Stromversorgung - Power Conditioner

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Furman AC 210 AE - Modifikationen

Beitragvon Fujak » 30.04.2017, 08:59

Liebe Freunde des konditionierten Stroms,

Angeregt durch die Modifikationen von Stephan (SolidCore) habe ich in der vergangenen Zeit mit ein paar Experimenten an meinen beiden Furman AC 210 AE ausprobiert, wie weit man mit weniger aufwändigen Maßnahmen kommt.

Davon möchte ich im folgenden berichten - allerdings nicht ohne darauf hinzuweisen, dass sich diese Maßnahmen allesamt im 220V-Bereich bewegen und damit potenziell Lebensgefahr besteht.

Wenn ich von Auswirkungen auf den KLang berichte, dann beziehen sie sich wenn nicht anders beschrieben auf eine Zunahme der ohnhein bestehenden klanglichen Auswirkungen beim Einsatz dieser Geräte:
Mehr Bassfundament,
Zunahme der Lokalisationsschärfe, aufgeräumteres Klangbild
Höhenwiedergabe weicher, was auch als leichter Verlust an Dynamik empfunden werden kann.

Zunächst ein Blick in das Original-Innenleben eines AC 210 AE. Ich habe hier ein Bild aus dem Netz genommen, weil meine Furmans bereits anders aussehen und ich sie für diesen Bericht nicht wieder zurückbauen wollte:

Bild
Man erkennt im unteren Bildbereich den Stromverlauf: Kaltgerätebuchse (male) =>Sicherungsschalter => Netzschalter (zweipolig) => Platine Input rechte Seite => ... .

Alle Verbindungen erfolgen mit Kabelschuhen, was insofern praktisch ist, als man damit Schritt für Schritt, bestimmte Komponenten und Baugruppen überbrücken kann. Ich bin dabei Schritt für Schritt bei einem meiner Furmans vorgegeangen, sodass ich mit dem anderen Furman im Originalzustand einen direkten Klangvergleich hatte. War eine Maßnahme erfolgreich, habe ich sie beim anderen ebenfalls durchgeführt. Auf dieser Basis habe ich dann den nächsten Schritt vollzogen und wieder mit dem jeweils um einen Schritt hinterherhinkenden zweiten Furman verglichen. Das erlaubt mir, detaillierte Aussagen über die Wirksamkeit zu machen. Noch ein Tipp: Die Kabelschuhe sollten bein erneuten und endgültigen feststecken vorher mit einer geeigneten Zange auf Spannung gebrycht werden, sodass sie einen möglichst hohen Anpressdruck auf die eingelötete Kontaktzunge ausüben und damit Übergangswiderstände minimiert werden.

1. Maßnahme: Netzschalter überbrücken.
Da ich meine Anlage ohnehin mit einem Hauptschalter im Sicherungskasten ein- und ausschalte, sind in meiner Anlage ohnehin alle Schalter dauerhaft auf "On", ein Netzschalter am Furman damit überflüssig.
Vorgehen: Mittels der vorhanden Kabel kann man durch Umstecken den Stromlauf der Phasen-Leitung (braun) direkt an die Sicherung führen. Von dort geht der Original-Stromlauf weiter zur Platine. Der Neutralleiter (blau) wird von der Kaltgerätebuchse (male) direkt auf den Platineninput gesteckt. Alle überflüssigen Kabel am Netzschalter sollten komplett entfernt werden.
Auswirkung: geringe Zunahme der Wirkung aber hörbar

2. Maßnahme: Sicherung überbrücken.
Ab hier verzichtet man auf die erste Schutzmaßnahme des Furmans, nämlich die thermische Überlast-Sicherung.
Vorgehen: Es wird nun neben dem Neutralleiter (blau) auch die Phase (braun) direkt von der Kaltgerätebuchse auf die Platine geführt.
Auswirkung: deutliche Zunahme der Wirkung gegenüber Maßnahme 1.

3. Maßnahme: Überspannungssicherung überbrücken.
Hier verzichtet man auf die zweite Schutzmaßnahme, die im Furman eingebaut ist, nämlich der Schutz vor Überspannung, beispielsweise bei Blitzeinschlag.
Vorgehen: Man erkennt rechts oben auf der Platine einen kleinen schwarzen Kasten, der einen einpoligen Relais beinhaltet - umgeben von einer Reihe elektronischer Bauteile, die für die Schutzschaltung zuständig sind. Der Relais stellt eine weitere Kontakt-Übergangsfläche dar, die es neben Netzschalter (Maßnahme 1) und Überlastsicherung (Maßnahme 2) zuüberbrücken gilt. Zudem ist eventuell möglich, dass auch die Schutzelektronik weiteres Störpotenzial beinhaltet.

