miniDSP 2x4 (HD) – Dirac DRC FIR OpenDRC WTF?

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Beitragvon Diskus_GL » 22.03.2017, 19:37

Hallo Josh,

hab mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt... DIRAC macht das natürlich auch in einer Messung (Messignal ist ein Sinesweep).
F-Gang und Phase wird bei allen Messungen - also an allen Messorten - erfasst, aber wohl unterschiedlich "verwertet".
Die Laufzeitunterschiede zwischen rechter und linker Box werden nur bei der ersten Messung, die in der Mitte der zu erfassenden Hörzone sein muss, erfasst (was ja auch logisch ist).

Grüsse Joachim

PS.: Es gibt sicherlich "kostengünstigere" Möglichkeiten, die aber immer deutlich mehr Aufwand und Wissen erfordern... und nicht immer "problemlos" laufen...
Ich räume jetzt zum 3. Mal in 2 Jahren mein Wohnzimmer um - und damit auch die Boxen- und Hörplatzpositionen. Da bin ich froh, das eine Neueinmessung mit DIRAC für 3 Hörzonen innerhalb von ca. 30 Minuten erledigt ist... Mittlerweile positioniere ich meine Boxen auch mehr nach Einrichtungsoptischen Gesichtspunkten... weiß ich ja, das DIRAC da eine Menge "geradebügelt"...
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Beitragvon uli.brueggemann » 22.03.2017, 20:28

Hornguru hat geschrieben:Sorry fürs off topic :) Joachim, wie macht Dirac das?

Im Prinzip als parallele Filter bestehend aus IIR-Filtern und einem kleinen FIR-Filter, ähnlich zu
http://home.mit.bme.hu/~bank/publist/spl11frdom.pdf

Grüsse
Uli
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Beitragvon Diskus_GL » 22.03.2017, 21:06

Hallo,

ok, hier das Dokument vom DIRAC Entwickler:

http://diracdocs.com/on_room_correction.pdf

Und hier noch etwas Grundlagen über Raum-Korrektur:
http://bohmeraudio.com/J345/index.php/8 ... eadmore-b3

Gruss Joachim
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Beitragvon beltane » 22.03.2017, 22:30

Hallo zusammen,

den Bewertungen von Joachim bzgl. DIRAC kann ich mich sowohl hinsichtlich Einfachheit in der Bedienung als auch klanglicher Qualität nur anschließen.

Man hat mit DIRAC eine Anwendung, die auch Unwissenden zu einem sehr guten Ergebnis verhilft. Und bei häufigen räumlichen Anpassungen sich jeweils innerhalb kürzester Zeit durchführen lässt.

Eine optimale Aufstellung sowie sonstige raumakustische Maßnahmen sind natürlich - soweit realisierbar - trotzdem anzuraten. Dann wird das Ergebnis umso besser.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Geppard » 22.03.2017, 23:17

Hallo,

vielen Dank für den weiteren Input und Lesestoff. Natürlich kommen damit gleich neu Fragen auf. Bei Böhmer steht, dass viele Raumkorrektur-Lösungen nicht überall im Raum gut klingen, ja sogar schlechter als unkorrigiert. Trifft das auch auf Dirac zu?

Dank der Bilder bei Böhmer, konnte ich mir ein gutes Bild machen, was da vor sich geht. Verstehe ich das richtig, dass der Einfluss der Umgebung auf den Sound geringer ist, wenn die Musik sehr leise ist? Und wie sieht's mit dem Nahfeld aus? Da bekomme ich doch vorwiegend den direkten Schall ab, womit die Reflektionen doch weniger ins Gewicht fallen müssen. Zumindest höre ich am Schreibtisch (da stehen die Boxen) den Schall nicht von den Wänden kommen, sondern direkt von vorne aus den Boxen.

Offenbar ist Raumkorrektur für mein Hörverhalten (keine feste Hörposition) eher Overkill oder nahezu nutzlos.

Viele Grüße

Geppard
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Beitragvon beltane » 22.03.2017, 23:25

Hallo Geppard,

das ist jetzt vielschichtig:

Im Nahfeld wird DIRAC weniger ausrichten, sofern die Lautsprecher selbst technisch weitgehend optimal abgestimmt sind. Passen aber die Parameter nicht optimal, kann DIRAC auch hier helfen.

Wenn du nicht auf einen engen Sweetspot hin optimieren möchtest, kannst du mit DIRAC die 9 Messpunkte bspw. auch über ein Sofa verteilen. Dann wird die Zielkurve als Mittelwert errechnet und die Raumkorrektur entsprechend durchgeführt, so dass auf jedem Platz ein möglichst optimales Klangergebnis erzielt wird. Dieses fällt aber i.d.R. nicht ganz so gut aus wie die Einmessung auf einen engen Sweetspot.

