Genelec 8351 bekommt Nachwuchs (8341 und 8331)

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon Hans-Martin » 09.07.2017, 00:36

Hans-Martin hat geschrieben:Nachdem bei den Norddeutschen HiFi-Tagen in der letzten Vorführstunde der Vorführende alternativ zur Linealgeraden nach meinem Vorschlag eine "bekannte Zielkurve" mit Bassanhebung unterhalb 150Hz und zu 10kHz hin fallendem Gang einstellte, war das Klangbild im Raum schlagartig annehmbar.

schwarz-weiss hat geschrieben:Sicher ist es auch, dass den Profis eine andere Zielkurve gefallen als dem sonstigen Publikum (siehe Fig. 14 auf Seite 528: http://www.aes.org/tmpFiles/elib/20170708/17839.pdf )

Die "bekannte Zielkurve" entsprach "Trained listeners only (7)"
Ohne Betrachtung der Messkurve sollte man IMO keine Zielkurve gestalten, bei mir hat sich bewährt, den Bereich oberhalb 850 Hz von der Korrektur auszuschließen, einen gut gemachten Lautsprecher (Bündelungsverhalten) vorausgesetzt.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Fujak » 09.07.2017, 07:48

Hallo Hans-Martin,

ja, es ist gut möglich, dass die Qualität der Einmessung und der Art und Weise der Zielkurven-Gestaltung hier eine Rolle gespielt haben mag. Interessanterweise hatten wir auf unserem gestrigen Stammtisch in München auch kurz darüber gesprochen, bei dem ein weiteres Forumsmitglied zu einem ähnlichen Urteil kam. Ich denke, dass jeder Monitor seine eigene Klientel findet - entsprechend der eigenen Hörpräferenzen.

Grüße
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Beitragvon Fujak » 09.07.2017, 07:55

Hallo Tore,

schwarz-weiss hat geschrieben: In meinen Ohren klingen Koaxialmonitore wie die von Genelec und Geithain etwas anders als andere Lautsprecher. Koaxialmonitorie von Genelec und Geithain (z.B. RL801k) sind meiner Meinung nach detailreicher, und man gerät sofort in das Quellenmaterial. Aus irgendeinem Grunde sind Koaxialmonitore der Ausfall sowohl im Hifi- als auch im Profibereich; fast alle anderen Monitor sind anders gemacht (aufgeteilte Treiber). Woran ist man gewöhnt?

Da habe ich völlig andere Erfahrungen: Die Hersteller von Koax-Systemen haben eine dermaßen große Bandbreite an Klangcharakteren, dass man schwerlich von dem typischen Koax-Klang sprechen kann. Geithain und Tannoy beispielsweise klingen in tonaler Hinsicht ähnlich, aber völlig anders als Genelec und KSDigital, die sich wiederum tonal ähnlicher sind. Und gestern bei unserem Münchener Stammtisch waren wir bei MerowingerAudio zu Gast, der verschiedene Koax-Modelle aufgebaut hat, bei denen die Unterschiede innerhalb seiner Koaxmodelle trotz Einmessung auf den Hörraum recht groß waren.

Es ist nach meiner Erfahrung weniger das Konstruktionsprinzip, welches den Klang maßgeblich beeinflusst sondern die Art der Umsetzung. So sind die konventionell aufgebauten AGM-Lautsprecher in meinen Ohren bislang unerreicht, was Detailauflösung anbelangt, und klingen zudem sehr natürlich.

Grüße
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Beitragvon schwarz-weiss » 09.07.2017, 11:08

Hallo Fujak und undere Interessenten des Themas 3-Wege Koaxialmonitore,

sicher ist es auch, dass "Koaxialmonitore" kein homogener Begriff ist. Keiner würde behaupten, dass "the Ones" und Geithain 801/901 völlig gleich sind.

Trotzdem gibt's vielleicht Ähnlickkeiten? Ich denke an Präzision in der Zeitdomene, Phasenprobleme. Ich denke auch an die Grösse (links-rechts sowie oben-unten) des Sweetspots.

Tannoys sind tolle Sachen, so wie die meisten modernen Lautsprecher (es ist nur Ausnahmsweise, dass ich enttäuscht werde, wenn ich neue Lautsprecher teste). Die Tannoys sind aber keine 3-Wege Koaxialmonitore. Sie erinnern mehr an die alten Genelec 8260, wo der Woofer unten liegt, d.h. nicht im Koaxialsystem integriert.

Auf Gearslutz gibt's einen Thread namens "The love hate relationship with Genelec":

https://www.gearslutz.com/board/high-en ... nelec.html

So weit ich weiss, ist Genelec die einzige Marke, wo Leute über "Love-Hate" sprechen. Warum...? Ich finde dies Faszinierend!