Bild
Schaut man sich die Platine auf der Lötseite an, erkennt man an der oberen Seite der Platine die von links gesehen 1. Unterbrechung der breiten Leiterbahn (die zweite betrifft das Einschleifen der großen Drossel). Hier sitzt auf der Bauteileseite der Kontaktweg des Relais, der die Unterbrechung bei Überspannung auslöst. Auf der rechten Seite der unterbrochenen Leiterbahn erkennt man die beiden eingelöteten Kontaktzungen, die für die Maßnahme 3 relevant sind. Man kann nun durch Umstecken der Phaseneingangs (braun) auf TAB 2/3 die Überspannungssicherung umgehen. Das sieht dann so aus:

Bild

Auswirkung: deutliche Zunahme des Wirkung gegenüber Maßnahme 1+2

4. Maßnahme: Direktverkabelung auf die Platine:
Hier umgeht man die Kaltgerätebuchsen von In- und Output.
Vorgehen: Ich hatte das so gelöst, dass ich die Kaltgerätestecker der Netzkabel entfernt habe und stattdessen an Phase und Nulleiter jeweils Kabelschuhe gecrimpt hatte, die ich dadurch direkt auf den Stromausgang der Platine (linke Seite) stecken konnte. An die Erdungsleiter hatte ich jeweils Ösen gecrimpt, die ich an die gemeinsame Erdungsschraube des Gehäuses (befindet sich zwischen Eingangsbuchse und Überlastsicherung) geschraubt hatte.
Auswirkung: kein Unterschied hörbar.
Da war ich erstaunt bis enttäuscht, war doch diese Maßnahme gegenüber den anderen Maßnahmen mit Abstand am aufwändigsten. Möglicherweise sind die Übergangswiderstände an den Kontaktflächen der Kaltgerätestecker/-buchsen deutlich geringer als die der anderen drei Komponenten (Netzschalter, Überlastsicherung, Relaiskontakt).

Doch zum Trost: Der Unterschied vorher/nachher ist mit den ersten drei Maßnahmen schon überzeugend genug. Es entspricht grob geschätzt einer Verdoppelung der Wirkung.

Man kann und sollte übrigens die Kontaktfedern in den Kaltegerätebuschen (female) vom Furman (Ausgang) und dem zuführenden Stromkabel nachspannen. Die Stecker sitzen dadurch wesentlich strammer. Die einzelnen Kontaktzungen der Furman-Buchsen (female) kann man nach Zurückbiegen einer Kunststoffarretierung komplett herausziehen, bearbeiten und wieder einrasten lassen.
Desweiteren sollten alle losen Kabeln mit Kabelbindern zusammengefasst und damit fixiert werden (ein Schritt, den ich auf den Bildern noch ausgelassen hatte, damit der neue Kabelverlauf deutlicher erkennbar ist).
Auch sollten alle Elkos, wenn noch nicht geschehen, mit Heißkleber an der Platine fixiert werden, um sie gegen Mikrofonie-Effekte unempfindlicher zu machen (Hans-Martin erwähnt dies immer wieder).

Noch eine Bemerkung zur klanglichen Verbesserung durch den Furman AC210 AE:
Bei Einsatz des Furmans entstand zumindest bei mir der Eindruck eines (leichten!) Dynamikverlustes und einer leichten Abnahme der Bühnenbreite, was insofern paradox ist, als das Bassfundament zuzunehmen scheint. Es wirkt also eher wie ein Dynamikverlust in den Höhen, was den Bass kräftiger erscheinen lässt. Dieser Eindruck verstärkte sich bei mir durch die oben beschriebenen Maßnahmen.
Auch Stephan, mit dem ich mich darüber austauschte, hat diesen Effekt beobachtet. Laut seinen Aussagen ist das der Grund, weshalb er bei seinen Modifikationen die interne Verkabelung auf Silberdraht umgebaut hatte, was dem Klang mehr Höhen einhaucht.

