"High End"-Vorverstärker im persönlichen Vergleich

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"High End"-Vorverstärker im persönlichen Vergleich

Beitragvon shakti » 25.07.2016, 21:57

Ausgehend von meinen Versuchen und Erfahrungen in den letzten Wochen, moechte ich diesen thread starten.
Ich hatte die Moeglichkeit verschiedene PhonoPres in meine Kette zu integrieren sowie in meinem zweiten Hoerraum die Aufgabe einen neuen Hornlautsprecher mit einem optimalen Signal zu versorgen.

So habe ich die letzten Wochen viele Geraete hin und her getragen und in verschiedenen Kompositionen ausprobiert.

Nachhalter Eindruck war mal wieder, dass der Einfluss des Vorverstaerkers auf das Gesamtergebnis mit am groessten ist. Natuerlich vorausgesetzt, dass der Rest der Anlage keine groben Baustellen aufweist.

Da meine Ketten aber auf einem durchgehend hohem level spielen, kann ich dies bei mir ausschliessen und mich einfach mal auf die Vorverstaerker konzentrieren.

In meiner Hauptanlage haben lange Zeit Krell Evo 600 MonoEndstufen gespielt (200kohm Eingangsimpedanz), an denen sich die folgenden Vorverstaerker versuchen durften:

- Audio GD Master 1 (UVP ca 1300,-)
- Mark Levinson ML 380s (UVP ca 14.000,-)
- Aesthetix Callipso MKII 8UVP ca 18.000,-)
- Krell Evolution 202 (UVP ca 18.000,-)
- Conrad Johnson ACT (Ausgangsimpedanz 500 ohm) (UVP ca 16.000,-)

Als Lautsprecher spielen bei mir seit ueber einem Jahr ein Paar YG, die sehr transparent wiedergeben, was ihnen vorgesetzt wird.

die genannten Vorverstaerker kann man mit wenigen Worten im Vergleich wie folgt beschreiben:


- Audio GD Master 1

nuechtern, farblos, in seiner Qualitaet der Restanlage nicht angemessen, limitiert
(preisklassen bezogen aber durchaus ein gutes Geraet)


- Mark Levinson ML 380s
klar, dynamisch, analytisch, balanciert, neutral, strukturiert, dennoch, nur wenig Emotionen werden uebertragen


- Aesthetix Callipso MKII
Klangfarben ohne Ende, grosser Raum, hochemotional, Musik mit "dickem Pinsel" gemalt, grobdynamisch kaum zu uebertreffen, fesselnde Wiedergabe



- Krell Evolution 202

sehr dynamisch, viele Informationen, etwas trockener und nuechterner Klang, mehr Klangfarben als ML380s, sehr differenzierter Bassbereich


- Conrad Johnson ACT (Ausgangsimpedanz 500 ohm)

mein aktueller Favorit!, spielt sehr feinsinnig, zurueckhaltend, dennoch sehr emotional, grosser Raum, sehr konturenreich und klangfarbenstark, differenziert Unterschiede der Eingangssignale sehr gut, dh macht Spass auf Workshops!, auch bei "schlechten" Quellen nahe an der "Musik", dh man kann auch mit schlechterem Material noch gut Musik hoeren


Ich habe dann die Krell Evo 600 gegen NAT SE3 Endstufen ausgetauscht!
Die NAT SE3 (100kohm Eingangsimpedanz) haben bei mir pro Kanal 4x GE 211 Roehren mit 75w sinus und einem Daempfungsfaktor von 50, was diese Endstufen im Prinzip in die Lage versetzt, auch "normale" Lautsprecher anzutreiben (meine YG haben 92db Wirkungsgrad mit aktiven Baessen)

Die NAT haben Unterschiede bei Signalquellen nocheinmal deutlicher gemacht, so dass ich an den NAT weitere Vorverstaerker ausprobieren moechte.

Den Start wird eine Vorstufe machen, mit der ich schon laenger liebaeugel, ist diese doch sehr konsequent mit feinen Bauteilen aufgebaut. Eine

- Hovland HP 100 ( UVP ca 9000,-eur)

http://www.linehifi.de/Elektronik/HOVLAND/HP-100_Flyer_V1.08_small.pdf

Konnte ich die Hovland HP 100 bereits sehr gut hoeren, kann ich mich aber zumeist an eher sehr unbefriedigende Vorfuehrungen erinnern, die dem Ruf des Geraetes in keinster Weise gerecht wurden.

