BNC Stecker spielt keine High-Res Formate ab

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BNC Stecker spielt keine High-Res Formate ab

Beitragvon Tubemaster » 14.07.2017, 19:11

Hallo liebe Forenmitglieder,

ich bin am Ende mit meinem Latein und richte mich mal mit einer wirklich komischen
Frage an Euch.

Ich besitze einen Linn Akurate DS/1 und seit kurzem einen Lampizator DAC Level 4.
Der Akurate besitzt einen S/PDIF - BNC Ausgang. Der Lampizator einen S/PDIF Eingang
jedoch mit RCA-Anschlussbuchse.

Wenn ich z. Bsp. beide Geäte mit einem normalen RCA-RCA-NF-Kabel (kein extra Digi-Kabel) via BNC-RCA Adapter verbinde, können alle Formate bis 192/24 problemlos abgespielt werden.

Jetzt zu der Problematik:
Seit heute bin ich im Besitz eines WSS-Digitalkabels aus der Premium Platin Serie (KS100), dass mit einem BNC-Stecker von Furutech (Furutech fp-3-117) auf der Quell-Seite und mit einem WBT-RCA Stecker (75 ohm) auf der anderen Seite, konfektioniert ist. Dieses Kabel spielt alle Formate extrem sauber ab. Stellt also einen deutlichen Qualitätssprung gegenüber der normalen NF-BNC-Adapter Kombi dar.

ABER: leider klappt das nicht bei 192/24 high-res Dateien. Hier kommt es zu digitalen Aussetzern und egal welche Highres-Dateien ich auch abspiele - es ist immer das gleiche. Es geht einfach nicht!!! :shock:

Vor dem Kauf habe ich das KS100 mit beidseitig konfektionieten 75 ohm RCA-Steckern mit dem selben BNC-Adapter getestet. Lief problemlos. 8)

Kann es sein, das der Furutech-Stecker probleme hat, solche High-Res Daten oder Signale zu übertragen?
Für mich kann es nur an dem Stecker liegen. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht. Auch liegt kein Defekt vor - hab noch mal die alte Kabel-Kombination getestet.

Ich werde in den nächsten Wochen einen Oyaide SLSB BNC-Stecker erhalten. Mal sehen, ob
sich da was ändert. Vielleicht hat ja jemand von Euch schon mal ähnliche Erfahrunge gemacht.
Wenn es nicht anders geht - gehe ich wieder auf RCA-RCA und dann wieder über einen BNC-Adapter,
was ungut wäre, da dadurch Potential vergeudet wird.

Freue mich über Antworten.
Gruß,
Frank
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Beitragvon Tubemaster » 30.08.2017, 07:28

Nur der Vollständigkeit halber:

die BNC-Stecker von Furutech spielen keine Highres-Audioformate (176/24 und 192/24) fehlerlos über SPDIF ab!!!!.

Mit einem BNC-Stecker von Oyaide und jeder billigen RCA-BNC-Kopplung ist das kein Problem.
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Beitragvon Hans-Martin » 30.08.2017, 10:20

Tubemaster hat geschrieben:Jetzt zu der Problematik:
Seit heute bin ich im Besitz eines WSS-Digitalkabels aus der Premium Platin Serie (KS100), dass mit einem BNC-Stecker von Furutech (Furutech fp-3-117) auf der Quell-Seite und mit einem WBT-RCA Stecker (75 ohm) auf der anderen Seite, konfektioniert ist. Dieses Kabel spielt alle Formate extrem sauber ab. Stellt also einen deutlichen Qualitätssprung gegenüber der normalen NF-BNC-Adapter Kombi dar.

