Der zweit-fortgeschrittenste Lautsprecher: Beolab 50

Diskussion über aktive Schallwandler

Der zweit-fortgeschrittenste Lautsprecher: Beolab 50

Beitragvon NNEU » 06.08.2017, 14:19

Bang & Olufsen hat kürzlich mit dem Beolab 90 den wohl fortgeschrittensten Lautsprecher der Welt auf den Markt gebracht.

Mit 35k Euro pro Stück ist dieser jedoch für die Mehrheit unerschwinglich.

In diesem Monat wird B&O ein kleineres Modell eines "Controlled Directivity" Lautsprechers vorstellen; Beolab 50.

Im folgenden ein paar geleakte fotos:

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Es gab ebenfalls ein YouTube video in welchem Geoff Martin den Lautsprecher vorstellt.
Dieses wurde mittlerweile gelöscht.


Viele Grüsse,
Noel
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Beitragvon beltane » 12.08.2017, 08:58

Hallo zusammen,

dem nachfolgenden Link können ein paar weitergehende Informationen zur Beolab 50 entnommen werden:

http://de.engadget.com/2017/08/10/beola ... ide=684078

Der Preis je Stück liegt bei 13.295,00 €.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon spendormania » 01.09.2017, 22:51

Hallo zusammen,

ich habe die Beolab 50 heute in Düsseldorf gehört und bin begeistert von dem Lautsprecher.

Die beiden Modi "Wide" und "Narrow" machen genau, was sie sollen: in Narrow entsteht eine messerscharfe Ortung, die vorher nicht da sein konnte.

Der Lautsprecher verbindet die Transparenz hervorragender Studiomonitore mit einer nur schwer zu beschreibenden klanglichen Aura, die einen vor der Box fesselt. Wir haben auch miese Aufnahmen gehört: Es wurde klar rausgearbeitet, wie da gepfuscht wurde, aber nichts hat genervt. Wenn Pegel gefragt ist, liefert die Box ohne Wenn und Aber — verzerrungsfrei und bei absolut stabil bleibender Ortung.

Der Bass war trotz direkter Aufstellung vor der Wand kein bisschen aufgedickt; war er auf der Aufnahme, wurde er mit Wucht serviert, wenn nicht, dann nicht. Meiner Ansicht nach wurde hier eine cardioide Abstrahlung wie bei der Kii Three realisiert, nur eben mit viel mehr Membranfläche. Über das gesamte Lautstärkeband konnte man auch nachvollziehen, wann die ideale Abhörlautstärke fürs Gehör erreicht war, Stichwort Loudness.

Insgesamt eine überragende Vorstellung, vor allem deshalb, weil der Lautsprecher laut Verkäufer noch nicht eingemessen war.

Meiner Ansicht nach werden an dieser Box viele Konkurrenten stark zu knabbern haben. Ich wüsste momentan nicht, wie es wohlgemerkt wohnraumtauglich besser gehen könnte. Großes Kino!
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Beitragvon Hybrid-OLI » 03.09.2017, 17:10

Servus

Ich habe die großen Beolab 90 auf der HIGH END 2016 gehört und muß sagen, daß mich selten ein Lautsprecher dermassen begeistert hat! :D

Ich hatte ebenfalls den Eindruck, einen großen Mainmonitor der Spitzenklasse zu hören, dessen Raumdarstellung schon fast als holografisch bezeichnet werden kann. Eine Räumlichkeit, bei der Sänger in unterschiedlicher Höhe (sic) sich vor einem quasi aufbauen. In Verbindung mit höchster Auflösung und grandioser Tieftonwiedergabe, sowohl was Pegel, als auch Kontur betrifft, bot sich da eine absolute Weltklasseperformance, die die meisten HighEnd-Produkte so ziemlich abstinken ließ.

Der Aufwand, der dafür bei diesem Ausnahme-Speaker notwendig ist, ist wahrlich immens. Das Ergebnis aber auch überragend. Hier zeigt sich meiner Meinung nach die Zukunft der LS-Technologie ganz deutlich!

Freilich vermag ich nicht zu sagen, in wie weit die gehört Räumlichkeit bei einem richtig eingerichteten Wohnzimmer OHNE glatte Reflexionsflächen dann noch gegeben ist.

Wenn die Beolab 50 die genannten Tugenden, wenn auch in kleinerem Maßstab, ebenso besitzt, kann ich die Begeisterung voll und ganz nachvollziehen.
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Beitragvon Hans-Martin » 03.09.2017, 19:47

Hybrid-OLI hat geschrieben:Eine Räumlichkeit, bei der Sänger in unterschiedlicher Höhe (sic) sich vor einem quasi aufbauen.