So hat es mich nicht gewundert, dass der Hersteller schnell mit einem Nachfolger, der HP 200 auf den Markt kam, dieser war (ist) dann sogar fernbedienbar und soll nicht ganz so "zickig" sein.

Die Hovland HP 100 zeichnet sich erstmal durch eine sehr hohe Ausgangsimpedanz von 2,5kohm aus, was erklaert, warum der Pre sich nicht mit allen Endstufen vertraegt und somit zu sehr wechselhaften Vorfuehrungen tendiert (zum Vergleich, die hier im Forum beliebte MFE Roehrenvorstufe hat ca 110ohm Ausgangsimpedanz)

Da die mit der Hovland HP 100 vorgestellte Radia Endstufe aber 50kohm Eingangsimpedanz aufweist, gehe ich davon aus, dass die HP 100 sehr gut mit den 100kohm meiner NAT monos klar kommen wird und ich somit bald erzaehlen kann, wie sich die Hovland HP 100 im Vergleich in meiner Kette macht!

http://www.enjoythemusic.com/superioraudio/equipment/0304/hovlandhp100radia.htm

Ende August werde ich dann hoffentlich auch den Audio Note Mentor 2.0 in der besonderen und exclusiv fuer mich gefertigten "Silver Signature" Version (mehr besondere Silberbauteile, bessere Roehren , zB 2x Psvane Western Electric 274b) bekommen.

Das Geraet ist entsprechend ein Audio Note Level 5 Geraet und ist von der Grundschaltung an die Audio Note M10 (eine von Robert Koda unterstuetzte Entwicklung) angelehnt.

Ich werde versuchen in der naechsten Zeit immer mal wieder einen sehr guten Vorverstaerker zu bekommen, da ich es sehr spannend finde, wie stark die Qualitaet des Gesamtergebnisses von dieser Komponente abhaengt!


Interessantes Interview mit einem "interessanten" Entwickler:

http://www.monoandstereo.com/2015/03/in ... obert.html

ueber Aspekte der Entwicklung eines High End Vorverstaerkers.



In den naechsten Tagen kommt dann der Erfahrungsbericht zur Hovland HP 100!


Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 26.07.2016, 21:59

heute wurde meine Feierabend durch ein paar Kartons mit feinen Hifi Sachen begruesst :-)
Die Hovland HP 100 und ein Paar NAT Se1 monos mit speziellen Psvane 211 Roehren
http://psvanetube.com/wordpress/store/p ... -tii-pair/
sind angekommen, so dass meine Hoerner bald (so hoffe ich) optimal angesteuert werden koennen.
reut
Aber erst gilt es die Hovland HP 100 in meiner Hauptkette zu hoeren, habe ich doch diesen Pre immer nur in Fremdanlagen gehoert.

Ich habe mir angewoehnt Komponenten tests zumeist nur mit den YG Anat II Modulen durchzufuehren, dh die aktiven Basslautsprecher der YG nicht anzusteuern.
Die YG Anat II Module werden auch einzen verkauft und sind nach unten unbegrenzt, so dass man damit sehr gut Komponenten vergleichen kann.

Zuerst habe ich meine aktuell gerne gehoerten Stueck mt meinen StammPre der, Conrad Johnson ACT angehoert und mich mal wieder ueber die involvierende Klangfarbenschoene Wiedergabe gefreut.

Dann der Wechsel zur

- Hovland HP 100:


Tja, offen gestanden, damit hatte ich nicht gerechnet..., Die HP 100 spielte superklar und mit extrem feiner Detailaufloesung auf, ich bekam einen tiefen Einblick in die Musik, der mir bis jetzt verwehrt war, dazu ein extrem sauberer und tiefer Bassbereich.
Dass die HP 100 gut ist , wusste ich, dass sie zickig ist auch..., dass sie in meiner Kette so frei aufspielt ist fuer mich dh eine echte Ueberraschung,
Vergleichen moechte ich den Effekt mit dem Wechsel von einem sehr guten Kupferkabel zu einem Reinsilberkabel in der zB "Refine Audio" Abstimmung.
Detaills werden ploetzlich klar rausgearbeitet ohne plakativ im Vordergrund zu stehen, das Klangbild baut sich scheinbar ohne Limitierungen bis zu den Frequenzenden auf.
Feine Sache.
Zurueck auf die ACT zeigt auf, dass die HP 100 (in meiner Kette) diesen Eindruck mit einem etwas schlanken Grundtonbereich erkauft, der manches von mir geliebte Stueck dann im Vergleich etwas blutleer klingen laesst.
Dies sind aber letztendlich Abstimmungsfragen, die man in der individuellen Kette in den Griff bekommen kann.
Mit der ACT hat man auf jeden Fall die Tonal ausgeglichen bis warm klingende Roehrenvorstufe, mit der HP 100 (zumindest mit dieser HP 100 in meiner Kette) hat man eine extrem aufloesende Vorstufe , die sorgfaeltig integriert werden moechte
Die Hovland HP 100 ist aktuell mit recht neuen JJ ECC82 und ECC83 Roehren ausgestattet, denke mir, dass man an dieser Stelle bestimmt auch bessere Roehren finden wird, die tonal etwas balancierter spielen!

