinlich daher, dass ich diese Boxen in meiner Studentenzeit bei einen YAMAHA Händler während Ferienjobs verkauft habe. Somit habe ich lange Zeit gehabt sie sehr gut kennen zu lernen.

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Heute besitzt diese Box, die bis in die 90er Jahre gebaut wurde, Kultstatus. Dazu beigetragen haben bestimmt die Berrylium Mittel- und Hochtonkalotten, die selbst nach über 30 Jahren immer noch mit jeglichen heute angebotenen Chassis technisch mithalten können. Auch der Gehäuseaufbau entspricht sehr hohen Standard, obwohl es sich eigentlich nur um eine "quadratisch, praktisch, gut" Konstruktion handelt. Im Inneren sind die Wände verstrebt und aufwendig mit Dämmung gegen Vibrationen ausgerüstet.

Lediglich die passive Frequenzweiche passt nicht in diesen "HighTec" Lautsprecher und daher habe ich als Service ein Update im Angebot, bei dem die Weiche auf qualitativ hochwertige Bauteile umgerüstet wird. Diese Angebot haben schon einige Interessenten wahrgenommen, zu dem auch Tonstudios gehören, bei den diese Boxen heute immer noch gerne benutzt werden.

Diese Update, habe ich hier im Überblick beschrieben: http://www.sonus-natura.com/YAMAHA-NS1000.html

In letzter Zeit häufen sich bei mir auch die Anfragen ob man die YAMAHA NS-1000 auch aktivieren könnte und daher habe ich mir dazu einige Gedanken gemacht, die ich hier kurz beschreiben möchte.

1. Reversibilität

Viele Besitzer von Kult- bzw. Retrokomponenten stehen Upgrades, Tunings oder anderen Änderung skeptisch gegenüber. Aus diesen Grund ist bereits meine Passivweiche so gestaltet, dass man sie wieder ausbauen kann und die Boxen wieder in den Originalzustand bringen kann. Das war auch ein erklärtes Ziel von mir bei dem geplanten Aktivmodul. Daher wird an den Boxen nicht gefräst oder Teile ausgebaut, wie z.B. die Regler für den Mittel- und Hochton. Alles bleibt im Originalzustand, da das Aktivmodul in die vorhandenen Fräsungen passt.

2. Aktivierung

Nach langen Hin und Her habe ich mich entschieden, die Aktivierung, ähnlich wie bei meiner 331, teilaktiv zu gestalten. Das heisst der Tiefton und die Mittel- Hochtoneinheit bekommen getrennte Verstärker wobei der Tiefpass des Tieftöners sowie der Hochpass des Mittel- Hochtons durch eine entsprechende Aktivweiche ersetzt werden. Dies wiederum verhilft mir das Aktivmodul in die vorgesehene Rückplatte einzubauen ohne diese ändern zu müssen. Desweiteren ist aus meiner Sicht, sowohl messtechnisch, wie auch hörtechnisch nichts an der passiven Weiche im Bereich des Mittel- Hochtöners auszusetzen. Frequenzgang, Abstrahlcharakteristik und Klirr verhalten sich mustergültig. Die Passivweiche wird allerdings von mir durch hochwertige MUNDORF Bauteile wie Bandspulen und Folienkondesatoren geändert, womit auch die Regler weiterhin ihre Funktion behalten.

3. Funktionalitäten

Die YAMAHA NS-1000 oder NS-1000M ( beide technisch identisch ) besitzen wie aus dem Bild zu sehen Regler für den Mittel- und Hochton. Dieser lässt sich laut Skala im Bereich von -3dB bis +3dB einstellen. Es ist unlängst bekannt, dass die Einstellung beider Regler auf -3dB zum linearsten Frequenzgang führt. Auf 0dB besitzen die YAMAHA NS-1000 einen Frequezgang der zu niedrigen Bassfrequenzen leicht abfällt, womit praktisch ein Art inverser Loudness-Frequenzgang entsteht. Das ist auch der Grund ( wie auch bei der YAMAHA NS-10 ) das die Lautsprecher gerne in Tonstudios für das Abhören von Aufnahmen genutzt werden, frei nach dem Motto, hört es sich gut an, dann ist das Mixing auch OK.

