"High End" MC Phono Pre Vergleich

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Beitragvon shakti » 03.10.2016, 16:05

Hallo Reinhard,
dies hatte ich in der Zwischenzeit auch bemerkt, was mir geholfen/ermuntert hat, mir nun eine durchgehende single ended Roehrenvorstufe zuzulegen, bin in den naechsten Tagen wieder
viel unterwegs, komme also nicht zum ausprobieren der M7, bin aber sehr neugierig auf den ersten Eindruck!
gruss
juergen
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Beitragvon shakti » 29.11.2016, 21:52

nachdem ich nun bereits ein zeitlang mit der Kondo KSL M7 Phonovorstufe lebe, ergaenzt durch einen Music First Audio Reinsilberuebertrager, habe ich mir nun den passenden Kondo KSL SFZ Uebertrager in der aktuellsten Version gegoennt.
Dieser wird mich wohl am Donnerstag erreichen , ich bin sowas von neugierig, was dieser Uebertrager so kann! Der MFA Silber Uebertrager ist mit 4k eur schon ein extrem ueberzeugender Vertreter seiner Art und hat so manchen Uebertrager den ich probiert hatte klar distanziert.
Der aktuelle Kondo besetzt mit 10k eur einen deutlich anderen Preispunkt, entsprechend gespannt bin ich :-)
Zumal ich mir von der Synergie der beiden Kondo Geraete so einiges verspreche !
ich werde berichten!

gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 02.12.2016, 21:55

Heute abend habe ich mich intensiver mit MC Uebertragern beschaeftigt.
Da die Theorie hinter einer "richtigen" Uebertrager Anpassung recht komplex ist, versuche ich mich erst gar nicht an einer Erklaerung, sondern verweise nur darauf, dass der verwendete Tonabnehmer an den gehoerten Uebertragern zu betreiben war.

Abhoerkette:

VPI TNT MKIV mit Kuzma 4point und van den Hul Colibri XGP Tonabnehmer
an
Kondo KSL M7 PhonoPre
an
Audio Note Kanada ANK Level 5 Mentor silver Edition Pre
an
NAT SE3 Roehrenmonos (2x4 GE 211 Roehren)
an
YG Lautsprechern



Mit den folgenden drei Uebertragern habe ich wie folgt gehoert:


- Music First Audio Classic MC Step up COPPER (UVP ca 2.800,-eur)


https://mfaudio.co.uk/mc-step-up-transformers/

Der MFS verwendet die Stevens & Billington Limited TX103 Uebertrager , welche ueberaschend gross bauen (habe das Geraet aus Neugier mal auf gemacht)

Der erste klangliche Eindruck an meiner Phonovorstufe ist schlicht und ergreifend ok!, der MC step up macht was er soll und verstaerkt. Ich erkenne keine wesentlichen Fehler, es klingt angenehm und mit grundtonorientierter Energieverteilung.

Ich hoere eine MFSL Pressung von Dead Can Dance "Into the Labyrinth".

Da ich die Platte schon was laenger habe muss ich aber auch sagen, dass ich diese auch schon besser gehoert habe und ich mir von der Kondo im Vergleich zur vorher gehoerten Aesthetix IO Signature (2 Netzteile) etwas mehr versprochen haette.

Aus der Erinnerung erscheint der Raum etwas enger und die Aufloesung in den Frequenzenden minimal begrenzt.

Auch erreicht mich die Musik emotional nicht so sehr , zumindest hoere ich die Plattenseiten nicht durch sondern fange an, bestimmte Titel anzuspielen..., was fuer mich immer ein schlechtes Zeichen ist.




- Music First Audio Classic MC Step up SILVER (UVP ca 3.900,-eur)


Nach diesem Uebertrager habe ich recht lange gesucht, das MFA diesen nur kurz angeboten hat und auch nicht sehr viele davon gebaut worden sind. Er geniesst bei MFA einen sehr guten Ruf und soll noch oberhalb des V2 genannten Copper Nachfolgers spielen.