Nachdem ich jetzt intensiver mit und ohne modifizierten Furmans verglichen habe, wird allerdings deutlich, dass der auf den ersten Blick entstehende Dynamikverlust in den Höhen in Wirklichkeit nur eine Verschiebung der tonalen Balance in Richtung Bass ist. Mit Furman und korrigierter Zielkurve in Acourate (statt bisher linearer Absenkung um -3dB nun 0dB), klingt es nun perfekt.

Der zweite Eindruck, nämlich eine Einengung der Bühne entpuppte sich nach mehreren A/B-Vergleichen in Wirklichkeit als ein aufgeräumteres Klangbild. Ohne Furman klingt es luftiger und weiter aber auch diffuser. Mit Furman "überblickt" man den Raum besser und die Instrumente erscheinen geordneter. Das Hören wird dadurch emotional involvierender und entspannter zugleich - und um diese Wirkung geht es ja bei all unseren Bemühungen (zumindest für mich ein wichtiges Ziel bei allen Optimierungen).

Grüße
Fujak
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Beitragvon Hans-Martin » 30.04.2017, 10:55

Fujak hat geschrieben:Noch eine Bemerkung zur klanglichen Verbesserung durch den Furman AC210 AE:
Bei Einsatz des Furmans entstand zumindest bei mir der Eindruck eines (leichten!) Dynamikverlustes und einer leichten Abnahme der Bühnenbreite, was insofern paradox ist, als das Bassfundament zuzunehmen scheint. Es wirkt also eher wie ein Dynamikverlust in den Höhen, was den Bass kräftiger erscheinen lässt.

Hallo Fujak,
diese Klangbeschreibung würde ich fast jedem Passiv-Netzfilter-Einsatz zuordnen.
Angesichts deiner Modifikationen und Umgehungen bestimmter Baugruppen könnte man vermuten, dass das Gerät auf seine Grundfunktion
Bild
reduziert wurde.
So kommt nun mein durchgangsverlustreduzierter "Furman des kleinen Mannes" als Alternativvorschlag zustande:
1 Kaltgerätenetzkabel (selbstverständlich vom Netz getrennt!) 20cm vor dem geräteseitigen Ende über 7cm vom äußeren Mantel befreien (2 Rundum-, 1 Längsschnitt). 1 Feuchtraumdose aus flammhemmendem, selbstverlöschendem Kunststoff auf gegenüberliegenden Öffnungen von oben bis zur Öffnung einschneiden, dass man das Kabel von oben einlegen kann. Die braune Leitung wird in der Mitte des freigelegten Stücks durchtrennt, mit jeweils einem Ende der Spule verlötet. Der blaue Leiter wird über 1 cm abgemantelt, aber nicht unterbrochen, hier werden die beiden Kondensatoren mit ihren jeweils noch freien Beinen angelötet. Mit Heißkleber kann man die Bauteile fixieren, Kabelbinder können als Zugentlastung zusätzlich Kabelbewegung verhindern, Deckel drauf, fertig. Die gelb/grüne Schutzerdeleitung wurde nicht angerührt, der Nullleiter nicht unetrbrochen, beide behalten ihren ursprünglich niedrigen Durchgangswiderstand in Richtung netzseitiger Erde.
Die Kondensatoren sollten mindestens X2/VDE/275V~ entsprechen, die Gesamtkosten liegen unter 10 Euro, Haptik und Optik interessieren wenig, die Einrichtung verschwindet ja hinter dem Gerät.
Der gewünschte Effekt des Filters kombiniert sich hier mit einer Minimierung aller vermeidbaren Verluste, da der Stromweg nur an einem Punkt mit einer einzigen Unterbrechung des Netzkabels einhergeht.
Nachdem ich jetzt intensiver mit und ohne modifizierten Furmans verglichen habe, wird allerdings deutlich, dass der auf den ersten Blick entstehende Dynamikverlust in den Höhen in Wirklichkeit nur eine Verschiebung der tonalen Balance in Richtung Bass ist. Mit Furman und korrigierter Zielkurve in Acourate (statt bisher linearer Absenkung um -3dB nun 0dB), klingt es nun perfekt.

