Audio-GD - Master 7 Singularity. Schon gehört?

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Audio-GD - Master 7 Singularity. Schon gehört?

Beitragvon jpetek » 02.04.2017, 10:41

Hallo zusammen,

scheint ja ein teilweises Redesign zun sein. Es stellt sich die Frage was es klanglich bringt.

Kann mir jemand weiterhelfen?

VG

Josef

http://www.audio-gd.com/Master/Singular ... %207EN.htm
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Beitragvon Bernd Peter » 03.04.2017, 19:17

Hallo Josef,

schaut so aus, als ob Kingwa nun komplett auf programmierbare Chips für Receiver und Filter umgestellt hat.

Einfaches Upgrade per Software.

Das kann nur gut für den Kunden sein, so kenne ich das auch von Dynaudio.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon suchtgutenklang » 26.06.2017, 12:37

Hallo Bernd Peter,

das Update/Upgrade scheint aber doch noch einiges mehr als nur ein Software-Update zu sein:

http://www.magnahifi.com/en/webshop/pro ... ll-service

VG
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Beitragvon Fujak » 26.06.2017, 14:08

Hallo zusammen,

ich habe vor etwa eine Woche das neue DAC-Board als Upgrade bei Mr. Kingwa bestellt. Kostenpunkt für das reine Board und Versandkosten: 325,- $ (ca. 300,- €).

Es wird nun 300 Std. eingebrannt und dann verschickt. Der Einbau ist nur etwas für versierte Löter. Alle anderen sollten den Umbauservice von Magnahifi in Anspruch nehmen.

Mr. Kingwa ist im allgemeinen sehr zurückhaltend mit klanglichen Versprechungen bis hin dazu, dass es einem auch nicht gefallen könnte, was man dann zu hören bekommt - so auch bei diesem Upgrade-Board. Bisher haben seine wenig vielversprechenden Bemerkungen in der Praxis klanglich sehr gute bis exzellente Ergebnisse hervorgebracht. Insofern bin ich gespannt. In 2 Wochen dürfte das Board bei mir eintreffen.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Newton » 31.07.2017, 08:47

Magna Hifi hat meinem Master 7 das Singularity-Upgrade verpasst.
DAC kam am Samstag zurück. Mein erster Eindruck ist sehr positiv.
Ich bin aber auch grad aus dem Italien-Urlaub zurück und deshalb total tiefenentspannt.
Werde in den nächsten Wochen mal in meinem Vorstellungs-Thread berichten.

LG
Andreas
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Beitragvon Fujak » 31.07.2017, 11:52

Hallo Andreas,

das ist schön zu hören - auf Dein endgültiges Urteil bin ich gespannt. Mein Board liegt noch in Leipzig beim Zoll. Ich hoffe, dass ich es bis zum Wochenende bekommen werde, sodass ich es dann endlich einbauen kann. Ich werde dann ebenfalls berichten.

Grüße
Fujak
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Singularity Upgrade Master HE-7

Beitragvon Fujak » 12.08.2017, 12:01

Hallo zusammen

vor ein paar Tagen traf nun endlich mein 300 Std. eingespieltes Singularity-Digitalboard (im folgenden S-Board genannt) ein. An Zubehör wurden diverse vorkonfigurierte Stecker und Kabel sowie ein Chip mitgeliefert.


Konstruktionsmerkmale

Das S-Board wird in allen aktuellen großen DACs von Audio-GD verbaut. Auch die beiden D/A- bzw. Ausgangsstufen-Boards unterscheiden sich von den bisherigen, sind aber nach Aussagen von Kingwa nicht in dem Maße klangrelevant wie das S-Digitalboard.

Dieses beinhaltet als wesentliche Neuerung einen leistungsfähigeren DSP-Chip, der statt den bisherigen (und oft noch üblichen) 40MHz Prozessorgeschwindigkeit 450MHz schafft. Dazu bessere Clocks (TCXOs von Crystek).

Auch beim digitalen Input gibt es nicht mehr die vertrauten Receiverbausteine ( DIR9001, WM8805, DF1706), sondern das wird nun mit programmierbaren Chips bewerkstelligt (FPGA, CPLD). Kingwa setzt mehr und mehr auf eine programmierbare und damit flexible Architektur, so dass mit späteren Firmware-Updates klangliche Verbesserungen einfach eingespielt werden können.
Wer das letzte Firmware-Upgrade auf den bisherigen Digitalboards durchgeführt hat, konnte sich davon überzeugen, wie der DAC klanglich aufgewertet werden kann, ohne dass es einen großen Aufwand an Kosten oder Zeit bedeutet.

Zu erwähnen ist übrigens noch die Möglichkeit des neuen S-Boards den DAC als "echten, reinen" NOS-DAC zu betreiben. Dazu wird ein Jumper eingesteckt, der die Oversampling-Sektion umgeht. Daneben finden sich noch weitere Möglichkeiten, im OS-Modus Oversamplingrate und Filtercharakteristiken zu verändern, Dithering zu aktivieren und bei schlechtem Digitalinput eine PLL einzuschleifen, die durch einen weiteren Fangbereich, das Locking sicherstellt (klanglich allerdings nicht ganz so präzise wie ohne).


