Audiophile Label (Überblick)

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Beitragvon martino » 18.06.2010, 12:06

Hallo Ralf,

super - danke für die Erläuterung! Das ist ja mal hochinteressant, so ein Ausflug in die Mikrofonierungs-Konzepte! Wer sich belesen möchte, bei Wikipedia kann man das tun (die Qualität kann ich allerdings nicht beurteilen).

Naja, die von Dir zitierte Aussage habe ich aus der Erinnerung nicht ganz richtig wiedergegeben. Der Wortlaut (in Stichworten) findet sich dann in der Richtigstellung:

Mark Waldrep of AIX Records hat geschrieben:"AIX Recording Process":

- live ensemble in a real room, no PA, no ["asynchronous"] multitracking, no dynamic compression / EQing (like Chesky Records)

- Windham Hill miking technique [dazu leider nix gefunden!] (climb right up close to people for intimate low volume sound, multiple stereo mikes for stereo image of every instrument, record many tracks)

[theory of binaural hearing: not so much to tell what's coming from L/R (although that is certainly a component), but how far away (key component), time delay > room information, space.

- mixing for multi-channel

- HD digital recording


Wobei auch das noch nicht alles klärt, finde ich. Binaural (das ist offenbar sein Dissertation-Background) ist ja offenbar etwas anderes als Stereophonie (s.o.)...

Dave Brubeck's "Time Out" habe ich mir gerade vor ein paar Wochen noch anhören können (nach langer Zeit, und erstmals wieder mit feinsten LS) - und hatte auch sofort den Eindruck dass das schon eine besonders gute Aufnahme ist - und das von 1959! Wie gesagt, alles sehr direkt und plastisch, dann die Bassdrum plötzlich mit noch viel mehr Räumlichkeit - schön jetzt zu wissen worans liegt.


Martin
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Beitragvon Fujak » 18.06.2010, 15:31

Hallol zusammen,

ein sehr interessantes Thema das Thema Mikrofonierung.

martino hat geschrieben:Wobei auch das noch nicht alles klärt, finde ich. Binaural (das ist offenbar sein Dissertation-Background) ist ja offenbar etwas anderes als Stereophonie (s.o.)...

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann handelt es sich dabei um das Aufnahmeverfahren, was man in Deutschland seinerzeit Kunstkopf-Aufnahmen nannte. Ich erinnere mich noch, dass es damals einige Rundfunkanstalten (z.B. der hessische Rundfunk) gab, die Klassik-Übertragungen in Kunstkopf-Stereophonie ausgestrahlt hatten.

Grüße
Fujak
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Beitragvon JoeBroesel » 18.06.2010, 16:39

Hi,
zum Thema Multimikrofon und One-Point-Recording gab's doch vor kurzem einen Link auf

http://hifistatement.net/index.php?opti ... e#jumper01

dort kann man die gleiche Aufnahme in beiden Aufnahmetechniken vergleichen.

Grüße
J.
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Beitragvon Kienberg » 19.06.2010, 11:40

Hallo Martin,
martino hat geschrieben:... Meinst Du das nach rein künstlerischen oder auch aufnahmetechnischen Gesichtspunkten?

sowohl als auch. Wärs nur ein hochendiges "Vorführgedudel", mit 6 Takes pro Takt im Studio produziert, würde ich sie nicht als weitaus beste Mahlereinspielung einstufen.
Wir haben ja diese Aufnahme bereits hier und noch ausführlicher hier im Forum besprochen.

Mit der ungemein komplexen Instrumentierung in dieser Komposition und einer solch hervorragenden Aufnahme lassen sich auch kleinste Änderungen in der Anlage bestens detektieren. Ich habe sie auch schon einigen Berufsmusikern (Mozarteum Salzburg, Orchester der Volksoper Wien) vorgeführt und deren übereinstimmende Meinung war, so hätten sie eine Reproduktion von Mahlers "Monsterpartitur" nicht für möglich gehalten....und kommentierten es so
"Schade dass es von uns solche Aufnahmen nicht gibt, da hätten wir unser eigenes Spiel endlich mal deutlich rausgehört".

Gruss
Sigi
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Beitragvon martino » 19.06.2010, 14:37

Joe, den "Multimikrofon gegen One-Point-Recording" Vergleich werd ich mir anhören sobald mal wieder zuhause... sehr spannende Sache! Eine direkte Gegenüberstellung der Mikrofonierungs-Philosophien bei der selben Aufnahme (ist das ein Take mit zwei simultan laufenden Mikrofonierungsinstallationen?) kriegt man nicht alle Tage...

Sigi, danke für die Besprechungs-Links. Teils hatte ich da schonmal drübergelesen, aber jetzt schau ich nochmal genauer rein! Wenn wir schonmal dabei sind, gibts noch andere Acousence-Einspielungen die Du (oder auch andere) besonders empfehlen kannst? Markus hatte ja für Chesky Records einen eigenen Thread in den Musikempfehlungen gestartet... vielleicht kriegen wir hier sowas auch für Acousence hin? Das was es an Reviews schon gibt kann man ja einfach verlinken. Nur so als Anreiz...

Richtig interessant wirds dann natürlich, beim Hören der Aufnahme nachzulesen - demnächst... Die positiven Kommentare von den Berufsmusiker-Freunden sind dann ja so etwas wie ein inoffizieller "Ritterschlag" für Ralf und die Duisburger - höchste Anerkennung von denen die sich auskennen sollten jedenfalls!