Diese Charakteristik wird mit dem Aktivmodul beibehalten, wobei es eine Anpassung der Pegel vom Tieftöner und Mittel- Hochtöner geben wird. Soll heißen, Regler werden auf 0dB gestellt. Der leichte Abfall zu tiefen Frequenzen wird durch ein Shelving-Filter im Tieftonzweig aktiv gestaltet und lässt sich entsprechend einstellen.

4. Leistungsumfang

Vor dem Umbau werden sie Boxen technisch überprüft, soll heißen, dass die Chassis vermessen, die Regler überprüft und Frequenzgangsmessungen durchgeführt werden. Nur wenn die Boxen technisch in Ordnung sind wird der Umbau durchgeführt. Dabei werden die Passivweichen ausgebaut und durch die beschrieben Aktivmodule ersetzt. Anschließend werden die Boxen nochmals technisch überprüft und ein Messprotokoll erstellt.
Für den Umbau müssten die Boxen entweder von Interessenten zu mir gebracht werden oder per Post an mich geschickt werden. Im letzteren Fall muss der Interessent die Kosten dafür tragen und eine entsprechende Verpackung zur Verfügung stellen.

Ich erwarte kommende Woche bereits die ersten Komponenten um die Module aufzubauen. Dazu habe ich mir auch ein Paar YAMAHA NS-1000 gekauft und werde bis ca. Anfang Oktober die unterschiedlichen Umbauversionen, sowohl passiv wie auch aktiv vorführbereit haben. Ich halte Euch über die nächsten Schritte auf dem Laufenden :wink:
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Beitragvon wgh52 » 06.09.2014, 14:51

Hallo Cay-Uwe,

"Aktivierung von Veteranen" finde ich ein spannendes Thema! NS-1000 und NS-1000M haben wirklich irgendwie Legendencharakter. Obwohl ich sie noch nie gehört habe, ist die Chassis Technik über die ich gelesen habe respektabel und lohnt den Aufwand sicherlich. Machst Du, vielleicht "probehalber" :wink: , auch mal eine Vollaktivierung? ... so als "overkill" mit FIR Linearisierung und so? Oooouuuupps - da geh'n mir doch glatt schonwieder die Pferde durch... :mrgreen:

Bitte halte uns über den (Prototypen-)Aufbau und die erzielten Ergebnisse in Text und Bild auf dem Laufenden!

Viel Vergnügen und Erfolg! :cheers:
Gruß,
Winfried

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Beitragvon cay-uwe » 06.09.2014, 18:07

Winfried,

natürlich kann man sich in so einen Projekt austoben bis zum geht nicht mehr. Mir ist auch klar, dass insbesondere in einen Forum wie diesem, bei dem es um Aktivtechnik geht, so ein Projekt wie meins auf den ersten Blick eventuell nicht ganz passend erscheint. Prinzipiell gesehen wäre eine Vollaktivierung kein Problem, wobei ich versucht habe mein Ansatz und Entscheidung zu erläutern.

Des weiteren kommt hinzu, dass die YAMAHA NS-1000 gerade wegen ihrer Klangcharakteristik so beliebt ist. Erkundigt man sich bei den Besitzern oder im Web, wird man immer wieder feststellen, dass alle sehr begeistert über die Mittel- Hochton Klangqualitäten berichten. Gerade Stimmen, oder klassische Instrumente werden auch für mein Hörgeschmack extrem natürlich wiedergegeben, mit "immensen" Dynamikreserven.
Technisch gesehen kann einer der Gründe dafür der bereits erwähnte niedrige Klirr sein, aber meiner Meinung nach auch der mustergültige akustische Phasengang im Mittel- Hochton Bereich.

