Was wir zur Zeit hören

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Beitragvon Melomane » 13.10.2016, 20:57

Hallo,

wer eine Testplatte für Dynamik sucht, bitte sehr:

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https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail ... um/8778300

Diese CD ist eine Härteprobe für Anlagen, die auf ihre Standfestigkeit bei dynamischen Ausbrüchen ganzer Orchester hin getestet werden sollen. Wenn sie nicht in der Lage sind, z.B. den Schlussspurt von Wilhelm Tell sauber wiederzugeben, besteht Handlungsbedarf. Allerdings scheint die alte Einspielung auch ein wenig zu verzerren. Vielleicht habe ich aber auch Handlungsbedarf. ;) Aber es ist schon auffällig, wie manche Wiedergabegeräte die Spur (mit klarer Darstellung der angesprochenen Verzerrungen) halten oder eben völlig zusammenbrechen und nur noch diffuses Zeugs von sich geben.

Ach ja, schöne Musik ist es auch noch. ;)

Gruß

Jochen
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Beitragvon Buschel » 05.11.2016, 14:49

Hallo zusammen,

aus nostalgischen Gründen habe ich mir den Soundtrack der 80er TV-Serie "Captain Future" von Christian Bruhn gekauft. Wenn ich die Titel jetzt höre, bringt das zum einen viele Erinnerung hoch, zum anderen frage ich mich, ob mich diese Musik (Jazz-Funk-Progressive-Fusion-Was-Auch-Immer) schon früh bzgl. meines späteren Musikgeschmacks geprägt hat. :roll:

Die CD ist für mich als Kind der 80er Jahre einfach Pflicht. :D

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Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon llucki » 05.11.2016, 15:08

Hallo,

gestern hatte ich die Gelegenheit, Marialy Pacheco live zu erleben.

Es war in einer Kirche in Ratingen, als Mitspieler war auch Joo Kraus mit seinen Trompeten zugegen.

Wegen eines anfangs geöffneten Fensters dauerte es bis zum zweiten Stück, dass ihre Hände auf Betriebstemperatur kamen. Aber dann! Es war eine große Freude, ihrem wunderschönen, klaren Spiel zu folgen. Es ist gar nicht so leicht, Worte dafür zu finden. Für mein Empfinden bildet sie mit ihrem Bösendorfer-Flügel eine perfekte Einheit, ihr Spiel hat große Leichtigkeit und große Tiefe zugleich. Erstaunlich, dass eine so junge Frau eine solche musikalische Reife bereits erreicht hat.

Nach meinem Freund, mit dem ich gestern dort war, hat der trockene Klang ihres Spiels damit zu tun, dass sie fast keinen Gebrauch von dem Pedal für den Nachklang macht, das steuert sie wohl über ihren sehr ausgereiften Anschlag. So hat er es mir jedenfalls erklärt, er ist mehr bei Tasteninstrumenten zuhause als ich. Mir erscheint das plausibel. Auf Tonträger war mir der trockene Klang durchaus aufgefallen.

Joo Kraus hat auch sehr schön gespielt. Mir hat am besten gefallen, wenn die beiden klassisch zusammen gespielt haben, was bei mehreren Jazz- und einem Blues-Titel der Fall war. Joo Kraus hat dann noch vorgeführt, was man mit diversen Effektgeräten und einer Trompete so alles machen kann. Durchaus hörenswert, hatte für mein Empfinden jedoch nicht direkt mit dem Klavierspiel von Marialy Pacheco zu tun, das - auch ergänzt um das kunstvolle Spiel von Joo Kraus - der Kern des Abends war.

Ein gelungener Abend! Zum Abschluss habe ich ein Exemplar der Studio-Konzert-LP handsigniert mitgenommen, aber noch nicht in Ruhe gehört.

Viele Grüße
Ludger
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Beitragvon alex-mayer » 05.11.2016, 22:20

Hallo,

bei mir laufen in den letzten Wochen öfter mal die

- The DALI CD Vol. 4 (ein toller Sampler mit echt guten Aufnahmen UND m.E. guter Musik, 2015)
- Nils Lofgren - Acoustic Live (Hybrid-SACD, Analogue Productions, 2016)
- Nancy Sinatra - Super Audio Best (Hybrid-SACD, topmusic.com, 2011)
- Lorin Maazel/Cleveland Orchestra - Pictures at an exhibition (Telarc/FIM, 2011)

Beste Grüße,
Alexander :)
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Beitragvon llucki » 05.11.2016, 23:06

Hallo,

die Studio-Konzert-LP von Marialy Pacheco habe ich mir eben einmal komplett in Ruhe angehört. Der Klangeindruck ist verblüffend ähnlich wie gestern live. Auch die Klangentfaltung im Raum ist im Prinzip ähnlich. Live war es trotz des großen unbedämpften Kirchenraums überhaupt nicht hallig, der präzise Anschlag, meist ohne viel Nachklang, war sehr gut zu hören.

