Schaltnetzteil Underdog?

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Beitragvon Fujak » 17.07.2017, 11:08

Hallo Hans-Martin,

das Meanwell bei Mouser hat eine hörbar schlechtere Ausgangsperformance als das von Christoph erwähnte ZeroZone-Netzteil.

Stephan (SolidCore) hat kürzlich ausprobiert, einen der besten derzeit erhältlichen Superregulatoren (Belleson/Sellarz) nachzuschalten. Das Ergebnis entspricht ungefähr dem des ZeroZone-NT. Da dieser Regler ca. 60,- € einzeln kostet, ist man auch preislich wieder auf dem Niveau des ZeroZones. Schaltet man gleichen Regler aber dem ZeroZone nach, steigt auch das klanglich in andere Höhen auf. Mit Akkus anstatt ZeroZone ergibt sich mit Superregulatoren analog dazu nochmals eine Steigerung.

Fazit: Aus audiophiler Sicht folgt die Stromversorgung den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie die Wiedergabekette insgesamt: Was man am Anfang der (Stromversorgungs-)Kette an Qualität versäumt, kann später nicht mehr oder nur noch mit sehr viel größerem Aufwand ausgebügelt werden.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Bernd Peter » 17.07.2017, 11:11

Hallo,

die Ausführung bestimmt die Qualität, Stichwort PFC/Vorregelung:

http://www.joretronik.de/Web_NT_Buch/Kap12/Kapitel12.html

Hallo Christoph,

man hat den Eindruck, richtig gute SNTs werden abgestimmt auf die jeweiligen Geräte gebaut, von der Stange scheint der Markt recht wenig herzugeben.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon modmix » 17.07.2017, 11:14

Hallo,
Hans-Martin hat geschrieben:Vor einigen Jahren erklärte Herr Peters, dass die MeanWell SNTs bei seinen Geräten vergleichsweise die besten Ergebnisse lieferten.
In einer MC-3+ hat der Tausch des Mean Well gegen ein Paul Hynes in einer u.a. ziemlich gut auflösenden Anlage klanglich keinen Unterschied bewirkt.

muenchenlaim hat geschrieben:Wo gibt es "ähnliches" (Preis-/Qualitätsniveau) bei Schaltnetzteilen? "Von der Stange" hab ich da noch nichts gesehen. Oder haben die Schaltnetzteil-Kenner einen Tipp?
Was war ich vor einiger Zeit überrascht, im Teddy Pardo 12V/4A Netzteil statt des bis dahin üblichen Trafos ein SNT zu finden (eines mit relativ wenig Rippel vor der eigentlichen Schaltung von Teddy). Ein Ringkerntrafo ist ja auch nicht der Weißheit letzter Schluß (z.B. läßt er Störungen besser durch als ein 2-Kammer-Trafo und vermutlich auch als ein SNT; das Streufeld ist deutlich schwieriger in den Griff zu bekommen - gibt ein nettes Video, daß dessen Wirkung auf eine NF-Kabel zeigt ,-). Teddy Pardo wird Gründe gehabt haben...

Lineare PSU oder SNT?
- es kommt darauf an, wie man es macht.

hth
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Beitragvon RS.schanksaudio » 17.07.2017, 12:56

Hallo Fujak,

Fujak hat geschrieben:Fazit: Aus audiophiler Sicht folgt die Stromversorgung den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie die Wiedergabekette insgesamt: Was man am Anfang der (Stromversorgungs-)Kette an Qualität versäumt, kann später nicht mehr oder nur noch mit sehr viel größerem Aufwand ausgebügelt werden.


Das betrifft LNTs (lineare Netzteile) und SNT gleichermaßen, ist also nicht an ein Bauprinzip gebunden.

SNTs sind aus ihrem Bauprinzip heraus LNTs akustisch nicht unterlegen, sie haben in Summe ihrer Eigenschaften sogar eher mehr Vorteile, die für den hier diskutierten Anwendungszweck aber nachrangig sind. Es ist das modernere und smartere Konzept, kann und sollte aber wie jeder zeitgenössische Ansatz (DSP, class-D, etc) genauso kritisch diskutiert und bewertet werden.

Viele Grüße
Roland
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Beitragvon Fujak » 17.07.2017, 20:28

Hallo Roland,

soweit die Theorie. In der Praxis ist mir bislang noch kein SNT begegnet, das einem LNT ebenbürtig wäre (von überlegen möchte ich gar nicht erst sprechen). Wenn Du konkrete SNT-Modelle nennen kannst..., ich lerne gerne dazu.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Tinitus » 17.07.2017, 20:55

Hallo,

bezüglich Dtromversorgung bin ich eher ahnungslos, allgemein habe ich im technischen Bereich die Erfahrung gemacht, dassünabhängig vom Lösungsansatz, eine intelligente Umsetzung dieses Ansatzes mindestens genauso wichtig ist. Der gute Mann, der die Soekris DAC entwickelt, gibt hier:

http://www.diyaudio.com/forums/digital- ... tibit.html

eine Begründung, warum er im dac1541 SNT verwendet.