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Die Übernahmefrequenzen der YAMAHA NS-1000 liegen bei ca. 500Hz und 5kHz. Aus der obigen Messung ist dies am "Phasensprung" bei 500Hz zu erkennen, der typisch für steilere Filter ist ( 12dB, 18dB, ... ). Wie zu erkennen ist, ist so ein "Phasensprung" bei 5kHz nicht zu sehen, besser noch, der Übergang verläuft sogar sehr konstant, was zeigt wie gut diese beiden Einheiten zusammen passen. Aus meiner Sicht rührt es daher, dass die Schallenstehungsorte (SEO ) beider Chassis sehr gut übereinstimmen wie auch der auf den ersten Blick etwas merkwürdige Frequenzgang des Hochtöners, der allerdings, wenn einmal die passive Weiche angeschlossen ist, keine Wünsche offen lässt. Genau das mit Aktivtechnik nachzubilden, wäre etwas aufwendig.

Wenn es etwas gibt, das Besitzer hin und wieder kritisieren, dann ist es die Basswiedergabe und genau dass kann man durch Aktivtechnik sehr gut adressieren, was ich mit meinen Ansatz angehe.

Wenn man es so will kann man sagen, dass mein Ansatz ein pragmatischer Ansatz ist, soll heißen:

"Don't change a winning team" = Mittel- Hochton ist bereits in der Originalversion etwas vom Feinsten was ich kenne, auch messtechnisch.
"Improve weakness" = Wenn es überhaupt Kritik gibt, dann der Bass, was mit der Aktivtechnik in diesen Fall sogar einfach an zu gehen ist.
"Keep it simple" = Das Aktivmodul soll einfach einzubauen sein ohne Änderungen am Gehäuse vornehmen zu müssen und die Kosten sollen im Rahmen bleiben :wink:

Und zu guter Letzt, dass kannst Du mir glauben, die Mittel- Hochtöner sind mehr als respektable Technik und können auch heute noch mit jeglichen Spitzenchassis mithalten.
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Beitragvon wgh52 » 06.09.2014, 19:14

Hallo Cay-Uwe,

ich bin jetzt nicht sicher ob Du da vielleicht was in den falschen Hals bekommen hast :? ... meine Kommentare waren jedenfalls absichtlich mit Smileys ausgestattet, nicht ernst oder fordernd gemeint. Ich weis, doch dass Du so viel wie nötig und sowenig wie möglich an Aufwand treibst und ein hervorragender Optimierer bist (siehe Manger...).

Aber OK, durch Deine weitere Beschreibung und die Messergebnisse ist die Begründung für den gewählten Ansatz noch besser verständlich.

Ich folge also weiter mit Spannung...

Gruß,
Winfried

Und jetzt: 3Sat sehen/hören :cheers:

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Beitragvon cay-uwe » 11.09.2014, 12:14

Winfried, ich habe es nicht in den falschen Hals bekommen, ich habe lediglich meine Entscheidung etwas mehr vertiefen wollen. Don`t worry, be happy :cheers:

Mittlerweile habe ich das Aktivmodul als Prototyp aufgebaut und vorerst extern gelagert, damit ich eine Anpassung der Frequenzweiche leichter durchführen kann.

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Als Basis dient eine ICEpower Endstufe, die gleichzeitig die Versorgungsspannung für die Aktivweichenplatine liefert. Diese müssen lediglich nochmals geregelt werden. Die Aktivweiche beinhaltet, wie bereits gesagt, einen Tiefpass für das Tieftonchassis und einen Hochpass für den Mittel- Hochton Part. Für den Testaufbau sind die Kondensatoren, die für die Frequenzweichen notwendig sind steckbar, so dass ich die passende Abstimmung besser einstellen kann. Das gilt auch für den beschriebenen Shelving-Filter im Bassbereich. Außerdem besitzt das Aktivmodul einen symmetrischen Eingang, der allerdings aus Platzgründen für diesen Einsatz asymmetrisch gestaltet sein wird. Die erläuterte Platine ist links im Bild zu sehen und wird im endgültigen Aufbau noch einige Features mehr für zukünftige Einsätze beinhalten, wie z.B. die Möglichkeit einer Rückkopplung; da ist ja noch etwas Platz um weitere Teile anzuordnen 8)

Im Moment bin ich noch dabei ein Paar andere Boxen fertig zu stellen und ich hoffe am Wochenende finde ich die Zeit für erste Test.