ABER: leider klappt das nicht bei 192/24 high-res Dateien. Hier kommt es zu digitalen Aussetzern und egal welche Highres-Dateien ich auch abspiele - es ist immer das gleiche. Es geht einfach nicht!!! :shock:

Vor dem Kauf habe ich das KS100 mit beidseitig konfektionieten 75 ohm RCA-Steckern mit dem selben BNC-Adapter getestet. Lief problemlos. 8)

Hallo Frank,
aus deinem Text geht nicht hervor, wer das erstgenannte Digitalkabel konfektioniert hat. Angenommen, ein Kabelspezi bietet hausgemachte Kabel an, liefert er nach Wunsch mit Steckern nach Vorgabe. Nur im Ausnahmefall gibt es Meterware zum Selbstkonfektionieren.
Wenn du also dieses Kabel so, wie beschrieben, mit den BNC- und RCA- Steckern bekommen hast, wäre Firmeninhaber und Entwickler Konrad Wächter der richtige Ansprechpartner für die erlebte Einschränkung der Übertragung bei Hi-Res.
Die Eigenschaften von BNC-Steckern sind durch Normen beschrieben. RCAs sind reine Glückssache, der Wellenwiderstand ist überwiegend von der verwendeten Buchse abhängig, die mit dem Massekragen innerhalb der Steckermasse, beim Signal außerhalb des Buchsenpins weitgehend die Kapazität der Steckverbindung dominiert. WBT hat einmal 25 Ohm genannt, was eine krasse Fehlanpassung mit großer Reflexion zur Folge hat. Die (meine) Erfahrung zeigt, dass eine Fehlanpassung an der Quelle weniger zu Buche schlägt als am Ende, weil die dort reflektierte Welle zur Quelle zurückwandert, sich dort zum Signal addiert und bei kurzen Kabeln oder Ausgangssignalen mit langsamer Anstiegszeit kann das bereits die Signalflanke verdetschen, was die Lesbarkeit beschränkt.

Da der Wellenwiderstand sich aus der Wurzel aus (Induktivität durch Kapazität) berechnet, RCAs von wenigen Ausnahmen abgesehen ebenso wie die Adapter zu hohe Kapazität haben, schlussfolgere ich aus dem Umstand, dass das Kabel mit RCA besser funktioniert, dass auch das Kabel einen niedrigeren Wellenwiderstand hat als die geforderten 75 Ohm.
Da das aus der Entfernung nicht als gesichert gelten kann, möchte ich solches auch nicht dem Kabelhersteller vorwerfen, aber der Verdacht liegt zu nahe.

Mit einem guten Oszilloskop (mindestens 100MHz Bandbreite) könnte man das Signal ansehen und aus der Signalverformung auf die Ursachen schließen.
Rücksprache mit dem Hersteller scheint mir viel sinnvoller als Diskussion im Forum.

Meine klare Empfehlung wäre eine BNC-BNC Verbindung, nachdem der Empfangsbaustein auf 75 Ohm BNC-Buchse umgerüstet wurde. Diese Konstellation muss funktionieren. Ich habe allerdings schon bei BNC-Steckern erlebt, dass sich der Mittelpin beim Einstecken zurückschob und schlechten Kontakt gab. Bei Massivdrahtseele des Leiters nicht, bei Litze kann diese nachgeben und der Mittelpin kann aus seiner Snap-in Rastung zurückgedrückt werden.

Es ist nicht auszuschließen, das esotherische Kabelkonzepte kleiner Hersteller in gewisser Beziehung gut klingen, aber bestimmte technische Anforderungen nicht erfüllen.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Tubemaster » 30.08.2017, 18:48

Hallo Hans-Martin,

besten Dank für Deinen interessanten Beitrag.

Ich habe alle Steckervarianten mit Herrn Wächter besprochen, da ich Herrn Wächter persönlich gut kenne
und seine Meinung sehr schätze! Auch wurden die Kabel direkt von WSS konfektioniert.

