Nadelöhr MEG 903?

Diskussion über aktive Schallwandler

Nadelöhr MEG 903?

Beitragvon alsterfan » 19.01.2018, 23:32

Als ich die Silbersand Delphi das erste Mal dank Ralph Gottlob in meinem heimischen Umfeld hörte, war ich begeistert von der von mir so bisher nicht wahrgenommenen Detailvielfalt und der als außerordentlich empfundenen Abbildungsgenauigkeit dieser Lautsprecher.
Vermisst habe ich lediglich eine den Mitten und Höhen entsprechende Tieftonwiedergabe.
Meine La Rosita Pi war anscheinend trotz limitierter Auflösung (redbook Format, 44,1 kHz) in der Lage, diese Detailfülle zu produzieren - eine Erfahrung, die ich in diesem Maß mit meinen MEG 903 bislang nicht gemacht habe.
Da ich kurz davor stand, mich (anstatt der La Rosita Pi) für einen Denafrips Terminator DAC zu entscheiden, irritiert mich diese neue Qualität der Rosita: Wenn die Delphi diese von der Rosita ausgegebene Detailmenge reproduzieren kann, warum konnte die MEG 903 dieses bisher nicht? Ist sie das eigentliche Nadelöhr auf dem Weg zum besseren Klang ?
Oder gibt es für die von mir wahrgenommenen Eindrücke eine andere Erklärung? Zum Beispiel die, dass die MEG 903 bei mir das volle Frequenzspektrum wiedergeben, während die Delphi von der "Tieftonlast" befreit sind und dadurch evtl. die Mitten und Höhen besonders brillieren können? Benötige ich evtl. andere Lautsprecher und keinen neuen DAC?
Weil Eure Meinung mir weiterhelfen kann, freue ich mich auf Eure Antworten.

Viele Grüße,
Uwe
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Beitragvon Hans-Martin » 20.01.2018, 00:18

Hallo Uwe,
es erscheint paradox, wenn man einen Hochtöner mit erweitertem Spektrum einsetzt und feststellt, dass der technisch unveränderte Bass nun mehr Volumen zu haben scheint.
Dasselbe gilt, wenn man einen Superhochtöner mit Hochpass jenseits 20 oder 25kHz ankoppelt, angemessener Wirkungsgrad vorausgesetzt.
Da ich zu dieser Beobachtung keine Erklärung habe, stelle ich sie hier einfach in den Raum.

MEG-Kiesler erklärte oft genug, dass er seine LS so abstimmt, dass damit ein ganzer Arbeitstag im Studio überstanden werden kann, ohne, dass die Ohren brennen. Damit ist mMn angedeutet, dass ein expandierter Hochtonbereich nicht Entwicklerziel war.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Fujak » 20.01.2018, 10:19

Hallo Uwe,

ich kann dazu keine fachliche Erklärung liefern sondern lediglich eine Bestätigung Deiner Klangerfahrung. Auch wenn ich mit meinen nachfolgenden (selbstverständlich subjektiven) Klangeinschätzungen einen Sturm der Entrüstung bei manchem Geithain-Besitzer heraufbeschwöre, so fiel mir immer wieder an verschiedenen Geithains eine etwas (!) "gemütlichere Gangart" auf - jedenfalls verglichen mit anderen Lautsprechern wie AGM, KH/Neumann, B&M, KS-Digital, Adam Audio.

Sie führt einerseits zu einem angenehmen, entspannten Musikhören (was für mich die weiter oben von Hans-Martin zitierte Äußerung von W.Kiesler unterstreicht), anderseits aber fehlt mir Detailauflösung im Hochtonbereich, Schnelligkeit im Bass sowie Lokalisationsschärfe in der Raumabbildung. Als Klassik- und Jazz-Hörer fehlt mir da etwas entscheidendes, was mich immer etwas "draußen" aus dem Musikgeschehen stehen lässt. Um das kompensieren, braucht es in meinen Augen/Ohren entsprechende Quellen (La Rosita ist m.E. dafür ein geeigener Partner) oder Vorverstärker (vorzugsweise Röhre), die dem Klangbild mehr Lebendigkeit einhauchen.