Martin
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Beitragvon uli.brueggemann » 07.09.2010, 19:36

Hallo Hochfrequenzohren,

es gibt freie Downloads for 96 kHz und 192 kHz Musik z.B. bei
http://www.archive.org/details/opensource_audio
oder bei
http://www.bluecoastrecords.com/cas-2010-downloads
oder bei
http://www.bluecoastrecords.com/special-event-25-july-2009-additional
oder auch bei
http://www.2l.no/hires/index.html

Da sollte das eine oder andere dabei sein.

Grüsse, Uli

PS: bei opensource_audio nach 96khz bzw. 192khz suchen
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Beitragvon hoeren_und_staunen » 11.10.2010, 07:59

Hallo zusammen,

ich habe die Kriterien leider nicht komplett erlesen können,
würde aber durch persönliche Erfahrung (Besitzer diverser CD's) behaupten wollen,
dass Audio Fidelity als (Aufkäufer/Nachfolger) von DCC Compact Classics
mit ihrem neuen Label wirklich erstklassige Musikkonserven,
insbesondere auch älterer Rock/Pop Klassiker produzieren.

http://www.audiofidelity.net/

Gruß,

Thorsten
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Beitragvon hoeren_und_staunen » 11.10.2010, 09:12

Sorry ich vergaß etwas zu DCC Compact Classics zu erwähnen.

Da meines Wissens alle Releases ohnehin bereits Sammlerstücke sind, braucht dieses Label wohl nicht mehr gelistet zu werden.

Wem es etwas sagt, dem sei in Erinnerung gerufen, dass sich der legendäre Sound-Engineer Steve Hoffman für das Mastering etlicher erstklassiger (leider auch vergiffener) DCC Compact Classics Releases, als auch diverser neu herausgebrachter Audio Fidelity Releases verantwortlich zeigt.

http://www.stevehoffman.tv/

Nebenbei sei erwähnt, wenn auch schon diskutiert und als antiquarisch geoutet, das fast alle Audio Fidelity Releases HDCD kodiert sind.

Weitere Details u.a. bei:

http://www.sieveking-sound.de
http://www.itsoundsbetter.de


Gruß,

Thorsten
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Beitragvon alsterfan » 19.01.2012, 21:38

Eine Ergänzung zur Aufzählung audiophiler labels wäre für mich noch die Kirkelig Kulturverksted in Oslo
(http://www.kkv.no/en/Music/).
Ich habe dieses label durch Kari Bremnes´ Album "Norwegian Mood" kennen- und schätzen gelernt.

Gruß,
Uwe
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Beitragvon Hans-Martin » 20.01.2012, 09:08

Beim Thema Audiophil darf der Aspekt Polarität nicht fehlen, also habe ich meine Erfahrungen mit den Labels nachstehend aufgelistet. Wo ein Minuszeichen folgt, wird durch kompensierendes Invertieren die Musik noch audiopfiler. Ein "+" bedeutet korrekte Polarität, einge Labels sind mir nicht bekannt oder ich habe keine hinreichende Anzahl von Aufnahmen für eine zuverlässige Aussage.
Bei Blue Note sind nacheinander verschiedene Firmen involviert gewesen,
ACOUSENCE records +
ACT - (mit + Ausnahmen)
Alpha
Analogue Productions
ARS
Blue Note -/+
Chesky –
ECM +
Enja -
FIM - First Impression Music +
Harmonia Mundi –
Hyperion Records
Kirkelig +
Linn +
MDG Musikproduktion Dabringhaus und Grimm +
Mofi (MFSL) Mobile Fidelity Sound Lab
Opus3 –
Pentatone classics
Proprius –
Raumklang
Reference Recordings +
Stockfisch-Records +
Tacet
Telarc (selten -)
Verve -
WINTER & WINTER
Windham Hill -

Im Thread nicht erwähnt
audioquest -
Clarity Recordings -
Delos -
DMP -
Sheffield Records -

Im Thread erwähnt, aber mMn nicht audiophil
Decca -
Deutsche Grammophon -
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Franz » 20.01.2012, 09:42

Hallo Hans Martin,

vielen herzlichen Dank für diese Auflistung. :cheers:

Gruß
Franz
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Beitragvon alsterfan » 20.01.2012, 10:13

Hallo Hans Martin,
auch von mir vielen Dank für Deine aktuelle Auflistung. Der Aspekt der Polarität ist mir im Zusammenhang mit audiophilen Klangträgern vollkommen neu und damit auch das Invertieren, das noch einmal einen Gewinn an Klangqualität bedeuten soll, wenn ich Dich richtig verstanden habe. Könntest Du mich hierzu noch etwas schlauer machen?
Herzliche Grüße aus dem z.Zt. schmuddeligen Hamburg,
Uwe
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Beitragvon Hans-Martin » 20.01.2012, 10:47

Hallo Uwe
Such mal nach Absolute Polarität oder beginne bei diesen Thread
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon alsterfan » 20.01.2012, 11:00

Hallo Hans Martin,
vielen Dank für die Hinweise.
Gruß,
Uwe
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Beitragvon Markus » 20.01.2012, 16:18

Herzlichen Dank Hans-Martin,
für die übersichtliche Liste. Bei soviel invertiertem Material könnte man fast vermuten, daß bei Dir die Kabel vertauscht sind ;) Nein, Spaß beiseite, ich konnte ein paar Deiner früheren Hinweise gegenprüfen, da ich dieselben CD's besitze. Ich hab es da recht einfach, mein CDP (Mark Levinson No39) hatte eine normal/inverted-Taste und speichert die Einstellung bei Bedarf dauerhaft. Blöd nur, daß ich mich noch um das gerippte Zeug kümmern muß.

Viele Grüße
Markus
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