Oder Du erstellst einfach für jede Hörposition einen eigenen optimalen Filter im engen Sweetspot und wählst je nach Hörposition den passenden Filter aus.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Diskus_GL » 22.03.2017, 23:51

Hallo Geppard,

noch kurz als Ergänzung zu Franks Beitrag: Die Ausführungen auf der Böhmer Audio Webseite, das die meisten Raumkorrektur-Lösungen nicht überall im Raum gut klingen, bezieht sich auf die Lösungen, die gar nicht oder mit kurzem Zeitfenster im Zeitbereich korrigieren.
Das BöhmerAudio System wird von der amerikanischen Fa. Legacy verwendet (Wavelet Prozessor - ca. 5000 Euro - für zwei Legacy Boxen Typen). Legacy hat viele DRC-Systeme probiert und bevor sie das Böhmer System entdeckten, wollten sie DIRAC verwenden.

Auch bei DIRAC verbessert sich die Wiedergabe im ganzen Raum deutlich...

Gruss Joachim
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Beitragvon Geppard » 23.03.2017, 01:56

Vielen Dank nochmals für eure ausführlichen Erklärungen. Ich denke, ich werde mir mal einen Händler suchen, bei dem ich die Wirkung von DRC live hören kann. Wenn der Unterschied für mein Gehör nicht sonderlich groß ist, werde ich mir den Zinober wohl sparen.

Was ist eigentlich von der Klangmessung von Sonos zu halten? Spielt vermutlich in einer anderen Liga, oder? Für meine Ohren klingt das Ergebnis so, als würde sie einfach die Höhen und die Bässe etwas anheben. Ersteres für meinen Geschmack zu stark. Das bekomme ich auch ohne Messen hin. :D
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Beitragvon beltane » 23.03.2017, 07:04

Hallo Geppard,

die Sonos Raumkorrektur kenne ich nicht und kann diese auch nicht beurteilen. Daher kann ich auch keine Rückmeldung zu Deinem letzten Post geben.

Viele Grüße

Frank
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Beitragvon Diskus_GL » 23.03.2017, 08:35

Hallo Geppard,

Sonos Raumkorrektur kenne ich auch nicht.
Sich das ganze DRC mal vorführen zu lassen ist eine gute Idee - (klangliche Auswirkungen, Möglichkeiten und Bedienung).

Alledrings fürchte ich, as normale Hifi-Händler da kaum was haben. Für manche DRC-lösungen gibts Testversionen bzw. Testzeiträume.
Eine andere Möglichkeit ist sich das bei einem Forenmitglied anzuhören... :cheers:

Grüsse Joachim
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Beitragvon Hornguru » 23.03.2017, 09:00

So wie ich Ulis Link verstehe ist der geschätzte Multiband IIR ähnlich effizient wie die FDW Inverse auf FIR basis... ?

Wenn ich mir Dirac näher ansehe, sieht es aber doch ganz gut gestaltet aus und einfach.
Irgendwie so, wie die Acourate Light Version. Beide eigentlich ganz schick.
Generell scheint mir der Funktionsumfang auch ähnlich.

Im Nahfeld wird DIRAC weniger ausrichten, sofern die Lautsprecher selbst technisch weitgehend optimal abgestimmt sind


Frank, das hab ich noch nie Erlebt :mrgreen: nicht mal die Top-Serie von Geithain schafft das in der Realität. Auch wenn man das bei den Hersteller-Diagrammen immer vermuten möchte.
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Beitragvon pschelbert » 23.03.2017, 18:21

Hallo

welche Hard-und Software ist auch eine Frage der Einflussnahme gegen die "Kompliziertheit". Will man sehr spezifisch und genau Veränderung erzielen, dann wird es unweigerlich kompliziert und bedarf spezifischer Software.

Benützt man aufwendigere Software (z.B. acourate), kann man EQ, ROOM EQ, Driver Linerisation, Frequenzweichen, Messungen, Verzerrungen messen etc. etc. haben.
Ist dann eben nicht mehr so simpel und einfach dafür sehr genau und fast beliebige Wünsche realisierbar.

Filter laufen lassen:
Convolver, z.B. im miniDSP.
miniDSP ist sicher gut und günstig, hat halt Limiten wie fixe Samplerate, FIR-Filter Länge, DAC Qualität etc.
Oder in einem Player (z.B. JRiver), geht nicht sehr gut zu ändern, bzw. mehrere Filter umschaltbar etc. aber geht.
Will man allen Komfort, geht das mit z.B. acourateconvolver, diesselben Filter aber mit unvergleichlich mehr Detail und Komfort (Sampelraten, Filterkonfigurationen, Loudness etc, etc.).

Sicher gut sich zuerst Gedanken machen was man genau haben will. Danach Auswahl treffen.

Peter
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Beitragvon grobian.gans » 24.07.2017, 23:19

Diskus_GL hat geschrieben:Hallo Winfried,

mir macht der Threadverlauf schon Spass (soviel mal vorweggesagt).
Ich vermute auch, daß manch Einer der sich für DRC interessiert und evt. auch für die im DEQX oder Trinnov im Speziellen, hier durchaus hilfreiche Informationen finden kann... insofern ist der "Spassfaktor" den einzelne Forenten haben oder nicht, doch wohl kein Massstab für Thread-Beiträge....