Hallo Oli,

waren die hell klingenden Frauen länger (höher) als die kleineren dicken Männer mit ihren tieferen Stimmen und standen entsprechend dahinter? Da suchte ich bisher vergeblich nach einem nachvollziehbaren Eindruck, wo Klang /Ortung und übliche sichtbare Choraufstellung zusammenpassen.

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hybrid-OLI » 03.09.2017, 21:25

Servus Hans-Martin

Mit Chormusik habe ich die 90er leider nicht gehört. Aber es gab ein Duett, männlich-weiblich. Dabei war die Sängerin auf 09:00 und der Sänger auf 13:00. So habe ich das noch nie gehört. Wirklich toll. Aufgrund des Gehörten aber könnte ich mir vorstellen, daß dieses Beolab-System eine realistische Chorabbildung hinbekommt.

Summa summarum habe ich noch nie eine kontrolliertere, aber nicht totgeregelte Darstellung gehört. Hier zahlen sich die DSP-gesteuerten Einzelverstärker wie nie zuvor gehört aus.

Ich könnte mir die Beolabs auch wunderbar im Studio vorstellen !
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Beitragvon Hans-Martin » 03.09.2017, 23:37

Oli, stimmt, von Chor hattest du nicht geschrieben, das hatte ich hineininterpretiert.

Stereo enthält zusätzliche Informationen in der Breite, was man in der Tiefe auswerten kann, ist schon im Monosignal enthalten. Nur die Höhe ist und bleibt strittig, sie scheint bei LS-Wiedergabe mehr ein psychoakustisches Phänomen zu sein, Mikrofone können diese Dimension jedenfalls nicht differenziert aufzeichnen. Die 3 Mitteltöner je Schallwand haben sowohl horizontal wie vertikal ein Bündelungsverhalten neben den Vorteilen reduzierten Klirrs durch weniger erforderlichen Hub für gleiche Lautstärke.

3-dimensionale Stereowiedergabe ist eine komplexe Mischung aus Überlistung des Gehörs (Summenlokalisation von 2 Schallquellen zur Erzeugung einer Phantomschallquelle) und Täuschung (Elevation durch Hochtonanteile) und reale Komponenten (Mikrofon erfasst Direktschall, Anfangszeitlücke, Nachhall des Aufnahmeraums).

Dem überlagert sich der heimische Hörraum mit seinen Reflexionen. Mir geht es um die Grenzlinie zwischen realistischer Abbildungsgenauigkeit und menschlicher Einbildung gemäß Erwartung und übertragener Erfahrung.

Auch wenn hier ein anderer Eindruck entstanden sein könnte, möchte ich darauf hinweisen, dass ich B&O kritisch, aber keineswegs respektlos gegenüberstehe, Thread.

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hybrid-OLI » 04.09.2017, 02:50

In Sachen "echtes HiFi" war ich B&O gegenüber auch stets kritisch, war die Firma für mich doch eher
designorientiertes Mittelmaß. Immerhin hatte B&O damals ja das erfunden, was dann als Dolby HX Pro
bekannt werden sollte. Auch kann ich mich erinnern, daß die Dänen in den 80ern ein Tape Deck mit sehr
ausgefuchster Einmeßelektronik herausgebracht hatten.

Was ich mit dem Beolab 90 aber gehört habe, hat mich wahrlich umgehauen. Ein dermassen großartiges
Klangbild, wie "aus einem Guß". Nie hätte ich das von B&O erwartet!

Beolab 90 gehört für mich zu den absoluten Topsystemen im Lautsprecherbau ÜBERHAUPT. Und ich habe schon LS-Amp Kombinationen bis zu 100.000 € gehört.
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Beitragvon grobian.gans » 10.09.2017, 10:30

Hier gibt's das Handbuch zur Einsicht:

https://www.bang-olufsen.com/~/mediaV3/Home/Collection/Collection-speakers/BeoLab-50/bang-olufsen-beolab50-whitepaper.pdf

Ich hatte gestern kurz die Möglichkeit in paar Takte Musik auf der Beolab 50 zu hören. Leider standen die LS erst seit ein paar Tagen im Showroom und waren noch nicht eingemessen. Aber die LS haben großes Pontential. Das lies sich sofort heraushören. Sie haben auch einen sehr hörraumfreundlichen Footprint und viele Komfort-Features, die ich bei meinen LS vermisse.

Ich werde mir die Geräte demnächst mal vorführen lassen. Ich bin sehr gespannt...

Grüße

Hartmut
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Beitragvon Funky » 25.10.2017, 20:02

Guten Abend zusammen,

ich hatte heute die Gelegenheit eine Beolab 90 in München zu hören. Quelle war einmal ein Oppo, als zweites ein B&O Fernseher der als Streamer agiert und vom NAS seine hochauflösenden Files bekommt. Darüber konnte ich dann die Files abhören. Die Box im B&O Demoraum war eingemessen. Der Raum hat relativ viele Glasflächen und ist auch sonst karg möbliert.