Ursprünglich hatte ich das neue Digi-Kabel aus der Platin Premium Kabel Serie mit dem Oyaide BNC-Stecker
und 75 Ohm WBT-RCA Stecker bestellt. Leider geht bei mir eine BNC-BNC Paarung "noch" nicht, da mein Wandler derzeit nur einen RCA-Eingang hat. Kulanterweise hat mir Herr Wächter aufgrund der hohen Lieferzeit des Oyaide Steckers, vorrübergehend einen Furutech BNC-Stecker drangelötet. Über das bzw. die
Resultate mit zwei Furutech-Steckern waren wir beide überrascht! :shock:

Den Qualitätssprungs bei Verwendung nur eines BNC-Steckers gegenüber eines RCA-Steckers, kann ich bestätigen. Allerdings kam es - wie schon erwähnt - bei den High-Res-Formaten zu Problemen beim Abspielen, sodass wir dann wieder gemeinsam entschieden haben, einen noch hochwertigeren Furutech BNC-Stecker zu verwenden. Kostenpunkt allein für den Stecker über 100 Euro!!! Und es gab die gleichen Probleme wie bei dem ersten, entwas günstigeren BNC-Stecker von Furutech. :mrgreen:

Erst nach Wechsel auf den Oyaide Stecker seitens Herrn Wächter, funktinioniert das Kabel wie es soll und die Klang-Qualität wurde gegenüber dem Furutech wirklich in allen Bereichen noch mal deutlich übertroffen!! :lol: Das hat mich überrascht und riesig gefreut, denn erwartet habe ich das so nicht.

Nächster Versuch wird sein, den WBT-Stecker gegen einen RCA-Stecker von Oyaide (4N-Silber) zu tauschen.
Bin gespannt, ob das noch Vorteile bringt.

Soviel sei klar, beim nächsten upgrade eines DACs achte ich darauf, dass werkseitig ein BNC-Anschluss vorhanden ist, sodass eine BNC-BNC-Verbindung via SPDIF möglich ist. Ich kann mir gut vorstellen, das bei Verwendung von zwei Oyaide BNC-Steckern, sowie dem neuen WSS Platin Premium Kabel dann wirklich
die Post abgeht.

Das neue WSS-Kabel halte ich ohnehin im Moment für das Mass der Dinge. Wirklich unglaublich, was
das Kabel an Musik und Informationen überträgt.

Es bleibt spannend und ich kann gerne weiter Erfahrungen hier posten.
Gruß,
Frank
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Beitragvon Hans-Martin » 30.08.2017, 20:17

Hallo Frank,
eine von mir favorisierte Lösung ist genauso richtig wie unbeliebt: das Kabel wird beim Empfänger direkt auf die Leiterplatte gelötet. Die Buchse wird ausgebaut und die freigewordene Öffnung lässt das Kabel durch.
Das spart teure Steckverbinder und die damit verbundene Reflexion bei einer wahrscheinlichen Fehlanpassung.
Das kann man auf der Quelleseite natürlich auch machen, damit werden die Geräte zunächst untrennbar verbunden, aber üblicherweise entschädigt das Ergebnis für den einmaligen Aufwand (und zum Trennen muss wieder gelötet werden).
Der Ausschluss aller Steckverbinderschwierigkeiten wird zeigen, wo es langgeht... und ja, Silber und Reinsilber gefällt mir bei Digitalverbindungen auch besser als Kupfer/Messing/Gold.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Tubemaster » 30.08.2017, 20:20

Hallo Hans-Martin,

das ist ja auch eine super Idee!!!!

Denke, das ich das zumindest auf der DAC-Seite so machen würde,
vielleicht auch direkt mal angehe. Bin jetzt leider kein Techniker, aber
das müsste ich mir beim Lampizator mal anschauen.

Darauf wäre ich nie gekommen - ist wirklich ein toller Ansatz!!

Danke und viele Grüße,
Frank
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Beitragvon Hans-Martin » 30.08.2017, 20:40

Hallo Frank,
diesen Vorschlag habe ich hier schon öfter gemacht, vielleicht hast du ihn nicht gesehen.
Dein Problem liegt aber nicht auf der Empfängerseite, sondern auf der Senderseite. Das finde ich rätselhaft und kann nur meinen, dass das Kabel die Fehlanpassung auf der Quelleseite braucht.
Also das Kabel auf der Quelleseite anlöten, das macht auch insofern Sinn, als dass der DAC offen für andere Geräte bleibt.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Tubemaster » 30.08.2017, 20:43

Hallo Hans-Martin,

danke noch mal für Deinen Hinweis.
Ich bin nicht sooo oft in dem Forum unterwegs, sodass ich Deinen Vorschlag noch nicht gesehen hab.

