Basshorn- Projekt

Diskussion über aktive Schallwandler

Basshorn- Projekt

Beitragvon airmotionisearlotion » 12.10.2017, 12:48

Hallo Zusammen,
melde mich mal zurück nach ca. 2,5 Jahren. Sorry und Asche auf mein Haupt. Aber was soll ich groß erklären, hauptsache der "aktives-Hören"-Virus hat mich noch im Griff.
Tatsächlich habe ich nun auch ein Projekt angefangen, dass mir schon seit langem im Kopf herumschwebt.
Ich hatte im Forumsbereich "wie ich zum aktiven hören kam" eingangs ja geschrieben, dass ich mal 2 JBL 4520 besaß. Ja die berühmten Scoops von den Bühnen der 70'er. Das war zusammen mit den 2 Zoll Treibern von JBL (2441), den großen "Lamellen" davor und den Schlitzstrahlern (4350) schon richtig eindrucksvoll (alles aktiv).
Was mich damals aber wirklich fasziniert hat war die Tatsache, das diese Hörner Bass erzeugten, wie ich ihn damals bisher nicht kannte. Einige von euch wissen sicher was ich meine wenn ich sage 115dB(a) (ca. 50Hz) bei <1 mm Membranhub.
Der einzige Nachteil der Scoops, unter 40 Hz geht nichts mehr.
Ich erzähle auch nichts Neues, wenn ich die Schwierigkeit bemerke, wohnraumverträgliche Basshörner zu bauen, die eben - sagen wir mal - 32 Hz schaffen.
Na, kurz und gut, ich hab mir dazu was überlegt und jetzt auch angefangen (Gottseidank brauche ich nicht so auf Wohnraumtauglichkeit zu achten). Die zwei ersten Bilder sollen mal für sich sprechen. evtl könnt ihr ja raten, wie es weitergeht ;-).

Die anderen Bilder sollen zeigen wo ich höre und bastele und euch bestimmt auch mal einlade zu hören und sehen, wenn ihr nach München Süd kommen wollt/könnt.

https://www.dropbox.com/sh/tdz2sha8bz64 ... w-0qa?dl=0

https://www.dropbox.com/sh/a3j0ssu25lxk ... rLjBa?dl=0

... hoffe das klappt mit den Bildern!
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Beitragvon Hornguru » 12.10.2017, 15:34

Ja bei dem Keller hätte ich jetzt auch keine Skrupel :D

Schönes 6 Meter horn, einmal gefaltet, Mund in der Ecke expandierend.
Hals schön 3000cm2 mit zwei 21” im 50 Liter Kompressionskammer.

Pro Seite natürlich. Das gibt Erdbeben.
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Beitragvon airmotionisearlotion » 12.10.2017, 19:36

Hi Hornguru,
bei dem Namen hast du sicher einige Erfahrung. Ja vielleicht steigere ich mich noch aber zZ komme ich erst mal auf 420cm Hornlänge. HM wird aber wohl immerhin knapp 1,5qm.
Ähm,.. 21'' als Horntreiber ? Müsste glaube ich noch erfunden werden, oder bin ich nur schlecht informiert .
Der SM 115K könnte klappen ; immerhin QTs 0,25 aber was wichtiger ist, er hat dabei wohl 27Hz fs.
Schaun wir mal ... Ich hab aber auch noch 4 (da liegst du richtig) richtige Horntreiber (RCF L 15/554 K) .
Bin selbst sehr gespannt...
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Beitragvon Hornguru » 12.10.2017, 22:02

VAS ist wichtig. Da sieht der Beyma etwas besser aus. Aber 4 gegen einen ist natürlich klar wer gewinnt :)
Pro seite 4?

Wenn die Vorkammer größer wird sinkt auch die Fs. Hornänge und Mundgröße sind auch wichtig. Zusammen mit großem VAS sinkt die Relevanz der Treiber fs stark.

Bei 4,2 Meter wirst du ab 20 Hz Membran belasten, heißt Pegel und wenig K3. Schätze 95 und mehr SPL sind drin. Ab 40Hz dann ca 105. Sollte bis 100Hz spielen. Aber 1.5 qm sind knapp. Das kann wellig unten rum werden.
Besser 2qm. Minimum.

Mit 4x15”, großer vor und ruckkammer, 2qm Mund wird das.
Dann kannst auch die Treiber verpolt und verkehrtrum montiert abwechselnd gemischt in die Druckkammer setzen. Das senkt K2 und 4 nochmal (pi mal Daumen >10dB)

Wenn du willst kann ich dir mal die Kammern ausrechnen
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Beitragvon airmotionisearlotion » 16.10.2017, 22:49

Vielen Dank für die vielen Tips.
Ja schon a bisserl blöd Hörner bauen zu wollen, ohne AJ-Horn zu besitzen. Ich denke, dass würde mir auch
das ein oder andere Auge öffnen.
Nun, ich hab mir das Thema Basshorn nun mal so vorgenommen, wie bisher oft: Idee, gewisse Erfahrungen, Annahmen... Machen.
Sollte das Ergebnis jetzt gar nicht den Erwartungen entsprechen, lass ich mich läutern (lach).
Es werden 2 Treiber pro Seite (ich bau aber immer erst mal 1 Seite). Vorkammer kommt erst mal nicht in Frage. Ich will, dass der Treiber die Hornlast so direkt wie möglich antreibt. Nur so denke ich kommt die so erstaunliche Wirkungsgrad Erhöhung zu stande.
Mein Horn hat vermtl. zwei Schwachpunkte: 1. Die Hornkontur (Öffnungsmaß) wird nur schwach exponentiell sein, eher konisch/linear. 2. Der Hornmund ist (wie du schon richtig erkannt hast) wahrscheinlich nicht groß genug. Der Vorteil ist evtl. , dass ich nur 2 Umlenkungen ( 90 und 180°) habe (ist aber wahrscheinlich gar nicht so entscheidend - wie ich öfters lese).
Na ja ich bau das jetzt mal und dann sehen wir weiter...
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Beitragvon heifisch » 17.10.2017, 07:14