Wie gesagt, das sind meine persönlichen Erfahrungen, die auf meinen Klangpräferenzen beruhen, und wegen denen ich mit Geithains nie richtig warm wurde, obwohl es ohne Zweifel sehr gute Monitore sind. Wenn Dir die Detailauflösung (und damit verbunden auch bessere räumliche Abbildung) so wichtig ist, bin ich der Meinung, dass Deine 903 das klangliches Nadelöhr darstellt.

Grüße
Fujak

P.S.: Zur Silbersand Delphi kann ich mangels eigener Hörerfahrung nichts beitragen.
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Beitragvon Pittiplatsch » 20.01.2018, 10:37

Hallo Uwe,

von Entruestung bin ich weit entfernt:

Geithains eine etwas (!) "gemütlichere Gangart" auf - jedenfalls verglichen mit anderen Lautsprechern wie AGM, KH/Neumann, B&M, KS-Digital, Adam Audio


nachdem ich KH und Geithain zu Hause habe muss ich sagen dass beide als eher neutrale Vertreter klanglich recht aehnlich sind. Das haben auch einige Vergleiche bestaetigt die ich hinsichtlich RL906 vs KH120 gelesen habe.

dass die MEG 903 bei mir das volle Frequenzspektrum wiedergeben, während die Delphi von der "Tieftonlast" befreit sind und dadurch evtl. die Mitten und Höhen besonders brillieren können?


die Erklaerung ist gar nicht so abwegig. Mit tieferem Bass muss man ploetzlich Probleme loesen die man sonst gar nicht hat :).

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon frmu » 20.01.2018, 11:40

Hallo Uwe,

lass dich mal nicht verunsichern!!!!!

Ich bin weit davon entfernt, mich für einen Experten in Sachen Klangeindrücke zu halten,
empfehle dir aber deinen eigenen Vorlieben in Sachen Klang immer den Vorzug zu geben,
gegenüber irgendwelchen Klangbeschreibungen anderer Hörer - deren Vorlieben sind eben
auch andere.
Eine Geithain ist sicherlich alles andere als "gemütlich" - in meinen Ohren und eine KH sicherlich
auch nicht leblos, kühl, steril - so habe ich damals die KH310 bei mir erlebt. Nach 4 Wochen
hat die überhaupt keinen Spaß mehr gemacht, weil die Musik an mir vorbei lief........

Du siehst, gegensätzlicher können Klangbeschreibungen kaum sein ...... im Zweifelsfall eben anhören,
wenn es geht länger als 1-2 Wochen und dann neu entscheiden.

Viel Spaß weiterhin mit den Geithains ....

Gruß
Frank
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Beitragvon Zwodoppelvier » 20.01.2018, 13:36

Hallo miteinander,

Ihr stellt hier vornehmlich auf die eventuell größere Bandbreite im Hochtonbereich ab. )*

Einmal davon abgesehen, daß uns Datenmaterial hierzu nicht zur Verfügung steht, möchte ich einen anderen Gesichtspunkt einbeziehen: Herr Müller hat seit jeher daran gearbeitet, den Eigenklang seiner LS-Konstruktionen auf das minimal mögliche zu senken. Aus diesem Grund auch die stetige Verbesserung der Regelung, höherwertiges Chassis-Basismaterial, Weichentechnik usw. usf.

Schließlich ist es doch auch so, daß ein geringeres Niveau von Artefakten erst die Wahrnehmung feinster, aber entscheidender Details ermöglicht.

edit: )* bezieht sich auf die beiden ersten Antworten von Hans-Martin und Fujak; zwischenzeitlich sind ja weitere eingegangen.