Gruß,
Frank
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Beitragvon Hans-Martin » 30.08.2017, 20:59

Hallo Frank,
es geht nur darum, dass das Problem bei der Quelle-Kabel Anpassung liegt, zumindest herauszulesen aus dem, was du geschrieben hast, und auf der Empfängerseite scheint es ja nach deinem Bericht eher unkritisch zu sein.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Tubemaster » 30.08.2017, 21:02

Hallo Hans-Martin,

das stimmt. Wobei es mit dem neuen Stecker 100%ig geht.
Aber die evtl. Klangverbesserung, die daraus resulieren könnte, finde ich interessant.
Gruß,
Frank
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Beitragvon L_Hörer » 31.08.2017, 08:57

Hallo Frank,
Tubemaster hat geschrieben:Ich habe alle Steckervarianten mit Herrn Wächter besprochen

Habt ihr ausschließen können, dass es daran liegt:
L_Hörer hat geschrieben:Achte beim Selbstbau darauf, dass Du wirklich 75 Ohm Stecker verwendest - oft werden 50 Ohm Varianten als 75 Ohm verkauft. Und prüfe das auch bei Fertigkabeln - ich besitze ein 75 Ohm Wordclockkabel das mit 50 Ohm-Steckern ausgestattet ist.

Technisch ist die Sache so: Da die Abmessungen beider Typen identisch sind, kann der Wellenwiderstand nur über die Dielektrizitätskonstante des Mediums zwischen Stift und Schirm beeinflusst werden - und hier ergibt sich für Luft 75 Ohm und für Teflon 50 Ohm.
https://de.wikipedia.org/wiki/BNC-Steckverbinder
http://www.beam-verlag.de/app/download/16534598/hf-praxis+7-2014+III.pdf

Auf der Amphenol-Webseite http://www.amphenolrf.com/connectors.html?cat=17 sieht man das sehr deutlich an vielen Ausführungen: Am deutlichsten bei den Steckern. Stecker und Buchsen 50 Ohm sind so isoliert, das gesteckt der Innenraum des Steckers mit Teflon versehen ist. Bei 75 Ohm Typen ist das Luft, lediglich bei den 75 Ohm Buchsen ist teilweise der Mittelteil dünn mit Isolierung überzogen, das dient aber lediglich der Feldsteuerung an dem elastisch-segmentiert ausgeführten Innenteil.


Viele Grüße,
Heinz
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Beitragvon Hans-Martin » 31.08.2017, 09:45

Hallo Heinz, Frank,
das Problem bei der Quelle-Kabel Anpassung ging mit RCA gut, mit BNC nicht.
BNC gibt es in 50 und 75 Ohm, aber RCA liegt bei 25 Ohm und damit noch jenseits des 50 Ohm BNCs, deshalb hatte ich diese Verwechselungsmöglichkeit bei den Steckern als Ursache ausgeschlossen, wenn auch naheliegend.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Tubemaster » 31.08.2017, 17:47

Hallo Hans-Martin, Heinz,

mein WBT Stecker ist zumindest nach Werksangaben auch für Digitalkabelanwendungen geeignet
und mit dem Wert 75 Ohm angegeben.

Der Oyaide BNC-Stecker auch mit 75 Ohm.

Gruß,
Frank
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Beitragvon Hans-Martin » 31.08.2017, 21:20

Hallo, also nochmal
Hans-Martin hat geschrieben:RCAs sind reine Glückssache, der Wellenwiderstand ist überwiegend von der verwendeten Buchse abhängig, die mit dem Massekragen innerhalb der Steckermasse, beim Signal außerhalb des Buchsenpins weitgehend die Kapazität der Steckverbindung dominiert.