AJ Horn ist sicher sehr gut. Es gibt noch Hornresponse, das ist Freeware und vielleicht sogar der Standard. Da kann man Hörner sehr schön simulieren. Es können auch tapped horns (Bass) und wohl auch synergy horns simuliert werden. Alles andere natürlich auch.
Wenn das Horn nur sehr tief betrieben werden soll, ist ein tapped Horn schon eine Wucht. Man findet da viel auf der Seite Volvotreter.de.

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Beitragvon Hans-Martin » 17.10.2017, 10:07

airmotionisearlotion hat geschrieben: Vorkammer kommt erst mal nicht in Frage. Ich will, dass der Treiber die Hornlast so direkt wie möglich antreibt. Nur so denke ich kommt die so erstaunliche Wirkungsgrad Erhöhung zu stande.
Mein Horn hat vermtl. zwei Schwachpunkte: 1. Die Hornkontur (Öffnungsmaß) wird nur schwach exponentiell sein, eher konisch/linear. 2. Der Hornmund ist (wie du schon richtig erkannt hast) wahrscheinlich nicht groß genug. Der Vorteil ist evtl. , dass ich nur 2 Umlenkungen ( 90 und 180°) habe (ist aber wahrscheinlich gar nicht so entscheidend - wie ich öfters lese).

Hallo Thomas,
ein Horn am Anfang konisch zu gestalten, hat sich bewährt, dann auf exponentiell umstellen. Da der Hornmund die untere Grenzfrequenz bestimmt, bleibt zur Verlängerung des Horns die Raumecke mit großem Einfluss auf das Ergebnis.
Beim Bau meines backloaded Horns hat sich der Tiefpass durch ein Volumen zwischen Treiber und Horn immer sehr positiv gemacht, das Horn klang satter und weniger rau.
Hörner, die mehr als 3 Oktaven übertragen, sind eher die Ausnahme, deshalb würde ich beim Basshorn darüber hinausgehende Frequenzen eher wegfiltern, mit einem akustischen Tiefpass und natürlich auch der Frequenzweiche.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon phase_accurate » 17.10.2017, 13:38

Beim Bau meines backloaded Horns hat sich der Tiefpass durch ein Volumen zwischen Treiber und Horn immer sehr positiv gemacht, das Horn klang satter und weniger rau.


Es gibt sogar Konstruktionen, wo das Volumen vor dem Treiber noch einmal grösser gemacht wird und nicht nur als Tiefpass wirkt. Das sind dann Bandpass Hörner. Deren Bandbreite ist zwar relativ schmal aber sie haben dafür Vorteile bezüglich dem Verhältnis aus Grösse und unterer Grenzfrequenz. Die älteren Turbosound Basssektionen waren so konstruiert. Die sollte man mit Hornresponse auch simulieren können.

https://www.freespeakerplans.com/plans/ ... 27-es18bph

Eine weitere Möglichkeit wäre das bereits erwähnte Tapped Horn (oder zwei oder vier davon), welches sich mit Hornresponse ebenfalls simulieren lässt.

Gruss

Charles
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Beitragvon Hans-Martin » 17.10.2017, 14:12

Hallo,
es hat lange gedauert, bis ich herausfand, dass ein tapped Horn nur 1 1/2 Oktaven abdeckt. Das sehe ich als große Einschränkung.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon heifisch » 17.10.2017, 14:40

Das stimmt so nicht. Ein tapped Horn schafft 2 Oktaven. Ja, es sollte dann aber tief anfangen. Z.B. 20Hz bis 80Hz. So wohnraumfreundlich ist das mit keinem anderen Horn möglich. Man kann sich fragen,ob es wirklich ein Horn ist. Der Bass kommt allerdings leicht, federnd und druckvoll. Da ist dann der Name schon passend.

Heiner
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Beitragvon phase_accurate » 17.10.2017, 14:56

Hallo Hans-Martin

Ist halt einfach so ! Je kleiner die Bandbreite, desto höher ist der erzielbare Wirkungsgrad bei Systemen, welche mit einer komplexen Impedanztransformation arbeiten (das gilt sowohl für akustische Impedanztransformation wie auch elektrische wie z.B. Antennenanpassungen). Je grösser ein LS desto höhere Wirkungsgrade sind möglich. Das Tapped Horn ist nun einer der praktisch möglichen Kompromisse aus diesen zwei Einschränkungen D.h. Die Bandbreite ist klein, die Grösse handhabbar und der Wirkungsgrad ziemlich gut.

Hier ist noch das Original Patent zum Bandpass Horn von Turbosound: Lustig ist noch, dass man die mathematisch/physikalischen Zusammenhänge im Detail wahrscheinlich noch nicht gekannt hat, als das zum Patent angemeldet wurde:

https://worldwide.espacenet.com/publica ... ale=en_EP#

Gruss

Charles
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