Devialet LE 200

Player, Streamer, Wandler, Vorverstärker usw.

Devialet LE 200

Beitragvon Schöngeist » 04.08.2017, 14:32

Hallo,

es scheint sie wieder zu geben, die Verstärker mit Klangregelung. Jahrzehntelang haben wir uns dem Highend Dogma gebeugt, dass Klangregler Teufelszeug seien. Aus nahezu allen Vor- und Vollverstärkern der gehobenen Preisklasse wurden sie verbannt.

Jetzt gibt es anscheinend ein neues, echtes Highend Produkt, das als Wandler/Vollverstärker dem Kunden wieder die Möglichkeit bietet, auf den Klang Einfluss zu nehmen, und das Alles in allerhöchster Güte.

Der Vollverstärker Devialet LE 200.

Ein Doppeltest von keinen Geringeren als Cai Brockmann und Anselm Goertz.

https://www.fidelity-magazin.de/2017/02/02/test-devialet-le-200-vollverstaerker/
https://www.fidelity-magazin.de/2017/02/13/test-devialet-le-200-vollverstaerker-teil-2-messungen/

Weitere Worte erspare ich mir, da die Testaussagen für sich sprechen. Lesenswert nicht nur für Passivhörer.

Grüße

Alfons
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Beitragvon Hans-Martin » 04.08.2017, 22:08

Schöngeist hat geschrieben:es scheint sie wieder zu geben, die Verstärker mit Klangregelung. Jahrzehntelang haben wir uns dem Highend Dogma gebeugt, dass Klangregler Teufelszeug seien. Aus nahezu allen Vor- und Vollverstärkern der gehobenen Preisklasse wurden sie verbannt.
Hallo Alfons,
DSP-basierte Konzepte im digitalen Signalweg sind schon lange etabliert, und weil sie nicht den zerstörerischen Einfluss auf die räumliche Abbildung, wie man ihn von den Stand-alone Analog-Equalizer kennengelernt hatte,

Klangregelmöglichkeit mit parametrischen Equalizern schafft ja nicht nur Erleichterung ob der Raumresonanzen,
angesichts der aktuellen Tontechnikziele, den Hörer mit dynamikkomprimiertem Musikmastering niederzubrüllen, versagt sie jedoch völlig. Gut geeignet finde ich die DSP-Möglichkeiten, um die verbogenen Aufnahmefrequenzgänge wieder halbwegs geradezurücken, aber eigentlich ist dafür eine Bearbeitung und nachfolgende digitale Speicherung sinnvoller, damit man nicht bei jedem Stück unterschiedlicher Studios von neuem beginnen muss, wie es beim Streaming geschieht, und praktisch in der Durchführbarkeit unmöglich erscheint.

Bliebe noch die Möglichkeit, den FG der Boxen zu entzerren, was zugleich die Frage aufwirft, warum der Boxenhersteller seine Arbeit nicht besser gemacht hat.

Wenn man auf die letzten 58 Jahre zurückblickt, ich meine seit der Einführung der Stereoschallplatte als Beginn einer neuen Era mit räumlicher Wiedergabe über 2 LS, kann man eine stetige Veränderung beobachten, die der jeweilige Zeitgeist so mit sich brachte - mit dem Wunsch nach mehr Transparenz wurde das Klangideal unübersehbar heller.
Vergleicht man das letzte Re-Issue mit Remastering gegenüber einer früheren Neuauflage einer ursprünglich analogen Aufnahme, könnte man sich fragen, womit sich die Bass- und Höhenanhebung rechtfertigt, die so manche neuere Übertragungen begleiten. Als hätten die Toningenieure damals ihre Arbeit nicht gewissenhaft und von den vorliegenden Masterbändern tonal neutral gemacht.

Kommerzielle Interessen alimentieren die Hure Tontechnik.

Der Verzicht auf Klangregler setzte natürliche, unverfälschte Tonaufzeichnung voraus.
Ich behaupte, dass wir uns von diesem Ideal verabschieden können oder müssen, dass eine Aufnahme noch einen Anspruch auf Authentizität besitzt.
Das schreit doch förmlich nach Postmastering-Manipulationsmöglichkeit, damit die Akzeptanz steigt, ich könnte auch sagen, die Erträglichkeit.

Klangbeeinflussungsmöglichkeiten können leider auch kontraproduktiv eingesetzt werden.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Horse Tea » 04.08.2017, 22:26

Hans-Martin hat geschrieben:Kommerzielle Interessen alimentieren die Hure Tontechnik.

Der Verzicht auf Klangregler setzte natürliche, unverfälschte Tonaufzeichnung voraus.
Ich behaupte, dass wir uns von diesem Ideal verabschieden können oder müssen, dass eine Aufnahme noch einen Anspruch auf Authentizität besitzt.
Das schreit doch förmlich nach Postmastering-Manipulationsmöglichkeit, damit die Akzeptanz steigt, ich könnte auch sagen, die Erträglichkeit.

Klangbeeinflussungsmöglichkeiten können leider auch kontraproduktiv eingesetzt werden.


Hallo Hans-Martin,

dem ersten Satz im Zitat kann ich mich völlig anschließen. Aber warum sollte das in der Tontechnik gerade anders sein, als in allen anderen Bereichen unserer Gesellschaft. Ich halte das für einen deprimierenden Trend, dem wir entgegen treten müssen. (Ich erinnere an die Aktivitäten gegen den Loudness war).

Ich sehe aber auch auf Seiten der Labels durchaus Mitstreiter, zumindest suggerieren mir das meine Ohren. Ganz so negativ, wie Dein Post rüberkommt, sehe ich es also nicht. Es gibt sie schon noch, die Produktionen, die MICH begeistern. Aber, :cheers: , es sind wenige. Tendenz?

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon grobian.gans » 04.08.2017, 23:43

Hallo,

die Kunst geht eben nach Brot. Es gibt aber eine Reihe von Labels, die sich noch dem guten (neutralen) Klang verpflichtet fühlen.

Um auf den Devialet zu kommen: Ich hatte mal einen. Und das war ein ganz wunderbares Stück Technik. Der Bericht ist in keiner Weise übertrieben. Genial ist das SAM. Wenn man einen der LS aus der Datenbank besitzt, bekommt man die Einmessung quasi gratis mit dazu.

Schade, dass Devialet seinen vielen Ankündigungen immer noch nicht nachgekommen ist. U. A. war auch eine Raumkorrektur im Gespräch. In der Hoffnung hatte ich damals das Gerät gekauft.

Grüße

Hartmut
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grobian.gans
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