Abacus A-Box 10 - linear oder doch höhenbetont?

Diskussion über aktive Schallwandler

Abacus A-Box 10 - linear oder doch höhenbetont?

Beitragvon uoiea » 23.03.2017, 23:29

Hallo,

ich hatte vor einigen Wochen kurz die A-Box 10 zu Hause und habe sie evtl. etwas zu vorschnell "verurteilt" und daher nicht wirklich ausführlich getestet.

Habe seit einem Jahr die Neumann KH 120 A zu Hause, und die Abacus klang dagegen deutlich zu vordergründig, eben höhenbetont. Das hat mir spontan überhaupt nicht gefallen, und ich hab sie recht schnell wieder eingepackt. Im Nachhinein hätte ich einfach ohne sie sofort mit Bekanntem zu vergleichen, möglichst viele Stunden einfach nur hören sollen.

Egal - bevor ich sie mir jetzt möglicherweise nochmal ordere, wollte ich kurz ins Forum fragen, vielleicht kann ja jemand beurteilen, ob meine Einschätzung nachvollziehbar, vielleicht sogar richtig ist, oder ob ich einfach zu oberflächlich getestet habe.

Ich hatte bei all dem, was über sie geschrieben wird, unbedingt erwartet, dass sie absolut ausgeglichen und neutral ist. Und den Eindruck hatte ich eben nicht. Aber vielleicht war das lediglich eine gewisse "Färbung", die möglicherweise sogar Vorteile hat.

Was mir in den letzten Wochen an meinen Neumanns mehr und mehr auffällt, nachdem ich ein Jahr sehr zufrieden mit ihnen höre (nach wie vor!), ist, dass sie mir manchmal möglicherweise doch eine Spur zu nüchtern klingen. Vor allem bei Streichern in den höheren Lagen bei kräftig gespielten Passagen klingt es nicht selten unangenehm harsch. Zuspieler ist übrigens der Violectric V800, daran sollte es nicht liegen.
Vielleicht gehört das ja so bzw. ist einfach so aufgenommen. Vielleicht ist ein beachtlicher Teil meiner klassischen Sammlung auch tatsächlich nicht so gut aufgenommen. Aber sicher bin ich mir nicht.

Von daher hatte ich überlegt, der Abacus doch noch eine zweite Chance zu geben. Habt Ihr eine Meinung dazu, ob das sinnvoll ist? Ein anderer Aktivlautsprecher dieser Preisklasse fällt mir momentan nicht ein, mit den Neumanns können hier wahrscheinlich nicht allzu viele mithalten. ;-)

Vielen Dank!
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Beitragvon Dreamy » 24.03.2017, 08:27

Guten Morgen,

ich hatte die A-Box 10 selber 2 Jahre im Einsatz, hatte allerdings nie die Möglichkeit für einen Vergleich mit der Neumann.

Dann packte mich der Upgrade Virus und bei der Gelegenheit hatte ich die Trifon 3S zum Probehören hier.

Das Ende vom Lied war dass die Trifon wieder in den Norden geschickt wurde und ich jetzt Neumann KH 310 hier stehen habe.

Der Grund war dass die Trifon mir zu "vordergründig" und ebenfalls "höhenbetont" gespielt haben, so dass ich sie fast schon als etwas nervig empfunden habe. Sowohl die großen Genelec Monitore als auch die Neumann waren da für meinen Geschmack gefälliger.

Manche nennen Studiomonitore langweilig, andere nennen sie neutral. Ich glaube da muss jeder selbst entscheiden was einem besser gefällt.

Die KH 120 ist ein hervorragender Lautsprecher und ich denke dass die A-Box nicht wirklich ein Upgrade ist, eher ein "Sidegrade" in eine andere Richtung. :)
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Beitragvon MacDilbert » 25.03.2017, 12:46

Hallo uoiea,

hattest Du den Klangeindruck "zu viele Höhen, zu vordergründig" im Nahfeld gewonnen, oder bei eher "klassischen" Hörabständen?