3dB haben oder nicht haben wäre schon ein gewaltiger Unterschied. Lässt sich der Acourate-messtechnisch irgendwie aufzeigen?
Mein Eindruck bei Netzfiltern ist/war bisher, dass die TiefpassFiltercharakteristik mit ihrem -3dB Punkt im Audiobereich die Höhen wahrnehmbar "beruhigt". Also ein 12kHz Tiefpass "nimmt Brillanz und Luftigkeit der Musik zurück", obwohl er nur in der Netzzuleitung wirkt.
Wer das unzweifelhaft feststellt, wird sich dem angrenzenden Kabelklangthema "Netzkabel" mit seinen vielfältigen Aspekten vielleicht aufgeschlossener* zeigen.
Grüße Hans-Martin

* gemeint sind diejenigen, die Klangeinflüsse durch Kabel nicht wahrhaben wollen
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Beitragvon Fujak » 30.04.2017, 18:10

Hallo Hans-Martin,

Du wirst lachen: Nachdem ich mit der Neuverdrahtung praktisch 2/3 der Features deaktiviert habe, ist auch bei mir die Frage aufgetaucht, die verbliebenen Bauteile separat zu kaufen und ein kleines Zwischenkästchen in die jeweiligen Netzzuleitungen nahe des Kaltgerätesteckers einzubauen. Ich hatte ähnliches ja schon mal für eine Niederspannungsleitung meiner Labornetzteile gemacht:
Bild
Könntest Du denn mit konkreten Werten aufwarten, was Induktivität der Drossel und Kapazität für die Cs anbelangt? Zudem sehe ich im Furman noch 3 Dioden, weitere Elkos und einen Widerstand im linken (Ausgangs-)Bereich. Hast Du dazu eine Erklärung?

Grüße
Fujak
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Beitragvon Trinnov » 30.04.2017, 20:36

Man könnte so etwas für die Netzspannungsfilterung auch als Einbaumodul kaufen.
Hier die 3-stufigen von Thel. Außerdem sehr viel interessante Theorie zum Netzfilter-Thema.
http://www.thel-audioworld.de/module/Netzfilter/Netzfilter.htm

Wenn man keinen hohen Strombedarf hat, dann immer die schwächeren Filter nehmen, da die Sperrtiefe höher ist.

Hier noch die DC-Blocker, für die Leute die einen DC-Offset auf dem Netz haben und große Trafos daher brummen.
http://www.ebay.com/itm/DC-trap-blocker-filter-for-toroidal-transformers-toroids-fully-populated-PCB-/131752250616



Gruß,
Horst
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Beitragvon Hans-Martin » 30.04.2017, 20:44

Fujak hat geschrieben:Zudem sehe ich im Furman noch 3 Dioden, weitere Elkos und einen Widerstand im linken (Ausgangs-)Bereich. Hast Du dazu eine Erklärung?

Hallo Fujak,
es sind nach dem Pi-Filter parallel zum Ausgang 4 Dioden als Brückengleichrichter, dazwischen ein Elko und ein mit Keramikdistanzhaltern thermisch von der Leiterplatte entkoppelter Lastwiderstand.
Hier sieht man es deutlicher : http://www.digit-hall.com/assets/uploads/2014/08/jpg_Furman-AC210A-E-circuit.jpg
Dazu am Ausgang parallel ein Folien-C mit Widerstand, Zobelglied oder Snubber, dieses RC-Glied ist noch leicht zu erklären, für den Lastwiderstand nach dem Gleichrichter und der Siebung fehlt mir die Phantasie. Es scheint ja keine Verbindung zum andreren Teil der Leiterplatte zu geben. Denn der Überspannungsschaltkreis hat wohl seine eigene Stromversorgung.
Ein WIderstand allein wäre ja hinreichend, um zu verhindern, dass man nach Abzug des Zuleitungsskabels ohne Lastgeräte beim Berühren der Kaltgeräteeinbausteckerstifte einen elektrischen Schlag von den geladenen 0,47uF Cs bekommt, aber wozu der Umweg über Gleichrichtung und Siebung? Um die Spule nur im Scheitelbereich zu belasten? Um für Kleinverbraucher auch eine Wirkung aufzuweisen?