Steven & Billington haben den SilberUerbertrager wohl nur kurze Zeit gewickelt. MFA setz diese nun konsequent um, dh die komplette interne Verkabelung ist ebenfalls mit Silberkabel ausgefuehrt, sogar die Cinchbuchsen sind aus silber.

Die ersten Toene machen dann auch direkt klar, dass der Silber MFA in einer anderen und deutlich hoeheren Klasse spielt, als der Kupfer MFA.

Die Aufloesung nimmt in Richtung der Frequenzenden deutlich zu, die Stimmen gewinnen an Kontur im Raum, das Klangbild wird insgesamt lebendiger.

So kann man hoeren, und das tue ich dann auch, die erste komplette Seite der Dead Can Dance wird am Stueck gehoert!

Schaltet man nun zurueck auf die Kupfervariante, moechte man mit dieser fast nicht mehr hoeren, zu stark faellt auf, welche Details unterschlagen werden.

recht eindrucksvoll, welcher Qualitaetsunterschied bei einem Uebertrager nur in der Auswahl des Leitermaterials liegen kann.




- KONDO KSL-SFZ (UVP ca 9.900,- eur)

(fest integriertes Kondo KSL -LPz 1m Cinchkabel, UVP ca 3.700,- eur, im Preis des Uebertragers enthalten),

http://www.audionote.co.jp/en/products/ ... r/sfz.html

http://dinew-high-fidelity.de/images/zu ... 3-2012.pdf

http://www.blackforestaudio.de/cms/uplo ... trager.pdf


Angesport durch die grosse Ueberlegenheit des MFA Silber Uebertragers, habe ich mir einen Kondo KSL-SFZ zugelegt. Ich habe mich dafuer fuer die aktuelle Version mit "nur" 2 Eingaengen entschieden, da ich bei Phonovorstufen keine guten Erfahrungen mit vielen Eingaengen gemacht habe. Mein Kondo KSL SFZ ist aus Ende 2014, was sich als kluger Kauf erwies. Meine Fruehen Audio Note ANS7 Uebertrager hatten nur extrem kurze Anschlusskabel (fest verloetet) und die 2016'er Version des Uebertragers scheint auch wieder nur ein sehr kurzes Anschlusskabel zu haben (das Kondo LS 41). Fruehe Modelle des Kondo KSL SFZ Uebertragers haben zwar 3 Eingaenge aber auch nur ein "einfaches" kurzes Kondo Vz Cinchkabel verbaut...

Da sind die 1m Kabellaenge des Kondo Spitzenkabels LPz vertrauenserweckend, kann man doch so den Uebertrager auch mal verschieben!


Klanglich macht mich der Kondo KSL SFZ etwas fassungslos. Ich habe den Uebertrager durchaus mit einer gewissen Erwartungshaltung angeschlossen, kannte ich doch den ANS7 Vorgaenger von Audio Note Japan, welcher auch eine Kondo Entwicklung war.

Doch was ich jetzt zu hoeren bekam, war so deutlich besser als der silber MFA, dass ich mir einfach sage, dass muss an der Synergie der Kondo Geraete liegen. Kann ich mir doch kaum vorstellen, dass dies durch den Uebertrager alleiner passiert...

Die Musik faengt ploetzlich an zu leben, man hoert nicht mehr in den Dimensionen von Aufloeung und Raeumlichkeit sondern erlebt die Musik einfach. Meine Frau ist gerade ins Zimmer gekommen und hat spontan angefangen zu Dead Can Dance zu tanzen..., das passiert nicht so einfach, ist sie doch gute Musik Wiedergabe im Haus gewoehnt.

Erstaunlicherweise hat auch die Gesamtdynamik der Wiedergabe vom Kondo Uebertrager profitiert, damit hatte ich nicht wirklich gerechnet, ist diese doch auch schon beim silber MFA sehr gut.

Die Musik bekommt mit dem Kondo eine extreme Leichtigkeit, fast so als wuerde die Toene frei schweben..., ich weiss nicht, wie ich den Klang in Worte fassen soll..., auf jeden Fall ist dieser Uebertrager in Kombination mit dem Kondo PhonoPre ein absolutes Muss!

und nun wird sich ein Schluck Botanist Gin gegoennt und vergnuegt weiter gehoert!