Viele Grüße
Eberhard

P.S.: mir ist von einem ehemaligen ah-Mitforisten bekannt, daß er von einer FM501-II auf die DelPhi umgestiegen ist. Werde mir diese hoffentlich demnächst vor Ort anhören dürfen und bin gespannt, ob sie die Emotion 5 noch zu toppen vermögen.
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Beitragvon easy » 20.01.2018, 14:06

Moin Uwe,

Ich sehe es .genau wie Frank.Nur du selbst kannst für dich entscheiden welche Wiedergabe deinem Klangideal näher entspricht.
Ich konnte die Delphi bislang 2 mal hören und vorallem beim Franz unter optimalen Bedingungen zeigt sie Details auf , zu der kaum ein anderer LS in der Lage ist, seine 501 mußte sich klar hinten anstellen.
Geithain und Silbersand sind für mich völlig unterschiedliche LS , die beide ihre Fangemeinde haben.

Schönes WE

Reiner
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Beitragvon Schorsch » 20.01.2018, 14:26

Hallo Uwe,

vor meinem Umzug klang meine Anlage wesentlich besser als jetzt in der neuen Wohnung. Geändert hat sich aber "nur" der Wohnraum. Daher gilt für mich die Binsenweisheit, einen Lautsprechervergleich möglichst im eigenen Hörraum vorzunehmen. Wenn Dir andere Lautsprecher zu Hause besser gefallen, dann würde ich wechseln, muss natürlich finanzierbar sein. Aber die Geithain verkaufen sich ja ganz gut. :cheers:

Viele Grüße
Georg
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Beitragvon Bernd Peter » 20.01.2018, 19:13

Hallo Uwe,

kannst du nicht bei der 903 den Mittenbereich an den rückwärtigen Reglern etwas anheben?

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon lessingapo » 20.01.2018, 19:37

Hallo Bernd Peter,
hab'ich Uwe heute auch schon geraten :cheers:
Viktor wird's schon richten :mrgreen:
Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon alsterfan » 21.01.2018, 19:26

Bernd Peter hat geschrieben:Hallo Uwe,kannst du nicht bei der 903 den Mittenbereich an den rückwärtigen Reglern etwas anheben?


Hallo Bernd-Peter,
ich habe Viktor schon angeschrieben.

Gruß,
Uwe
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Beitragvon lessingapo » 21.01.2018, 20:03

Lieber Uwe,
vielleicht sollten wir dann auch Deine 'Position im Raum'
optimieren :cheers:
Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon Zwodoppelvier » 21.01.2018, 20:42

Moin Moin,

nun bin ich als ferner Beobachter gespannt, ob eine Mittenanhebung die Detailfülle zu bessern vermag :?
Bitte berichten, Uwe, inwieweit ihr vorangekommen seid.

Beste Grüße
Eberhard
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Beitragvon alsterfan » 21.01.2018, 20:57

Zwodoppelvier hat geschrieben:Bitte berichten, Uwe, inwieweit ihr vorangekommen seid.


Das werde ich gern machen.
Viele Grüße,
Uwe
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Beitragvon Schorsch » 21.01.2018, 22:34

Hallo Uwe,

Eigentlich bieten die 5 Ortsanpassungsfilter der MEG keine direkte Möglichkeit zur Anhebung der Mitten. Man kann die Höhen und Tiefen absenken, das ist aber nicht im Sinne des Erfinders: Der High-Shelf P5 senkt hohe Frequenzen wirksam ab 7 kHz und der Low-Shelf P3 setzt unterhalb von 300 Hz ein.

Mit P1, P2 und P4 können explizit die Auswirkungen der Raummoden berücksichtigt werden. Eine damit bewirkte Absenkung der Tiefen und die gezielte Abschwächung der Anregung von Raummoden können den Bassbereich gut korrigieren und könnten damit auch die Wahrnehmung in Richtung einer höheren Detailauflösung verbessern. Experimentieren lohnt also in jedem Falle. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Viktor und Wolfgang werden sicher demnächst bei Dir messen. :cheers:

Viele Grüße

Georg
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