Ich werde weiter berichten :wink:
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Beitragvon cay-uwe » 17.09.2014, 15:35

In den letzten Tagen bin ich mit diesen Projekt ein ganzes Stück weiter gekommen. Ich habe die Originalweiche ausgebaut, das Terminal durch eine geeignete Abdeckung ersetzt und für die Verkabelung gesorgt um die Aktivelektronik an zu schließen.

Wer die YAMAHA NS-1000 oder NS-1000M gut kennt wird festgestellt haben, dass sich der ausgewogenste Klang einstellt, wenn die Mittel-Hochton Regler auf -3dB gestellt werden. Dies bestätigen übrigens auch Messungen oder veröffentlichte Frequenzgänge in den Broschüren der YAMAHA NS-1000. Wie gesagt, war es Ziel bei der Teilaktivierung den Frequenzgang so zu gestalten, dass sich der „lineare“ Frequenzgang bei der 0dB Einstellung der Mittel- Hochton Regler ergibt.

Um das zu erreichen habe ich im Vorfeld bereits einige Simulationen durchgeführt, die Interessantes, jedoch eher weniger Überraschendes, hervorbrachten. Entfernt man nämlich den passiven Hochpass um ihn bei der Teilaktivierung aktiv zu gestalten, fällt der Pegel der Mitteltonkalotte um ca. 2 - 3dB. Für diejenigen, die sich auch mit Passivweichen beschäftigen wird das weniger verwunderlich sein, denn es ist allgemein bekannt, dass die Passivbauteile sich gegenseitig beeinflussen, aber auch die Impedanz des Chassis wird auf den Frequenzgang Einfluss haben. Das führte dazu, dass ich die Passivweiche im Mittel- Hochtonbereich auch etwas anpassen musste um einen ausgeglichenen Frequenzgang zu bekommen. Das war weniger „tragisch“ da ich den Teil sowieso neu aufbauen musste, da die Originalpassivweiche nicht mehr zum Einsatz kommt.

Laut Simulation sehen die Frequenzgänge für die Passivweiche und Teilaktivierung folgendermaßen aus, wobei die gestrichelte Linie den Originalfrequenzgang zeigt und die durchgezogene Linie den Frequenzgang mit der vorgesehen Teilaktivierung beides bei 0dB Reglerstellung.

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Durch den Pegelabfall der sich bei der teil aktiven Version ergibt lässt sich eine einfachere Ankopplung an den Tieftöner gestalten, denn dieser muss im Pegel nicht verändert werden. Aus den Diagrammen ist auch zu erkennen, dass sich die Hochpasscharakteristik im Mittelton etwas geändert hat. Ich habe mich für eine im Impulsverhalten besser geeigneten Version entschieden, da die Originalversion in ihr Verhalten eher in Richtung einer Tschebyscheff Abstimmung ging, die bekannter weise leichte Überschwinger im Grenzbereich aufweist. Das hat auch den Nachteil, dass bei Änderung der Mitteltonpegel die Übergänge zum Tief- bzw. Hochton etwas abrupt geraten. Mit der von mir gewählten Filterung sind die Pegelübergänge in solchen Fällen etwas fließender und sanfter gestaltet.

Mit der von mir gewählten aktiven Filterung für den Tief- Mittelton Part würde sich laut Simulation folgender Frequenzgang einstellen, den ich zum Bass leicht entzerrt habe.

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Die Bassentzerrung bin ich etwas vorsichtig angegangen und habe die Möglichkeiten nicht bis Ultimo ausgereizt, was eher daran liegt, dass das Basschassis der YAMAHA NS-1000M ( nicht der von der NS-1000, die Home Version ist ) zwar für die Ewigkeit gebaut zu sein scheint, da es mit einer langlebigen Textilsicke ausgestattet ist, aber nicht sehr stark belastbar ist. Nichts desto trotz, üblicherweise liegt F3 bei ca. 60 Hz und durch die Entzerrung geht F3 bis ca. 40Hz, was im Bassbereich "Welten" sind.