Gruß

Uwe
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Beitragvon RS.schanksaudio » 18.07.2017, 08:19

Fujak hat geschrieben:Wenn Du konkrete SNT-Modelle nennen kannst..., ich lerne gerne dazu.


Fürs erste wären da die SNTs von Herrn Funk eine Empfehlung, preislich sowieso:
http://www.funk-tonstudiotechnik.de/NETZTEILE.htm

Du kannst mit ihm auch gerne das Thema HF diskutieren, er wird Dich da sicherlich aufklären und seinen Strandpunkt mit Messungen belegen können :D

Viele Grüße
Roland
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Beitragvon Fujak » 18.07.2017, 08:55

Hallo Roland,

danke für den Link. In der Tat sind die Funk-SNTs den LNTs messtechnisch absolut ebenbürtig. Wie sich das klanglich verhält, wäre in diesem Falle wirklich ein Vergleich der beiden Top-Modelle von SNT und LNT wert. Ich denke, im analogen Bereich wird man da keinen Unterschied (mehr) hören, im digitalen Bereich bin ich mir da nicht ganz so sicher. Aber das kann nur ein praktischer Test zutage fördern. Auf den Threadtitel bezogen kann man jedenfalls bei diesem SNT nicht mehr von Underdog sprechen sondern klar von einem Topdog. :D

Grüße
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Beitragvon Hans-Martin » 18.07.2017, 09:44

RS.schanksaudio hat geschrieben:[Fürs erste wären da die SNTs von Herrn Funk eine Empfehlung, preislich sowieso:
http://www.funk-tonstudiotechnik.de/NETZTEILE.htm
Hallo Roland
Mir fällt auf, dass bei allen Schaltnetzteilen auf den Schutzerdebezug hingewiesen wird (ganz in meinem Sinne, was die Ableitung der Y-Kondensatoren der Netzfilter betrifft).
Im Studiobetrieb mit symmetrischer Signalübertragung ist das kein Problem, aber bei Home-HiFi SingleEnded verbunden sieht das schon oft anders aus, wenn das Netzteil eine Erdung (Schutzerde) hat, drohen Brummschleifen.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon bvk » 18.07.2017, 09:44

Sorry,
wenn ich meine Bitte nochmals wiederhole: SNT 12V / mind6A ?

Dass es gute und sehr gute SNTs gibt, aber auch miese, ist wohl unbestritten. Wahrscheinlich gibt es sie in audiophilen Kreisen deshalb selten weil die Anwender konservativer sind. Im Pro Bereich scheint mir das Thema ausdiskutiert.
SNTs sind komplizierter, und werden deshalb in der Regel in Serien gebaut. "Audiophil" bedeutet aber oft nicht Serie, sondern Manufaktur, deshalb vielleicht keine hochwertigen SNTs ?
Übrigens sind beispielsweise die ME Geithain Aktivprodukte mit Icepower Modulen bestückt, demnach mit SNT. Hier habe ich noch niemanden darüber meckern gehört.

Es würde mich freuen wenn jemand eine Idee oder Empfehlung hätte. Ich möchte gerne meinen Rechner damit versorgen und ein bisschen energiesparend darf es schon sein, weil der manchmal längere Zeit nicht abgeschaltet wird. Wenn es nichts gibt, dann muss ich halt was lineares von Thel oder von den Chinesen verwenden. Ich hatte gehofft es wäre vielleicht möglich hinter das verbaute Netzteil des MacMini eine "Sauberlaufzone" zur Glättung etablieren zu können. Könnte das funktionieren?

Grüße, Bernd
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Beitragvon SolidCore » 18.07.2017, 09:50

Hallo zusammen

Ich denke, Funk stellt im Audiobereich schon klar eine Ausnahmestellung dar.
Da laut Preisliste deren SNT ebenfalls 196,- kostet, kommt man schon fast von alleine auf den Gedanken,
das ein Meanwell für Audio nicht mithalten kann.
Wenn ich das Funk SNT genauer betrachte, meine ich zu erkennen, das sie hinter dem SNT ebenfalls Linearregler einsetzen, um die Qualität zu erhöhen. Zusätzlich noch verschiedene Filter. Da werden auch die 180,- Differenz begründet sein.
Bei meinen Versuchen mit dem billigen Meanwell fiel auch sofort auf, das ein dahintergeschalteter Super-Regler das SNT auf deutlich höherer Audioniveau katapultiert. Darauf aufbauend bin ich fachlich leider nicht in der Lage, es weiter zu verbessern.
Interessant wäre natürlich nun ein Vergleich Funk SNT gegen Zerozone S11, selbst dabei wäre das S11 deutlich günstiger, also auch keine Schande, wenn es als Verlierer da rauswandert.

