Silbersand Delphi

Diskussion über aktive Schallwandler

Silbersand Delphi

Beitragvon beltane » 18.11.2016, 19:03

Hallo zusammen,

lt. Ankündigung im Forum Open End Music scheint Silbersand einen neuen Lautsprecher namens Delphi entwickelt zu haben:

http://www.open-end-music.de/vb3/showthread.php?t=11026

Auf der Webpage von Silbersand sind diese Informationen noch nicht zu finden.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon lessingapo » 18.11.2016, 19:49

...und Rudolf hat ihn schon gehört...
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Beitragvon Vittorio » 18.11.2016, 20:28

Hallo,

wenn der Halbsatz von Rudolf stimmt

Rudolf hat geschrieben:Nach einem entspannten Hörabend bei Ralph Gottlob mit den brandneuen Silbersand Delphi (Bericht folgt)...

und davon gehe ich aus, bekommen wir demnächst ein ausgewogenen, gutbebilderten und diplomatisch geschriebenen Bericht. Darauf freue ich mich jetzt schon! :D

Beste Grüße
Vittorio
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Beitragvon lessingapo » 18.11.2016, 20:56

Hallo Viktor,

bin auch schon gespannt,wie die Geigen à la Delphi klingen ...

Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon Donny » 19.11.2016, 05:31

Ich hatte die Gelegenheit sie anhören zu dürfen. Ich mache es kurz. Es war ein beeindruckendes Erlebnis.
Musik in einer herrlichen Klarheit und Leichtigkeit , Detailreichtum aber auch Tiefe. Ich habe nur ungläubig auf die sehr kompakten Abmaße geschaut. Die Stimmen haben mich glaube ich am meisten beeindruckt und selbst bei Orgel empfand ich die Wiedergabe überzeugend. Der Spaß beginnt zudem schon bei geringer Lautstärke, und auch im Hintergrund bei Gesprächen Musik zu hören macht richtig Freude. In keinem Moment aufdringlich (hängt natürlich auch von der Musik ab),

Jeder hat da seine eigenen Vorlieben. Aus meiner Sicht ein großer Wurf und es wert sich die Zeit zu nehmen um sich beim Probehören ein eigenes Bild zu bilden. Es könnte einen "Haben Will" Reflex auslösen.

Gehört wurde quer Beet von Klassik bis Rock.(Zur Einschätzung) Aktive LS habe ich bisher gehört: FM 701 (haben mir sehr gut gefallen - leider durch den Preis unerreichbar und etwas groß) , KEE III - Überhaupt nicht mein Fall - Enttäuschung beim hören - speziell noch den Superlativen und blumigen Berichten die ich zuvor gelesen hatte - ist sicher auch eine Geschmacksfrage. Neumann 420 - Ein Lautsprecher der anhörenswert und eine Überlegung ist, für mich aus optischen Gründen (obwohl ich sie für sich genommen ok finde) nicht integrierbar. Grimm - haben mir gefallen. Diverse andere.

Kritik: Eventuell fehlt mir bei Rock/Pop ein wenig der "Wums" der für mich bereits bei der FM 701 etwas mehr hätte sein dürfen - wobei ich mir da inzwischen gar nicht mehr sicher bin, ob er mir wirklich fehlen würde. "Aufnahmefehler" werden aufgezeigt aber das ist ja nicht das Problem des LS.

Zuhause erscheint mir nun meine Wiedergabe ein wenig "gedämpft" wie durch einen Filter was ich vorher noch nie so empfunden habe und das Erlebnis im Nachhinein gesteigert hat.

Die Vorführung hat auf jeden Fall dazu geführt, dass ich sie mir in den eigenen vier Wänden anhören möchte. Ich bin extrem gespannt wie sie sich bei mir zuhause anhören werden und ob sich meine ersten Eindrücke bestätigen.
Bei der Baugröße sind auch keine Diskussionen mit meiner Frau zu befürchten, eher muss ich da selbst ein wenig umdenken, dass sie nicht groß sein müssen um groß aufzuspielen.
Und bei Bedarf könnte ich mir auch gut vorstellen sie mit zwei Subs zu ergänzen - es wird sich zeigen.

Doch etwas länger geworden und entgegen meiner Gewohnheit etwas blumig.
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Beitragvon Donny » 19.11.2016, 06:18

lessingapo hat geschrieben:Hallo Viktor,

bin auch schon gespannt, wie die Geigen à a Delphi klingen ...

Sehr gut! :D

Grüße
Dietmar
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Beitragvon FoLLgoTT » 19.11.2016, 09:55

Hallo,

und wieder ist das Gehäuse nur ein einfacher Quader ohne Fasen und Rundungen. Zeitgemäß ist das schon lange nicht mehr. Für den Preis erwarte ich ein BEM-optimiertes Abstrahlverhalten.

