artistic fidelity DAC2

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

artistic fidelity DAC2

Beitragvon nihil.sine.causa » 13.12.2016, 21:42

Liebe Digitalos,

für ein paar Tage hatte ich einen artistic fidelity DAC2 zu Gast bei mir und habe eine Reihe von Tests gemacht, über die ich Euch berichten will. Ralf Koschnicke hat den beim Forumstreffen vorgestellten arfi-DAC2 nun zur Serienreife gebracht und den Verkauf gestartet.

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Mich haben besonders die folgenden Aspekte interessiert:

  • Wie macht sich der arfi-DAC2 klanglich?
  • Kann man den arfi-DAC2 sinnvoll ohne Vorverstärker einsetzen?
  • Welche Netzteile sind besonders gut geeignet?
  • Wie machen sich verschiedene digitale Quellen?


Persönliche Vorbemerkungen

Bevor ich meine Tests beschreibe, möchte ich anmerken, dass ich aus meiner persönlichen, subjektiven Sicht schreibe und ausdrücklich nicht in meiner Rolle als Admin.

Der arfi-DAC2 hat mich bereits auf dem Forumstreffen sehr beeindruckt. Für mich persönlich war das der erste DAC, der meinen bisherigen Top-Kandidaten, den Linn G-Akurate DS/1 DAC (kurz G-ADS/1 DAC) in Präzision, Detailreichtum und Feindynamik geschlagen hat. Wie sich im Lauf des Treffens dann herausgestellt hat, konnte das Nachfolgemodell, der G-ADS/2 DAC, aber mit dem arfi-DAC2 sehr wohl mithalten, wenn man den Linn mit M/S kodierten Daten füttert (Cleaner-Verfahren).


Klangliches

Verglichen habe ich den arfi-DAC2 mit meinem G-ADS/1 DAC sowie mit dem PS-Audio DAC von Winfried (darwols). Der arfi-DAC2 macht bei manchen Aufnahmen deutlich mehr Details besonders als der PS-Audio und die einzelnen Details sind dynamisch genauer und feiner aufgelöst.

Ich beschreibe das mal am Beispiel eigener Digitalisierungen von Masterbandkopien, die ich mit meinem arfi-ADC2 erstellt habe. Im ersten Moment war ich erstaunt und mir fehlte eine gewisse Körperhaftigkeit, klangliche „Fettheit“ und meine ursprüngliche Hörerwartung, das analoge Original wieder zu hören, wurde etwas enttäuscht. Beim zweiten Hinhören aber konnte ich den Detailreichtum und die damit verbundene Klangfülle erkennen und schätzen. Es gibt ja das Phänomen der Detailfülle, die das musikalische Ganze sezierend auseinanderfallen lässt. Aber das ist hier ist etwas völlig anderes. Es wird eine feine Kohärenz, Klangfinesse und Räumlichkeit mit diesen Details dargestellt, was einen wunderbaren Gesamteindruck zu vermitteln vermag, wenn denn die Aufnahme das hergibt.


Vorverstärker

Winfried hat keinen Vorverstärker und verwendet seinen PS-Audio Wave DAC mit dessen digitaler Lautstärke-Regelung direkt an seinen Silbersändern FM 302. Sollte Winfried seinen DAC gegen den arfi-DAC2 wechseln wollen, so bräuchte er eben einen zusätzlichen Vorverstärker oder aber er könnte ohne Vorverstärker auskommen und würde die Lautstärkeregelung dann über seinen Audio-PC besorgen.

Zum schnellen Test haben wir deshalb einen solchen Player mit Lautstärkeregelung verwendet, einen den ich bisher noch nicht kannte und der auf den Namen Bug Head hört. Der Bug Head lädt alles ins RAM und macht eine digitale Lautstärke-Regelung, die mir sehr ordentlich zu sein scheint. Abhörkette bei Winfried ist ein PC (mit AudioPhil Optimizer) → afi-usb → PS-Audio DAC → Silbersand FM 302.

Für den Test haben wir die Sache zunächst sauber eingepegelt und den arfi-DAC2 mit dem PS-Audio DAC verglichen. Dabei war dann sehr schnell klar, dass der PS Audio nicht mithalten kann. Der arfi-DAC2 direkt an die Silbersänder angeschlossen machte bei den Teststücken eine breitere Bühne, eine verbesserte Bühnendarstellung und eine deutlich präzisere Feindynamik. Bei dieser Konstellation haben wir einen Vorverstärker nicht vermisst.


Netzteile

Zum Test hatte ich eine aritistic fidelity PSU, ein sehr gutes Daniel-Netzteil, das ich für meinen arfi-ADC2 verwende und ein etwas einfacheres „Beipack“ Netzteil, das Ralf Koschnicke zusammen mit dem afi ausliefert.