ich habe mir auf jeden Fall nach kurzer Zeit die Muehe gemacht nun auch die Bassendstufen anzuschliessen.

Da war dann die Enttaeuschung gross, ploetzlich brach das Klangbild der HP 100 foermlich zusammen...,
Die parallel angeschlossenen Aktivendstufenmodule trieben wohl die Abschlussimpedanz in einen Bereich, der mit den 2,5kohm Ausgangsimpedanz der HP 100 so gar nicht harmonieren wollen.

Diesen Vergleich habe ich dann auch mit der Conrad Johnson ACT gemacht. Diesem Pre machten die Bassendstufen am zweiten Endstufenausgang ueberhaupt nichts aus, die klangliche Performance blieb auf dem gewohnten klanglich extrem hohen level.

Somit habe ich die Hovland HP 100 nun an die NAT Se1 monos angeschlossen , diese dann an die RD Acoustic Evolution Hoerner, was eine extrem gut aufspielende Kombination ergibt.

So hoere ich nun entspannt Musik und freue mich ueber die schone Hovland Vorstufe :-)

Mal schauen, welche Vorstufen noch zum ausprobieren vorbeikommen moegen!

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 31.07.2016, 09:39

heute vormittag habe ich einmal eines der puristischsten Vorverstaerker ueberhaupt ausprobiert, einen passiven Pre,den

- LAB12 "True" (UVP ca 450,- eur)

http://www.monoandstereo.com/2014/01/lab12-true-passive-preamplifier.html
(spielt bei mir in schwarz)

Auch wenn er mit ca 450,- eur Neupreis nicht wirklich in das Vergleichsumfeld bei mir passt, wollt eich einfach mal hoeren, was ein einfacher Passiver Pre in meiner Kette so macht.

Der erste Eindruck ist , dass er auf jeden Fall keinen der vorhandenen Vorstufenboliden ersetzen kann!

Was er aber deutlich besser macht, als einige der guenstigen Pre's, die ich schon zuhause hatte, ich die Unterschiede der Signalquellemn herauszuarbeiten.

In meinem Falle habe dem Lab12 True einen DAC mit starker Ausgangsstufe zur Seite gestellt, einen "DER SIEBENER" DAC von Lampizator, so dass der Pre in erster Linie als "Bedaempfer" arbeiten konnte.

Die meisten preiswerteren aktiven Pre's (die ich kenne) druecken der Musik ihre eigene tonale Signatur auf und man muss dann doch einiges in den Pre investieren um einen transparenten Pre zu bekommen.

Der Lab12 True hingegen gibt Roehrenwechsel beim Lampi DAC akribisch wieder. Ich habe sogar den Eindruck, dass durch die Belastung der Ausgangsstufe des DAC, die ja nun die Endstufen antreiben , die unterschiede der Roehren noch etwas klarer herausgearbeitet werden.

Inetressanterweise limitiert der True nicht in Richtung der Frequenzenden.

Der Unterschied zu meinen Topvorstufen ist eher, dass die Musik koerniger wirkt, der live Charakter mancher Aufnahme nicht so mitreissen dargestellt wird. Ja man kann sagen, dass man insgesamt der Musik emotional nicht so folgen kann, wie zB mit der Hovland HP100.

Aber schaut man sich das Preisschild an, muss man schmunzeln und findet das Teil eigentlich ziemlich cool fuers Geld.

Sollte also jemand eine preiswerte Moeglickeit suchen bis zu drei Signalquellen schalten und in der Lautstaerke regeln zu wollen, ist der Lab12 True eine interessante Alternative, die aus der Natur der Sache natuerlich die Anlage mit einem tollen Geraeuschspannungsabstand verwoehnt.