Das heißt, welche Impedanz für den Stecker genannt wird, ist ziemlich wumpe, wenn die Buchse keine 75 Ohm hat. Der Stecker hat viel Luft zwischen Signalpin und dem umlaufenden Massezylinder. Der kann aber auch ein Streifen (WBT) oder eine Nadel sein (Eichmann Bullet), beides reduziert die Kapazität erheblich, was dem gewünschten höheren Wellenwiderstand entgegenkommt (Wurzel aus Induktivität durch Kapazität).
Jetzt steckt man den guten 75 Ohm Stecker in eine übliche RCA-Buchse, die den Signalpin umgebende Hülse hat einen größeren Duchmesser als der Signalpin, der Messekragen liegt innerhalb des Stecker-Massekontakts.
Der Abstand zwischen Hülse und Zylinder ist also kleiner als beim Stecker, deshalb hat die Buchse eine deutlich höhere Kapazität, der Wellenwiderstand geht entsprechend runter. Kunststoff mit seiner Dielektrizitätszahl leistet auch noch einen Beitrag, Luft ist hier fehl am Platze.
WBT reduziert mit der 75 Ohm RCA Buchse die Kapazität, indem nur ein schmaler Ring als Massekontakt vorhanden ist, mit einer nach außen auslaufenden Spirale, um für beliebige Stecker den Kontakt sicherzustellen.

Wenn man Digitaltechnik-Massenware mit den üblichen RCA-Buchsen sieht, weiß man schon, welche Einstellung der Produzent zum Thema Qualität hat. So machen das fast alle.
Nur im Ausnahmefall wird BNC eingesetzt, und dann will der Verbraucher einen Adapter mitgeliefert bekommen, damit er sein superteures (und deshalb auch zu kurzes, weil dann noch bezahlbares) High-End-Digitalkabel mit RCA-Steckern (die dann sogar 75 Ohm haben können) hier benutzen kann.
Aber sobald der Stecker in eine RCA-Buchse (auch des Adapters) gesteckt wird, ist es vorbei mit den 75 Ohm. Die RCA-Buchse ruiniert den Wellenwiderstand des Steckers!
Die WBT-Buchse ist die einzige mir bekannte RCA-Buchse mit 75 Ohm in Verbindung mit geeignetem Stecker.
Ich will jetzt hier nicht WBT in den Himmel heben, aber eigentlich sollte jedem klar werden, dass in der breiten Masse ziemlicher Plunder verbaut wird, weil die anderen es ja auch tun und eine kostengünstige Lösung meist favorisiert wird. Und wer vom Mainstream abweicht, kann sich sogar unbeliebt machen.
Also: Millionen Fliegen können nicht irren: esst Scheiße!
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Tubemaster » 31.08.2017, 21:38

Hallo Hans-Martin,

damit hast du sicherlich recht.
Ich kann mich noch erinnern, dass ich am DAC SPDIF Anschluss (eben genau eine der besagten RCA-Buchsen)
schon mit einem anderen Digi-Kabel Probleme mit dem Kontakt hatte. Der Hersteller bietet auch bei
Neubestellung einen alternativen BNC-Anschluss (vermutlich genau aus diesem Grund) an. Das habe ich
bis heute nicht begriffen und Du hast recht. Auch ich habe versucht mein teures RCA-Kabel als Digi-Kabel
mit RCA-BNC-Adaptern zu verwenden, bis ich einsehen musste, dass das so nicht funktioniert - bzw. mit
dem anderen Kabel und den entsprechenden BNC-Steckern auch besser klingt.

Zumindest Quellseitig verstehen die Leute von Linn wohl was sie tun.

Übrigens hatte ich auch die MAC Variante mit den hochgelobten Musikabspielprogrammen und einem sehr
teuren USB-Kabel probiert und mich für die SPDIF-Variante entschieden - aus klanglichen Gründen wohlbemerkt.

Gruß,
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