Getestet habe ich – wie immer – unter so weit es geht identischen Bedingungen. D.h. alle drei Netzteile waren warm gespielt und während des Tests alle eingeschaltet. Kette immer gleich und nur das Netzteil am arfi-DAC2 wurde ausgetauscht.

Eigentlich hatte ich bei diesem Test ein typisches "Ohrenbrechen" erwartet. Aber auch hier war erstaunlich, wie groß die Unterschiede waren. Zuerst hatte ich den Eindruck, die arfi-PSU würde nicht alles richtig machen. Denn im Vergleich dazu klang der arfi-DAC2 am Daniel-Netzteil „analoger“, grundtonbetonter und irgendwo auch körperhafter, jedoch mit weniger Details und Klarheit in der Feindynamik. Das kann schön sein. Aber ist es wirklich besser? Als ich dann aber das kleine Schaltnetzteil in diesem direkten Vergleich gehört habe, war es klar. Die Eigenschaften des Daniel-Netzteil verstärken sich bei diesem ziemlich deutlich (weniger Details, verwaschenere Feindynamik, weniger Räumlichkeit). Fazit: die arfi-PSU ist für mich das beste Netzteil in diesem Vergleich.


Verschiedene digitale Quellen

Hier wollte ich vor allem hören, wie sich mein G-ADS/1 DAC am Digitalausgang macht, wenn ich ihn vergleiche mit einer Audio-PC Lösung. Nun muss ich gestehen, dass ich selbst bislang keinen optimierten Audio-PC besitze. Mein PC ist ein Lenovo Y50 Notebook mit Windows 8.1. Als Abspielprogramm habe ich WaveLab 8.5 verwendet von dem ich sicher bin, dass es - wie mein G-ADS/1 DAC - eine bit-richtige Digitalausgabe macht.

Kette Audio-PC: Y50 Notebook mit WaveLab 8.5 → AFI-USB → arfi-DAC2 → AGM 5.4

Kette Streamer: Linn G-ADS/1 DAC → per SPDIF-Ethercon direkt in den arfi-DAC2 → AGM 5.4

Auch dieser Test war ziemlich eindeutig. Die Streamer-Kette sorgte für mehr Attacke und Präzision sowie für eine feine Räumlichkeit, die bei der Audio-PC-Kette fehlte. Wer sich mit Audio-PCs besser auskennt als ich, wird vermutlich nicht besonders überrascht sein. Aber für mich war das ein interessantes Ergebnis. Sollte ich auf den arfi-DAC2 wechseln, so bleibe ich beim G-ADS/1 DAC als digitalem Zuspieler.

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon Hans-Martin » 13.12.2016, 22:21

Hallo Harald,

das ist ein schöner Bericht!

Das Lenovo Y50 Notebook wurde dabei mit Batterie betrieben, oder mit Netzteil (hätte dieses Schutzerde)? Man kommt gerade bei der Quelle schnell in winzige Details, die am Ende durchschlagen.

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Horse Tea » 13.12.2016, 22:41

Hallo Harald,

auch von mir ein herzliches Dankeschön für den aufschlussreichen Bericht. Als Nutzer eines Afis (mit Standardnetzteil) hat mich die Passage zu den Netzteilen besonders interessiert. Um ganz sicher zu sein, frage ich einmal nach, ob ich das dazu geschriebene richtig verstehe. Das Beipacknetzteil des Afi(s) von Ralf hat Dir die Ohren so geöffnet, dass Dir klar wurde, dass das (abgebildete) Artistic Fidelity PSU besser ist als das Netzteil von Daniel. A. Ist das so gemeint? B. Kannst Du das bitte noch ausführen bzw. erklären, was zu diesen Höreindruck geführt hat und C. warum gerade diese Abfolge so wichtig war.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon Tinitus » 13.12.2016, 23:10

Hallo Horst,

dieses teil hat Harald überzeugt:

http://www.artistic-fidelity.de/index.php/de/afip

Zuerst hatte ich es so verstanden wie Du, wurde stutzig und hab es nochmal gelesen, Harald hat das Beipack Netzteil und das von mir verlinkte getestet. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann fand er obiges ganz famos.

Gruß

Uwe
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Beitragvon Horse Tea » 13.12.2016, 23:19

Hallo Uwe,

ja, das hatte ich auch (nicht gleich) so verstanden. Deshalb war dieses Netzteil, das Artistic Fidelity PSU, in Haralds Beitrag abgebildet. Meine Fragen bleiben deswegen unverändert stehen. Harald wird sich bestimmt melden :cheers:

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon nihil.sine.causa » 14.12.2016, 00:05

Hallo Hans-Martin,

Hans-Martin hat geschrieben:Das Lenovo Y50 Notebook wurde dabei mit Batterie betrieben, oder mit Netzteil (hätte dieses Schutzerde)?