Gruß
Nils
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Beitragvon cinematic » 19.11.2016, 10:02

Ich konnte den Prototypen in Zweibrücken kurz hören und war ganz angetan von der Natürlichkeit im Klang.

Da muss ich mal nochmal genauer hinhören, denke es lohnt sich.

Gruß
tom
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Beitragvon beltane » 19.11.2016, 10:16

Hi Tom,

stimmt, selber hören macht klug ... :wink:

Mein schönstes Klangerlebnis in Richtung Natürlichkeit und Schönheit des Klang hatte ich mit den aktiven Lautsprechern Answer von Audionec, Raumkorrektur mit Trinov, DA Wandler MSB, Streamingerät ebenfalls von udionec.

http://www.audionec.com/answer.html

Ich glaube nicht, dass diese Lautsprecher in allen technischen und konstruktiven Gesichtspunkten das Optimum darstellen, aber klanglich sind sie für mich ein Traum. Leider für mich nicht bezahlbar.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Zwodoppelvier » 19.11.2016, 14:48

Hallo ,

vom hochinteressanten technichen Konzept abgesehen finde ich die Delphi auch optisch sehr ansprechend - wenn mir auch mehr breite als tiefe Gehäuse, wie sie früher üblich waren, noch einen Tick besser gefallen.

@Dietmar: Danke für Deinen Bericht!

@Nils: Du hast rein technisch gesehen sicher recht, aber die meisten Menschen haben keinen separaten Hörraum oder möchten nicht zum Musikhören separiert sein. In viele Wohnzimmer fügen sich die akustisch optimierten Formen/Oberflächen, wie man sie inzwischen bei zahlreichen Herstellern findet, einfach weniger unauffällig ein. Es sieht ja nicht jeder Musikliebhaber seine Anlage als gesondertes Mobiliar.

Viele Grüße
Eberhard
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Beitragvon Rudolf » 19.11.2016, 20:59

Lieber Vittorio,

Vittorio hat geschrieben:... bekommen wir demnächst ein ausgewogenen, gutbebilderten und diplomatisch geschriebenen Bericht. Darauf freue ich mich jetzt schon! :D

das ist zuviel der Ehre! Meine Ohren sind altersmilde geworden und mit Sicherheit kein geeignetes Messinstrument für fundierte Klangaussagen.

"This being said" (so wischen die Engländer vorangestellte Einschränkungen beiseite) will ich mich trotzdem mal versuchen. Aber zunächst noch ein paar Worte zum technischen Background der Delphi, denn ich nehme an, nicht jeder hat das im Eingangsposting verlinkte Dokument gelesen.

Die Delphi hat ihren Namen von "Delta Phi", einem Maß für die Verschiebung der Phasenlage. Hintergrund ist der sog. "Dopplereffekt", mit dem die phasenverschobene Überlagerung einer Frequenz mit sich selbst gemeint ist (Intermodulation). Wie kommt es dazu? Ein Chassis / eine Membran strahlt bei der Wiedergabe von Musik keine singulären Sinustöne, sondern ein Frequenzgemisch ab. Das hat Konsequenzen insbesondere für die Wiedergabe hoher Frequenzen, die - je nach Auslenkung der Membran durch die gleichzeitige Wiedergabe niedriger Frequenzen - phasenversetzt abgestrahlt werden und sich damit selbst verringern bzw. verstärken können. Der Dopplereffekt ist bei kleinen Lautsprechern, die in der Regel als 2-Wege-Systeme ausgelegt sind, am stärksten. Friedrich Müller hat sich seinen "Phasenmodulator" zur Bekämpfung des Dopplereffektes bereits vor Jahren patentieren lassen. Er stellt eine komplexe Kombination von Regelung und Steuerung dar.

Soweit die Theorie. So sieht die Umsetzung aus:

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Hallo Nils,

FoLLgoTT hat geschrieben:... und wieder ist das Gehäuse nur ein einfacher Quader ohne Fasen und Rundungen. Zeitgemäß ist das schon lange nicht mehr. Für den Preis erwarte ich ein BEM-optimiertes Abstrahlverhalten.

So ganz ist das nicht der Fall. Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass der Hochtöner zur Reduktion von Intermodulationen durch Kantendiffraktionen asymmetrisch eingebaut wurde. Deshalb gibt es auch einen rechten und einen linken Lautsprecher (so wie bei meinen Yamahas :wink: ).



Wie nun klingt die Delphi? Um es kurz zu machen: gar nicht.

