Was taugt Bang & Olufsen wirklich?

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon frmu » 23.12.2016, 05:07

Moin,


heißt also im Umkehrschluss, alle Hörer die irgendwie was räumlich mit anderen LS hören,
hören/tönen falsch .... :mrgreen:

Trotzdem Frohe Weihnachten

Frank
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frmu
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Beitragvon Marbello » 23.12.2016, 09:08

Hallo Noel,

"Es darf jedoch zweifelsfrei behauptet werden, dass Beolab 90 der technisch fortschrittlichste Lautsprecher überhaupt ist.
Es wurden ganz offensichtlich nur die besten Komponenten verwendet und B&O hat mit Geoff Martin einen sehr kompetent anmutenden Akustiker.
Ich behaupte, das Problem liegt nicht beim Beolab 90 sondern beim Hörer."

Ich glaube man kann auch aus Begeisterung für ein technisches Konzept voreingenommen sein. Da hilft nur selber anhören und das solltest du vielleicht mal tun. Ich weiß nicht wo diese LS überall aufgebaut sind. In Berlin hättest du jedenfalls die Gelegenheit. Vielleicht trifft es ja sogar deinen Hörgeschmack. Uns( ca 10 Hörer), die sich viele Jahre mit Musikübertragung beschäftigen und teils selber Entwickler sind , hat es nicht überzeugt.
Gruß und frohe Weihnachten Fritz
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Beitragvon Diskus_GL » 23.12.2016, 10:02

Hallo,

jetzt mal nicht alles durcheinander werfen... Räumlichkeit ist nach Blauert: "...Räumlichkeit bezeichnet eine charakteristische räumliche Aufweitung der Hörereignisse derart, daß diese einen größeren Raumbereich ausfüllen, als er durch die visuellen Konturen der Schallquelle (z. B. eines Orchesters) vorgegeben ist. (Anhang 1, 75)".
Wenn man im Wiedergaberaum die Boxen als die "Schallquellen" ansieht, dann erzeugen die Reflexionen (auf die sich die Angaben von Blauert ja bezieht) der Boxen (nicht die evt. auf der Aufnhame befindlichen Reflexionen) im Wiedergaberaum die Räumlichkeit in der Form, daß die "Hörereignisse" (also die aus dem von den Boxen wiedergegebenen Schall vom Gehör erkannten Hörereignisse) einen grösseren Raumbereich ausfüllen, als die "visuellen Konturen der Schallquelle" - in diesem Fall als die Boxen mit ihrer Aufstellung.

Somit ist das Reflexonsbild am Hörplatz - das durch die Abstrahleigenschaften der Boxen und von den Eigenschaften des Raums der Boxen-Hörplatzes-Aufstellung abghängt - für die "gehörte Räumlichkeit" im Wiedergaberaum verantwortlich - also ob und wie weit "Schallereignisse" (die auf der Aufnahme sind) rechts und links neben und vor oder hinter den Boxen wahrgenommen werden.
Das hat damit auch nichts mit "richtig" oder "falsch" hören zu tun - das muss jeder für sich entscheiden.
Wem es gefällt, das eine Band aus 5 Musikern nur zwischen den 3m auseinanderstehenden Boxen "abgebildet" wird hör deswegen ja nicht "falsch"... wenn er sich die Musiker auf dieser Fläche "vorstellen" kann wird er genauso Freude empfinden wie jemand bei dem diese Musiker auch neben den Boxen "abgenildet" werden (aufgrund der Räumlichkeit im Wiedergaberaum)...

Man darf die Räumlichkeit auch nicht mit dem aufgenommenen Raumeindruck (des Aufnahemraums) verwechseln und auch nicht mit der Räumlichkeit des Aufnahmeraums.

Die Beolab90 soll (zumindest den Technischen Beschreibungen nach - http://www.bang-olufsen.com/~/media/Fil ... uide_15101) je nach Betriebsart (die ja einstellbar ist) eine "grössere" Räumlichkeit (nach obiger Definition) erzeugen.

Ich hab sie auch noch nicht gehört, vermute aber das sich nicht für High-End-Studio-Hörer gedacht sind... :D

Grüsse Joachim
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Beitragvon Hans-Martin » 24.12.2016, 00:15

Marbello hat geschrieben:Wir waren angemeldet und die LS waren mit der neuesten Software versehen und auf den Raum eingemessen worden. An Musik hatten wir u.a. eine Nagra mit Masterbändern mitgebracht,Klassik,Jazz,Gesang.
Die Erwartung war schon beträchtlich und wurde vollumfänglich leider enttäuscht.
Keiner der Anwesenden konnte den LS etwas über reines Mittelmaß hinausgehendes abgewinnen.


John Atkinson hat geschrieben:To say I was impressed with how the BeoLab 90 measured in its Narrow mode would be an understatement. This loudspeaker demonstrates just how much can be achieved with intelligent use of DSP to optimize its acoustic performance. As Kal Rubinson summed up, it is a tour de force. Wow!—John Atkinson

Wenn John Atkinson sich bei stereophile.com zu einem WOW! hinreißen lässt, zudem schriftlich, dann frage ich mich, bei wem und was schiefgelaufen ist.
Vorweihnachtliche Grüße Hans-Martin
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Beitragvon beltane » 24.12.2016, 09:43

Hallo Hans-Martin,

nur weil John Atkinson etwas als klanglich gut beschreibt, müssen die Wahrnehmungen anderer Menschen nicht verkehrt sein. Denn für diese unterschiedlichen Eindrücke kann es eine Reihe von Gründen geben, z.B.:

- Unterschiedliche Hörgewohnheiten, -präferenzen etc.
- Ein nicht optimal eingestelltes System.
- Ein schwieriger Raum.
- etc.

