Wer kennt Aufnahmen mit Zink?

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Wer kennt Aufnahmen mit Zink?

Beitragvon lessingapo » 09.05.2011, 20:04

Liebe Mitforenten!

Anfang des Jahres trafen sich im Rolf-Liebermann-Studio des NDR in Hamburg Mitglieder des Ensembles
l Arpeggiata (siehe dort) mit einigen Bläsercracks der NDR-Jazz-Bigband und musizierten unter dem Motto:

Baroque meets Jazz miteinander - für mich eines der überragenden Konzerte der letzten Zeit. Nicht nur die tolle italienische Sängerin wusste mit überwiegend selbst geschriebenen Texten zu gefallen, sondern ich empfand persönlich als die positive Überraschung: Zink siehe Zink (Musik), ein in Vergessenheit geratenes Blechblasinstrument aus Holz, dem der Solist zauberhafte Töne entlockte, auch in gemeinsamer Improvisation mit den NDR-Spitzenbläsern. Nicht versäumen, im Juni in NDR-Kultur (siehe dort), bzw falls Frau Pluhar (nein nicht Erika) mit ihrer Truppe auftaucht, unbedingt hingehen, Ihr werdet es nicht bereuen!!

Frage: hat vielleicht einer von Euch Aufnahmen mit Zink?

Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon modmix » 09.05.2011, 20:30

Hallo Wolfgang,

Zink ist keinesfalls vergessen ...

Diese Aufnahmen von Michel Godard finde ich klasse:

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Bei Rabih Abou-Khalil hat Michel Godard auf ein paar Aufnahmen den Bass-Part übernommen - ob immer mit Tuba oder auch mit Serpent (also: Zink) weiß ich nicht auswendig...

enjoy.
Ulli


BTW: vor Zeiten waren wir unweit von Kempten. Dort wurde jeden Abend allerlei Jazz etc. gespielt. U.a. Tuba Tuba - mehr wußte ich nicht. Seitdem bin ich beeindruckt von dem Klang einer oder besser zweier Tuben - für meine Anlage und vielleicht auch für eine CD zu viel Dynamik. ,-)

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gibt einen Eindruck - dicke Empfehlung. Arkordeon und Drums waren ebenfalls vom Feinsten!

PS: Manchmal braucht es so einen Anstoß: Mit gertifizertem HiFace über DEQX auf Mundorf-Transformer/DD18: klasse! da ist viel von den 'Druckstößen', mit der mich die Tuben seinerzeit gefangen haben :wink: Dank an alle!
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Beitragvon lessingapo » 09.05.2011, 21:03

Hallo Ulli!

Danke für die Verlinkung (kann ich noch nicht) auf den äusserst interessanten Beitrag, der Serpent ist ja wohl sowas wie die Tuba unter den Zinken,daher wohl auch die Affinitaet des französ. Bläsers, werde mal versuchen an eine von den CDs zu kommen. Von den NDR-Bläsern spielen übrigens auch einige zwei Instrumente - beneidenswert.

Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon Zwodoppelvier » 10.05.2011, 09:06

Hallo miteinander,

Eurer Begeisterung für diese "unüblichen" Instrumente kann sich meine Wenigkeit nur anschließen; vor einiger Zeit lief im Radio einmal eine fazinierende Sendung über einen virtuosen Tuba-Spieler, der auf vielerlei musikalischen Feldern unterwegs ist. Da auch in dieser Sendung von einer Zuammenarbeit mit Khalil die Rede war, dürfte es sich um den genannten Michel Godard gehandelt haben. Bin Dir, Ulli, dankbar, daß Du diesen Namen hier eingebracht hast. Denn bis ich mal dazu komme, die Festplatte mit den vielen interessanten Sendungen zu sortieren, wird noch mindestens ein Jahr ins Land gehen.

Nebenbei: es gibt noch manche Solisten, die auf den blechernen oder hölzernen Tieftönern (Bass-Saxophon, Bassklarinette...) feine Musik machen; bei der anstehenden Sichtung werde ich die Sendungen und Hinweise sicher wiederfinden und kann die entsprechenden Infos dann hier nachreichen.

Viele Grüße
Eberhard
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Beitragvon lessingapo » 13.05.2011, 18:15

Hallo!

Doch, schon heute Abend 20Uhr Baroque meets Jazz NDR-Kultur.

Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon Zwodoppelvier » 13.05.2011, 21:45

Hallo Wolfgang,

danke für den Hinweis; leider konnte ich die Sendung nicht hören, da zu dem Termin absent - den PC zu programmieren, habe ich auf die Schnelle nicht mehr geschafft.

Aber auf meiner externen Festpkatte habe ich nun eben eine Sendungsaufzeichnung des SWR2 vom 9.8.2010 gefunden, wo das Bass-Saxophon thematisiert wurde. Muß aber die 55 Minuten noch durchhören, um Namen herauszufiltern...