Gruss
Juergen
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Beitragvon oncle_tom » 01.08.2016, 11:30

Hallo Jürgen,

der Hovland hat einen Flaschenhals, nämlich einen Tantal-Auskoppelcap am Ausgang. Da kann man für wenig Geld noch viel erreichen.

Peter
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Beitragvon shakti » 01.08.2016, 11:56

@Peter
danke fuer den Tip!
Gruss
juergen
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Beitragvon oncle_tom » 01.08.2016, 12:19

Wenn ich mich recht erinnere, dann kam der Tip von hier http://www.innovative-audio.de/index.htm

Peter
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Beitragvon shakti » 26.09.2016, 14:56

auf dem diesjaehirgen Forumstreffen waren sehr viele Vorstufen im Vergleich zu hoeren,
damit die unterschiedlichen Hoereindruecke von mir in der Rubrik Vorverstaerker leichter findbar sind, gebe ich diese auch gerne in diesem thread wieder:



LAB12 True

Die passive LAB12 (ca 600,- UVP) macht in 2 Durchgaengen den durchaus befriedigenden Anfang, ist dieser doch immer schwer..., die True wussten durch ein gutes Rythmusgefuehl und einen dynamischen Auftrit zu gefallen, insgesamt sehr neutral, aber im Vergleich zu den teureren Vorstufen auch mit weniger Details und Raum.

LAB12 Pre1

Die ca 1700,- eur teure Roehrenvorstufe wusste durch einen fein angestimmten Roehrenklang zu gefallen, dh es gab nun im Vergleich zur True mehr Grundton und weichere , besser aufgeloeste Hoehen. Insgesamt konnte das Klangbild durch etwas mehr Raum gut gefallen, doch fehlte der Pre1 im Vergleich zur True etwas der dynamische Punch, der Schwerpunkt der Pre1 lag mehr in der allgemeinen Gefaelligkeit.

Funkt MTX

Die ca 3300,- teure Studiovorstufe konnte auf Anhieb mit mehr Aufloesung gefallen, aber auch mit vielen Schaerfen, die nicht jedem gefielen. Die MTX wurde von den Hoerern extrem kontrovers diskutiert, das reichte von, das kann man keine 5min anhoeren, die klingt ja zum davonlaufen, die kann keine Musik und spielt nur "Toene", bin hin zu , dass dies die einzige "wahre" Vorstufe im Vergleich war. Festzuhalten bleibt eine preisklassenbezogen gute Aufloesung mit aehnlich grossem Raum und Raumpraezision , wie man sie bereits bei der Pre1 gehoert hat. Insgesamt deutlich heller spielend, sogar noch noch deutlich heller, als die passive Vorstufe True.

Brocksieper LC Pre

Die LC Pre (ca 4000,-, jeh nach Austattung) konnte direkt fuer sich einnehmen, eine eher hell abgestimmt Roehre mit sehr guter Aufloesung (auf dem level der Funk) ohne Haerten und Schaerfen in den Sybillanten.
Sobald ich die LCPre im Anschluss an die obigen Vorstufen gespielt habe, war das Gruppenfazit , dass nun die erste Vorstufe spielt, die zum Level der Anlage passt und diese ansatzweise zum klingen bringt. Allgemein war man erstaunt, was noch an Aufloesung und Raumtiefe in der mittlerweile wohlbekannten Aufnahme passieren kann.

MFE Tube One SE

Die Tube one (ca 5000,-) wurde wechselweise mit der Brocksieper vorgefuehrt, da sie in der selben Preisklasse spielt (hat ein integriertes PhonoTeil) , auch die MFE liess die guenstigeren Vorstufen deutlich hinter sich und machte klar, dass in diesem Preissegment deutlich mehr erwartet werden kann. Doch im Gegensatz zur Brocksieper machte die Tube one dies eher in einer dunkleren und sanfteren Gangart. Es ist nicht so, dass die Tube one Details verschweigt, aber sie laedt dabei eher zum schwelgen sein, die Brocksieper ist da eher klar im Auftritt. Ich sehe beide Vorstufen auf einem aehnlich hohen level, jeh nach persoenlicher Anlage wird die eine oder andere besser passen:

Conrad Johnson ACT 2

Die ACT 2 (ca 16.000,-eur) machte in den Gruppen, in denen ich mit diese Vorstufe den Sprung in das High End Segment gesetzt habe sofort klar, dass es jetzt nicht mehr um die Debatte Roehre oder Transistor geht sondern einfach nur noch um "richtig" im individuellen Sinne. Der Sprung an Aufloesung in den Feinstdetails, die Groesse des Raumes, die Konturenschaerfe im Mitteltonbereich, die Praezision im Bass war im Vergleich zu den vorher gehoerten recht krass und von vielen Teilnehmern so nicht erwartet worden. Tonal lag die Act2 im neutralen Bereich, im Vergleichsfeld somit eher bei den heller abgestimmten Pres (tonal aehnlich wie die Brocksieper).

