Abacus C-Box 4

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon chriss0212 » 21.03.2017, 10:53

Hallo Geppard,

der Frequenzgang für die C3 ist so angegeben:
Frequenzgang: 35 bis 20.000Hz linear (-6dB)

Natürlich ist der Lautsprecher wie alle Abacus Lautsprecher aktiv entzerrt, ansonsten wäre ja so ein Frequenzgang mit einer 100mm Membran unmöglich. Und natürlich muss der Tieftöner dann schon ordentlich arbeiten ;)

Grüße

Christian
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Beitragvon LenZen » 21.03.2017, 21:01

Hallo zusammen,

ich wollte meinem Hörbericht noch anfügen, dass er natürlich durch meinen ganz persönlichen Blickwinkel geprägt ist und als solch subjektive Erfahrungswerte möchte ich ihn auch gern verstanden wissen.

Wenn ich mir einen Lautsprecher genauer anhöre betreibe ich keine wissenschaftliche Studie mit A/B-Vergleichen oder peniblem Lautstärke-Abgleich. Ich höre einfach viel der mir bekannten Musik und bilde mir daraus letztlich meine Meinung bezogen auf meine persönlichen Vorlieben in Sachen Musikgenuss.

Ich lese selber sehr gern solche Beschreibungen, sei es aus konkretem Interesse am Gegenstand, oder auch nur aus allgemeiner Neugier. Dagegen schreibe ich eher selten. In diesem Fall dachte ich mir jedoch, dass meine Sichtweise vielleicht gerade für C-Box 2 oder C-Box 3 Nutzer interessant sein könnte.

Es ist klar, dass man sich bei echtem Kaufinteresse selbst ein Bild machen sollte, jedes Ohr hört schliesslich anders und die Geschmäcker sind verschieden. Dementsprechend unterschiedlich kann das Urteil ausfallen.

In diesem Sinne...


Hallo Geppard,

wie Christian schon angemerkt hat, die Membranen in der kleinen C-Box leisten ausserordentliches in dem sie quasi gezwungen werden Frequenzen wieder zu geben die noch nicht einmal viele deutlich größere Lautsprecher erreichen. Dafür müssen sie allerdings viel mehr arbeiten als ein Lautsprecher mit größeren Chassis.

Wenn ich von „Hüben” schreibe, dann trifft es genau diesen Punkt, die Membranen arbeiten so heftig damit diese tiefen Frequenzen möglich werden, das ist aber nicht gleichbedeutend damit, dass dieser Tiefton Volumen hat. Für mein Empfinden sind die Töne da, jedoch vergleichsweise schlank, was aber im Prinzip schon mehr ist als man von einem Lautsprecher dieser Größe eigentlich erwarten darf. Die geringe Größe des Tieftöners gemeinsam mit der Regelung und dem geschlossenen System stehen einem „fühlbaren” Bass entgegen. Dafür bräuchte es z.B. ein Bassreflexsystem oder schlicht mehr Membranfläche damit mehr Luft bewegt werden kann.

Man kann also in der Tat sagen, „dass sie in den Tiefen ordentlich was leisten”, allerdings beeindruckt die kleine C-Box mich eher mit ihrem ungewöhnlichen Tiefgang, weniger mit dem Durchsetzungsvermögen desselben. Wenn Dir die C-Box 2 also im Tiefton etwas "zu dünn" vorkommt, dann ist das möglicherweise eine völlig korrekte Wahrnehmung, basierend auf dem was man sonst so gewohnt ist.

In Sachen körperlicher Bass ist die C-Box 4 gegenüber der kleinen Reihe, dank der größeren Membranfläche, ein großer Sprung nach vorn. Vielleicht aber immer noch nicht das was manche unter einem fetten Bass verstehen, man muss das alles in Relation setzen. Eine Überbetonung im Tiefton ist ganz sicher nicht das Ziel von Abacus und würde auch meiner Meinung nach das Konzept nur zerstören.

Diese schlanke Wiedergabe ist eine der Dinge die ich besonders an den Abacus Lautsprechern schätze. Gepaart mit der bemerkenswerten Räumlichkeit öffnet sich gerade im Nahfeld ein tolle und durchhörbare Bühne, die sich dazu komplett von den Lautsprechern löst.

Ein anderes Thema wäre dann natürlich noch Aufstellung und Hörplatz. Durch beides wird die Basswiedergabe und auch deren Wahrnehmung stark beeinflusst. Experimentieren lohnt sich.