Was die Berechnung der Filterkomponenten betrifft, würde ich die Geräteleistung durch 230V teilen, aus 230V und dem errechneten Strom den entsprechenden Widerstand berechnen, dann wie beim Lautsprecher einen Tiefpass auf diesen Widerstand bestimmen. Das ist Quick&Dirty, würde mir aber reichen.
Ob eine Gegentaktstörung unterdrückt werden soll, wie hier, oder eine Gleichtaktstörung, wie bei den vielen gängigen Netzfiltern, wo auf den Kernen 2 Wicklungen liegen, sollte sich nach der Situation richten.
Ich wundere mich, dass bei den 2 Windungen gegenüberliegende Kernhälften bewickelt werden, ich vermute, um die Isolation und Sicherheit zu verbessern. Dabei wäre eine bifilare Wicklung eigentlich besser.
Der Kern hat ein materialabhängiges Frequenzband, in dem er leistungsfähig ist, außerhalb des Bereichs geht die Wirksamkeit zurück.
Eine bifilare Wicklung könnte die Lebendigkeit fördern, wenn man den Kern mit dem parallel geführten Netzkabel (ohne Schutzleiter) umwickelt, nach meiner Vorstellung erhöht das die Gleichtaktunterdrückung, ohne die Gegentakteigenschaft (Bremswirkung) zu verschlechtern, wie es geschähe, wenn der Kern bei 50Hz die beiden räumlich getrennten Wicklungen nicht koppelt.
Alles Spekulation von mir, man müsste dazu mal Netzfilterspezialisten befragen.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon SolidCore » 01.05.2017, 00:56

Hallo zusammen

Hmmmm. also erstmal stimmen meine Gedanken weitgehends mit denen von Fujak überein.
Ich wollte mir nur nicht die Mühe machen und die einzelnen Schritte für sich klanglich testen,
sondern habe direkt den Totalumbau gewählt. Der vom Foto ist noch nicht ganz fertig.
Bild

Sprich: Netzschalter und Bi-Metall-Sicherung aus dem Strompfad genommen, Kondensatoren mit Heisskleber
fixiert, die Rasterbänder (meist gebrochen) entfernt und den Ringkern mit Heisskleber fixiert.
Alle Kabelschuhe (verbaut waren welche aus Blech) entfernt und durch direkt verlötet.
Alle stromführenden Adern durch Echtsilber ersetzt.

Nun bin ich ein wenig auf Kriegsfuß, die Überspannungs-Schutzschaltung aus dem Strompfad zu nehmen.
Das verbaute Relais ist ein 30A Typ, sollte also großflächige Kontakte haben. Eigentlich find ich die Schutzschaltung ja sinnvoll. Ist das wirklich so hörbar, das der ganze Furman ohne Überstromschutz besser klingt?

Die Klangaussagen von Fujak kann ich bestätigen. Und da ein teil der einge-engten Bühne bestimmt auch dem verbautem Draht und den Blechkabelschuhen zuzuordnen ist, habe ich in der tat als Kompensation einen absoluten Highend-Draht, welcher auch in den besten Stromkabeln der Welt verbaut ist, als Neuverdrahtung gewählt. Möglicherweise klingt mein umgebauter Furman mehr nach dem Draht, als er selbst klangliche Wirkungen zeigt :) Jedenfalls wurde mein Umbau als sehr gut empfunden, hier mal ein Bericht:
http://www.open-end-music.de/vb3/showpo ... tcount=340

Gruss
Stephan
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Beitragvon SolidCore » 01.05.2017, 09:29

Hallo zusammen

Interessan finde ich, das Furman in ihrem Modell Furman Elite 16 Power Factor Ei für 1200,-
die gleiche Filterplatine verwendet wie im AC210AE.
Der Furman Elite 16 Power Factor Ei wird außerdem für Highendanlagen vom Hersteller empfohlen.
Hier mal ein bild:
Bild

Und hier ein Hörtest:
http://www.hifistatement.net/tests/item ... ei?start=1

Also bei der Innenverkabelung, auch im Bezug auf weglassen der Automaten usw, seh ich da einiges an Tuningpotential.

Gruss
Stephan
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Beitragvon Hans-Martin » 01.05.2017, 09:41

Hallo Furmann-Freunde,
also bevor hier ein Hype auf Furmann entsteht, muss ich sagen, dass die Klangbeschreibungen mich sehr stark an meine Erfahrungen mit TMR-Netzfiltern der späten 1980er Jahre erinnern, die waren mindestens doppelt so teuer, aber dafür auch in soliden eloxierten Aluminiumgehäusen verpackt, mit fest angeschlossenen geschirmten Kabeln.
Die volle Wirkung eines Netzfilters entfaltet sich, wenn die nachfolgenden Kabel nicht wie Antennen wirken und sich von den Netzkabeln aus der Nachbarschaft wieder einen Teil der Störungen einfangen.

