Stromversorgung - Power Conditioner

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Beitragvon jackelsson » 25.12.2017, 16:47

Hallo zusammen,

ich habe gerade einen LAB12 Gordian zum ausprobieren hier. Dank Weihnachten konnte ich zwar bis jetzt noch nicht ganz so viel herumprobieren wie erhofft, aber immerhin hat er es schon ans Netz geschafft, und ich habe ein bißchen mit den verschiedenen Displayanzeigen herumgespielt. Spannende Sache das, auch wenn mein elektrotechnisches Grundverständnis sicherlich dem Erkenntnisgewinn gewisse Grenzen setzt.

Was mich allerdings sofort etwas irritiert hat, war die Anzeige des Klirrfaktors (THD) für Strom und Spannung. Bei der Spannung liegt der angezeigte Wert recht stabil bei knapp unter 3%, ein Wert, den ich in meiner Wohnlage hier jetzt nicht erstaunlich finde. Beim Strom allerdings werden Werte von um die 20% (!) angezeigt. Das hat mich doch etwas erschüttert, eine Deutung maße ich mir aber nicht an.

Noch bunter wurde es allerdings bei den ersten Versuchen mit Gerät. Da ich noch keine Muße hatte, zum stöpseln hinter meine Anlage zu kriechen, habe ich erst mal nur mit den MEGs begonnen, die stecken in separaten Wandsteckdosen. Auch ist es ja interessant, auszuprobieren, was passiert, wenn erst einmal nur die Endstufen gefiltert werden. Stichwort: potenzieller Dynamikverlust. Was dann aber mit dem vom Gordian angezeigt Klirrfaktor für den Strom passierte, liegt weit jenseits meines elektrotechnischen Erkenntniskreises. Beim einstecken der ersten RL 901K steigt der THD sofort auf über 80% an, wohlgemerkt ohne Musiksignal oder ähnliches. Wenn die zweite MEG dazu kommt, pendelt die Anzeige bei knapp 98%. Siehe Bilder.

Hat irgendjemand dazu eine Erklärung, was da los ist.

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Ach ja, es klingt übrigens deutlich unterschiedlich. Eine Wertung möchte ich jetzt noch nicht abgeben, aber der Unterschied mit/ohne ist aber sowas von sofort hörbar.

Gruß,
Swen
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Beitragvon Hans-Martin » 25.12.2017, 20:09

Hallo Swen,
ohne perrsönliche Erfahrung mit dem Gerät wage ich mal eine Interpretation.
Spannung ist klar, die wird parallel zum Netz gemessen und analysiert. Strom kann nur meinen, was hier durchfließt, drückt also das Verhalten des Verbrauchers aus. Und da haben wir aus Wechselspannung über Trafos oder bei SNTs auch ohne dann Brückengleichrichter und Siebelkos. Da die Gleichrichter nur durchschalten, wenn die Spannung netzseits größer ist als die momentane Spannung am Elko, fließt Strom nur für eine begrenzte Zeit, der Stromfluss setzt schlagartig ein, ebenso werden die Dioden wieder sperren.
Damit ist klar, dass die Stromaufnahme keineswegs sinusförmig geschieht wie z.B. bei einer Glühlampe.
Die Abweichung vom Sinus wird durch den Klirr ausgedrückt.
Eine andere Vorstellung kann ich nicht herleiten.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Jannemann » 20.01.2018, 00:16

Hallo Frank,

ich interessiere mich auch für den LAB12, aber ich habe definitiv ungesund viel Gleichstrom im Netz, wenn ich das so sagen darf. Insbesondere bei meinen Röhrenamps brummten die Trafos immer ordentlich. Der LAB12 hilft hier ja leider nicht. Der Humbuster III von Ps Audio sorgte für Stille in den Trafos.

Könnte man den LAB12 wohl eventuell hinter ein Gerät wie den Humbuster iii hängen, der ja nichts anderes macht, als Gleichstromanteile zu filtern? Oder umgekehrt, Humbuster an die Ausgänge des LAB12?

Das Gerät ist mir nämlich eigentlich sehr sympathisch. Nur blieb halt eines meiner Probleme ungelöst.

Viele Grüße
Jan
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Beitragvon Fujak » 20.01.2018, 09:28

Hallo Jan,

grundsätzlich finde ich es problematisch zwei "Conditioner" hintereinander zu schalten. Aber da der Humbuster ein sehr überschaubares Innenleben hat (ein paar
Dioden und ein paar Kondensatoren, um die DC-Anteile auszufiltern), ansonsten aber keine Filterung im eigentlichen Sinne eines Conditioners (mit LC-Gliedern etc.) vornimmt, wäre es einen Versuch wert. In dem Falle würde ich den Gordian an den Humbuster III anschließen (den Gordian also nachgeschaltet betreiben).
Wenn Du den Versuch machst, berichte bitte hier; das Ergebnis würde mich interessieren.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Hans-Martin » 20.01.2018, 11:07

Hallo,
ich widerspreche da Fujaks Empfehlung, erst den Humbuster, dann ein beliebiges anderes Filter nachzuschalten.
Die Anordnung Dioden und Elkos zur Gleichstromfilterung, gefolgt von einem Netzfilter mit Überspannungsableiter (Varistor) kann in der 2. Stufe einen sehr hohen Spitzenstrom vernichten, ableiten. Der muss aber über das Gleichstromfilter davor. Die Dioden sind dafür eventuell nicht ausgelegt, und die Elkos...? Ziel ist, Netztrafos zu entbrummen, die verhalten sich gutmütiger.
Schaltet man erst das Netzfilter netzseitig, gefolgt vom Humbuster, sieht die Situation anders, besser aus, Stromspitzen werden schon vorher abgeleitet.
Bitte individuell gründlich prüfen, das halte ich für angemessen.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon KSTR » 20.01.2018, 11:33

Hans-Martin hat geschrieben:Die Dioden sind dafür eventuell nicht ausgelegt, und die Elkos...?
Wenn das Gerät ein korrekte Zulassung hat, MUSS es sekundärseitigen Kurschluss und Fehlerstrom zu Schutzerde aushalten, solange bis eine eigene Primärsicherung oder die Haussicherung fliegt (was dauern kann bei einer Schmelzsicherung). Irgendwelche Stromspikes im normalen Betrieb sind komplett irrelevant für Dioden und Elkos, incl. dem Anlassstrom von induktiven oder kapazitiven Lasten (also Trafos oder Schaltnetzteilen).
.
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