Dieses Setup habe ich gestern über meine Trivium ( DAC DSP Vorverstärker ) einprogrammiert und kurz messtechnisch überprüft. Im großen und Ganzen ergibt sich eine sehr gute Übereinstimmung mit den durchgeführten Simulationen und jetzt werde ich mich daran machen die gewählte Abstimmung durch Hörproben falls notwendig zu verfeinern. Sollte sich aber zeigen, dass meine gesteckten Ziele erreicht worden sind, dann werde ich finale Messungen veröffentlichen und die Aktivelektronik fertigstellen.
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Beitragvon cay-uwe » 21.09.2014, 21:30

Es war ein langes Wochenende für mich, denn die besagten Einstellungen und Berechnungen mussten nun hörtechnisch und messtechnisch auf den Prüfstand.

Wie immer stellt man dann fest, dass es hier und da Kleinigkeiten gibt, die man per Simulation nicht so erahnen kann. So z.B. musste ich den Hochton etwas stärker im Pegel senken, als es die Simulation vermuten ließ. Bei manchen Stücken, speziellen Rockmusik wurde es da etwas nervig. Auch die Anpassung vom Mittelton zum Tiefton habe ich etwas anders abgestimmt, obwohl Messungen im Nahfeld recht gut ausschauten, aber hier und da waren mir Stimmen etwas zu "quäckig".

Danach ging es in ein richtigen Hörmarathon und schlussendlich bin ich mit den gefundenen Setup sehr zufrieden. Messtechnisch sieht das im Nahfeld wie folgt aus, wobei sich bei mir im Hörraum an der gewählten Messposition unterhalb von ca. 200 - 300 Hz die Raummoden bemerkbar machen.

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Alles in allen auch messtechnisch ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Da ich meine Messposition sehr gut kenne, weiß ich aus Vergleichen mit Messungen im RAR, wie die Raummoden unterhalb von ca. 200 Hz zu deuten sind. Da gibt es einen "Peak" bei ca. 112Hz, der bei allen meinen Boxen ca. 8dB lauter ist als der Pegel darüber. Ähnlich ist es mit einer Raummode bei ca. 70Hz und ca. 28Hz. Ist die bei 28Hz in etwa im Pegel wie die anderen beiden, dann weiß ich, dass die Box einen -6dB Punkt bei ca. der Frequenz hat. Würde die Box linear bis 30Hz entzerrt werden, würde die Raummode an diesen Platz nochmals ca. 6dB lauter sein. Ist die 70Hz Raummode in etwa 6dB lauter als der Rest, dann ist der Pegel an der Frequenz noch linear.

Da das Ergebnis zu meiner vollen Zufriedenheit ausgefallen ist, habe ich die von mir entwickelten Aktivweichen bestellt und hoffe sie, Ende nächster Woche zu bekommen. Dann sehen wir weiter :wink:
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Beitragvon musikgeniesser » 21.09.2014, 21:44

Moin Cay-Uwe,
moin Forenten,

das ist doch mal ein beispielhafter Frequenzgang, wie ich ihn aus der seligen HiFi-Stereophonie-Zeitschriften-Zeit in Erinnerung habe, die ebenfalls in ihrem Hörraum gemessen haben. Da sah das auch immer so oder so ähnlich aus. Also natürlich längst nicht immer, sonst wäre es ja langweilig geworden, weil dann alle Boxen 1a gewesen wären. Aber beispielhafte Boxen -- die Genelec triamp 1024a, die Cabasse Goeland oder auch die Arcus TM 1000 oder die Sony SS-G7 zeigten so ähnliche Frequenzgänge.