Im zweiten Fall kann/muss man den Raum und die Positionierung der Boxen darin optimieren, im ersten Fall hilft wirklich nur der Rückfahrschein.

Aktive Grüße
Karl-Heinz
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Beitragvon uoiea » 25.03.2017, 13:37

Hallo Karl-Heinz,

leider in beiden Fällen. 2 Meter und 3,5 Meter. Zwei völlig unterschiedliche Räume. Einer hervorragend bedämpft, der andere kaum.

Danke und viele Grüße!
Emil
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Beitragvon NNEU » 25.03.2017, 17:07

Ganz einfache Lösung:

Abacus anschreiben und nach EEPROM mit abgesenktem Hochtöner (im DSP Programm) fragen, aufschrauben, austauschen, zuschrauben, fertig!


Viele Grüsse,
Noel
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Beitragvon uoiea » 25.03.2017, 19:48

Klingt sehr einfach, aber um wieviel absenken? Das müsste man dann individuell ausmessen, und das können wir von Abacus denke ich nicht verlangen angesichts der Preise, dass sie die EEPROMs individuell programmieren.

Klar würd ich den am liebsten sogar selber programmieren...

Ich hab natürlich Abacus meine Höreindrücke geschildert, und warum ich nicht zufrieden bin. Wäre es so einfach, wie du schreibst, hätten es mir die geschätzten Herren Sonder sicherlich angeboten.
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Beitragvon NNEU » 27.03.2017, 17:15

Ich hab natürlich Abacus meine Höreindrücke geschildert, und warum ich nicht zufrieden bin. Wäre es so einfach, wie du schreibst, hätten es mir die geschätzten Herren Sonder sicherlich angeboten.


Wer will denn was von wem ?

Ich schlage diese Lösung vor, weil Abacus mir selber (und anderen) auch schon mal EEPROMs und PICs geschickt hat.

Diese Personen hatten jedoch eins gemeinsam; sie haben darum gebeten. :wink:

dass sie die EEPROMs individuell programmieren.


Insofern es dir nicht bewusst ist; das "Programmieren" ist ein Arbeitsaufwand von <5 Minuten.

Zumal du sowieso schon auf der A-Box sitzt, solltest du die von mir vorgeschlagene Lösung, zum Ausgang aus deiner (teils-) selbstverschuldeten Unzufriedenheit, nochmal überdenken.

Grüsse,
Noel
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Beitragvon uoiea » 28.03.2017, 00:18

Hallo Noel,

ist sicher gut gemeint, danke, aber ich denke, das ist schon etwas komplexer.
Ich kann ja schlecht sagen "Mach mir mal bitte die Höhen um - keine Ahnung, wieviel - sagen wir einfach mal, 2dB leiser" ;-)
Das müsste man schon genauer ausmessen.

Schön wärs, wenn sie Regler für die Höhen hätten wie die APC.

Übrigens "sitze" ich auf keiner A-Box, die ist längst wieder beim Hersteller...
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Beitragvon spendormania » 28.03.2017, 11:36

Die Abacus ist eine Konstruktion mit 17cm Tieftöner und 25cm Kalotte ohne jede Schallführung für den Hochtöner und dazu mit erheblich betonten Höhen.

Hier mal das Diagramm aus dem Audiotest:

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Die Trennung zwischen Tief- und Hochtöner erfolgt bei 2.500 Hz. Das bedeutet, dass der Lautsprecher unter Winkeln ab 2.000 Hz viel mehr Hochtonanteile als Mitteltonenergie in den Raum pustet. Im Diagramm sieht man auch sehr schön, dass bei 3.000 Hz unter 30 Grad der gleiche Pegel anliegt wie auf Achse. In meinen Augen ist das schlicht eine Fehlkonstruktion.

Demgegenüber zeigt die Neumann ein vorbildliches Abstrahlverhalten auch unter Winkeln:

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Das gleiche Bild kannst Du Dir bei der Abacus als Tannenbaum vorstellen, der sich ab ca. 2.000 Hz aufweitet. Insofern wundert mich Dein Hörurteil nicht. Da nutzt dann auch der leistungsfähigste DSP nichts.