BAT VK 51 SE

Die BAT ( 13.600,-eur) stand der Conny nicht viel nach, lag tonal aber wieder minimal mehr auf der gefaelligeren Seite. Die BAT schaffte es einen wunderbare Fluss in die Musik zu bringen und hat deshalb bei den Hoerern viele Freunde gefunden. In Anlagen, die eine milde Gangart im Hochton und etwas satteren "Fluss" im Mitteltonbereich vertragen koennen ist die BAT eine prima Loesung.

Beide vorher genannten Vorstufen werden aktuell gebraucht zwischen 4000,- und 6000,- (je nach Zustand mal mehr , mal weniger) gehandelt und sind damit wohl klangliche klar ueberlegene second hand Alternativen in der 5000,- eur Vorstufen klasse . Wer aktuell mit einer MFE liebaeugelt, sollte sich mal mit einer grossen gebrauchten BAT beschaeftigen, wer keine "Angst" vor eine neutraleren Abstimmung hat und zB mit einer Brocksieper liebaeugelt , koennte einen grossen klanglichen Sprung mit der ACT 2 machen.

Audio Note Kanada Mentor Silver Signature

Die level 5 Vorstufe von ANK in der Silver Signature Version (ca 12.500,-) setzte auf das vorher gehoerte noch mal was drauf und konnte dokumentieren, dass man die Performance einer Anlage auch auf hoechstem level mit einem "noch" besseren Vorverstaerker weiter steigern kann. Die Mentor spielte im Bassbereich noch einmal mehr Aufloesung und Kontur, der Stimmbereich gewann an Authenzitaet, die raeumliche Wiedergabe gewann an Tiefe. Insgesamt wuerde ich das Mentor Klangbild einfach als "richtiger" empfinden. Es befriedigte sowohl die Aufloesungsfreunde, als auch die Hoerer, die an ihrer musikalischen Seele gegriffen werden wollen.

Die Mentor war zum Vergleich noch nicht voellig eingespielt, ich freue mich auf jeden Fall schon jetzt auf jede Stunde mit dem Pre, auch wenn mich nun die Conrad Johnson ACT2 verlassen muss (und hoffentlich einen zufriedenen Kaeufer finden wird)



ich werde diesen thread immer wieder weiter pflegen, sobald mir eine neue Vorstufe in die Anlage kommt!

freue mich aber auch ueber Erfahrungsberichte anderer Foristen mit ihren Vorstufen, ist doch eine Vorstufe (zumindest aus meiner Sicht) eine sehr wichtige Komponente in einer Anlage

Gruss

Juergen
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Beitragvon SolidCore » 26.09.2016, 21:04

Hallo Jürgen

Von Hovland Vorstufen schwärmt mein langjähriger Hifikollege ebenfalls. Da er wie ich eher die musikalische, emotionale Spielweise bevorzugt, die dabei aber hochauflösend sein muss, was eben wenige Geräte schaffen,
schätze ich seine Meinung sehr. Von daher wundert mich deine Klangbeschreibung nicht. Er ist der Meinung, die JJ Röhren wären nicht ganz perfekt in den Hovland. Vielleicht findest du da einen erdigeren Austauschtypen.
Vom gleichem Bekannten lieh ich mir eine Röhrenvorstufe soulshine+ von Valvet, dir mir sehr gut gefiel. Eventuell hast du diese mal in deinem Portfolio gehört? Ansonsten wäre es einen Versuch wert.
Diese hat, auf höchstem Niveau betrachtet, auch einen leichten Hang zur Schlankheit, dafür zeigt sie Leichtfüssigkeit mit beschwingter, vollkommen freier Wiedergabe, behält aber immer die Natürlichkeit der Klangfarben.