Der Umbau

Gestern machte ich mich frisch ans Werk. Hier schonmal vorab ein Bild vom erfolgten Umbau, damit klar ist, wovon im nachfolgenden die Rede
ist:

Bild


Im Unterschied zum Master 7 ist der Aufbau des HE-7 durch die zusätzliche Stromaufbereitung etwas komplexer und dementsprechend auch mehr zu demontieren. Doch nach 1,5 Std. war alles entlötet und demontiert. Am aufwändigsten gestaltet sich die rückstandsfreie Entfernung einer schwarzen Bitumen ähnliche Klebemasse, die zur Fixierung der Kabel an den Lötstellen verwendet wurde. Man kann sie zwar auf 150°erhitzen, dann gibt es einen elenden Schmierkram, oder man entfernt es mit einem Tapetenmesser Stück für Stück von der Platine und den Kabeln. Dann kann man die Kabel sauber auslöten. Manche Gerätegenerationen von Audio-GD verwenden wieder wie früher Steckerports. Zwischenzeitlich war man davon abgekommen, um weniger Kontaktstellen zu schaffen.

Das neue S-Board hat zumindest bei I²S- und USB-Digital-Inputs wieder Steckerports. Die ersten drei Digitalinputs (SPDIF BNC, AES, RCA) hingegen sind auch hier wieder mit kurzen Verbindungen direkt auf die Platine gelötet, was aus meiner Sicht wegen des Wellenwiderstandes sinnvoll ist. Bei dem AES-Input werden die feinen Drähte der Übertragerspule (diesmal nicht in Kupfer sondern in in Silberdraht ausgeführt) und ein Wima-Kondensator direkt an die Steckerstifte gelötet, sodass hier keine weiteren Verluste entstehen - im Unterschied zu der bisherigen Beschaltung, bei der die Zuleitungen erst auf die Platine und von dort über Leiterbahnen an den Übertrager und Kondensator gehen.

Nachdem dies geschehen ist, sind dann noch für jeden Kanal je vier Zuleitungen für die beiden D/A- und Ausgangsplatinen rechts und links sowie 4 Zuleitungen für die Versorgungsspannungen auf dem S-Board umzulöten.

Daneben ist noch ein kompletter Kabelstrang vom S-Digitalboard durch eine "Unterführung" am Gehäuseboden zur Frontplatte an die Input-Umschalteinheit zu ziehen. Dort wird der alte Kabelstrang ausgelötet und der neue eingelötet, dessen Ende am S-Board mit Stecker am entsprechenden Port angeschlossen wird. Nach einer weiteren Stunde war auch das abgeschlossen.

Da ich ja bei mir anstatt der standardmäßigen Amanero-DDC-Platine den Singxer F-1 DDC eingebaut habe, musste auch der eine neue I²S Kabelkonfektionierung bekommen, da die Steckerbelegungen am Input des S-Boards geändert wurden. Das war schnell gemacht.

Dann das Ganze mit Ohmmeter/Durchgangssprüfer auf korrekte Anschlüsse getestet und im eingeschalteten Zustand mit dem Voltmeter die korrekten Spannungen kontrolliert. Und nachdem das alles passte, das Gerät zusammengeschraubt und wieder mit der Anlage verkabelt

Dann erwartungsfroh eingeschaltet und.... ich hörte den echten Sound of Silence - nichts als absolute Stille. Egal an welchem Input ich ein Digitalsignal zufütterte, es blieb beim Nichts. :-(

Um mir Rat und Inspiration zu holen, las ich im Audio-GD-Thread des Head-fi.org, wie ein User (Dacladder) seine Umbauerfahrungen beschrieb. Unter anderem erwähnte er dabei einen 28-poligen MCU-Chip an der Umschalteinheit an der Frontplatte, der ebenfalls ausgetauscht werden muss.
Es schien, als wurde der bei meinem Paket nicht mitgeschickt. Also nochmal alles durchgeschaut, und tatsächlich entdeckte ich ihn, wie er sich mit seinen vielen Beinchen in einem Schaumstoff eingegraben hatte, den ich zunächst für schnödes Verpackungsmaterial hielt.

Also Gerät nochmal geöffnet, und es folgte nochmal eine einstündige Arbeit. Denn direkt vor der Chipfassung befindet sich der große R-Core-Trafo für die Spannungsaufbereitung. Den musste ich also erstmal demontieren, dazu eine Trennwand demontieren, damit ich ihn wegschieben kann, ohne ihn auch noch auslöten zu müssen. Dann alter Chip raus und neuer rein, R-Core festschrauben, Trennwand wieder einsetzen, Gehäuse zu und ab zum Anschluss an die Anlage.