Stefan, wenn du einen Teil der Klangeinschränkungen auf die interne Verkabelung zurückführst, möchte ich darauf hinweisen, dass hinter dem mittleren 0,47uF Kondensator auch ein Stecker die Abgriffmöglichkeit unmittelbar nach der Spule bietet, womit ein Teil der dünnen Leiterbahnen (typisch nur 35um dick, vielleicht sind es hier auch 70 wie bei LS-Frequenzweichen) eingespart werden kann. Mindestens genauso erfolgversprechend ist die Vermeidung der Nulleiter-Distribution über die Leiterplatte durch Dirketverbindung der inbaustecker-Ausgangsbuchsen.
Fujaks Bild der Leiterplattenunterseite
Bild
zeigt das auf. Eine Direktverdrahtung von Kaltgerätestecker zu den Kaltgerätebuchsen ist einfach (zu einfach?) und wirkungsvoll.
Ich würde jeweils ein 2,5mm Loch in die Nulleiter-Anschlusslaschen bohren, das Kabel 2cm abmanteln, den blanken Bereich halb durchstecken, dann quer um die Lasche in Form 8 wickeln und verlöten - quer, damit noch Platz für den Originalsteckschuh bleibt, der zur Leiterplatte verbindet.

Meine Erfahrungen mit Varistoren (dem hier blauen Überspannungsableiter zwischen Phase und Nulleiter) sind durchweg positiv, ja ich halte sie sogar für klangverbessernd, wenn sie im Audio-Gerät oder davor parallel eingesetzt sind. Sie müssen ausgetauscht werden, wenn sie sich verfärbt haben, da wundere ich mich, warum sie im Furman sich im Schrumpfschlauch tarnen.
Fujaks Mod verzichtet offenbar darauf, indem die Verkabelung den Relaisbereich überspringt.

Für mich wäre die letzte Konsequenz, mit ausgesuchtem Draht direkt* von dem Relaisabgang (Stefan) oder von Kaltgeräteeingangsstecker-Phase (Fujak) ein Kabel zur Spule zu führen, ohne Unterbrechung mit demselben Draht die 27 Windungen zu ersetzen und dann direkt zu den Ausgangsbuchsen zu leiten. Die Originalkabel bleiben in Position zur Leiterplatte und konnektieren die 0,47uF Kondensatoren. Die Cs könnte man natürlich auch direkt an die Eingangsstecker und Ausgangsbuchsen löten.

* Der Blick auf die Leiterplatte zeigt auch, dass um die Relais und um die Flachstecker das Leiterbahnmaterial mit kleinen Brücken die Verbindung macht, beim Schwalllöten ist dann die Wärmeableitung zur größeren Kupferfläche gering, die Lötstelle gelingt mit Sicherheit, aber bei 35um Kupferauflage und weniger als 0,5mm breiten Brückenbahnen bleibt nicht mehr viel Querschnitt übrig, vielleicht auch als zusätzliche Überstromsicherung gedacht... :mrgreen:
Da kann man wohl noch mal Hand anlegen, oder mit Massivdraht parallel zur Leiterplattenbahn die eigentlichen Kontakte direkt verbinden/verlöten.

Die Frage bleibt offen, welche Aufgabe die Baugruppe parallel zum Ausgang hat, bestehend aus Brückengleichrichter mit Elko und Lastwiderstand.
Das Furman-Teil ist formschön, nicht teuer, aber weniger wirksam, wenn man nicht auf die richtige Phasenzuordnung achtet.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon SolidCore » 01.05.2017, 12:59

Hallo Hans-Martin

Sehr schön konsequent weiter gedacht. Wenn du mit der Phase mein Bild meinst, hast du vollkommen recht,
die beiden Adern rechts an der Eingangsbuchse liegen Phasenverkehrt, weil sie noch angelötet werden müssen. Dann natürlich Phase auf den rechten Pol im Bild.
Wenn ich das richtig sehe, ist der Null-Leiter in der Tat nur über die Leiterbahn geschliffen, und bekommt nur parallele Bauteile zugeschaltet. Dann könnte man den Stromweg natürlich auch mit einem Draht als Hauptleiter bewerkstelligen.
Mir ging es eher darum, den Furman zumindest bei den Usern, die ihn im Urzustand als Vorteil empfinden,
auf ein höheres Niveau zu bringen. Da ich selbst ohne sehr zufrieden bin, wollte ich keine Doktorarbeit daraus machen :) Es wäre mir zu mühselig, eigene Filter klanglich auszuloten, weil nach dem vorgeschlagenem Extremumbau der Furman eigentlich keiner mehr ist.