Deine Berichte hier über Vorstufen sind m.E. nach der breitbandigste Vergleich auf höchstem Niveau, den ich je in einem Forum fand. Absolut toll, aussagekräftig, und nachvollziehbar. So hat man einen Anhaltspunkt, wenn man neu an dieses Thema herantritt.

Lese immer gerne deine Berichte, hoffe das da noch einige kommen werden.

Gruss
Stephan
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Beitragvon Radiohörer » 27.09.2016, 23:12

Auch von meiner Seite besten Dank für die schönen Berichte.

Stephan, wie siehst Du bzw. Dein Kollege die Unterschiede gerade zwischen dem Hovland (welche eigentlich?) und dem Valvet Soulshine, wie sind die in der Gesamtqualität zueinander einzuordnen?

Danke und beste Grüße
Balazs, der bisher doch mehr Transistorvorstufen gehabt hat, aber die ganz unterschiedlichen Charaktere der Audio Research SP10 MkII, LS-5 MkIII und der Shindo Auriege und Monbrison doch jeweils längere Zeit genossen hat...
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Beitragvon audiosix » 05.10.2016, 12:40

shakti hat geschrieben:

Konnte ich die Hovland HP 100 bereits sehr gut hoeren, kann ich mich aber zumeist an eher sehr unbefriedigende Vorfuehrungen erinnern, die dem Ruf des Geraetes in keinster Weise gerecht wurden.

So hat es mich nicht gewundert, dass der Hersteller schnell mit einem Nachfolger, der HP 200 auf den Markt kam, dieser war (ist) dann sogar fernbedienbar und soll nicht ganz so "zickig" sein.



Die Line Verstärkerplatine ist bei HP100 und 200 gleich, auch die Ausgangsimpedanz. Bei der 200 gibt es optionell einen symmetrischen Ausgang, der ist niederohmig (Zusätzliche Symmetrier- und Pufferstufe)

Reinhard
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Beitragvon shakti » 05.10.2016, 14:22

danke fuer die info,
habe die HP200 bis jetzt nur bei symmetrischem Betrieb einer Endstufe gehoert,
dies erklaert den anderen Eindruck,
gruss
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Beitragvon highendy » 22.11.2016, 21:19

Hallo Jürgen,

ich kann Deinem Freund nur beipflichten. Ich habe seit nunmehr 6 Jahren eine Hovland HP 200. Viele Vorstufen habe ich verglichen, aber keine konnte so viele Vorteile vereinen. Ich habe die Vorstufe mit einer Ecc801s von Telefunken und 2 E83cc von Tesla verfeinert. Das bringt wirklich nochmals eine enorme Steigerung der Transparenz und gleichzeitig Wärme ins Klangbild.
Ich dachte immer, dass sich genau diese Eigenschaften ausschließen, aber wurde eines besseren belehrt.

Kurzum kann diese Vorstufe ans Ende aller Wünsche führen.
Ich hoffe nur inständig, dass sich nie der Steuerprozessor verabschiedet. Dieses Bauteil bekommt man nicht mehr, da es Hovland ja seit einigen Jahren nicht mehr gibt, was ich sehr sehr schade finde.

Im Übrigen, mit 211ern Trioden als Endstufe (n) einfach nur unfassbar transparent.

VG, Marc
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Beitragvon highendy » 22.11.2016, 21:59

Sorry,

ich meine Stephans Freund. Im Übrigen habe ich die Valvet Vorstufe auch schon gehört. Tolle Transparenz und Musikalität, mir aber vom Grundton zu schlank.

Viele Grüße,
Marc
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Beitragvon audiosix » 23.11.2016, 08:47

" Kurzum kann diese Vorstufe ans Ende aller Wünsche führen.
Ich hoffe nur inständig, dass sich nie der Steuerprozessor verabschiedet. Dieses Bauteil bekommt man nicht mehr, da es Hovland ja seit einigen Jahren nicht mehr gibt, was ich sehr sehr schade finde. "

Habe Hovland seit vielen Jahren im Porfolio meiner Reparaturwerkstatt. Defekten Prozessor hatte ich noch nie. Fehler im Umfeld (LED Steuerung, Eingangswahl) lassen sich mit herkömmlichen Mitteln instand setzen.
Würde mir da keine grosse Sorgen machen.

Gruss, Reinhard
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Beitragvon oncle_tom » 23.11.2016, 09:49

Meld: Mir gefällt die HP100 besser ...
Hat nicht 'audiosix' gegen deren hohe Ausgangsimpedanz was in petto?
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