Als alle Kabel wieder angeschlossen waren: Anschalten, Luft anhalten und ... jaahhh, Wohlklang entströmt dem HE-7S. Schweiß von der Stirn gewischt und erste Hörprobe.


Klang

Das erste, was mir auffiel ist die feinere, kultiviertere Wiedergabe: Höhen und obere Mitten klingen seidiger, feiner aufgelöst. Der Mittenbereich kommt dadurch besser zur Geltung - gerade bei Stimmen sehr natürlich klingend. Der Bass klingt deutlich kontrollierter, bei gleichem Tiefgang und gleicher Wucht.

Überhaupt kann ich in Bezug auf Dynamik keinen Unterschied feststellen, aber alles wirkt leichtfüßiger, präziser und müheloser.

Die Raumabbildung hat ebenfalls ein Stück Präzision hinzugewonnen.

Bald zu Beginn meiner Hörprobe fiel mir auf, das alles insgesamt irgendwie leiser wirkte als gewohnt. Am Master 1 musste ich 1-2 Stufen lauter drehen, um den gewohnten Klangeindruck wiederherzustellen. Das dürfte eigentlich nicht sein. Also meine Testdatei abgespielt. Auf ihr habe ich Rauschen und 3 Sinustöne mit 100 Hz, 1 kHz und 10 kHz. Zu meiner Überraschung entspricht der Pegel an den analogen Ausgangsbuchsen ziemlich genau dem bisherigen gemessenen.
Erst nach einer Weile des Hörens wurde mir klar, dass es am insgesamt ruhigeren Klangbild liegt. Es liegt eine geradezu himmlische Ruhe im Klangbild, sodass die einzelnen Töne daraus umso deutlicher hervorkommen. Absolut langzeittauglich.


Fazit

Zusammengefasst sind die drei wesentlichen Änderungen im Klangbild die feinere Wiedergabe im Hochton- und Mittenbereich, die "schnellere" und präzisere Dynamik, sowie die große Ruhe.

Das Upgrade hat mit Zoll etwa 300,- € gekostet. Einrechnen sollte man an Arbeitszeit beim Master 7 etwa 2-3 Stunden, beim HE-7 3-4 Stunden (je nach Erfahrung und handwerklichem Geschick).
Eine attraktive Alternative sehe ich in dem Angebot von Magna-Hifi, den Umbau inklusive Versand für ca. 550,- € durchzuführen, was auch den Vorteil der garantierten Funktionsfähigkeit beinhaltet.

Beide Varianten bieten für das Geld einen substantiellen Zugewinn an Klangqualität. Ich schätze Kingwa sehr dafür, dass er seinen Kunden mit diesen Upgrades die Möglichkeit gibt, an aktuellen Weiterentwicklungen teilzuhaben. Dadurch bleibt einem der Verkauf des bisherigen Gerätes und Neukauf erspart.

Sehr zufriedene Grüße
Fujak

P.S.: Wer sich an den Umbau heranwagt, dem stehe ich gerne mit Rat und Tat zur Seite.
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Beitragvon jpetek » 18.08.2017, 19:28

Hört sich interessant an. Wie sind denn im Verhältnis dazu die Sabre Dacs einzustufen?

Der 7.77 hat 2 9038pro. Sehr aufwendig.

Vg

Josef
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Beitragvon Fujak » 18.08.2017, 20:38

Hallo Josef,

dazu kann ich mangels eigener Hörerfahrung nichts sagen. Kingwa schwört auf die Multibit-DACs (mit PCM1704UK), weil ihnen jegliche digitale Härte fehlt (dem kann ich nur zustimmen). Es hat seine guten Gründe, dass Kingwa den Flagschiff-DAC HE7 ausschließlich mit den Multibit-Chips ausstattet und nicht mit Sabre ESS.

Ich persönlich kenne nur Vergleiche zwischen Multibit-DACs und solchen die den Vorgänger ESS9018 bzw. 9023 verbaut haben (inkl. Audio-GD-DACs). Mit denen bin ich nie richtig warm geworden (im wahrsten Sinne des Wortes). Sie klingen zwar höchstauflösend, auf Dauer aber wirkt es dann eher anstrengend und ein wenig grobkörnig und hart - jedenfalls im Vergleich zu den Multibit-DAC-Chips, wie sie im Master 7 bzw. HE-7 verbaut sind.

Wie sich der Unterschied nun mit der neuesten Generation der ESS9038pro darstellt, kann ich wie gesagt nicht sagen.

Grüße
Fujak
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Beitragvon jpetek » 19.08.2017, 10:39

Hallo Fujak,

vielen Dank für die Antwort.

Das neue Flaggschiff scheint ja dieser hier zu sein: http://www.audio-gd.com/R2R/R2R7/R2R7EN.htm

Ein R 2 R DAC. Nach diversen Bericht im Netz noch etwas besser als der PCM 1704, wobei besser in diesem Fall analoger heißen soll.. Was auch immer damit gemeint ist.

VG

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