Die fünf Alben für die Insel

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Die fünf Alben für die Insel

Beitragvon tom539 » 07.04.2017, 21:54

Hallo zusammen,

da ich eine der folgenden Scheiben (Fink - Hard Believer) heute Abend mal wieder auf dem Plattenteller hatte und an anderer Stelle mehr "musikorientierte Beiträge" gewünscht wurden, habe ich mal diesen Thread aufgemacht.

Auf dem NAS liegen tausende Alben und die Vinylsammlung wächst schneller als ich hören kann.
Wenn man aber mal ein paar Stunden Zeit zum Musikhören hat, greift man oft zu den selben Scheiben.
Diese hat man schon unzählige Male gehört und kennt sie auswendig - man wird aber nicht müde, diese aufzulegen...

Daher stelle ich mir zuweilen die Frage:
was wären eigentlich die fünf Alben, die auf eine einsame Insel unbedingt mitmüssen?

Für mich wären es diese hier...

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Cultured Pearls - Space Age Honeymoon
Die deutsche Band hier mit ihrem zweiten Album, welches immer noch ihr Bestes ist.
Sängerin Astrid North, Tex Super an Bass und Sax sowie B.La am Schlagzeug wurden in der Stammbesetzung begleitet von Sven Bünger an der Gitarre sowie Kai Fischer an den Keys, im Background keine geringeren als Reggy Claßen und Ruth Renner (aka Miss Platnum).
Es gibt wohl kein Album, welches ich öfter gehört habe, war auf jeder Tour dabei und habe sie 2003 ganze 4x live gesehen.

Favoriten: Mr. Lonley, You´re fired, Senses


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Lizz Wright - Dreaming wide awake
Ebenfalls das zweite Album von der kleinen Lady aus Georgia / USA ist für mich einfach Entspannung pur.
Besonders die "starke" zweite Hälfte ab Chasing Strange ist einfach großartig.
Wie unterschiedlich man einen Song vortragen kann, wird beim letzten Stück Narrow Daylight sehr deutlich - die Version von Lizz gefällt mir wesentlich besser als das Original von Diana Krall...

Favoriten: Trouble, Dreaming Wide Awake, Without You


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Arthur Beatrice - Working out
Erst zwei Jahre alt, hat sich das Debut der Londoner aus 2014 sofort in meine Lieblingsliste gespielt.
Für mich die perfekte Mischung aus Alternativ und Pop mit einem stimmlich genialen Duo Ella und Orlando, die leider auf dem deutlich schwächeren zweitem Album so nicht fortgesetzt wurde.

Favoriten: Midland, Grand union, Fairlawn


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Fink - Hardbeliever
Und noch ein Album aus 2014, dass es nach zwei großartigen Livekonzerten 2015 in diese Liste geschafft hat.
Keine Scheibe, die man mal eben so nebenbei hören sollte. Für mich haben die Songs mittlerweile eine fast hypnotische Wirkung, die mich völlig in die Musik abtauchen lassen.

Favoriten: Green and The Blue, Pilgrim, Shakespeare


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Udo Lindenberg - Panische Nächte
Bei Platz 5 wurde es sehr schwer, mich für einen zu entscheiden - neben Seal, Norah Jones, Pink Flyod und Keb Mo ist es aber dann doch Udo Lindenberg geworden.
Warum?
Weil mich das Album von 1977 quasi mein gesamtes Leben begleitet hat und ich es immer noch nicht "satt habe"...

Favoriten: Cowboy, Sie ist 40, Flipper


Welche fünf Alben sind es bei Euch?


Gruß, Tom (der sein Profil soeben aktualisiert hat...)
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Beitragvon Ichhöreaktiv » 07.04.2017, 23:30

Morgen Tom . Schöne Alben
Lizz ist immer top und Udo geht immer
Sind gespeichert , zwar nicht für die Insel aber immer dabei
Gruß
Thomas
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Beitragvon Christoph » 08.04.2017, 06:04

Hallo,
da war einer schneller mit dieser Idee als ich. Meine Inselliste von von 10 Alben also noch halbieren..