Ein Faktor hat in die Live-Akustik sicher hineingespielt: Obwohl ein Flügel vermutlich laut genug für den Raum gewesen wäre, vermutlich auch eine Trompete, wurde dennoch eine Beschallungsanlage eingesetzt, ich nehme an, damit Joo Kraus seine Effektgeräte einsetzen konnte. Die Akustik am Hörplatz, ich war ca. 5 m vom Flügel entfernt und konnte der Pianistin von der Seite auf die Finger schauen, war also von Wiedergabetechnik beeinflusst. Ein Vergleich der Instrumente ohne Beschallungsanlage wäre interessant gewesen, war aber leider nicht zu haben.

Trotz der Lautsprecher neben der Bühne, durch die der Flügel auch zu hören war, klang es sehr intensiv und authentisch. Erfreulicherweise im Hörraum von Schallplatte auch. Einen so direkten Vergleich hatte ich vorher noch nicht. Es ist wirklich ein sehr faszinierendes Hobby, das wir hier pflegen! Zumindest akustisch ist das sehr nah an einer Live-Situation.

Viele Grüße
Ludger
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Beitragvon Melomane » 06.11.2016, 07:53

Hallo Ludger,

den Tenor deines Beitrags habe ich nach deiner Schilderung des Live-Eindrucks erwartet. Denn die LP entspricht dem in der Tat gut. Die auch einst verhandelte CD der "Introducing" hingegen für meine Ohren nicht bzw. allenfalls für das Klavier, aber nicht die Gesamtanmutung. Das finde ich schade. Freuen wir uns also umso mehr über die gelungene LP.

Viele Grüße

Jochen
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Beitragvon Buschel » 06.11.2016, 13:44

Hallo zusammen,

gerade über KH gehört. Eines meiner Lieblingsalben, das ich durch Zufall entdeckt habe. Die CD lief im Hintergrund als bei Saturn nach Bluray Discs gestöbert habe und hat mich spontan an ältere Genesis und Pink Floyd Alben erinnert. Seitdem habe ich mir diverse andere Steven Wilson Alben zugelegt, die aber für mich nicht an Hand. Cannot. Erase. herankommen.

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Steven Wilson - Hand. Cannot. Erase.

Schönen Sonntag noch,
Andree
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Beitragvon Heule » 06.11.2016, 16:06

Hallo Andree,

eine wirklich gute Aufnahme. Habe diese gerade gestern Abend gehört.

Gruß Oliver
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Beitragvon Hans-Martin » 06.11.2016, 22:20

llucki hat geschrieben:Nach meinem Freund, mit dem ich gestern dort war, hat der trockene Klang ihres Spiels damit zu tun, dass sie fast keinen Gebrauch von dem Pedal für den Nachklang macht, das steuert sie wohl über ihren sehr ausgereiften Anschlag. So hat er es mir jedenfalls erklärt, er ist mehr bei Tasteninstrumenten zuhause als ich. Mir erscheint das plausibel. Auf Tonträger war mir der trockene Klang durchaus aufgefallen.

Hallo Ludger,
Marialy Pacheco könnte auch in der Kirche mit dem Nachhall ihre Probleme gehabt haben, der viel länger zum Verklingen braucht als in einem Konzertsaal. Die Dämpfung per Pedal aufheben, hätte im Nachhall der Kirche einen Brei ergeben.
Ich denke, sie wird ihr Spiel dem angepasst haben, und wenn die ersten Minuten nicht so gut kamen, könnte es mit dem Einspielen auf die Raumakustik zusammengehängt haben, nicht mit der Temperatur der Gelenke
(ích habe einige Konzerte erlebt, wo virtuose Organisten unerwarte Tempowechsel im ersten Stück zeigten, nachdem sie vom Bahnhof direkt zum Spieltisch kamen, war vorher keine Zeit, sich mit dem Nachhall der Kirche vertraut zu machen).
Für mich ist ein Klavierkonzert in einer großen Kirche kaum vorstellbar. Eine kleine Kirche mit Holzinnenausbau und Holzgestühl kann sich da anders verhalten.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon llucki » 06.11.2016, 23:47

Hallo Hans-Martin,

das kann gut sein, dass sie ihr Spiel an die Raumakustik angepasst hat, für fähig dazu halte ich sie auf jeden Fall. Es machte den Eindruck, dass sie ihr Spiel vollständig unter Kontrolle hat.