Ich habe das Notebook bei diesem Test mit Netzteil betrieben. Das Netzteil besitzt Schutzerde. Dass das Notebook dabei nicht optimiert ist, ist mir völlig klar. Aber so sieht eben meine Standard-DAW-Lösung aus momentan. Daher war es für mich ein interessantes Ergebnis.



Hallo Horst-Dieter,

Horse Tea hat geschrieben:Das Beipacknetzteil des Afi(s) von Ralf hat Dir die Ohren so geöffnet, dass Dir klar wurde, dass das (abgebildete) Artistic Fidelity PSU besser ist als das Netzteil von Daniel. A. Ist das so gemeint? B. Kannst Du das bitte noch ausführen bzw. erklären, was zu diesen Höreindruck geführt hat und C. warum gerade diese Abfolge so wichtig war.

Sorry, wenn das verwirrend war. Ich versuche es, anders zu sagen. Ich hatte den arfi-DAC2 an drei Netzteilen (a) arfi-PSU, (b) Daniel-Netzteil und (c) Beipack-Netzteil. In absteigender Rangfolge (weniger Details, aufgedicktere Feindynamik, weniger Räumlichkeit) hat sich ergeben: (a) besser als (b) deutlich besser als (c).

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon Horse Tea » 14.12.2016, 08:36

Danke Harald, alles klar!
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Beitragvon Bernd Peter » 14.12.2016, 09:04

Hallo Harald,

interessant wäre natürlich noch die dritte Variante gewesen, den microRendu mit dem AFI USB in das vorhandene Netzwerk einzubinden.

Ansonst bestätigt sich ja unsere Hörerfahrung vom Forentreffen, die digitalen Zuspieler erzeugen trotz Bitgenauigkeit unterschiedliche Klangbilder.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon nihil.sine.causa » 14.12.2016, 22:24

Hallo Bernd Peter,

Bernd Peter hat geschrieben:interessant wäre natürlich noch die dritte Variante gewesen, den microRendu mit dem AFI USB in das vorhandene Netzwerk einzubinden.

Klar, das wäre auch noch interessant gewesen. Aber ich hatte gerade keinen microRendu zur Hand :oops: und außerdem sollt Ihr Franken ja auch noch was zum Testen über haben. :wink:

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon Bernd Peter » 15.12.2016, 12:43

Hallo Harald,

dieser Test ist schon terminiert, da sind wir recht flott.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Horse Tea » 15.12.2016, 15:22

Hallo Bernd Peter,

was wollt ihr genau testen? AFI DAC2 nach Afi USB gegen microRendu und dann?

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon Bernd Peter » 15.12.2016, 17:18

Hallo Horst-Dieter,

erst testen wir mal und anschließend überlegen wir uns, ob und was wir darüber berichten.

Damit sind wir bisher immer gut gefahren.

Ich bitte um Verständnis.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Horse Tea » 15.12.2016, 17:23

Hallo Bernd Peter,

habe ich. Suum cuique.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon Koala887 » 19.12.2016, 19:29

Hallo Harald,

nihil.sine.causa hat geschrieben:Sorry, wenn das verwirrend war. Ich versuche es, anders zu sagen. Ich hatte den arfi-DAC2 an drei Netzteilen (a) arfi-PSU, (b) Daniel-Netzteil und (c) Beipack-Netzteil. In absteigender Rangfolge (weniger Details, aufgedicktere Feindynamik, weniger Räumlichkeit) hat sich ergeben: (a) besser als (b) deutlich besser als (c).

danke für den Test, wie immer sehr aufschlussreich. :cheers:

Mich würde jetzt noch interessieren mit welcher Kabelbelegung (insbesondere wg. Erdung) du mein Netzteil mit dem arfi-DAC2 verbunden hast? Nach meinen Tests mit dem AFI-USB klingt es am Besten, wenn + und - jeweils über eine (oder mehrere) Ader eines geschirmten Kabels verbunden sind, der Schirm jeweils auf beiden Seiten mit dem Gehäuse verbunden und im Stecker des AFI-USB die Masse mit dem Gehäuse verbunden ist. Legt man die Masse bereits im Netzteil auf Erde, klingt es deutlich schlechter. :wink:

Schöne Grüße
Daniel
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Beitragvon A_stinner » 23.12.2016, 16:39

Hallo zusammen,

hab heute von Ralf seinen neuen DAC mit PSU als Leihgeräte bekommen. Hängt jetzt an einem CD Laufwerk von DCS (VERDI). Das Laufwerk ist viele Jahre alt. Bin richtig erschrocken was da jetzt an Klangqualität mit dem Artistic DAC2 rauskommt. Eine Investition scheint mir absolut lohnenswert. Werde auch noch den DAC mit AFI an einem Wald und Wiesen Laptop hängen und hören. Aber richtig gespannt bin ich, wenn Ralf's Musikserver Ende Jan. 2017 rauskommt.

Gruß

Andreas
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A_stinner
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