Andererseits ist das in diesem Strang eigentlich schon OT -- Saxophone = Holzblas.....

Gruß Eberhard
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Beitragvon lessingapo » 14.05.2011, 14:27

Hallo Eberhard!

Auf einem Infoblatt des NDR ist der 8.7., 20 Uhr als Termin angegeben, mal sehen, ob der gestrichen worden ist.

Jedenfalls konnte die Aufzeichnung den Spass, den die Musiker und Zuhörer hatten, gut wiedergeben - wobei der Vergleich wegen des Schnittes wie immer kaum möglich ist,man hört im Radio viel mehr Einzelheiten z.B.bei den Instrumenten, der "Zusammenklang" bleibt jedoch in einigen Passagen auf der Strecke.

Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon Zwodoppelvier » 17.07.2011, 19:04

Hallo Miteinander,
nur, weil das Bass-Saxofon schon einmal angesprochen wurde, hier der OT-Hinweis auf eine Sendung morgen auf swr2 ->http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/jazz/-/id=659242/nid=659242/did=8181582/v1yl5v/index.html

Kann man sich auch mittels PC aufnehmen lassen, wenn man das Programm "Radiorecorder" installiert hat (kostenloser Download der öff.rechtl. Anstalten).

Gruß Eberhard
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Beitragvon modmix » 18.02.2012, 23:06

Hallo,

morgen kommt auf WDR3

Aus der Ankündigung:

    Ein Barock-Trio und ein Jazz-Trio mit dem legendären Bassisten Steve Swallow treffen aufeinander, um sich von den frühen Kompositionen des Claudio Monteverdi inspirieren zu lassen. Da werden Jazz-Improvisationen zu polyphonen Klang-Meditationen, und modale Gesänge aus dem 16./17. Jahrhundert erklingen in zeitloser Schönheit.

    Die Idee zu diesem Projekt hatte der französische Tuba- und Serpent-Spieler Michel Godard. Seit drei Jahren ist er Artist in Residence in der Abbaye de Noirlac. Seit das Zisterzienserkloster in Zentralfrankreich als „Patrimoine de France“ in ein Kulturzentrum verwandelt wurde, finden hier aufregende Projekte in allen Kunstsparten statt. Und hier erarbeitet Godard mit seinem Ensemble und verschiedenen namhaften Musikern und Musikerinnen das besondere Repertoire zwischen Barockmusik und Jazz-Improvisation.

Bin gespannt...
Ulli
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Beitragvon Winfried Dunkel » 19.02.2012, 16:49

Hallo,

zu Serpent und Zink Zitate aus C. Sachs "Reallexikon der Musikinstrumente" (Berlin 1913, reprographischer Nachdruck Hildesheim, New York 1979):

Serpent - frz. Schlange, ein vom 16. bis zum 19. Jh. gebauter Baßzink, der zur Ermöglichung der Deckung seiner sechs Tonlöcher die Form einer Schlange erhielt. Die auf Abbé Lebeuf zurückgehende Überlieferung schreibt seine Erfindung dem Kanonikus Edme Guillaume in Auxerre zu und verlegt sie in das Jahr 1590. Indessen sind die ältesten erhaltenen Exemplare noch älter und von italienischer Faktur, so daß Guillaume wohl nur das Verdienst der Einführung in Frankreich hat. Als Material diente in älterer Zeit Metall oder Nußbaumholz, das aus zwei übereinandergepaßten, ausgestochenen Hälften zusammengeleimt und zum Schutz gegen Temperatur und Stoß mit Leder überzogen wurde; die erste Biegung, an der man das Instrument hielt, war mit Rindersehnen umwunden, um ein Brechen zu verhindern. Die Gesamtlänge der Röhre betrug 2 Meter, die Weite anwachsend 4 - 10 Zentimeter.
Zum Anblasen diente ein Baßposaunenmundstück, 6 Grifflöcher gaben die Möglichkeit, einen natürlichen Umfang D - a', ja A - d'', nach Lilienthal sogar C2 - c'', mit seinen chromatischen Zwischenstufen - durch Halbdeckung - zu erzielen. Mersenne rühmt als besonderen Vorzug des Serpent, daß der Spieler es ohne Anstrengung mit zwanzig von den stärksten Sngern aufnehmen könne. daß er aber auch in der sanftesten Kammermusik mitzublasen imstande sei, ohne auf Verzierungen und Diminutionen verzichten zu müssen.
Freilich teilten spätere Generationen diesen Enthusiasmus nicht mehr; obgleich noch Hilfsklappen angebracht wurden, war es doch um die Reinheit der meisten Halbtöne schlecht bestellt, man vermochte wohl nicht mehr Spieler von der erforderlichen Güte und Übung aufzubringen. Immerhin hat sich der Serpent als Begleitinstrument in den Kirchen lange gehalten, ja, hier und da noch heute diesem Zweck dienen (...)
Dieses vorwiegend französische Instrument (...) hat sich in Deutschland keinen Platz erobert. (...) Noch nachher hat man sogar Versuche gemacht, vervollkommnete Serpente zu bauen, ohne indessen dem Instrument aufhelfen zu können, das den neuen Harmoniebässen wie den Ophikleïden, Tuben usw. hatte weichen müssen.
In der Orgel ist Serpent 16' eine sanfte, einschlagende, dem 8'-Bassetthorn entsprechende Pedalzungenstimme.

