Aktives AudioVero/Abacus-Hornsystem

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon phase_accurate » 07.06.2017, 20:27

Itech 5000 = 2.5 kW an 4 Ohm = 312.5 W an 32 Ohm.
Dann folgt noch ein -10 dB Spannungsteiler vor dem D2430 = 32.5 W.
Ich gebe ja zu, dass ich mit 30 W etwas untertrieben habe. :wink:
Und Schlager höre ich nur wenn ich nicht fliehen kann. Ansonsten höre ich gerne dynamisch produzierten 70iger und 80iger Jazzrock.

Gruss

Charles
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Beitragvon Hans-Martin » 07.06.2017, 21:24

Hornguru hat geschrieben:Warum sind die IMD der Crown denn so "relativ hoch" im Vergleich zur THD???
Ist das normal beim ClassD?

Hallo Josh

Crown Reference I ist eine konventionelle BTL, kein Class D.

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon FoLLgoTT » 08.06.2017, 09:43

Hallo Uli,

uli.brueggemann hat geschrieben:Nun kannst Du Dir ausmalen, welchen geringen Hub die Membran dann macht und mit welcher Chance dieselbige im linearen Bereich des Magnetfeldes bleibt.

Das ist aber nicht die einzige Ursache für nichtlineare Verzerrungen. Kompressionstreiber haben systemimmanent relativ hohen K2, weil sich die Luft durch die Kompression asymmetrisch verhält. Deswegen haben Kompressionstreiber immer sehr geringen K3, aber deutlich höheren K2, selbst bei Pegeln, bei denen die Membran kaum auslenkt. K2 steigt mit der Frequenz an (was nicht wirklich schlimm ist).

Ich will Kompressionstreiber damit gar nicht schlechtreden, aber niedrige Verzerrungen haben sie nicht generell. Alle Kompressionstreiber, die ich bisher gemessen habe, waren bezüglich der harmonischen Verzerrungen nicht signifikant besser als Metallkalotten an demselben Horn (bezüglich K2 teilweise sogar schlechter).

Gruß
Nils
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Beitragvon uli.brueggemann » 08.06.2017, 10:16

Ein paar Bilder zum Klirr von den Treibern meines Hornsystems bei ca. 90 dB Schallpegel

Hochtöner:
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Hoch-Mittelton:
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Tief-Mittelton (verwendet ab 350 Hz):
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Grüsse
Uli
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Beitragvon Hornguru » 08.06.2017, 15:20

Uaaaaa geil Uli :cheers:

ENDLICH vergleicht mal jemand bei normalem Pegel (90) !!
Wie ich es hasse wenn Fuppenmagazine immer Kalotte bei 90 und Horn bei 110dB Vergleichen, so ein Nonsense!

Und 90 ist ja schon laut. 0.03% K2 und 0.006% K3 :shock:
Da weint Backes & Müller. Da weint sogar deren Amp der hinten dran hängt. Da weint sogar der DA Wandler :mrgreen:
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Beitragvon RS.schanksaudio » 08.06.2017, 15:34

Hornguru hat geschrieben:Und 90 ist ja schon laut. 0.03% K2 und 0.006% K3

Da haben wir einmal Zahlen, danke dafür.

Das sieht in der Tat sehr gut aus! Im Vergleich dazu macht unsere Prisma 2 bei (gehörempfindlichsten) 1,5 kHz und 90 dB dank Regelung ca. 0,078 % K2 und ca. 0,086 % K3 – aber sie ist ja auch ein paar Nummern kleiner :lol:

Viele Grüße
Roland
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Beitragvon Hornguru » 08.06.2017, 16:04

Das sollte eigentlich selbst mit HighEnd Mikrofon im Nahfeld hart an der Messgrenze der Messkette und Umgebungsgeräusche sein :)
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Beitragvon FoLLgoTT » 08.06.2017, 16:26

Hallo Uli,

das sieht wirklich gut aus.

Hallo Josh,

Hornguru hat geschrieben:Und 90 ist ja schon laut.

Naja, das sind am Hörplatz (3 m) nur noch 80 dB. Also ich messe auch Kalotten bei 110 dB. ;)

Gruß
Nils
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Beitragvon Hornguru » 08.06.2017, 16:29

Übrigens ist die so oft beschuldigte Kompression des Treibers bei 4" Spule und 2" Hals nicht 1:4.
Der Phaseplug ist eigentlich der Beginn des Horns. Hier liegt die Oberfläche Treiber : Phaseplug oft bei 30-40:1.