Ich habe mich bei der Beurteilung von Lautsprechern auf Stimmen verlegt, weil ich die am besten beurteilen (und mir merken) kann. Instrumente können mal so und mal so richtig klingen, vor allem, wenn sie elektronisch verstärkt sind. Mein Standard-Song ist dabei Johnny Cashs Song "Further Up The Road" von seinen American Recordings V. Ich bin wahrlich kein Cash-Fan, aber dieser Song mit der brüchigen Stimme eines Todgeweihten geht einem schon nahe. Das erste Mal habe ich diesen Song bei Franz auf seiner Silbersand FM 501 gehört. Ehrlich gesagt klang mir Cash dabei anfangs zu metallisch. Aber mit jedem Besuch, an dessen Ende wir dieses Lied wieder hörten, verbesserte sich die Wiedergabe. Beim letzten Mal waren wir beide zufrieden: Cashs Stimme war nicht zu nah und nicht zu weit weg, halt so, als würde er vor uns sitzen und spielen. So spielt er jetzt übrigens auch bei mir nach Ralph Gottlobs formidablem Feintuning meiner Silbersand FM 303.

Bei meinem Besuch im Pirol saß Johnny Cash aber nicht nur an der richtigen Stelle, sondern seine Stimme war so menschlich wie ich sie mir nur vorstellen kann. Keine Verfärbung, kein Pathos, einfach nur da.

lessingapo hat geschrieben:... bin auch schon gespannt, wie die Geigen à la Delphi klingen ...

Nun, Ralphs Musiksammlung kann man nicht unbedingt als geigenlastig bezeichnen. Klassische Musik muss man schon mit der Lupe suchen. :wink: Es war aber auch ein Neukunde anwesend, dem ich mit meinen Wünschen nicht aufs Gehör gehen wollte. Insofern habe ich mich nach dem Cash ins Hinterzimmer des Pirols verzogen und mich dort gemütlich mit anderen HiFi-Verrückten unterhalten. Für mich gilt daher dasselbe wie für meine Vorredner, die die Delphi in Zweibrücken kennen lernen durften: unbedingt nochmal reinhören! Interessant wären dann mal "intermodulationsaffine" Aufnahmen auf einem normalen 2-Wege Lautsprecher im Vergleich zur Delphi zu hören.

Ich bin begeistert darüber, wie ungebrochen Friedrich Müllers Schaffenskraft ist. Mögen er und seine Kreativität uns noch lange beglücken!

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon dietert » 19.11.2016, 21:23

Hallo Rudolf,

die Sache mit der Doppler-Korrektur hatte ich mir schon im Booklet mit großem Interesse angesehen. Ich hatte mich gefragt, ob man tatsächlich noch eine Schaltung mit Analogmultiplizierern für ein neues Produkt konzipiert hat, der verwendete Begriff "Modulator" geht ja in diese Richtung.

Um so interessanter, wenn nun von einem Patent die Rede ist. Gibt es eventuell eine Möglichkeit, hier im Forum einen Verweis auf die Patentschrift zu veröfffentlichen? Leider konnte ich (bisher) noch nichts finden.

Mit freundlichen Grüßen,
Dieter T.
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Beitragvon Donny » 19.11.2016, 21:36

Rudolf hat geschrieben:....
Bei meinem Besuch im Pirol saß Johnny Cash aber nicht nur an der richtigen Stelle sondern seine Stimme war so menschlich wie ich sie mir nur vorstellen kann. Keine Verfärbung, kein Pathos, einfach nur da.
....

Vielen Dank für den Bericht. Das trifft meinen Eindruck auf den Punkt. "Einfach nur da".

Unter anderem haben wir von Cash "Hurt" ebenfalls aus der American Reihe angehört.

Mein Dank übrigens an Herrn Spatz für die Gelegenheit sie ausführlich hören zu können.

Heute habe ich mir eine passive Kette angehört (Preisklasse 40T€) . Habe mir vorgestellt wie es auf den Delphi klingen würde. Nach 5min bin ich wieder weitergezogen.

Viele Grüße
Dietmar
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Beitragvon Rudolf » 19.11.2016, 22:57

Hallo Dieter,

dietert hat geschrieben:Gibt es eventuell eine Möglichkeit, hier im Forum einen Verweis auf die Patentschrift zu veröfffentlichen? Leider konnte ich (bisher) noch nichts finden.

diese Aussage stammt von Ralph Gottlob. Am besten sprichst du ihn oder Herrn Müller direkt an.

Viele Grüße
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Beitragvon dietert » 20.11.2016, 00:20

Hallo Rudolf,

hab's gefunden. Einen Verweis hattest du bereits 2014 hier im Forum eingetragen:

viewtopic.php?f=16&t=5864

Grüße,
Dieter
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