Schuberts Unvollendete und Dvoraks 9. (Celibidache)

Klangperlen und künstlerische Leckerbissen

Schuberts Unvollendete und Dvoraks 9. (Celibidache)

Beitragvon Melomane » 28.09.2017, 22:29

Hallo,

Heute ein Hinweis auf eine Produktion, die die Geister vermutlich scheiden wird. Celibidache ist nun einmal umstritten. Aber sei's drum. Es geht darum:

Bild

http://www.qobuz.com/de-de/album/schubert-symphony-8-dvorak-symphony-9-munchner-philharmoniker-sergiu-celibidache/0793052112400

Und die Aufnahme hat etwas: Selten eine solche gehört, die quasi jede Note in goldenem Licht schimmern lässt. Einfach nur mitreißend. Bei jpc findet man noch einige Bemerkungen, die das Hin und Wider ausführen.

Also: Entweder man mag sie, diese Einspielung, oder man verteufelt sie.

Ich mag sie.

Übrigens hatte ich den Eindruck, dass hier der HiRes-Download mehr zu bieten hat als der 44/16er Stream, insofern der Download "gehaltvoller" ertönte.

Und wer den Dvorak von Celi nicht mag, kann unbesorgt zu Ancerl greifen. Dessen alte Supraphon-Aufnahme ist auch sehr zu empfehlen.

Gruß

Jochen
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Beitragvon Newton » 29.09.2017, 13:44

Hallo Jochen!
Danke für den Tipp. Der giftgrüne Cover lachte mich gestern auf der Qobuz-Seite an. Bin gespannt. Werde mir die Aufnahme heute Abend anhören. Celibidache hatte ja bekanntlich eine Vorliebe für extreme Tempi. Für ihn galt, dass "je reicher die Musik ist, desto langsamer das Tempo sein muss".

Ich hatte vor vielen Jahren mal das Glück, den eigensinnigen Maestro vor einem Konzert in einer Orchesterprobe mit seinen Münchner Philharmonikern in der Hamburger Musikhalle zu erleben. Muss so um 1994 gewesen sein. Was damals gespielt wurde, weiss ich noch ganz genau: Brahms 4. und im Anschluss Beethovens 5. Sinfonie – sehr breit, aber mit einer unglaublichen inneren Spannung. Musik entsteht halt im Augenblick. Auf CD hätte es mich womöglich nicht so gepackt.
Celibidache hatte sich ja seinerzeit allen CD-Aufnahmen verweigert – aber anscheinend immer tolleriert (?), dass viele seiner Konzerte und Proben mitgeschnitten wurden. Die Mikrofone über dem Orchester muss er ja wohl gesehen haben?!

Gruß
Andreas
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Newton
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Beitragvon Melomane » 29.09.2017, 14:04

Hallo Andreas,

die Aufnahmen wurde ja für den Rundfunk gemacht. Ich weiß nicht, ob die dann auch auf Sendung gingen, vermute aber, dass sich Celibidache da nicht verweigern konnte. Jedenfalls landeten sie danach offenbar wie seinerzeit üblich im Rundfunkarchiv.

Und dein Hinweis auf die innere Spannung beschreibt völlig richtig, was sich da ereignet.

Viele Grüße

Jochen
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