Sehr vielversprechende Hörsitzungen lässt das erwarten. Ich bin sehr gespannt, was Du berichten wirst, lieber Cay-Uwe. Du hast nur ein Paar da, oder? Ein direkter Hörvergleich ist Dir also nicht möglich, richtig? Das ist nicht schlimm. Du wirst die Passiv-Boxen sicher mit einem von Deinen Paaren verglichen haben und das dann mit der Aktivbox wiederholen. Der Vergleich der Vergleiche lässt dann auf die Unterschiede schließen, die die Aktivierung gebracht haben. Wie gesagt: spannend!

Möge es nützen

Peter
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Beitragvon cay-uwe » 22.09.2014, 04:45

Moin Peter,

wenn ich alles fertig habe, werde ich die das Aktivmodul extern betreiben, so dass man von außen das Original und die Aktivierte vergleichen kann. :wink:
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Beitragvon wgh52 » 22.09.2014, 07:33

Hallo Cay-Uwe,

Gratulation zum Ergebnis, das ist wirklich :shock:.

Auch ich bin gespannt auf die resultierenden Höreindrücke! Gibt's vielleicht auch noch Phasen- und Sprungantwort- oder 15° / 30° Winkelmessungen?

Gruß,
Winfried

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Beitragvon cay-uwe » 27.09.2014, 16:01

Winfried,

Dein Wunsch sei mir Befehl. Heute morgen habe ich mit der Aktivweiche neue Messungen gemacht und die von Dir gewünschten Messungen durchgeführt.

Als erstes nochmals die Messung vom Frequenzgang und der akustischen Phase.

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Daraus ergibt sich folgende Sprungantwort.

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Gut ist aus der Phase und der Sprungantwort das praktisch "zeitrichtige" Zusammenspiel des Mittel- Hochtöners zu erkennen. Das ist gut daran zu sehen, dass es im Bereich der Übergangsfrequenz bei ca. 5kHz keinen "Phasensprung" gibt und an der Sprungantwort sind beide Chassis praktisch nicht auseinander zu halten. Das wird ein weiterer Grund sein, dass Vielen gerade Stimmen, natürliche Instrumente, usw. so gut an der YAMAHA NS-1000 gefallen. Dazu kommen natürlich noch die Berryliumkalotten, die so gut wie keine Resonanzen aufweisen, trotz harten Materials.

Zu guter Letzt sind dies noch die Winkelmessungen bei 0, 15 und 45 Grad.

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Da ich nur in der Lage bin im Nahfeld hinreichend genau zu messen, gibt es in diesen Fall bei ca. 500Hz, der Übernahmefrequenz des Tief- Mitteltöners, einen leichten Einbruch, da der Messpunkt zwischen den Mittel- Hochtöner liegt. Im Nahfeld ist der Tieftöner daher vom Messpunkt ( Mikrofon ) weiter entfernt als die Mittelhochtoneinheit und nicht optimal mit inbegriffen.

Zum Klang möchte ich wenig sagen, denn das sollen eventuelle Interessenten beschreiben, wobei ich mir eins nicht verkneifen kann, nämlich die Basswiedergabe. Vielen ist sie etwas zu "dünn", klingt in manchen Fällen aus meiner Sicht etwas angestrengt, weshalb einige Besitzer am Bass hin und wieder etwas aus zu setzen haben. Persönlich bin ich der Meinung, dass das durch die Aktivierung ausgemerzt wurde. Der Bass klingt nun "voluminös", hat richtigen "Punch" und klingt für das Alter des Chassis sehr kontrolliert und präzise. Alles in Allen finde ich, dass das Zusammenspiel mit der hervorragenden Mittel-/Hochtoneinheit so wesentlich besser harmoniert. :wink:
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Beitragvon wgh52 » 27.09.2014, 17:13

Hallo Cay-Uwe,

da fällt mir nur wieder Gerhard Polt ein: "Jo Zifix - des is ja da HOMMA!"

Bei Dir kann man in die Lehre gehen! Wenn die Boxen (eventuell nach etwas Raum-/Geschmacksanpassung) nicht phantastisch impulstreu und tonal angenehm/neutral klingen, schmeiß ich mein Meßzeug weg!