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 08.04.2017, 15:24

in den letzten Wochen hatte ich mal wieder die Moeglichkeit verschiedene Phono Vorstufen in meiner Anlage zu integrieren, dh ergänze ich diesen thread:

- Air Tight ATE 2005 (UVP ca 6500,- )

Die Air Tight hat 2 MM und einen MC Eingang und ist im typischen Firmenlook gehalten.
Der Klang ist dem ATE 2001 recht ähnlich, die Auflösung bei MC vielleicht etwas höher, was an der unterschiedlichen Auslegung der Eingänge liegt. Insgesamt ein Pre, der ein tolles Preis/LeistungsVerhaeltnis hat und problemlos bei den "grossen" Vorstufen mitspielt, aber deutlich weniger kostet

- Natural symmetrical (UVP ca 8000,-)

Die Natural ist ein russischer RoehrenHybrid , der im Eingangsbereich einen Stromverstaerker besitzt, dazu eine Roehrenausgangsstufe. Das Gerät spielt auf der musikalisch runden Seite mit schöner Grobdynamik, die einen bei gut gespielten Stücken schnell in den Bann ziehen kann. Der Natural sollte unbedingt symmetrisch angesteuert werden, sonst klingt er unter seiner Klasse.


- NEM Prototyp (UVP ca 2000,-)

Die NEM versucht den Spagat, analoge Hörkultur mit Schaltnetzteil und OPs adressieren zu wollen. Dies macht sie mit sehr viel Spielfreude und Agilität. Sollte der russische NEM tatsaechlich zu 2k auf den Markt kommen, entsteht vielen Vorstufen in diesem Segment ein starker Konkurrent.


- Clearaudio Absolute (UVP ca 11000,-)

Die Clearaudio gehoert zu den deutschen PhonoPres, die objektiv nichts falsch machen, alles hat räumlich seinen Platz, die Proportionen stimmen, die Tonalität ist ausbalanciert. Entsprechen werden viele mit diesem Pre Ihr Glück finden. Ich bin aktuell aber eher auf der dynamisch agilen Seite der PhonoPres zu finden, entsprechend erzeugt die Clearaudio Absolute bei mir eher einen langweiligen Höreindruck. Aber dies ist sicherlich auch meinem privaten Hörgeschmack geschuldet.


- Seismograph Prototyp (UVP ca 14000,-)

Dieser PhonoPre kommt passend zum Seismograph Laufwerk ebenfalls aus Österreich und passt mit kraftvollem Antritt und Dynamik gut zum gleichnamigen Laufwerk. Der Klangeindruck liegt somit im warm/klangfarbenstarken Bereich mit Ausdrucksvollem Stimmbereich und tief und präzise reichendem Bass




Ansonsten waren mal wieder zum Vergleich die grosse Octave mit Black Box sowie ein Blu Amp model 42 da.

Da ich diese PhonoPres aber bereits an anderer Stelle beschrieben habe, erspare ich mir das hier.
Für mich sind diese Besuche bekannter Gerätschaften aber immer recht wichtig, dass ich neue Geraete besser einschätzen kann.

Gruss
Juergen
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Beitragvon AdamZ » 11.05.2017, 08:02

Moinsen.
Kann man Phono übertreiben? Scheinbar nicht.
Das habe ich vor ein paar Tagen eher zufällig entdeckt.
Viel Spaß.
https://www.youtube.com/watch?v=gAUfcFSqTts
Adam
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Beitragvon shakti » 11.05.2017, 10:40

das schoene an Phono ist ja, dass man immer weiter "aufsteigen" kann, dh Aenderungen klar und deutlich hoerbar sind. Dies ist bei Digital mitunter deutlich anstrengender, da die qualitativen Spruenge sehr viel kleiner sind.

Unterschiedliche Headshell Kabel sind zB viel leichter zu bewerten, als unterschiedliche Digitalkabel.

das erklaert, warum in Phono haeufig viel mehr Aufwand gesteckt wird.

Gruss
Juergen
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