Zu unterstellen, dass bei Hörern, die anderer Meinung als John Atkinson sind, wohl etwas schief gelaufen ist, halte ich für schwierig. Oder wie ist dieser Satz von Dir zu verstehen?

Hinsichtlich Räumlichkeit war für mich auf der High End das große MBL System deutlich besser als das Beolab 90 System - zugegebenermaßen auch deutlich teurer.

Und hinsichtlich Natürlichkeit wurde das Beolab 90 System auf der High End von sehr vielen anderen Präsentationen geschlagen.

Gerne lasse ich mich noch von den Qualitäten der Beolab 90 überzeugen - die Präsentation auf der High End 2016 war nicht dazu angetan.

Viele Grüße und schöne Weihnachtstage

Frank
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Beitragvon Hans-Martin » 24.12.2016, 10:34

Hans-Martin hat geschrieben:Wenn John Atkinson sich bei stereophile.com zu einem WOW! hinreißen lässt, zudem schriftlich, dann frage ich mich, bei wem und was schiefgelaufen ist.

Hallo Frank,
als Antwort wiederhole ich nochmal meinen Satz und erläutere ihn so:
Wir haben zwischen Intensitäts- Laufzeit- und Äquivalenzstereophonie eine Vielzahl von Mikrofonierungen fernab jeglicher Einheitlichkeit.
Deshalb gibt es auch keinen Einheitslautsprecher, der alles richtig machen kann.
Er müsste ja die Aufnahmefehler korrigieren.
Mit "bei wem und was" schiefgelaufen ist lässt genau dieses als Frage offen.
Wer sich dort angesprochen fühlt, mag in die sicherlich kontroverse Diskussion einsteigen.
Ob sich Atkinsons WOW! auf den technischen Vorstoß bezieht, oder auf den getriebenen Aufwand, oder den Mut, ihn zu treiben, oder auf die messtechnisch erfassten Daten, ist mir momentan egal. Ich schätze Atkinson wegen der Vielfalt der technischen Betrachtungen, die stereophile von vielen anderen Magazinen unterscheidet, wegen seiner langjährigen Erfahrungen mit LS aller Art, und ich schätze sein Urteil. Ich habe von ihm viel gelernt. Dennoch will ich auch bei ihm nicht auszuschließen, dass er sich hat blenden lassen.

Dass der Einsatz von Raumkorrektur eine Frage der passenden Zielkurve und somit auch des persönlichen Geschmacks ist, wirft die Frage auf, nach welchen Kriterien der B&O auf den Raum eingemessen war.
Da ist nicht der LS, sondern die Zielkurve entscheidend. Und das gewisse Wohlfühlmaß an "Räumlichkeit" will auch vorhanden sein, wie Eberhard Sengpiel schrieb, um eine Illusion zu erzeugen, die "ankommt" (mit meinen Worten interpretiert).

So nehme ich mir die Freiheit, alles in diesem Zusammenhang in Frage zu stellen: die Aufnahme, die als Referenz genommen wird, die Einmessung des Lautsprechers im Raum, das Abhören außerhalb des Sweetspots, die Messungen, die Beurteilungskriterien der bewertenden Personen, das Prinzip Stereo unter Klangtreueaspekten, usw.

Gewiss betritt dieser B&O ein gewisses Neuland (wenn man vom Bose 901 IV vor 35 Jahren absieht, wo ein Verstärker mit 4 Kanälen den inneren und äußeren Part individuell ansteuerte, um mehr oder weniger Hallsoße in den Raum zu kippen), weitere Forschungen kamen aus den Niederlanden, wo man Lautsprecher mit bündelndem Verhalten so auf die Physiologie abstimmte, dass die Abbildung auch neben dem Sweetspot klappen sollte (der Link ist mir leider verlorengegangen, aber prinzipiell wurden mehrere Chassis seitlich versetzt, um horizontale Bündelung zu erzeugen), gewissermaßen mit eingebautem FLOW. Vielleicht finde ich noch meine Hardcopy dieses Artikels aus dem Zeitraum 1980-1990.
Eine ausführlichere, viel umfangreichere Auflistung meiner auch kontroversen Gedanken zum Thema folgt, die kommenden Tage lassen Raum...
Weihnachtliche Grüße Hans-Martin
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Beitragvon beltane » 24.12.2016, 10:43

Hallo Hans-Martin,

in dem von Dir beschriebenen Sinne folge ich Dir gerne und kann Deinen Ausführungen nur zustimmen.

Den grundsätzlichen Ansatz von B&O finde ich sehr spannend und hinsichtlich Zielkurve etc. schrieb ich ja bereits, dass ggf. hier eine nicht optimale Einstellung vorlag.

Weihnachtliche Grüße

Frank
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Beitragvon beltane » 05.05.2017, 17:52

Hallo zusammen,

bereits in 2016 hat das Printmagazin Fidelity einen Test über die Beolab 90 veröffentlicht, der seit einiger Zeit auch online verfügbar ist:

https://www.fidelity-magazin.de/2016/08 ... tsprecher/

Viele Grüße

Frank
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