Als Nachtrag und zum Vergleich hier auch noch der Frequenzgang der technisch auf dem gleichen Prinzip basierenden Nubert Nupro A-300:

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Auch hier wird es zur Aufweitung unter Winkeln kommen, aber dennoch liegen Welten zwischen beiden Boxen, was die Neutralität angeht.
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Beitragvon uoiea » 28.03.2017, 12:48

Äh... ich wollte eigentlich nicht, dass dieser Thread "ausartet", und ich wollte die gute Abacus sicher nie schlecht machen. Wollte nur in die Runde fragen, ob ich der einzige bin, für dessen Geschmack sie zu hell abgestimmt klang. Wenn es niemand anderem so gegangen wäre wie mir, wüsste ich, dass entweder mein Raum besonders komisch ist oder mein Test einfach zu oberflächlich war, und ich hätte sie mir nochmal zum Testen kommen lassen.

Lautsprecher sind immer Geschmacksfrage, und nur weil ich sie zu hell fand, will ich sicher nicht sagen, dass sie schlecht sind, oder schlechter als meine Neumanns. Dreamy hat das treffend zusammengefasst: Sie ist eben ein Sidegrade; nicht besser, nicht schlechter, einfach anders. Und das darf sie ja auch sein, denn wir haben alle unterschiedliche Geschmäcker.

Eine "Fehlkonstruktion" kann sie sicher nicht sein wie zuletzt in den Raum gestellt. Sonst hätte sie auch nicht so viele Anhänger und so hervorragende Kritiken im Netz. Auch wenn sie meinen Geschmack nicht getroffen hatte, ist die A-Box 10 sicher ein sehr guter und sehr interessanter Lautsprecher, die ihr Geld mit Sicherheit wert ist.

Ich würde vorschlagen, wir belassen es dabei; soweit es mich angeht, ist meine Frage beantwortet.
Vielen Dank für Eure Beteiligung!
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Beitragvon spendormania » 28.03.2017, 13:56

OK, ich sehe Deine Sorge vor Konfrontation, auch wenn diese gar nicht beabsichtigt war.

Sicherlich sind Lautsprecher eine Geschmacksfrage. Aber wenn eine Box gesoundet ist - und das ist die Abacus mit ihrer Höhenbetonung nunmal, sollte man darauf anhand nachvollziehbarer Daten hinweisen.

Denn ebenso wie bei jedem anderen technischen Produkt gibt es auch bei einem Lautsprecher objektive Parameter, anhand derer Rückschlüsse auf die Produkteigenschaften gezogen werden können. Nicht mehr und nicht weniger. Die Nennung dieser Parameter und ein persönliches Fazit daraus als "ausarten" zu bezeichnen, finde ich daher etwas seltsam.

Aber ich respektiere Deinen Wunsch natürlich und lege die Diskussion hiermit ad acta.
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Beitragvon snilax » 28.03.2017, 14:04

Hallo uoiea!

Ich kann Deine Beschreibung der beiden Lautsprecher bestätigen. Wir haben hier extrem schlechte akustische Bedingungen: Deshalb halte ich mich meist mit Kommentaren zurück. Die Neumann passte bei uns noch recht gut rein. Aber jedes mal wenn der Bass kräftig und also schwammig wurde, zog er die Mitte meist runter. D.h., dass das Klangbild irgendwie zusammen brach. Keine gute Beschreibung, aber ich kanns nicht besser. Ich fand aber dass die Abacus sehr schön weich klang. Nur zwischen den Boxen war nix. Wie gesagt: In unserem Rigipsbunker kann man nicht viel erwarten.

Ich hatte jetzt die Dynaudio LYD 7 da. Bei der ist alles anders. Die ist glaube ich resistent gegen Raumeinflüsse. Akustische Instrumente, die von den Neumanns gut und natürlich rüber kommen, klingen bei den Dynaudios eher flach. Dafür können diese richtig gut Jazz, Rock und ähnliches. Mal sehen wie ich damit zurecht komme.

Alles Gute snilax
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