Mit großem Kirchenraum hatte ich eher gemeint, dass er im Vergleich zu den heimischen Hörräumen sehr groß war, für eine Kirche war er eher einer der mittleren. Akustisch relevant war sicherlich, dass der Eingang in einer der Ecken des quadratischen Raums war, die Bühne in der gegenüberliegenden Ecke und die Decke vom Eingang her von vielleicht 3 m Höhe steil bis auf geschätzte 8 m über der Bühne anstieg. Die Decke war, wenn ich mich recht entsinne, mit Holz verkleidet, die Wände und der Boden jedoch glatt, aber solide bestuhlt und mit geschätzen 150-200 Personen voll besetzt. Ich kann mir vorstellen, dass die besondere Geometrie einem Hall entgegenwirkte. Bei vollkommen ungeeigneter Akustik werden die Veranstalter auch kaum darauf verfallen sein, ihn für Jazz-Konzerte zu verwenden.

Der Ansager hatte erzählt, dass Marialy Pacheco bereits am Nachmittag eingetroffen war und sich mit Bach-Stücken eingespielt hatte, um anzubringen, dass sie zu seinem Erstaunen auch eine Ausbildung zu klassicher Musik genossen hatte und auch diese beherrscht. Nach dem ersten Stück (Jazz, im Konzert) hatte sie sich die Hände gerieben und hineingehaucht und dann gefragt, ob eventuell ein Fenster geöffnet sei. Da kam gleich jemand gelaufen und tatsächlich war eins offen und wurde sofort geschlossen. Ab da lief es besser. So ausführlich hatte ich es noch nicht geschildert.

Du hast bestimmt Recht, dass sie den Nachklang auf die Akustik des Raums angepasst hat. Im Vergleich zur Studio-Konzert-LP, wo die Akustik sicher ideal war, hat sie eine ganz ähnliche Klangentfaltung hinbekommen. Die ist auch auf der LP mit sparsamem Ausklingen, ein Stilelement ihres Spiels. In einer Kirche mit Monsterhall (wo Jan Garbarek super klingt) wird sie ihr Spiel vermutlich so nicht umsetzen können.

Viele Grüße
Ludger
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David Sylvian - Sleepwalkers

Beitragvon Vittorio » 25.11.2016, 19:53

Hallo Musikfreunde,

als großer Anhänger der David Sylvians Kreationen genieße ich gerade "Sleepwalkers". Die Scheibe bietet eine ungewöhnliche Synergie aus der körperlichen Entspanntheit und geistlicher Rhythmik.

http://www.davidsylvian.com

David Sylvian - Sleepwalkers

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http://www.allmusic.com/album/sleepwalkers-mw0002030930

Beste Grüße
Vittorio
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Beitragvon cinematic » 25.11.2016, 20:09

Mit der Rhytmik hatte ich es auch gerade

Burnt Friedman & Jaki Liebezeit - Secret Rhythms Vol. 3 von 2008

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der einfache, aber wirkungsvolle Groove von Jaki Liebezeit hat mich seit meinen frühen "Can Fan" Zeiten nie mehr losgelassen. :D

Grüße
tom
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Beitragvon Buschel » 03.12.2016, 18:25

Hallo zusammen,

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Ex Machina - Original Motion Picture Soundtrack

Der Soundtrack zu Ex Machina hat mich beim Sehen des Films sofort angesprochen. Der Sound ist sehr modern, minimalistisch und prägt die Stimmung des Films. Auch ohne Film schafft der Soundtrack eine tolle Atmosphäre.

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Buschel » 05.12.2016, 17:59

Hallo zusammen,

meine Soundtrackphase dauert an. An meinem heutigen Urlaubstag habe ich mal wieder Interstellar genossen. Viel Dynamik, viel Tiefbass (Grundton 15 Hz, aber auch viel bei 30 Hz und darüber) und vor allem eine mächtige und dominierende Orgel machen das Album besonders. Highlights sind für mich dabei die Titel STAY und Coward, bei denen ich die Szenen des Film immer lebhaft vor Augen habe -- ist einfach ein toller Film.
Schade, dass es derzeit für normales Geld nur die 16-Track-Version im Handel gibt. Die Doppel-CD mit deutlich mehr Titeln gibt es nur als Sammlerpaket für mehrere hundert Euro. Vielleicht gibt es ja nochmal ein Re-issue...

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Interstellar - Original Motion Picture Soundtrack

Viele Grüße,
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Tristan & Isolde

Beitragvon Vittorio » 05.12.2016, 21:35

Moin zusammen,

ich habe gerade das Vergnügen, die Scheibe anzuhören — wirklich wunderschön. Die Interpretation ist auch klanglich allererste Sahne. Da lässt Ralf Koschnicke bekanntlich nichts anbrennen.

Richard Wagner / Henk de Vlieger (Arr.) Tristan & Isolde an orchestral passion
Hagen Philharmonic Orchestra, Antony Hermus


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https://www.highresaudio.com/de/album/v ... al-passion

Grüße
Vittorio
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