Die meisten unter uns sind jedoch keine Elektroniker, und darauf angewiesen, von der Stange zu kaufen,
oder aus dem Forum jemand hilfsbereites zu finden.
Von daher kam meine Idee auf, einfach ein bereits ordentliches Low-Noise Netzteil zu nehmen, und dort nur den Regler zu tauschen. Wären 3 Lötpunkte. Was im Konzept mehr als aufging, es wurde so viel besser, das man im Fertigsektor schon sehr tief in die Tasche greifen muss, um gleichzuziehen. Selbst ein ungefähr gleich teures S11 kann da leider nicht mehr mithalten. Alle im Vorfeld geführten Versuche, Netzteile aufzuwerten durch den Tausch mit Superduper Gleichrichterdioden, die teuersten Glättungskondensatoren,
zusätzliche Kapazitäten hinzufügen usw waren dagegen klanglich eher Ratespiele. Messwerte wurden besser, Klangbilder veränderten sich nur marginal. Regler getauscht, schlagartig mehr als zufrieden. So einfach kanns gehen.

Gruss
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Beitragvon Hans-Martin » 18.07.2017, 10:05

bvk hat geschrieben:Ich hatte gehofft es wäre vielleicht möglich hinter das verbaute Netzteil des MacMini eine "Sauberlaufzone" zur Glättung etablieren zu können. Könnte das funktionieren?
Hallo Bernd,
ich denke, dass bei Einsatz von nachgeschalteten LowDrop-Reglern im Regelungsbereich etwa 1 V verloren geht (größere Störungen werden durchgelassen). um diese Spannung müsste das SNT höher eingestellt werden können. Am Stromverbrauch ändert das lastseitig nichts, also muss das Netzteil mehr Leistung (höhere Spannung mal gleicher Strom ) umsetzen.
Bei den großen Stückzahlen der MacMinis ist anzunehmen, dass das Netzteil individuell auf die Bedürfnisse des Gerätes angepasst ist, und eine Einstellbarkeit der Spannungen nicht möglich ist, sondern durch Festwiderstände und Wicklungsverhältnisse festgelegt ist. Da man normalerweise kein Schaltbild dazu bekommt, tappt man gewissermaßen im Dunkeln, ist eine Bastelei auf Gut Glück nicht unbedingt angesagt.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon bvk » 18.07.2017, 11:06

Vielen Dank Hans Martin,
schon dem Verlauf der Diskussion habe ich entnommen dass mein Wunsch nicht so leicht erfüllt werden kann. Das Mac Mini Netzteil liefert einfach nur 12 Volt ab, sonst nichts. Es kann einfach durch eine Batterie oder ein externes NT ersetzt werden. Ob, oder wie eine interne weitere Spannungsregelung funktioniert ist mir unbekannt. Wenn, dann findet diese auf der Hauptplatine statt und entzieht sich der Einflussnahme.
Bernd
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Beitragvon Hans-Martin » 18.07.2017, 11:49

Hallo Bernd, da hilft dann nur ein Kondensator mit besonders niedrigem Innenwiderstand unmittelbar am Netzteilstecker in das MacMini
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon bvk » 09.08.2017, 17:53

iFi Purifier DC
nach einigem Überlegen dachte ich dass es hier her passen könnte, obwohl es nur eine einfache Elektrofrage ist...

http://www.projekt-akustik.de/Kabel/Str ... :5725.html

Dieses Ding von IFI macht wohl aus hässlichen Schaltnetzteilen echte Schönheiten. Soll jetzt nicht ironisch sein, das IFI Ipower welches ich an meiner Fireface UC einsetze, hat wirklich viel verbessert.
Deshalb habe ich mir überlegt ob der Purifier als Filter zwischen SNT und MacMini eingesetzt werden kann. Jetzt kommt die dumme Frage:

Geeignet sei es für Netzteile von 5 - 24 V / 3,5 A / 84 Watt,
mein Rechnerlein braucht max. 12V / 6A /demnach 72 Watt

Meinen rudimentären Elektrokenntnissen sind V *A = Watt sollte also funktionieren, oder glüht da was wenn ich die 12V / 6A durch den Filter schicke? Dh. definiert die Angabe eine max. Stromstärke unabhängig von der Spannung, sofern diese im zulässigen Bereich liegt?
Grüße, Bernd
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