Acadie Daniel Lanois
Apostrophe (´) Frank Zappa
Thick as a brick Jethro Tull
A book like this Angus and Julia Stone
Selling England by the pound Genesis

Gruß Christoph
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Beitragvon Christoph » 08.04.2017, 06:08

Hallo,
ich hatte Lücken gelassen. Beim Posten waren die weg?
Gruß Christoph
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Beitragvon Sinfonix » 13.04.2017, 18:04

Eine der CD's wäre sicher die des australischen Komponisten Sean O'Boyle "Concerto for Didgeridoo" (Vorsicht Klassik !). sanfte Paukenschläge eröffnen den ersten Satz (es spielt sich auch viel unter 40Hz ab), Kontrabässe und Streicher treten nach und nach hinzu und wenn das Didgeridoo einsetzt ist es fast ein magischer Moment.
Das alles in bester Klangqualität und Räumlichkeit.

Oder Philip Glass Symphony No.8 (ein audiophiles Highlight).

Mit Gruß
Willi
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Beitragvon Newton » 17.04.2017, 16:32

Die Frage nach den berühmt-berüchtigten 5 Alben für die Insel hatte ich mir neulich mit einem Freund auch mal gestellt. Schnell waren wir uns einig, dass es eigentlich nur Platten sein können, die uns schon ein halbes Leben begleiten, mit denen wir viel verbinden und die wir heute noch regelmäßig hören. Wir wollen auf der Insel ja nicht nur die Cover bestaunen.

So gibt es Musik, die war mir seinerzeit wahnsinnig wichtig. Heute höre ich die eigentlich nur noch mit einer gewissen nostalgischen Distanz.
Beispiele:
Pink Floyd – Wish you Were Here,
Genesis – Selling England by the Pound
Can – Monster Movies
Alles großartige Alben, keine Frage. Nur nix mehr für meine Insel.

Als sehr zuverlässige Begleiter kommen mit aufs Eiland:

Gustav Mahler Sinfonie Nr. 5, Sir Georg Solti.
Die Aufnahme landete Ende 1978 erstmals auf meinem Plattenteller (Thorens TD 166 – deinen ersten richtigen Plattenspieler vergisst Du nie!). Ich hatte nach ein paar Ausgaben „Hifi-Stereophonie“ und „Stereoplay“ die Zeitschrift „Audio“ mit ihrer Liste sogenannter Referenzplatten entdeckt. Damals noch naseweiser Jung-Audiophiler (15!) und immer auf der Suche nach neuen akustischen Attraktionen, gingen die 22 Mark für das Doppelalbum mit großen Erwartung über die Ladentheke. (War meine dritte Klassikscheibe, nach Beethovens 5. und Mussorgskys Bildern einer Ausstellung) Ich wurde nicht enttäuscht: Die grummelnden Pauken im ersten Satz waren/sind schon beeindruckend. Am Ende hat mich aber das ganze Werk gepackt. Meine Einstiegsdroge in das großartige Oeuvre des österreichischer Komponisten. Auch wenn mir heute vielleicht der hemmungslose emotionale Interpretationsansatz von Leonard Bernstein besser gefällt. Die Solti-Aufnahme kommt auf die Insel. Wo natürlich auch eine highendige Anlage steht – ist ja wohl klar!

Claude Debussy: Images pour Orchestre, Andre Previn
Und noch so eine „Referenzplatte“, diesmal aus der Stereoplay. Ich weiß noch, wie enttäuscht ich seinerzeit zunächst war, weil hier eben keine Pauken grummelten. Die erste Digitalaufnahme der EMI von 1979 präsentiert den Klangfarbenreichtum und die dynamischen Abstufungen der Partitur beeindruckend – wirkt für heutige Hörgewohnheiten vielleicht aber etwas kühl. Der Produzent Suvi Rai Grubb hatte das Werk ganz bewusst für das Digital-Debut ausgewählt und zeigt sich in seinen launigen Memoiren „Kann der Partitur lesen?“ äußerst stolz über die Aufnahme. Weil das digitale Schneiden damals sehr kompliziert war, musste jeder der einzelnen Sätze möglichst fehlerlos eingespielt werden. Grubb; „Wir hatten damals nur zwei Spuren … der Klang aus dem Studio war wunderbar klar und durchsichtig, er hatte Schmelz und räumliche Tiefe“. Ich habe auch noch andere Interpretationen der „Orchester-Bilder“ im Schrank, lande aber immer wieder bei dieser Aufnahme. Wie bei Mahler gern auch als Ur-Vinyl

