Antimode X4 von DSpeaker

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Antimode X4 von DSpeaker

Beitragvon SirMartin » 18.10.2016, 19:02

Hallo zusammen,

Auf der Swiss Highend wurde der neue X4 von Antimode vorgestellt. Es handelt sich bei diesem Gerät um einen Vorverstärker mit DAC und einem integrierten Antimode für die Einbindung in eine 2.2 Konfiguration. Also mit bis zu 2 Subwoofern. Die Vorführung erfolgte an Manger S1 Lautsprechern. Das Gerät soll ab 2017 verfügbar sein und in der Schweiz dann 3999 SFR kosten. :roll:

Ich fand es sehr interessant. Die Manger fand ich aber auch nicht schlecht. Sehr fein auflösend mit schöner Bühne und trockenem Bass. :mrgreen:

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Beitragvon treble trouble » 14.08.2017, 19:01

Hallo,

hier in Vortest des Gerätes:
http://www.lowbeats.de/exklusiv-prozess ... i-mode-x4/

Würde mich ja sehr interessieren, wie das im Vergleich zu DEQX und Trinnov einzuordnen ist. Und von Böhmer Audio habe ich bis vor wenigen Minuten auch noch nie etwas gehört/gelesen: http://bohmeraudio.com/J345/index.php/2 ... ts-turnkey

Gruß
Gert
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Beitragvon bvk » 15.08.2017, 09:44

Hm,

habe mir das Blocklayout von Böhmer mal angesehen. Ohne Wertung: das ist nichts anderes was viele hier und auch ich selbst, mit Rechner + Mehrkanalsoundkarte machen: Frequenzweichen, EQ und Raumkorrektur. Nur wahrscheinlich für einen Bruchteil des Preises. Der Vorteil den ich mir von derartigen Geräten erhoffen würde, läge weniger bei der Technik, als bei der Bedienbarkeit. Natürlich nur dann wenn der Anbieter bereit ist das Human Interface gut und selbstverständlich zu implementieren, was in der Regel bedeutet Komplexität rauszunehmen und auf Features zumindest, für den Plug and Play Benutzer, zu verzichten.

Grüße, Bernd
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Beitragvon treble trouble » 15.08.2017, 12:17

Nur wahrscheinlich für einen Bruchteil des Preises.

Eure Lösung oder das Böhmer-Gerät?
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Beitragvon grobian.gans » 15.08.2017, 12:23

Hallo Bernd,

das ist natürlich richtig, dass "alle irgendwie dasselbe machen". Nur bei dem "wie" scheidet sich m. E. die Spreu vom Weizen. Die All-In-One-Lösungen von Trinnov, DEQX, Lyngdorf, DSpeaker (speziell das Antimode X4), etc. bieten hochwertige Geräte mit hochwertigen Komponenten schlüsselfertig an. Und die Software (HI), je nach Implementierung (Firmware integriert, Browser, externes Programm), lässt auch i. A. einen schnellen erfolgreichen Start zu. Aber das hat eben seinen (Kauf-)Preis.

Und wenn man das alles selbst macht, ist der "Bruchteil" des Preises leider bei weitem nicht so niedrig, wie man das gerne hätte. Ein selbstgebauter hochwertiger und stabil laufender Media-PC plus Korrektur-Software kostet ganz schnell ebenfalls ein recht stattliches Sümmchen. Man ist vielleicht damit flexibler, aber die Komplexität der Kette (bedingt durch die Anzahl der Komponenten) steigt. Das ist dann mMn der Preis, den man zusätzlich dafür zu bezahlen hat.

Grüße

Hartmut
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Beitragvon bvk » 15.08.2017, 16:42

Hallo Hartmut,

nichts liegt mir ferner als das Gerät madig zu machen. Im Gegenteil, es scheint mir gut umgesetzt zu sein. Aber ganz ehrlich, ein stabil laufender MediaPC ist keine Kunst sondern ein Klacks, wenn Software und Soundkarte ordentlich und keine Bastelbuden sind. Das Verständnis was die Software macht, benötigt aus meiner Sicht eher eine Lernkurve, vor allem dann wenn man bei Tonbearbeitung am Rechner keine Kenntnisse hat. So sehe ich eben bei derartigen Geräten wie Trinnov oder Böhmer oder auch beim Audiovolver die Aufgabe zumindest die Benutzerfreundlichkeit für den Tonbearbeitungslaien tiefgreifend zu verbessern. Ob das so ist wenn man dann doch noch einen Einmess-Service braucht? Immerhin bleibt die Hoffnung dass die Stromversorgung, die Wandler und Vorverstärker höchste Qualität haben. Hoffen wir es einmal, aus eigener Erfahrung kann ich natürlich nicht sprechen.

Zu den Preisen, rechnen wir einmal großzügig, z.B. Apple Preise
RechnerMacMini core i5,SSD, 16GB Ram + verbesserte Stromversorgung ca. 1000.-
ext. Soundkarte zwischen 800- 2000.- obere Mittelklasse bis Oberklasse
Softwareaustattung, Acourate oä, 400.-
dazu 1 Arbeitstag für das Setup eines bedienerfreundlichen Interfaces. 1000.-
Den Einmess Service lasse ich weg, weil man den beim Fertiggerät auch benötigt.

Das endet am Schluss bei ca. 4000.-. Keine Frage nicht billig, aber man bekommt eine hochwertige Audiokiste fürs Geld. Die teuerste Komponente ist in diesem Szenario die Soundkarte, aber gerade hier hat man auch die größten finanziellen und qualitativen Spielräume. Statt des MacMini ein NUC macht es auch etwas günstiger. Und alles ohne dass man selbst gebastelt hat. Wer es noch viel billiger will nimmt MiniDSP und tuned die Stromversorgung. Die Dinger sind weitaus besser als ihr Ruf in der HighEnd Szene.

