Relevanz von Lautsprechern in digital korrigierten Systemen

Diskussion über aktive Schallwandler

Beitragvon FoLLgoTT » 06.08.2017, 09:43

Hallo Alex,
Jahresprogramm hat geschrieben:Und gerade deshalb werden nach einer "normalen Raumkorrekturmessung" nie zwei unterschiedlich abstrahlende Lautsprecher im gleichen Raum mit der gleichen Target gleiche Tonalität haben.


Genau, weil eben die Reflexionen, die mit steileren Winkeln auf das Ohr treffen immer noch anders gewichtet werden. Diese Reflexionen klingen aber dank HRTF heller als der Direktschall. Ein Breitstrahler wird also trotz identischem Amplitudengang auf Achse im Raum immer heller klingen als ein Engstrahler.

Gruß
Nils
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Beitragvon Hans-Martin » 06.08.2017, 12:32

Hallo,
meine erste Begegung mit Raumkorrektur war eine Demonstration eines Regallautsprechers links mit einem aus einem Auto genommenen Soundboard rechts, die natürlich gar nicht zusammenspielen konnten. Beide waren in einem relativ großen Gastraum einer Gaststätte improvisiert auf Stühlen platziert (fernab der Raumwände). Nach der Anwendung eines Raumkorrektursystems mit gemeinsamer Zielkurve für beide gelang es sowohl bei Gitarre und Gesang, aber auch bei Farbermans Percussion&Orchestra, eine räumliche Abbildung und ordentliche Fokussierung zustandezubringen.
Das zeigte vor 18 Jahren für mich, dass der kanalgleiche Frequenzgang ein unverzichtbares Element mit gewisser Priorität bei stereophoner Wiedergabe ist. Natürlich dürfen die anderen Kriterien auch erfüllt werden, man wird mit den Jahren ja auch anspruchsvoller.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Diskus_GL » 06.08.2017, 12:55

Hallo,

die "Herstellung" einer Paargleichheit beider Stereokanäle ist auch nach meiner Erfahrung eines der wesentlichen Vorteile von DRC-Systemen.
Ansonsten "korrigieren" dieses Systeme noch zu grob, als daß man mit beliebigen LS immer gleiche Ergebnisse erzielen könnte... und wie Nils ja auch schon geschrieben hat: " ist das Abstrahlverhalten (nach einer Entzerrung) maßgeblich für den Klang verantwortlich."
Und das Abstrahlverhalten kann ein DRC-System eben - wenn überhaupt - nur recht grob beeinflussen. Selbst Systeme, die mit mehreren Messungen an verschiedenen Stellen im Raum Direktschall und Reflexionen erfassen und entsprechend "verwerten", können bez. der Reflexionen nur in engen Grenzen korrigieren.
Das was für die Hörempfindungen wichtig ist - und wo wir bei verschiedenen Boxen (und Anlagenkomponenten) immer noch Unterschiede vernehmen - spielt sich in Bereichen ab (tonal, zeitlich so wie bezüglich der betrachteten Zeiträume und bez. des reflektierten Schalls) die bisherige DRC-Systeme erst ansatzweise erfassen.

Interessant wird es wenn man Boxen hat, bei denen man das Abstrahlverjhalten beeinflussen kann (z. B. BeoLab90). Mit solchen Boxen ist es denkbar, mit einen entsprechendem DRC den Klang anderer Boxen zu simulieren... in dem man auch deren Abstrahlverhalten (in einem gegebenen Raum) nachbildet und das DRC da auch korrigierend/simmulierend eingreift...

Aber bis dahin...

Grüße Joachim
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