Akustikbilder Rahmenbau

Mess- und Korrektursysteme

Akustikbilder Rahmenbau

Beitragvon Hironimus_23 » 26.06.2015, 12:12

Hallo Zusammen,

ich bin dabei mir 3 Stück „Akustik-Bilder“ zu bauen, die aus einem Rahmen 90cmx50cmx11cm bestehen, in denen sich Basotec mit 10 cm Stärke befinden wird. Das ganze soll dann wie ein Keilrahmen mit bedrucktem Akustikstoff bespannt werden (Motiv steht noch nicht fest).

Meine Frage an euch betrifft den Rahmen. Macht es Sinn die Außenflächen mit Löchern wie im zweiten Bild dargestellt, zu versehen, damit auch dort noch ein paar Schallwellen Einzug finden können ?

Oder ist es besser keine Löcher zu setzten, damit von vorn eintretender Schall an den Innenseiten eine Reflektionsfläche findet und wieder zurück durch das Basotec gedämpft werden kann, also nicht von innen durch die Löcher nach außen flüchten kann ?

Oder sind meiner Gedanken ohnehin Unfug, der der Unterschied mit oder ohne Loch zu vernachlässigen ist.

Noch ein Randaspekt: Ich habe leider kein Messequipment, um irgendetwas zu messen – habe nur meine Ohren :)

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Viele Dank für Meinungen und freundliche Grüße,
Hironimus
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Beitragvon Hans-Martin » 26.06.2015, 14:50

Hallo Hironimus
Damit der Schaum seine dämpfende Wirkung entfallten kann, soll er im Schnellemaximum platziert werden. An der Wand ist die Schnelle = 0, also wirkt Schaum dort nur bei höchsten Frequenzen bis herunter zu der seiner Stärke entsprechenden ca. 1/4 Wellenlänge. Bei höchsten Frequenzen hat man im Raum oft schon genug Dämpfung, deshalb gibt es Oberflächenbehandlungen, die diese Bereiche wieder eher reflektieren.

Vicoustic setzt erfolgreich Schlitze in der Platte ein, um vom Druck an der Fläche auf Schnelle am Spalt zu konvertieren. Die Beugung dahinter liegt dann im wirksamen Schaum.
Ich wüsste kein Argument gegen Löcher im Rahmen.
Man kann ja immer noch ein Bild darüber ziehen.

Sonst müsste man für ein ausreichenden Abstand vom Schaum zur Wand sorgen, das ist wenig praktikabel.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Schöngeist » 26.06.2015, 15:23

Auch ein Tipp von mir,

bei Schallausbreitung in Luft beträgt die Wellenlänge z.B. bei 100 Hz 3,4 m, bei 1000 Hz 34 cm und bei 10000 Hz 34 mm.

Bei einer Absorberdicke von 10 cm und einer Wirksamkeit von 1/4 Wellenlänge wirken 10 cm dicke Absorber also bis ca 800 Hz, darunter nimmt die Absorbtionswirkung ab. Bei einem Bücherregal von 30 cm Tiefe geht die wirksame Absorbtion bis ca. 260 Hz (vorausgesetzt es befinden sich dort Bücher).

Deine Absorber wirken also bis 800 Hz auf einer Fläche von 3 x 0,45 qm. Das ist nicht viel. Ein Bücherregal hat leicht mal 8 qm und wirkt bis 260 Hz.

Versuch's doch mal hiermit. Ganz nebenbei hast Du auch noch was zum Lesen.

Grüße Alfons
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Beitragvon Raumantwort » 26.06.2015, 19:35

Hallo Hironimus,

die kleinräumigen porösen Absorber machen am meisten Sinn, wo sonst Spiegelpunkte unerwünschte harte Reflexionen auf den Hörplatz lenken. Um die Punkte herauszufinden bedarf es keines Messequipements:

Wenn du am Hörplatz sitzt und jemand ein Spiegel parallel an der Wend, Decke oder wo auch immer verschiebt siehst du irgendwann den Hochtöner im Spiegel. Genau dahin muss der Absorber.