Gruß
Josh
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Beitragvon Matty » 08.06.2017, 21:03

Mal wieder zurück zum Ursprungsthema 8)

Hi Thomas,

habe ich es richtig verstanden, dass Du Dir innerhalb kurzer Zeit sowohl das aktive Audiovero/Abacus-Hornssystem aus diesem Thread als auch Ulis neues Mehrwegehornsystem anhören konntest?

Falls ja, kannst Du ganz subjektiv beschreiben, wie die unterschiedlichen Höreindrücke waren?
Wo gab es Gemeinsamkeiten? Wo gab es (Qualitäts-)Unterschiede zwischen den Systemen?

Mich würde sehr interessieren, wie sich so ein kompaktes Koax-Horn im Vergleich zu einer Mehrwegehornlösung schlägt.

Durch die Verwendung von Acourate sollte aus beiden Systemen ja das Optimale herausgeholt werden :D

Viel Grüße
Matthias
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Beitragvon stumcm » 09.06.2017, 14:00

Es gibt jetzt auch einen offizielle Ankündigung im Abacus-Onlineshop und auf Social Media:

Abacus hat geschrieben:Wenn sich Dr. Uli Brüggemann von AudioVero zu Besuch bei ABACUS ankündigt, bedeutet das meistens Arbeit, weil etwas Bahnbrechendes ins Haus steht. So wurde in der Vergangenheit schon der Cleaner-Linetreiber gemeinsam realisiert und natürlich die Acourate-Raumkorrektur für ABACUS Aroio-Streamer.
Diesmal ging es um die Entwicklung eines vollaktiven Hornsystems auf Acourate-Signalverarbeitungsbasis, nicht ganz ohne aktuellen Bezug, denn es galt, ein solches Projekt für eine konkrete Kundenanfrage auf seine Machbarkeit zu überprüfen. Nachdem die Machbarkeit erwiesen war, wurde schnell klar: Davon wird es weitere Systeme geben...

Die Grundidee für das System besteht in einer modifizierten Variante der Dolibox Aktiv-Elektronik, bei der die drei Endstufenkanäle von außen über drei separate Signale symmetrisch angesteuert werden können. Für den Bassanteil wurde als besonders kompakte Lösung der Unterbau der ABACUS Trifon 5X mit seinen leichten 22er Tieftönern adaptiert, inklusive einer passenden analogen Tieftonentzerrung.

Als Horntreiber im Mittel-Hochton-Bereich kommt ein 2"-Koaxial-Kompressionstreiber aus dem professionellen Bereich mit 118dB Wirkungsgrad (1W/1m) zum Einsatz, der in dieser Anwendung in einem extrem niedrigen und damit verzerrungsarmen Arbeitsbereich betrieben wird. Für die nötige Rauschfreiheit eines so wirkungsgradstarken Systems wurden die Endstufen für Mittel und Hochton speziell in ihrem Leistungsbereich angepasst. Der 2"-Treiber befeuert ein 53cm Kugelwellenhorn, was bei entsprechender Filtercharakteristik einen Betrieb ab 350Hz zulässt.

Die Ansteuerung erfolgt im konkreten Fall über einen PC, der die entsprechende Faltung (also die Anwendung der digitalen Filter) übernimmt und dann über eine Mehrkanal-Soundkarte in Studioqualität ausgibt. Es werden zunächst alle Treiber einzeln akustisch gemessen und Filter für die optimale Signalverarbeitung und Frequenzweiche erstellt sowie eine zeiltiche Korrektur für den geometischen Versatz. Anschließend wird das komplette System inklusive der Eigenschaften des Hörraums gemessen und eine entsprechende Raumkorrekturkomponente in die Filter eingebracht. Für den persönlichen Hörgeschmack kann eine Zielkurve für den Frequenzgang dabei berücksichtigt werden.
Für einen Betrieb ohne PC-basierte Signalverarbeitung wird es auch eine Version mit interner Frequenzweiche geben.

Das Hornsystem von ABACUS und AudioVero wird auf dem gemeinsamen Auftritt bei den Westdeutschen HiFi-Tagen 2017 zu hören sein und natürlich auf der ABACon 2017.
Der Vertrieb für das Acourate-basiertes Komplettsystem erfolgt über AudioVero. Die Farben für das Gehäuse und das Horn sind weitgehend frei wählbar. Der Paarpreis für das komplette Stereoset (ohne PC und Soundkarte) wird je nach Ausführung um ca. € 7900,- liegen.
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Beitragvon Matty » 09.06.2017, 15:27

Abacus hat geschrieben:[...] Für die nötige Rauschfreiheit eines so wirkungsgradstarken Systems wurden die Endstufen für Mittel und Hochton speziell in ihrem Leistungsbereich angepasst. [...]