Beste Grüße, Jens
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Beitragvon chriss0212 » 21.03.2017, 21:15

Hallo Jens

Gibt aus meiner Sicht keinen Grund zur Rechtfertigung... ich gehe da genau so ran. Hilft ja nix, wenn das meßgerät sagt ist gleich laut, wenn es mir anders vorkommt ;)

Grüße

Christian
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Beitragvon Geppard » 21.03.2017, 22:10

Hallo Jens,

vielen Dank für deine ausführliche Erläuterung. Jetzt verstehe ich was du und viele andere mit dem Tiefgang meinen. Das deckt sich dann mit meiner Erfahrung. Das mit der Arbeiten der Membran verstehe ich nun ebenfalls. Da ich noch nie Boxen hatte, bei denen man die Membran sieht, fehlt es mir da aber einfach an Erfahrungswerten. :)

Viele Grüße

Geppard
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Beitragvon lessingapo » 01.05.2017, 14:14

Hallo Forenten!

Diese Woche hatten wir die Möglichkeit eines der Testpaare der C4 zu hören.

Als C2-Hörer war ich natürlich gespannt,was die übernächste Generation nicht nur anders,sondern auch besser macht.Für mich war schnell klar: die Neue ist der Alten wirklich in jeder Beziehung überlegen. Dass sie mehr Bass können würde, war klar - neues und grösseres Chassis - am meisten haben jedoch die Mitten profitiert.

Was Jens schon geschrieben hat, kann ich voll bestätigen, auch bei Verwendung hochwertigster Quellen vermisst man nichts. Um auf den Bass zurückzukommen: selbst bei erhöhter Lautstärke (gemeint ist ein Pegel, den man nicht lange tolerieren würde, bei ca 2m Hörabstand) liefern die C4 eine Kontrolle, die schon stark an sensorgeregelte LS erinnert. Dicke Empfehlung für den Einstieg in's Aktive oder für die Zweitanlage.

Grüsse
Wolfgang
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Abacus C-Box 4

Beitragvon Vittorio » 16.05.2017, 19:58

Hallo zusammen,

dank einer Gelegenheit habe ich vor kurzem die C-Box 4 in meiner Kette angehört und war positiv überrascht, wozu die "Kleinen" fähig sind.

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Mit ausreichenden Wandabständen aufgestellt, liefern die C-Box 4 eine sehr stimmige Musikwiedergabe, bauen eine glaubwürdige und in jede Richtung (Tiefe, Breite, Höhe) wohlproportionierte Bühne, die gleichzeitig eine unerwartete Ortbarkeitspräzision aufweist.

Erstaunlicherweise wird diese von mir sehr geschätzte Eigenschaft auch bei der Darstellung der großorchestralen Musik beibehalten. Jeder weiß, wie schwierig es ist, einen Orchesterklang einigermaßen vernünftig wiederzugeben, für eine kleine und günstige zwei Wege Box besonders. Die C-Box 4 meistern das mit Bravour. Hier kippt nichts um, bricht nichts zusammen und fällt nichts auseinander. Und sie schaffen sogar bei dem Stück* in meinem Raum von 60 m3 Volumen ein bisschen Druck zu vermitteln.

*Camille Saint-Saens — Danse Macabre In G Minor, Op. 40 — Joria Freezanis (violin), Minnesota Orchestra, Eiji Oue

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https://referencerecordings.com/recordi ... orchestra/

Edit: (Noch eine Anmerkung für diejenigen, die das Musikstück noch nicht kennen. Auf der verlinkten RR-Seite sind alle Titel durcheinander gemischt und entsprechen nicht der Bezeichnung. Deswegen sollte man sich nicht irritieren und Titel No. 8 anklicken.)

Nicht weniger beeindruckend ist, dass die C-Box 4 akustisch überhaupt nicht ortbar sind. Egal, an welcher Stelle man sich im Raum bei laufender Musik befindet, ob im Sweetspot oder außerhalb der Hörbasis, werden sie als Klangquelle überhaupt nicht wahrgenommen. Mag sein, dass meine einigermaßen günstige Raumakustik darauf ein wenig Einfluss genommen hat. Allerdings, wenn diese Eigenschaften nicht vorhanden sind, helfen auch keine akustischen Maßnahmen weiter. Daher: Hut ab, liebes Abacus-Team!

Nach einigen Stunden querbeet Musik hören habe ich dann auf meine MEG 922K umgeschaltet und konnte mir ein lautes Lachen nicht verkneifen, so groß waren dann doch die Unterschiede. Hätte jemand etwas anderes erwartet? Ich auch nicht. Wenn es nicht so wäre, würde Abacus seine eigene Lautsprecher-Reihe nach oben nicht erweitern. Wozu denn auch?

Mich haben die C-Box 4 auf jeden Fall überzeugt. Damit bekommt unsere etwa 15 m2 große Küche demnächst eine adäquate Schallquelle, endlich ohne störend empfundene AD/DA-Wandlung.

Beste Grüße
Vittorio

PS: Jens, vielen Dank für Deinen emotional geladenen Bericht.
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