Danke für Deine Mühe mit den Messungen! :cheers:

Mir fällt auf, dass

1. in der Sprungantwort gleich nach der Anstiegsflanke einige Schwinger sind. Zeigt sich da eine Raummode?
2. Nahfeld-F-gang und 0° F-gang unterschiedlich aussehen. Kommt das von unterschiedlichem Meßabstand? (Wie groß waren die?)
3. der Phasengang kontinuierlich, flach, recht gleichmäßig abfällt (von anderen Deiner Boxenkreationen kenne ich das anders... :wink: ). Ist das gewollt? ... oder welchem Umstand ist das geschuldet?

Ich frag' nur um 'was zu lernen :wink:

Nochmals: Respekt und Gratulation!
Gruß,
Winfried

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Beitragvon cay-uwe » 27.09.2014, 17:30

Winfried,

danke für Deine Komplimente und es freut mich zu hören, dass Du daraus noch lernen möchtest.

Zu Deinen Fragen:

1. Die Schwinger, die man gleich nach den Anstieg sieht, sind auch im Phasengang zu sehen, bei ca. 1,5kHz, 2kHz, 5kHz, und weiter oben sind kleine Unregelmäßigkeiten zu sehen.
2. Es ist schwer im Hörraum immer wieder genau reproduzierbare Ergebnisse zu bekommen. Der Raum war heute morgen nicht ganz so hergerichtet wie ich das üblicherweise mache.
3. Das hat im wesentlichen damit zu tun, dass es sich bei der YAMAHA NS-1000 um eine 3-Wege Box handelt und dadurch weitere Phasendrehungen ins Spiel kommen.
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Beitragvon wgh52 » 27.09.2014, 20:58

Hallo Cay-Uwe,

danke für die Antworten. Jetzt ist mir aber noch 'was aufgefallen, nämlich die Tendenz im Hochton (je nach Messung) ab so ca. 5...7 kHz 2-3 dB lauter zu sein als die Mitten (bei recht breiter Höhenabstrahlung). Nachdem, wie ich nachlas, dass der HT bei ca. 5 kHz einsetzt, könnte es sich (ggf. je nach Raum) vielleicht lohnen, den HT noch etwas zurückzunehmen oder wie ist Deine Hörerfahrung mit den Boxen? Ich spreche das an, weil (in meiner Hörumgebung) ein von den Mitten zu den Höhen ein tendenziell leicht fallender F-Gang (~ 4-5 dB von 700 Hz bis 15 kHz) angenehm wirkt und Deine jetzige NS-1000 Abstimmung da tendenziell eher "hell" klingen dürfte. Nun ja, das könnte natürlich je nach Hörpräferenz eingestellt werden, würde mich aber in Deinem Raum interessieren, wie's mit linear leicht abfallendem F-Gang klingt - aber bitte keine Sonderaktion...

Gruß,
Winfried

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Beitragvon cay-uwe » 28.09.2014, 08:57

Winfried,

ich kenne ja Deinen Hörraum und kann mir auch vorstellen, das ein leicht abfallender Hochton bei Dir von Vorteil wäre. In meinen Hörraum liegen die Nachhallzeiten innerhalb der Toleranzen für die Raumgröße. Der leichte Anstieg zu den Höhen macht sich bei mir beim Hören nicht stark bemerkbar. Außerdem, und daraus habe ich keine große Sonderaktion gemacht, besitzen alle von mir gemessenen YAMAHA NS-1000M in der 0 dB Einstellung der Höhen und Mitten ( das ist die "neutrale" Einstellung ) einen leichten Anstieg zu den Höhen, ähnlich wie hier gezeigt. Man könnte sagen, ist der Charakter der YAMAHA NS-1000M :wink:

Am Ende aber, zeigt sich oft, dass alle Theorie "grau" ist. Ich habe zufälligerweise dieses Jahr bei einen Umbau einer YAMAHA NS-1000 einen Vergleich der Frequenzgänge meiner UNIKAT am Hörplatz durchgeführt, mit einen aus meiner Sicht etwas überraschenden Ergebnis ...

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