Gil Scott-Heron: Reflections
„Well, the first thing I want to say is: Mandate my ass!“
Erste Begegnung: 1983. – Vier klasse Songs, zwei tolle Cover-Versionen und natürlich die legendäre Abrechnung mit der Reagan-Ära: „B-Movie“. Eine hintersinnige Spoken-Word-Performance mit treibenden Bass, phonetisch gesteigert bis hin zum hypnotisch x-fach wiederkehrenden Refrain. „This ain't really your life, Ain't really your life, Ain't really ain't nothing but a movie.“ Genial! Und zudem heute wieder gruselig aktuell. Scott-Heron sei „ein Vulkanausbruch an Intellektualität und Sozialkritik“ gewesen, lautet ein treffendes Urteil über den Musiker. Ein Jammer, dass er tot ist.
Version: Vinyl von 1981

Violent Femmes: Debut
1987 hatte ich grade mit dem Studium begonnen, als eine Kommilitonin mir diese LP näher brachte. „Blister in the Sun“ ist bis heute ein großartiger Muntermacher und der schrammelnde Garagensound immer noch schlicht der Hammer. Gordon Gano und Co. haben hier ihre unbändige Live-Energie ungefiltert in die Plattenrillen geritzt. Mir geht’s immer noch so, wie Claire Danes in der wunderbaren Serie „My so Called Life“, wenn ich den Song höre:
https://www.youtube.com/watch?v=JCua6plpIo0
Und, klar: Ich weiß natürlich, um was es in dem Song geht ;-)
Genauso wichtig war und sind mir XTC, The Smith, The Clash. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde es dieses Album werden – auch auf Vinyl.

Franz Schubert: Winterreise, Fischer Dieskau, Demus
Zum klassischen Liedgesang finde ich immer noch schwer Zugang, ich habe auch keine Ahnung, wie diese CD vor vielen Jahren erstmals ihren Weg in den Player fand. Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, wie ich beim traurigen Abschied „Gute Nacht“ gleich zu Beginn am ganzen Körper eine Gänsehaut bekommen habe. Mit der Zeit habe ich mir viele verschiedene Interpretationen des Zyklus’ angehört. Ich bleibe aber bei der hier. – Pure Magie!
CD-Ausgabe, Remaster DGG

Bonus-Track
Miles Davis – Kind of Blue
Der Klassiker darf nicht fehlen. Muss ich wohl heimlich mit auf die Insel schmuggeln… Am Liebsten als erstes Remaster von Sony. Der klangliche Unterschied zu meiner LP und CD-Erstausgabe war seinerzeit eklatant. Nicht nur wegen der angepassten Geschwindigkeit. Erstmals war auch der Bass von Paul Chambers gut zu hören, vorher war es nur ein dumpfes Brummen.

Zum Glück alles nur ein Gedankenspiel. Es fehlen viele tolle Alben. Gut, dass ich mich nicht wirklich entscheiden muss.
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Beitragvon llucki » 17.04.2017, 20:42

Newton hat geschrieben: Violent Femmes: Debut

Hallo Andreas,

witzig: die habe ich grad vor ein paar Wochen wiederentdeckt, die ist wirklich sehr cool! '83/'84 herum hatte ich die viel gehört und danach völlig vergessen, bis ich mich neulich mit meiner Indie-Zeit beschäftigt hatte. Ein sehr schönes Exemplar konnte ich vor ein paar Wochen über discogs erstehen.

Ob sie bei mir mit auf die Insel käme, müsste ich noch entscheiden. Die Kind of Blue hätte bei mir auch gute Chancen. (Ich überlege mal, welche 5 es bei mir wären, im Moment habe ich reichlich andere Sachen im Kopf.)