Kurz zu Deinen Ausführungen:
DRC-System können sehr wohl mit Reflexionen und Nachhall umgehen (zumindest das was in üblichen Wohnräumen so vorkommt). Wie und daß das geht zeigt ja sehr schön die Erklärung auf der Böhmer Audio Web-Seite ... und auch in dem Link zur DIRAC-Live-Erklärung wird da darauf eingegangen.
(Anm.: Meine Anlage its ja in einem rel. halligem Raum und ich betreibe meine Manger-Diskus bewusst mit rückwärtigen MSWs..."erzeuge" also bewusst Reflexionen und Nachhall... funktioniert durchaus...).
Kontrollmessungen macht DIRAC nicht... das kann man anders machen. Kontrollmessungen, die ich bisher gemacht habe zeigen aber eine recht gute Übereinstimmung mit der Zielkurve.
Ich halte Kontrollmessungen der Zielkurve allerdings für rel. unwichtig.. das kann (und sollte) man eher per "Hören" machen... weshalb ich ja eine möglichst einfache und schnelle Änderung von Zielkurven für eine Feinabstimmung als Wesentliches "Feature" einer DRC-Lösung ansehe.... (Feinabstimmung eght bei mir schon mal über Tage und mehrere Zielkurvenänderungen z. T. in 0,2db-Schritten...)...

Im Übrigen, weiss ich, daß auch der deutsche Vertrieb von DIRAC auf Wunsch das System beim Kunden einmisst... dann nartürlich auch Kostenpflichtig.... ist aber m. W. bei DIRAC (und auch miniDSP) bisher so gut wie nie nötig gewesen...die Systeme sind eben recht intuitiv bedienbar...

Grüße Joachim


Hallo Joachim,

über die Dirac-Lösungen habe ich auch schon nachgedacht. Im Besonderen über das miniDSP DDRC-22. Hast Du dieses Gerät (oder eine der Varianten) im Einsatz?

Wie ist denn da die Qualität bzgl. Verarbeitung und Schnittstellen (und Stromversorgung) ?

Grüße

Hartmut
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Beitragvon Diskus_GL » 25.07.2017, 08:30

Hallo Hartmut,

ich nutze z. Zt. den NanoDIGI von miniDSP (2xSPDIF in 8xSPDIF out - rein digital mit 96kHz/24bit) mit externen Wandlern (Metrum Musette, Antelope Zodiac und interne DACS einer HiFiAcademy Endstufe).
DIrac läuft ja auf dem MacBook (meiner Signalquelle) und korrigiert dann "über Alles" für die jeweiligen Hörplätze.
Ich hatt vorher mal einen miniDSP 2x8 mit intergrierten Texas-Instruments-DACs (Oversampling DACS, die auch mit 96kHz/24bit betrieben wurden). Diese miniDSP 2x8 hatte ich auf Akkuversorgung umgerüstet. Die DACs waren in Verbindung mit der Akkuversorgung recht gut - zumindest der Umstieg auf den Antelope Zodiac DAC brachte nicht so viel an Verbesserung (demgegenüber war der Umstieg zum Metrum Musette NOS-DAC sehr deutlich).

Verarbeitung von miniDSP ist natürlich kein High End mit verchromten Gehäusen oder vergoldeten Buchsen etc... aber alles sauber verarbeitet und elektronisch gut... kosten ja auch wesentlich weniger. Sehr gut und intuitiv ist halt die Bedienung... und die miniDSP-Bedienung läugft auf MACs.... :cheers:

Grüße Joachim
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Beitragvon grobian.gans » 25.07.2017, 14:01

Hallo Joachim,

ich bin bei meinen Recherchen im I-Net immer wieder auf Kommentare gestoßen, dass die miniDSPs schon ordentlich arbeiten, aber durchaus auch absturzgefährdet sein sollen. Aber ich habe mich nach den Geräten umgesehen, auf denen auch die Korrektursoftware implementiert war. Dein Gerät ist ja, wenn ich das richtig gesehen habe, ein reiner Konverter.

Meine Erfahrungen mit der Dirac-Software sind im Prinzip erfreulich. Quick And Dirty Messungen brachten schon recht ordentliche Ergebnisse. Ich habe meinen Media-PC damals mit JRiver betrieben und hatte daran einen BMC PureDAC und auch einen Devialet angeschlossen. Solange man das System in Ruhe liess, hat das auch gut funktioniert. Sobald man aber am BMC oder Devialet den Quelleneingang umgeschaltet hat, war am PC natürlich der USB nicht mehr sichtbar. Dirac hat das gemerkt und leider nicht die Füße still gehalten und gewartet, bis der USB wieder da ist, sondern hat den Ausgang umgeschaltet. Daraufhin ist JRiver aus dem Takt gekommen. Insgesamt leider kein besonders robustes System. Aus diesem Grund hätte ich dass Korrektursystem gerne in einer Box, eingeschleift zwischen Streamer und DAC/VV. Und hier böte sich das DDRC-22 mit Dirac oder das Open DRC mit AcourateDRC an.

Die Qualität des Systems sollte halt stimmen. (Verchromt braucht's nicht zu sein :D, aber die Audio-Schnittstellen und die Stromversorgung sollten ok sein)

Grüße

Hartmut
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