Subwoofer SVS PB 16 / SB 16 Ultra

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon dietert » 23.03.2017, 08:08

Hallo miteinander,

ja, der impulskompensierte Merowinger-Sub mit AFB, das ist natürlich schon eine etwas raffiniertere Konstruktion.

DIY kann man in meinem Fall sagen, allerdings bin ich Naturwissenschaftler und forsche und entwickle an solchen Lösungen bzw. Komponenten davon im Auftrag ("professionell"). Da wundert man sich gelegentlich schon, was solche "simplen" Lösungen wie diese SVS Subs dann am Ende kosten sollen. Hat vielleicht was mit einer Klientel zu tun, die für Subs und Amps kiloweise zahlt.

Grüße,
Dieter T.
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Beitragvon Fujak » 23.03.2017, 10:19

Hallo Dieter,

Deine Argumentation wundert mich ehrlich gesagt, erst recht, wenn Du aufgrund Deiner Entwicklertätigkeit sicher Einblick in Kostenpositionen eines Produktes hast.

Wenn Du den reinen Materialwert siehst, magst Du recht haben (das meinte ich mit dem Blick durch die DIY-Brille). Wenn man es dagegen betriebswirtschaftlich kalkuliert (Entwicklungskosten, Materialkosten, Lohnkosten, Gebäudekosten, Werbung, Logistik, Zwischenhändler, Umsatzsteuer, Zertifizierungskosten, Rückstellungen bzw. Versicherung für Gewährleistung/Garantie/Haftung...), sieht die Sache schon anders aus.

Kleines Rechenbeispiel: Wenn ich vom VK von 2.800,- € für den SVS SB 16 Ultra ausgehe und die Umsatzsteuer abziehe (=2.353,- €) und davon die Zwischenhändlerspanne von angenommenen 35% (Mittelwert des marktüblichen 20-50%) abziehe, bin ich bereits bei 1.750,- €. Den reinen Materialwert für Elektronik, Gehäuse (Holz, Oberflächenmaterialien), Montagematerial und Treiber veranschlage ich im EK auf 700,- €. Bleiben rund 1.000,- €, die man anteilig auf alle übrigen o.g. Positionen umlegt. Da kann ich nicht erkennen, was an der Preisgestaltung überteuert ist.

Grüße
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Beitragvon Schöngeist » 23.03.2017, 11:18

Hallo zusammen,

ich weiß nicht, ob irgendjemand hier im Forum einen PB 13 Ultra oder gar den PB 16 Ultra hat sehen, anfassen und hören können.

Wenn man das einmal gemacht hat, erübrigt sich die Diskussion um den Preis. Auch ein Blick in das Innenleben und die Beschaffenheit des Basstreibers sprechen Bände. Da sind die Entwickler tatsächlich keine Kompromisse eingegangen.

Gruß

Alfons
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Beitragvon dietert » 23.03.2017, 12:26

Hallo miteinander,

ja, vielleicht ist das eben die spezifische Perpektive des Entwicklers. Mit Stückkosten beschäftigt man sich da nur am Rande. In so einem Bassreflex-Woofer steckt praktisch keine Entwicklungsarbeit. Eine 20 cm Schwingspule - das ist kein zeitgemäßes, ressourcenschonendes High-Tech, sondern ein Dinosaurier. Und ein geschlossener geregelter Sub spielt eben doch anders.

Grüße,
Dieter T.
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Alles in Butter!

Beitragvon musikgeniesser » 13.04.2017, 12:28

Lieber Nils,
lieber Dieter,
liebe Forenten,

FoLLgoTT hat geschrieben:wer heutzutage in Deutschland/Österreich/Schweiz ein dediziertes Heimkino baut, baut intelligenter: nämlich ein DBA flach an die Wand. Eine 70 cm tiefe Kiste ist einfach Platzverschwendung. So ein Formfaktor ist schlicht nicht mehr zeitgemäß.


volle Zustimmung, aber eben doch nur die halbe Wahrheit.

Um der Diskussion die etwaige Schärfe zu nehmen: ich musste auch umlernen, als ich in dieses Forum eintrat und noch von möglichst fetten Subwoofern als Königsweg geträumt habe. Heutzutage träume ich nur noch von möglichst fetten Subwoofern, wohl wissend, dass das keineswegs der Königsweg ist. Jener ist das DBA, wie ich, wie gesagt, hier lernen durfte.

Die andere Hälfte der Wahrheit dürfte in etwa die sein, dass der von ständigen Referenz-Kürungen "ganz karussellisch" gewordene HiFi-Enthusiast eine tiefsitzende Sehnsucht nach der Klangpille hat, die ihm von der einschlägigen Presse auch immer wieder bedient wird. Also die Vorstellung, dass es alleinseligmachende Geräte gibt, zu denen für Subwoofer-Fans dann eben auch alleinseligmachende Subwoofer gehören. Mit diesen Subwoofern kann man dann beliebig umziehen, sie beliebig aufstellen, man kann einfach nichts mit ihnen falsch machen, außer, auf sie zu verzichten. Das wäre der größte Fehler. Aber ansonsten sind sie perfekt.

Das ist eine Glaubensfrage oder die Bereitschaft, einen für einen selbst passenden Kompromiss einzugehen. Und dieser Kompromiss kann auch darin bestehen, die Basswiedergabe mit handelsüblichen Subwoofern zu bewerkstelligen. Das ist recht ordentlich hinzubekommen und ändert nichts daran, dass ein Einbau-DBA das alles nochmals besser kann. Aber nicht jeder möchte sich ein DBA einbauen, aus welchen Gründen auch immer.

Ich habe mir die Internet-Seite angesehen. Beängstigende (ich glaube an geregelte, geschlossene Basslautsprecher) Bassreflex-Öffnungen, da muss ich gleich an Luftheizungen denken. Sicher ordentlich gemachtes Zeug, gar keine Frage. Für 2.000 statt 2.500 Dollar gibt es eine geschlossene Variante. Offenbar wird auch hier für Musik- und Kinowiedergabe unterschieden, was mir vernünftig erscheint. Meine Angst hat sich also wieder weitgehend gelegt.

Man hört -- auch hier -- viel gutes über diese Subwoofer. Sie werden ihren Weg gehen, so scheint mir. Meine Wege werden sie nicht kreuzen, was nicht gegen die Subwoofer (und, so bleibt zu hoffen, mich) spricht. Also alles in Butter.




dietert hat geschrieben:Eine 20 cm Schwingspule - das ist kein zeitgemäßes, ressourcenschonendes High-Tech, sondern ein Dinosaurier. Und ein geschlossener geregelter Sub spielt eben doch anders.


Ich habe in das Video 'reingeschaut, in welchem der Entwicklungs-Chef aus dem Nähkästchen plaudert.

Die Riesen-Schwingspule wird mit der Impulstreue begründet, der damit entstehenden Möglichkeit, ein Fingerschnippen wiederzugeben. Ja, er schnippt während seiner diesbezüglichen Ausführungen mit dem Finger.

Immer wieder lustig. Ein Subwoofer, sorgfältig eingebunden, ist von der Wiedergabe entsprechender Frequenzen entlastet, was ja gerade der Witz einer gut gemachten Subwoofer-Einbindung ist. Also doch mehr Marketing-Getöse als alles andere, aber dagegen ist nichts zu sagen: SVS tritt an, Subwoofer zu verkaufen. Bauen tun sie sie nur deshalb. Ich glaube, dass dieses Marketing funktioniert. Deshalb machen die das. Also auch hier alles in Butter.

Danke für Euer Interesse

Peter
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