Gruss
Stephan
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Beitragvon audiokarl » 01.05.2017, 14:28

Hallo Furman Freunde :wink:

um Brumm zu eliminieren aber auch zum Schutz meiner teilaktiven MartinLogan Summit habe ich einen Furman_ITReference16Ei zugelegt. Der sollte für alle Gerätschaft seine Dienste leisten.
Gegen Brumm hat es nichts gebracht und ganz im Gegenteil veranstaltet der Furman selbst Nebengeräusche, die je nach Tageszeit verschieden ausfallen. Durch entkoppeln des ELO vom Gehäuse kann man das etwas eindämmen.

Um das leise Brummen am rechten Kanal meines Esoteric DAC, das mir erst in letzter zeit zusätzlich aufgefallen ist wenn er ohne externen Vorverstärker spielt auch zu stoppen hab ich den Bulgarischen DC Flilter integriert.

Weder Brummen verbessert noch klanglich eine Veränderung (was aber auch nicht von Nachteil ist) ist von mir Wahrzunehmen.
schade, sehr schade :(
Karl
[url][url=http://abload.de/image.php?img=img_4180w2ssc.jpg]Bild[/url][/url]
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Beitragvon Hans-Martin » 01.05.2017, 21:22

Hans-Martin hat geschrieben:Die Frage bleibt offen, welche Aufgabe die Baugruppe parallel zum Ausgang hat, bestehend aus Brückengleichrichter mit Elko und Lastwiderstand.
Hallo Furmann-Freunde,
Dazu sagt Furman: "These components harness excess voltage in the incoming power and releases it safely, protecting your equipment without sacrificing components or requiring maintenance."
Vorausgesetzt, die Dioden sind schnell genug, wird der niedrige Innenwiderstand des Elkos diese Peaks mit seinem Innenwiderstand belasten.
Das ist mal ein ganz anderer Ansatz von Netzfilterung als man ihn sonst kennt.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hans-Martin » 01.05.2017, 22:22

SolidCore hat geschrieben: Wenn du mit der Phase mein Bild meinst, hast du vollkommen recht,
die beiden Adern rechts an der Eingangsbuchse liegen Phasenverkehrt, weil sie noch angelötet werden müssen. Dann natürlich Phase auf den rechten Pol im Bild.

Hallo Stephan
schön, dass du das selbst gefunden hast, mir war dieses Detail noch nicht aufgefallen.
Ich meinte, dass die Spule in der Phase-Leitung eine andere Wirkung hat als im Nullleiter, weil der zentrale Netzfilterpart von Furman ein Pi-Filter ist, nur eine Spule in einer Leitung, davor und danach jeweils Kondensatoren zwischen beiden.
Da sollte die Spule in der Phaseleitung liegen, nicht in der Rückleitung zum Mittelpunktleiter (gleichbedeutend mit Erde).
In meiner Vorstellung ist eine Zuleitung von Störungen auf der Phase schlecht, ebenso eine hohe Impedanz bei HF-Ableitung beim Rückleiter. Umgekehrt macht es klanglich viel mehr Sinn.
Da ich selbst ohne sehr zufrieden bin, wollte ich keine Doktorarbeit daraus machen :) Es wäre mir zu mühselig, eigene Filter klanglich auszuloten, weil nach dem vorgeschlagenem Extremumbau der Furman eigentlich keiner mehr ist.
Ist mir egal, die Performance zählt, nicht was vorne drauf graviert ist. Du verseilst doch auch unbenannte Drähte nach eigenen Verfahren und Erkenntnissen. Ohne scharfe Beobachtungen kommt man doch zu nichts.

Apropos Doktorarbeit: wenn man die Arbeit von Ingenieuren (im Ergebnis ein Industrieprodukt) noch deutlich verbessern will, muss man normalerweise schon genauer hinschauen.
Wenn man mit so wenig Aufwand ein Industrieprodukt deutlich aufwerten kann, bleibt die Frage, wie schlecht die Ingenieurleistung der Entwickler zu beurteilen ist.
Also kein gutes Produkt, welches man besser auf nur 10 best-brauchbare von 100 Teilen reduziert?
Ein Dilemma - sehr interessantes Thema. :cheers:
Und ich habe mir nur vorhandene allgemein zugängliche Bilder angesehen, kenne das Produkt gar nicht. :cheers:
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hans-Martin » 01.05.2017, 22:44

audiokarl hat geschrieben:um Brumm zu eliminieren aber auch zum Schutz meiner teilaktiven MartinLogan Summit habe ich einen Furman_ITReference16Ei zugelegt. Der sollte für alle Gerätschaft seine Dienste leisten.
Gegen Brumm hat es nichts gebracht und ganz im Gegenteil veranstaltet der Furman selbst Nebengeräusche, die je nach Tageszeit verschieden ausfallen. Durch entkoppeln des ELO vom Gehäuse kann man das etwas eindämmen.