Na, damit ist doch Einiges aus dem Anfang der Diskussion geklärt.


Da ich "nur" die Standard-Verstärker zur Verfügung hatte, war das Rauschen bei meinen Hörnern ein Thema.

Eine spezielle Anpassung scheint dies offensichtlich zu lösen.

Für mich auf jeden Fall nachvollziehbar, dass eine solche Anpassung notwendig und sinnvoll ist.
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Beitragvon Octagon » 09.06.2017, 15:37

Hallo Matthias,

Matty hat geschrieben:Mal wieder zurück zum Ursprungsthema 8)

Danke, gute Idee.

Ich habe das ganz bewußt vermieden. Es wäre nicht fair weil das AudioVero/Abacus Hornsystem noch nicht perfekt aufgestellt war, in einem nicht unproblematischen Wohnzimmer steht und auch die Einmessungen noch nicht vollständig abgeschlossen waren. Im Vergleich dazu ist Uli's privates Hornsytem in einem akustisch optimierten Hörraum, bestens eingemessen und auch vom technischen Aufwand her noch einmal eine andere Hausnummer.

Wenn du meinen Bericht hier http://www.aktives-hoeren.de/viewtopic.php?f=6&t=972&start=70 über den Besuch bei Uli anschaust wirst du sicher Unterschiede herauslesen können. Vielleicht soviel: Natürlich gibt es erkennbare Unterschiede. Aber das hier beschriebene Hornsystem bietet das grundsätzliche "Hornerlebnis" wie Dreidimensionalität im Raum, Detailgenauigkeit und anspringende Dynamik. Digitaltechnik macht es möglich und erschwinglich, da haben unsere Protagonisten schon etwas anhörenswertes geschafft.

Ich empfehle bei nächster Gelegenheit bei den Westdeutschen HiFi Tagen ein Ohr zu riskieren ;)

Viele Grüße
Thomas
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Beitragvon Matty » 10.06.2017, 09:44

Octagon hat geschrieben:Ich empfehle bei nächster Gelegenheit bei den Westdeutschen HiFi Tagen ein Ohr zu riskieren ;)

Das ist ja noch Monate hin. Solange kann ich nicht warten :mrgreen:

Aber Du hast recht - es ist schon plausibel, was Du sagst. Ich bin auch eher vorsichtig mit Vergleichen, wenn die Rahmenbedingungen dafür nicht gegeben sind.
Deinen Bericht habe ich gelesen. Der hat mich ja - zusammen mit diesem Thread - gerade neugierig darauf gemacht, was man von zwei Hornystemen in unterschiedlicher Ausprägung erwarten kann.

Ich bin sehr gespannt, wie das Abacus/Audiovero-Hornsystem performt, wenn es fertig ist. Es ist meinem System ja recht ähnlich.

Sehr interessiert wäre ich aber auch, mal Ulis Mehrwegehörner zu hören. Das Feedback dazu fällt ja äußerst positiv aus.

Viele Grüße
Matthias
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Beitragvon Hans-Martin » 12.06.2017, 20:05

phase_accurate hat geschrieben:Wenn ein Orchester nun so spielen würde (oder ab Konserve wiedergeben), dass man einen Duchschnittspegel von z.B. 95 dB hat, wären die Fortissimo Stellen definitiv unerträglich (über mehrere Sekunden 120 dB).

Es ist übrigens interessant, dass ein Orchester live bei hoher Lautstärke eigentlich nie nervig tönt, bei Wiedergabe ab LS hingegen schon, selbst wenn die Anlage innerhalb ihrer Grenzen läuft und Pegelreserven nicht ausgereizt werden.

Hallo Charles,

es gibt aufgrund der Größe eines Konzertsaals dort keine so ausgeprägten Kammfiltereffekte wie in kleinen Räumen (wie zuhause). Wer einen Fliesen- oder Parkettboden ohne Teppich im Hörraum hat, kennt das nervige Beiwerk, welches mit Kammfiltern einhergeht.

Ich habe am Sitzplatz vor dem Orchester durchschnittlich eher 75 als 95dB gemessen.

Grüße Hans-Martin
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