Die Reihe Studio Konzert des Labels Neuklang

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Beitragvon llucki » 01.12.2016, 21:12

Melomane hat geschrieben:Mich würde interessieren, ob ein digitaler "Parallelmitschnitt" der Aufnahme mit guten Geräten signifikante Unterschiede ergäbe.

Ja, das habe ich mir auch schon überlegt. Das wäre nur zu haben, wenn die Bänder professionell digitalisiert würden. Also wohl eher nicht.

Melomane hat geschrieben:BTW: Wie fängt man eigentlich das Schlagzeug ein, ohne dass es dominant wird? In normalen Studioaufnahmen sitzt der Drummer ja oft hinter Trennwänden.

Vor der Aufnahme wurden die Mikrofone sicher eingepegelt. Ansonsten drehen die anderen ihre Verstärker auf die gleiche Lautstärke wie das Schlagzeug auf. Ohne Beschallungsanlage für das Publikum geht das meines Wissens so auch ohne Monitore für die Musiker, die müssen sich dann so zueinander aufstellen, dass sie alles gut hören können. Das ist aber nur fundiertes Halbwissen meinerseits, ich frage meinen Gitarrenlehrer beim nächsten mal danach, der wird das als Profi sicher genau wissen.

Viele Grüße
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Beitragvon Sire » 01.12.2016, 21:45

Mich würde interessieren, ob ein digitaler "Parallelmitschnitt" der Aufnahme mit guten Geräten signifikante Unterschiede ergäbe.


Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann vielleicht hier?

Westwind auf Vinyl – ein Stück gehobene Hörkultur

Bereits im Frühling 2008 erschien Olivia Trummers CD Westwind (NCD4021) und stieß auf begeisterte Resonanz (Preis der deutschen Schallplattenkritik, Stereoplay CD des Monats, etc.).

Das positive Feedback ermutigte uns – Vintage in Reinkultur – die analoge, audiophile Edition dieses Albums auf Vinyl zu pressen. Da wir als Tonstudio den Luxus genießen, im eigenen Haus auf alle erforderlichen Bandmaschinen, das Neve-Mischpult und auf analoge Peripheriegeräte zurückgreifen zu können, wurde das Album Westwind des Olivia Trummer Trios im Dezember 2007 sowohl digital auf der Pyramix-Workstation als auch analog auf einer Studer A80 24-Spur Bandmaschine (2“/76 cm/s) mitgeschnitten. Mit einer konsequent analogen Signalkette vom Mikrofon bis zur Bandmaschine!
Hervorhebung von mir

Bei der Gelegenheit: Was ist mit dem "legendären EMT-Goldfolienhall" gemeint?

Gruß

Klaus
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Beitragvon Melomane » 01.12.2016, 21:49

Hallo Klaus,

das ist aber ein anderes Ding, weil kein Studio Konzert. Und die Platte - ich habe sie - wirkt völlig anders als die Studiokonzerte, weil eben nicht so lebendig mit der quasi natürlichen Liveanmutung.

Gruß

Jochen
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Beitragvon Melomane » 01.12.2016, 21:59

Nachtrag: Wenn ich die Produktbeschreibung richtig deute, wurde bei der Trummer die Bandmaschine auch anders eingesetzt. Zwar Speicherung der Aufnahme auf Band, aber Abmischung hinterher. Und die dann offenbar digital. Bei den Studiokonzerten erfolgt ein zweispuriger fix und fertiger Direktmitschnitt.
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Beitragvon llucki » 01.12.2016, 22:25

Sire hat geschrieben:Bei der Gelegenheit: Was ist mit dem "legendären EMT-Goldfolienhall" gemeint?

Zu Analogzeiten wurden für alle erdenklichen akustischen Studio-Effekte hochspezialisierte elektromechanische Geräte entwickelt und gebaut.
Zu diesem Goldfolienhall gibt es sogar einen Wikipedia-Eintrag (EMT 240 ganz unten):
https://de.wikipedia.org/wiki/Elektromesstechnik_Wilhelm_Franz

Heute wird das alles digital mit DSPs geregelt, die teilweise die historischen Geräte simulieren.
(Wie Kodacolor-Look im digitalen Foto-Programm.)