Hallo Karl,
das nach Tageszeit schwankende Brummen des Furmans deutet auf Gleichstromanteile im Lichtnetz hin, die den fetten Ringkerntrafo des Furmans in die Sättigung fahren, wenn sein Gleichstromwiderstand sehr gering ist.
Das ist ein anderes Kapitel als die Brummproblematik, die schon vorher bestand, die auch das Furmann-Gerät nicht lösen konnte.
Da alle Schutzerdeleiter der Zuleitung und Ausgangsbuchsen miteinander vernetzt sind, können ein Stax-Verstärker mit Schutzerde und 2 Martin Logan LS mit aktiven Woofern schon eine komplexe brummschleifenbehaftete Konstellation bilden.
Hinweise, die Abhilfe schaffen, sind mMn nur möglich, wenn eine vollständige Liste aller Gerätschaften mit Erdung vorliegt, also alle Antennenleitungen, alle Geräte der Anlage mit Schutzerdeanschluss, ebenso im Netzwerk (LAN), sofern verbunden.
Das Stichwort für die Lösung ist vermutlich galvanische Trennung, wo man diese sinnvoll, also mit der geringsten klanglichen Beeinträchtigung einsetzt, lässt sich dann diskutieren und finden.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hans-Martin » 02.05.2017, 20:38

Hallo Karl,
die Annahme mit Brummschleifen setzt voraus, dass das Brummen aus dem LS kommt.
Wenn es aber aus den Trafos der Martin Logans kommt, könnte die Ursache sein, dass wir hier 50Hz haben, das Trafokernmaterial aber auf 60Hz ausgelegt sein könnte.
Da hilft dann nur, den Trafo tauschen.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon SolidCore » 03.05.2017, 07:39

Hallo Hans Martin

Den Vergleich zur Entwicklung von Kabeln finde ich nicht ganz passend. Den Ingenieur würde ich gerne kennenlernen, der an meinen Kabeln mit kleinen Änderungen deutlich mehr Klangpotential herausholt :)
Wenn dieser dann dabei den Preis nicht sehr weit nach oben treibt, Hut ab. Die Hifiscene würde Purzelbäume schlagen.

Die Ingenieurskunst am Furman jedoch zweifel ich in keinster Weise an. Die Filterplatine an sich ist bestimmt technisch gut durchdacht. Der Furman ist ebenfalls einer der wenigen Netzfilter, den bereits auffällig viele User in ihrer Kette als klanglich vorteilhaft sehen. Bei anderen Netzfiltern für Hifi sind da weitaus mehr gegensätzliche Meinungen. Von daher fand ich dieses Gerät für ein update sehr interessant. Und behaupte felsenfest, mein modifizierter spielt klanglich gegen das unmodifizierte Gerät klar besser, ohne die Technik selbst beeinflusst zu haben. Ich denke schon eher, bei dem aufgerufenem Kampfpreis und Modulbauweise für die Produktion war es gar nicht anders machbar, an der Innenverdrathung zu sparen, bzw einfache Industrieware einzusetzen. Wer jedoch mit einer hochwertigen Stromverteilung seine Anlage ausrüstet, und längst erkannt hat, das die Beipackstromkabel klanglich mühelos zu toppen sind, ja sogar die Anlage mühelos auf ein höheres Niveau treiben kann, genau diese User werden solche Flaschenhälse nicht akzeptieren wollen. Und auch als solche heraushören. Der Hörbericht der bisherigen User spiegelt dies wieder. Für alle Nicht-Kabelhörer bleibt der Furman ebenso interessant, da er dann eben nur mit seiner Filterwirkung glänzt, was in manchen Anlagen bereits eine Verbesserung darstellt. Letztendlich muss man es wie immer im Hörtest herausfinden.

Gruss
Stephan
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