Zink - ein gerades oder gebogenes, außen meist achtkantig zugerichtetes Horninstrument aus Holz oder Elfenbein mit 6 Grifflöchern auf der Vorder- und einem 7. auf der Rückseite; ein Schalltrichter fehlt fast stets. Zum Anblasen diente ein Trompetenmundstück, das entweder aufgesetzt wurde oder bereits eingedreht und in diesem Falle außerordentlich eng war. In der älteren Literatur wird der Zink bisweilen als Rohrinstrument bezeichnet. Das ist in dieser Form freilich nicht richtig; doch haben sich Exemplare von geraden Zinken mit kleinen Aufsätzen erhalten, die zweifellos bezeugen, daß hier und da Stadtpfeifer, die aus irgendeinem Grunde den Hornansatz zu vermeiden wünschten, die Zinken als Oboen behandelt haben. Die Familie, die zeitlich aus dem frühen Mittelalter, örtlich offenbar aus Osteuropa stammt, vermochte als Ersatz für die durch strenge Zunftgesetze den meisten Musikern verbotene Trompete eine hervorragende Bedeutung zu erlangen, verlor sie aber im Laufe des 18. Jhs. in dem Maße, als die Trompete vulgarisiert wurde und das allgemeine Niveau der Stadtpeifereien sank; nachdem sie zuletzt nur noch in den deutschen Institutionen dieser Art ein Scheinleben geführt hatte, starb sie im 19. Jh. aus.
In der Orgel verstand man unter Zink zwei verschiedene Orgelstimmen, einmal das Diskanthornett, dann die Sesquialtera. Der Name bedeutet Hörnchen.

Soweit die Zitate. Meine Bitte: Hört Euch mal (buchstäblich) in der Alten Musik um - da finden sich unglaublich viele Instrumente, eines klanginteressanter als das andere. Und die Aufnahmequalität war in der Regel überdurchschnittlich gut (1967 - 1985).

Beste Grüße: Winfried
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Beitragvon Winfried Dunkel » 19.02.2012, 17:08

Nochmal hallo,

zum Thema "Alte Musik" habe ich in diesem Forum vor längerer Zeit mehrere Beiträge eingestellt; hier der Link:

viewtopic.php?f=17&t=1120

Alte Musik stellt ein ganz besonderes Faszinosum dar (und Zinke erklingen ebenfalls nicht selten). Die Aufnahme- und Matrizierungsqualität erweist sich oft als überdurchschnittlich gut, dies gilt vollinhaltlich für die im o.g. Thread aufgeführten Tonträger, die wahrscheinlich noch via Google zu finden sind.

Beste Grüße: Winfried
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Beitragvon Winfried Dunkel » 20.02.2012, 09:38

Hallo,

leider sind mir im Beitrag zu Serpent und Zink ein Tippfehler und eine Auslassung unterlaufen: Falsch:
Und die Aufnahmequalität war in der Regel überdurchschnittlich gut (1967 - 1985).
Es muß richtig heißen: 1960 - ca. 1985

Bitte um Entschuldigung.

Beste Grüße: Winfried
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Beitragvon lessingapo » 08.09.2012, 06:56

Guten Morgen,
gestern haben wir Michel Godard in einem Trio beim NDR-Jazz-Konzert hören können.
Er hatte nicht nur eine sehr gut zu seiner Figur passende Tuba mitgebracht,sondern
auch ein Serpent,dem er faszinierende Töne entlockte! Wie der Moderator schon angekündigt
hatte: ein Nachbau aus Karbon,da der Künstler sein sehr altes Originalinstrument nicht
mehr den Belastungen des Flugtransportes aussetzen will.Überrascht war ich auch von der
Grösse des Objektes:zwar keine Anaconda,aber eine stattliche Diamondback....
Grüsse
Wolfgang
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Beitragvon modmix » 22.01.2013, 21:05

Bin gerade darüber gestolpert:
hifistatement hat geschrieben:Zur Feier des Tages – oder der Kooperation von Positive Feedback und hifistatement.net:
Ein kostenloser Download in 16/44.1, 24/192 und dsd: Michel Godard und Steve Swallows „A Trace of Grace“.
Bild

enjoy.
Ulli
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Beitragvon lessingapo » 22.01.2013, 22:29

Danke,Ulli!
Habe Deinen Radio- Tip neulich bei einem Freund als CD gehört,
aber nicht als HD....

Grüße
Wolfgang
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