Daran müssen sich Fertiggeräte dann schon messen lassen, wobei meines Wissens Trinnov und Audiovolver nicht 3 Stereo Ausgänge haben um eine 3 Wege Einheit anzusteuern zu können. Der Böhmer kann das immerhin.

Grüße,
Bernd
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Beitragvon grobian.gans » 15.08.2017, 21:49

Hallo Bernd,

ich habe nicht angenommen, dass Du das Gerät madig machen wolltest. Meine Antwort enthielt auch noch ein Schielen auf den Thread-Start, wo neben dem Preis für das Antimode X4 das :roll: abgebildet ist :).

Ich teile Deine Ansicht, was die Lernkurve bei der Korrektur-Software anbetrifft. Hier muss man sich wirklich oftmals tiefer einarbeiten als einem lieb ist. Aber Produkte wie z. B. Lyngdorf haben vorgemacht, wie man eine einfach zu bedienende Benutzerschnittstelle umsetzen kann. Und der Beschreibung nach, kann das auch das Antimode X4. Oder DIRAC oder MathAudio. Aber wer in den Genuß der vollen Bandbreite der Maßnahmen kommen will, kommt mMn um das tiefergehende Studium nicht herum.

Ich war bis vorletze Woche noch fest entschlossen, mir einen Medien-PC auf Intel-NUC-Basis aufzubauen. Meine geschätzten Anschaffungskosten (PC, TOP-Soundkarte, Acourate, Mikrophon, Netzteile und was man halt so braucht) beliefen sich auf ca. 2500 Euro. Arbeitszeit kostet nix. Ich bin ja eh da. :mrgreen:

In diese Planungen ist dann aber überraschend ein verlockendes Angebot für einen DEQX hineingegrätscht. Damit habe ich jetzt VV + DAC + Korrektur + Streamer in einem Gerät. Und einen Start bei Null, was die Korrektur-Software anbetrifft. Das nehme ich aber in Kauf. Die Software hat sehr viele Wizards (und hier im Forum gibt es auch erfahrene DEQX-User - wenige - mit denen man sich austauschen kann). Und da es sich um ein Gerät mit Studio-Anspruch handelt, unterstelle ich einfach, dass die Qualität der einzelnen Module auf sehr hohem Niveau ist.

Was den Funktionsumfang und die Schnittstellen der "Fertigprodukte" anbetrifft - wenn sie gut durchdacht sind, werden wohl die meisten Anwendungsfälle abgedeckt sein. Nicht jeder braucht unbedingt 3 Stereoausgänge für eine Aktivweiche. Das macht den Trinnov aber nicht weniger erstrebenswert.

Grüße

Hartmut
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Beitragvon Hans-Martin » 24.08.2017, 17:43

bvk hat geschrieben:Hm,
habe mir das Blocklayout von Böhmer mal angesehen. Ohne Wertung: das ist nichts anderes was viele hier und auch ich selbst, mit Rechner + Mehrkanalsoundkarte machen: Frequenzweichen, EQ und Raumkorrektur. Nur wahrscheinlich für einen Bruchteil des Preises.

Hallo Bernd,

ganz so einfach scheint sich Böhmer das nicht zu machen. Joachim verwies hier auf eine Beschreibung:

Böhmer hat geschrieben:The Böhmer Audio Room Compensation uses a unique psychoacoustically based measurement method that is entirely different from above. The method is capable of capturing the essential time domain information together with the more common frequency domain information. The key being that the method captures the measurement in both time and frequency similarly to our hearing. The method, in a few words, uses one measurement position in front of the loudspeaker and captures the response from the speaker by applying a complex time gating method that gates the measured signal from the loudspeaker in a fashion that correlates to how the sound is perceived by a listener.

One problem with earlier room correction systems has been that the perceived sound quality at other locations in the room than the listening position is sometimes worse than from an uncorrected speaker. The root of the problem is that they fail to address the fundamental issue of loudspeaker energy launch into the room. Just look on the wavelet diagram above from the power response correction, the launch is anything but even. If the loudspeaker initially launches an uneven amount of energy at different frequencies into the room the sound energy field in the room will be uneven. If the loudspeaker launches and even amount of energy into the room, as is done by the Böhmer Audio Room Compensation, the sound field will be even.

This is easily verified by walking around in a room with a loudspeaker system corrected by the Böhmer Audio Room Compensation comparing it with an uncorrected system and with a power response corrected system. The Böhmer Audio Room Compensated system will sound controlled, transient phenomena are well defined and boominess is absent anywhere in the room, the uncorrected system will be perceived as slightly soft, lacking articulation and having a rubber bandisch quality to the sound with some booming and the power response corrected system is, well you might have guessed, a bit unpredictable.

Da kann man viel interpretieren, z.B., dass der Nachhall im Raum eine ähnliche oder gleiche Klangfarbe haben soll wie der Direktschall.

Wenn man nach Anwendung einer Raumkorrektur auf der Stereo-Mittelachse den Raum abgeht, und es noch eindeutige Veränderungen gibt, die einen Sweetspot erkennen lassen, ist das Korrektursystem nicht perfekt. Erlebt habe ich noch kein System, welches diesen Wunsch erfüllen konnte (wenn ich die Ergebnisse von Hersteller-Demos auf Messen wie privat erlebte zusammenfasse).

Grüße Hans-Martin
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