Viele Grüße
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Beitragvon Sire » 02.12.2016, 00:09

Hallo Ludger, danke für den Hinweis. Interessant, was alles so gebaut wurde...

Hallo Jochen,
das ist aber ein anderes Ding, weil kein Studio Konzert.
ups, da hatte ich es doch falsch verstanden

Gruß

Klaus

PS: Für die Sparfüchse, bei Thalia gibt es derzeit einen 12% Gutschein ("12XMAS"). Das reduziert die Studio-Konzert-Alben dann nochmal im Preis.
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Beitragvon Melomane » 02.12.2016, 14:47

Melomane hat geschrieben:Ich habe übrigens nachgefragt, ob die Produktion wirklich komplett analog ist, oder ob nicht in der Schneidemaschine ein digitales Delay "lauert". Bin gespannt, ob eine Antwort kommt.


Die Antwort kam postwendend und erschöpfend: Es wird von analoger Bandmaschine zugespielt, der Vorschub anhand eines vom Mitschnitt erzeugten mp3-Vergleichmusters berechnet.

Solchen Service einer kompetenten Antwort finde äußerst lobenswert!

Gruß

Jochen
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Beitragvon tom539 » 09.12.2016, 20:38

Hallo Freunde der Studio-Konzerte,

immer auf der Suche nach "guter" Musik, idealerweise in bester Klangqualität, und aufgrund Eurer zahlreichen Rückmeldungen hat Kollege Maldix mal eine Großbestllung losgetreten:

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In der Session am Mittwoch hörten wir u.a. Hanna Shybayeva - faszinierende Musik, perfekt "eingefangen" und erstklassig gepresst.

Ich habe nun "Organ Explosion", "Barbara Dennerlein", "Patrick Bebelaar", "Richie Beirach" und "Triozean" hier bei mir und werde die nächsten Wochen mal verstärkt reinhören.

Euch ein schönes 3. Adventwochenende :cheers:
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Beitragvon llucki » 09.12.2016, 22:54

Hallo Tom,

Rundumschlag! Viel Spaß!

Hallo Jochen,
llucki hat geschrieben:Vor der Aufnahme wurden die Mikrofone sicher eingepegelt. Ansonsten drehen die anderen ihre Verstärker auf die gleiche Lautstärke wie das Schlagzeug auf. Ohne Beschallungsanlage für das Publikum geht das meines Wissens so auch ohne Monitore für die Musiker, die müssen sich dann so zueinander aufstellen, dass sie alles gut hören können. Das ist aber nur fundiertes Halbwissen meinerseits, ich frage meinen Gitarrenlehrer beim nächsten mal danach, der wird das als Profi sicher genau wissen.

mein Gitarrenlehrer war gestern hier und ich habe ihn gefragt: im Prinzip hatte ich es richtig gesagt. Ergänzend meinte er noch, dass in Studios oft Kopfhörer benutzt werden, auch, wenn gleichzeitig gespielt wird. Dann bekommen die Musiker alles aufs Ohr, was sie hören müssen, ohne dass Monitore in die Aufnahme hineinfunken. Ob bei den Studio Konzerten Kopfhörer benutzt wurden, müsste man die fragen, die es wissen.

Viele Grüße
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Beitragvon maldix » 10.12.2016, 19:18

Hi Zusammen,

auf den Bildern im Innenteil der Hülle, die scheinbar während der Konzerte entstanden sind, kann man keine Kopfhörer sehen.

ciao

maldix
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Beitragvon llucki » 10.12.2016, 22:59

Hallo Maldix,

in der Tat, diese Fotos sind ganz offensichtlich von den Sessions und geben gut Aufschluss! Kopfhörer sind da wirklich nicht zu sehen.

Ich hatte die Platten, wie üblich, gleich in Schutzhüllen gesteckt und mir die schöne Innengestaltung gar nicht richtig angeschaut, ein Fehler!