Es zeigt aber, dass Hifi und Audio auch Gefühlssache sind, sogar unten Profis. Ich versuche (versuchen und schaffen sind nicht dasselbe...), wenn ich etwas Neues probiere, im Klaren zu sein, dass wir viele Bias haben (sonst wären wir nicht "normal", wenn wir keine Bias hätten). Genelec heisst keine exotischen Kabel, komplizierten Vorverstärkerstufen, edle DACs usw.

Vielleicht liegt's auch daran, wenn Leute von "Love-Hate" sprechen?

Beste Grüsse aus Norwegen,

Tore
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Beitragvon Heule » 09.07.2017, 11:53

Hallo Oli(Namensvetter),

es kann natürlich sein, das dir die Boxen nicht gefallen/zusagen. So ist es dann halt!
Dafür ist ja der Markt riesengroß und auch andere Mütter haben schöne Töchter!
Ich habe zwar auch Genelecs, aber ich finde auch Geithain und Silbersand sehr gut!
Der Rest ist feinabstimmung vor Ort am Hörplatz!

Gruß Oliver
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Beitragvon schwarz-weiss » 09.07.2017, 12:25

Hallo alle Interessenten von "the Ones",

zuerst bitte ich um Entschuldigung für meine Hyperaktivität in dieser Diskussion...

Es ist aber Urlaubszeit und dann habe ich viel mehr Zeit zum Lesen und Schreiben.

:D

Es wurde früher erwähnt, dass 8351 nach DSP nicht besser sei.

Zu diesem Punkt dürfte man bewusst sein, was im GLM von Genelec eigentlich passiert. Genelecs GLM (DSP) entfernt nur die Höhen der Frequenzkurve; die Löcher werden nicht durch DSP behandelt.

Dass heisst, dass man weniger Energie nach GLM/DSP hat als vor dem Einsatz von DSP. Wenn weniger Energie dabei ist, fällt die Lautstärke ab. Deswegen kann es sein, dass man die Genelec Koaxialmonitore ohne DSP vorzieht, weil das SPL ( sound pressure level) nicht abfällt.

Mit anderen Worten: Man muss ganz bewusst sein, wonach man hört, wenn man Genelecs GLM/DSP benutzt. Es ist gut dokumentert, dass ein höheres SPL normalerweise vorgezogen ist als ein niedrigeres SPL.

Die Tatsache, dass Genelec nicht versucht hat, eine SPL-Kompenzation zu machen, kann eine Indikation dafür sein, dass diese Lautsprecher für Profis gemacht sind, die nicht vom geänderten SPL getäuscht

Ich spreche in dieser Hinsicht aus eigener Erfahrung wenn wir (Freunde von mir) mit dem DSP-Bypass gespielt haben.


Feriengrüsse,

Tore
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Beitragvon Hybrid-OLI » 09.07.2017, 15:06

schwarz-weiss hat geschrieben:
Auf Gearslutz gibt's einen Thread namens "The love hate relationship with Genelec":

https://www.gearslutz.com/board/high-en ... nelec.html

So weit ich weiss, ist Genelec die einzige Marke, wo Leute über "Love-Hate" sprechen. Warum...? Ich finde dies Faszinierend!

Es zeigt aber, dass Hifi und Audio auch Gefühlssache sind, sogar unten Profis.


Definitive Zustimmung aus München !

Auch der Profi agiert oft emotional, wenn meist auch etwas weniger als der reine HiFi-ist.
Ein bekannterer Toningenieur aus Minga meinte mal zu mir, für ihn gingen GENELEC gar nicht, da deren
Waveguides glatte Fehlkonstruktionen seien. Allerdings weiß ich nicht mehr, auf welche Serie er sich dabei bezog.
Die im Gearslutz-Thread angeführten Meinungen sind in der Tat sehr interessant. Selbige Polarität bei der Beurteilung ist mir nicht fremd.
Wenn ich Statements wie "The 8000 series sucks", "If I could, I'd go back to my old 1031's. To me, they sounded more organic and natural. I'd recommend them over the 8000 series and I'd choose the 1031's over anything else on the market including Focals." lese stelle ich fest, daß es außer mir doch noch ein paar Andere gibt, die ihre ollen Kisten lieben.
Ich würde meine 1031A auch niemals weggeben, selbst wenn ich eine BM100 hätte.

Ich bin also ein Classic-GENELEC Lover. :)
Schon als ich sie im Studio in den 90ern das erste mal gehört habe wußte ich, die will ich.

Ähnliche Polarisierungen gibt es auch im HiFi-Bereich, ich sage nur : mbl Biegeschwinger aka "Die Melonen" !
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