Viele Grüße
Ludger
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Beitragvon Bernd Peter » 18.04.2017, 14:04

Hallo Andreas,

Zum klassischen Liedgesang finde ich immer noch schwer Zugang,


geht mir genauso.

Das deutsche Kunstlied stellt die höchsten Anforderungen an den Sänger und seine Gesangstechnik, bei mir kommt trotz mehrerer Anläufe bisher keine rechte Begeisterung auf.

Irgendwie sind mir in der Klassik Instrumente lieber.

Der Text der Winterreise hat es - selbst ohne Gesangsdarbietung - in sich, dein Gänsehautfeeling ist für mich durchaus nachvollziehbar.

http://www.gopera.com/winterreise/songs/cycle.mv

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon cantusfirmus » 18.04.2017, 14:17

Das deutsche Kunstlied stellt die höchsten Anforderungen an den Sänger und seine Gesangstechnik, bei mir kommt trotz mehrerer Anläufe bisher keine rechte Begeisterung auf.


... das werden wir ändern :) glg horst :cheers:
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Beitragvon Bernd Peter » 18.04.2017, 14:49

Hallo Horst,

ich bin dabei. :cheers:

Nette Grüße

Bernd Peter
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Beitragvon Newton » 19.04.2017, 06:24

Hallo Bernd Peter

Ein Buch, das einem die hohe Kunst des Kunstliedes aus Sicht des Begleiters etwas näher bringt, ist die überaus humorvolle geschriebene Autobiographie von Gerald Moore "Bin ich zu laut?"

Gruß Andreas
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Beitragvon Melomane » 19.04.2017, 10:41

Hallo,

wer einen Einstieg in das Kunstlied haben möchte und es melodisch möchte, kann sich zwei Schubert Lieder als Appetizer gönnen:

Auf dem Wasser zu singen (und ein wenig länger)
Der Hirt auf dem Felsen.

Viel Vergnügen

Gruß

Jochen

P.s.: Vielleicht mag die Moderation einen neuen Thread eröffnen zum Thema Kunstlied --- losgelöst von der Insel? ;)
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Beitragvon RayDigital » 19.04.2017, 15:42

Meine fünf Alben für die einsame Insel bzw. für die Ewigkeit sind die Folgenden:
- Peter Frampton, Frampton Comes Alive!
Das Live-Rockalbum schlechthin!
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- Lee Ritenour, Alive in L.A.
Atmosphärisch dicht und gute Laune garantiert!
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- The Aristocrats, The Aristocrats
Rockjazz/Fusion vom Allerfeinsten
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- Toto, Toto XIV
Ein grandioses Album nach fast 40 Jahren Bandgeschichte
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- The Brand New Heavies, Shelter
Mit der wundervollen Sängerin Siedah Garrett
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Gruß,
Raimund
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Beitragvon darwols » 19.04.2017, 16:20

Hallo Raimund!

Schön das Du mir Frampton Comes Alive mit der genialen Aufnahme `Do you feel like we do´ mal wieder in Erinnerung gerufen hast!

Das erste Mal habe ich dieses Stück in einer West-Berliner WG, natürlich in Kreuzberg, gehört. Wir hatten die Samstag-Nacht durchgemacht. Es herrschte ein Kommen und Gehen von Leuten die zum Teil keiner kannte. Am Sonntag-Morgen hing die Kernbesatzung erschöpft aber glücklich im grossen Gemeinschaftszimmer mit den gemütlichen Sofas herum. Langsam ging die Sonne auf. Und dann lief `Do you feel like we do´...

Das war der perfekte Sound für diese Situation und ist seitdem unvergessen!

Grüsse
Winfried
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Beitragvon RayDigital » 19.04.2017, 18:29

Gern geschehen, es gibt übrigens eine sehr gute FCA! Revival Blu-ray, aufgenommen im Jahr 2011 in Milwaukee anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des Orginalkonzerts im Jahr 1976, sehr zu empfehlen.
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Gruß,
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