Die Musiker stehen völlig anders zueinander, als das bei normalen Konzerten der Fall ist, was die oben getätigten Vermutungen auch bestätigt.

Bei Mössinger sieht man, dass der Kontrabass gleich neben dem Schlagzeug steht, aber zwischen zwei Schallschutzwänden, eine zum Schlagzeug hin, die andere zur anderen Seite. Ich vermute, dass das große Instrument vor dem direkten Schall des sehr lauten Schlagzeugs geschützt wird.

In dem Zusammenhang erinnere ich mich daran, dass Oscar Peterson zu den Aufnahmen im Haus des SABA-Inhabers Brunner-Schwer (MPS) besonders positiv hervorgehoben hatte, dass sie als Musiker sich so zueinander aufstellen durften, wie sich sich selber, bzw. gegenseitig, am besten hören konnten. Bei den offiziellen Konzerten durften sie das nicht, damit sie vom Publikum besser gesehen werden konnten. Zu diesen Aufnahmen sagte er, dass sie sehr ähnlich klingen, wie er die Musik beim Spielen selber hört, was ihm gut gefallen hat. Ich nehme an, dass diese Aufstellung dazu beigetragen hat.

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Beitragvon Melomane » 15.12.2016, 17:35

Hallo,

Sie mögen keinen Bigband-Sound? Schneidende Bläserattacken, die die Ohren malträtieren? Und überhaupt altbackenes Zeug?

Dann können Sie geholfen werden. Und zwar mit dieser gerade eingetroffenen und flugs auf den Teller verfrachteten Produktion mit der:

Tobias Becker Bigband

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Habe zwar noch nicht alles gehört, aber die ersten Minuten zeigen ein wunderschön sanftes Spiel der für die Studio-Konzerte recht großen Besetzung. Dabei wird der Klang keineswegs muffig und intransparent. Und zumindest ich finde die Scheibe musikalisch auch nicht langweilig. Wieder ein Konzert, in das man sich verlieren kann. Für Freunde der härteren Gangart allerdings nicht zu empfehlen.

Falls noch das oben erwähnte Thalia-Angebot Bestand hat, empfehle ich, die ca. 20,- € zu investieren, ein paar Weihnachtsprozente gibt es ja wohl auch noch.

Gruß

Jochen
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Beitragvon Melomane » 15.12.2016, 18:11

Nachtrag:

Wer - wie ich - die Produktbeschreibung nicht genau gelesen hat, ist freudig überrascht, dass Verena Nübel den letzten beiden Titeln ein vokales Glanzlicht aufsetzt!

Und die Pressung ist erfreulicherweise wiederum einwandfrei.
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Beitragvon Funky » 21.12.2016, 17:48

Servus Analogies,

in der Tat eine tolle Serie, die da von Neuklang offeriert wird. Habe mir Maria Markesini und Richie Beirach European Quartett zugelegt (und das werden nicht die einzigen bleiben).

Sehr natürlicher, livehaftiges Klanbild, ausgewogen und nicht nachträglich noch klanglich geliftet. Absolut empfehlenswert. Die beiden Platten gehören klanglich klar mit zum Besten was nun in meinem Plattenschrank steht. Habe mir den Spass erlaubt danach die Stockfisch Metal Master Cut aufgelegt, und gleich wieder weggelegt, die ist richtig peinlich dagegen.

Vielen Dank an an Jochen (Melomane) der diese Schätze hier im Forum vorgestellt hat.

Also für jeden Plattenliebhaber, unbedingt reinhören.

Funky
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Beitragvon Siriuslux » 23.12.2016, 22:41

Halllo miteinander,

dass es die Studio Konzert-Reihe bei Thalia günstig gibt, scheint sich rumgesprochen zu haben.
Entweder hat dem der Produzent bzw. die Inhaber oder Betreiber des Neuklang Labels einen Riegel vorgeschoben zu haben, oder aber die Platten sind schlicht ausverkauft, ich finde leider keine mehr auf der Thalia-Website, schade.

Gruss, Jörg
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