Insofern nicht die besten Voraussetzungen. Man merkt die DSP-Anpassung. Praktisch keine Raumresonanzen, das liegt sicher auch an der omnidirektionalen Abstrahlung. Insofern klang es sehr sauber und auf den räumlichen Punkt. D.h. die Ortung der Instrumente ist schon gelungen.

Aber das war es dann auch. Es klang gerade bei Klassik (Debussy - Streichquartett) leblos und wenig inspirierend. Trotz der Glasflächen war es nicht spitz klingend sondern eher etwas bedeckt. Es blieb einfach langweilig. Auch Claire Martin - Black Coffee kam ohne Swing auch war Claire Stimme kaum moduliert. Es war also ziemlich enttäuschend für den Aufwand der getrieben wurde.

Sorry, ihr hab die Beolab 90 wohl in einer besser geeigneten Umgebung gehört. Der Münchner Showroom ist hier nicht überzeugend.

Meine 2 Cents

Funky

Hoffe die D
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Beitragvon muenchenlaim » 26.10.2017, 07:14

Hallo Funky,

wo war/ist das denn in München: Maxburg?

Christoph
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Beitragvon Funky » 26.10.2017, 17:30

Guten Abend Christoph,

gegenüber dem Lenbachplatz - dort hat B&O einen ziemlich grossen Laden. Der jüngere Herr war sehrl bemüht mir die Vorzuge schmackhaft zu machen. Er hatte auf seinem I-phone einen Pegelmesser laufen und pegelte so bei 80 -85 Db ein, da ja seiner Meinung nach dann unser Gehör alle Frequenzen gleichmässig laut wahrnimmt.

Nun, ich liess ihn in diesem Glauben, erlaubte mir dann doch mal etwas leiser zu hören. Aber weder laut noch leise ändert etwas am Gesamtklangbild. Räumlich sehr stabil, kein Gewummer , sondern schlanker Klang - aber eben leider auch recht leblos - egal bei welcher Musik.

Was cool ist - die Auswahl der Frames und Stoffe - selbst Carbon kann geliefert werden, wer also wirklich auf Design abfährt - der ist hier gut aufgehoben. Der Herr bringt auch einem sehr schonend bei, dass es bei einem High End Lautsprecher dieser Güte nicht ganz preisgünstig zu geht. (70.000)

Man kann seine eigene Musik mitbringen, die dann über den Fernseher auf das NAS gelegt wird. CDs laufen dem gegenüber auf einem Oppo (der ist wirklich etwas ausdruckstärker - sprich CDs können in diesem Setup etwas mehr Lebendigkeit verbuchen als über das NAS abgespielte hochauflösende Files. Aber es sind keine Welten.

Soweit mal noch ein paar Anmerkungen

funky
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Beitragvon beltane » 26.10.2017, 17:57

Hallo Rainer,

auf der High End 2016 empfand ich den Klang der Beolab 90 ähnlich wie Du es jetzt nach Deiner aktuellen Hörerfahrung beschreibst. Es klang steril, hat mich nicht überzeugt und zu dem Preis schon gar nicht....

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon spendormania » 27.10.2017, 09:55

Also ich habe die Beolab 50 und nicht die Beolab 90 gehört. Und da konnte weder von "schlank" oder "steril" auch nur ansatzweise die Rede sein, ganz im Gegenteil.

Gerade der Bassbereich war überragend - auch bei großorchestoraler Klassik. Aber vielleicht hat man die deutlich komplexere Technik der größeren Beolab 90 ja einfach nicht im Griff. Würde mich zumindest nicht wundern - bei einem Produkt dieser Preisklasse würde ich die Auf- und Einstellung grundsätzlich zur Chefsache machen.
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Beitragvon Funky » 27.10.2017, 14:09

Hallo Spendormania,

wäre nicht das erste Mal, das ein kleinerer Lautsprecher eines Herstellers den Größeren die Schau stiehlt.

Mir wurde gesagt, dass die BM90 schon von der eigenen B&O Technik genau eingemessen wurden. So wie das wohl auch bei einem Kauf zu Hause stattfinden würde.

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass B&O es sich leisten kann seine Top Systeme - gerade auch in München - nicht optimal einzustellen.

Es bleibt halt bei der BM90 eine wenig bis gar nicht inspirierende Vorstellung. Da mag die Räumlichkeit und die Tonalität auch sehr gut sein. Wenn der Spielwitz auf der Strecke bleibt brauche ich es zumindest nicht.

Nun, vielleicht läuft mir ja eine BM50 mal über den Weg, schau ma mal.

Funky
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