Wobei Messzeug eine absolut lohnende Investition wäre :wink:

Grüße
Andreas
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Beitragvon Hironimus_23 » 27.06.2015, 17:47

Hallo Zusammen,

danke für die bisherigen Anregungen, eine Information hatte ich nicht erwähnt: Die Positionierung der 3 Akustikbilder steht fest, da der Hörplatz ein Sofa direkt an der Wand ist. Ich hatte mir drei Platten Basotec (100cmx50cmx10cm) besorgt und an unterschiedlichsten Stellen positioniert, u.a an den Schallspiegelflächen rechts vom Hörplatz, vorne an der Wand zwischen den Lautsprechen sowie direkt hinter den Lautsprechern. Den größten Effekt bei den Verbesserungen habe ich direkt an der Wand hinter mir gehabt, so dass die drei Akustikbilder dort Hochkant platziert werden sollen.

@ Hans-Martin: Deinen ersten Absatz verstehe ich, die ersten beiden Sätze des zweiten nicht.
„Vicoustic setzt erfolgreich Schlitze in der Platte ein, um vom Druck an der Fläche auf Schnelle am Spalt zu konvertieren. Die Beugung dahinter liegt dann im wirksamen Schaum.“

Ich gehe davon aus, dass es sich um Schlitze an der Frontseite handelt !? Die Frontseite sollte bei mir die mit Akustikstoff bespannte Basotekplatte sein. Oder macht an genau dieser Stelle noch eine geschlitzte Platte zwischen Basotek und Akustikstoff Sinn, um eine Konvertierung zu erreichen, wie Du schreibst ? Was konvertiert wo in welcher Form hin ?

@Schöngeist. Ein Bücherregal passt da nicht so gut hin, auch bin ich nicht so der Leser – mehr der Hörer 8) .

Dahei meiner Eingangsfrage, ob seitliche Löcher an den Rahmen der Akustikbilder akustisch etwas bringen würden – außer bauliche Instabilitäten :wink: .

Viele Grüße,
Hironimus
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Beitragvon Hans-Martin » 27.06.2015, 19:41

Hallo Hironimus
Deine Fragen sind nicht neu. Viele Antworten findest du in diesem Thread.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hironimus_23 » 27.06.2015, 23:40

@Hans-Martin: Danke für den Hinweis, werde ichmal durcharbeiten.

Freundliche Grüße,
Hironimus
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Beitragvon Raumantwort » 28.06.2015, 17:48

Hi Hironimus,

den Link habe ich auch gelesen, aber so richtig wird da auf die Frage von dir:
Hironimus_23 hat geschrieben: Was konvertiert wo in welcher Form hin ?

nicht eingegangen.

Schall kommt im Raum entweder als Schnelle oder als Druck vor. Wenn sich z.B. eine tieffrequente Schallwelle durch den Raum bewegt, stoßen Luftmoleküle an Andere und so bewegt sich die Welle fort (>Schnelle). Je näher die Moleküle einer Wand kommen, desto weniger leicht lassen sie sich bewegen. Direkt an der Wand können sie nirgens hin, da aber von Hinten neue Moelküle nachrücken sind an der Stelle nun mehr Luftmoleküle vorhanden. Dadurch steigt der Luftdruck.

Eine Platte mit Löchern oder Schlitzen ist eine Möglichkeit den Schalldruck in Schallschnelle zu verwandeln. Die Moleküle wollen durch das Hinderniss durch, werden hierzu aber durch die nachrückenden beschleunigt > Schnelle.

Nach dem Prinzip funktioniert auch ein Helmholtz Resonator. Der ist aber abgedichtet, also herscht außen ein höherer Luftdruck als Innen und die Moleküle drückt es in die Kiste. Was ich nicht so ganz verstehe, wieso das auch bei einer "offenen" Konstruktion wie so einem Vicoustic Modul funktioniert. Vielleicht hat ja einer eine Antwort darauf?

schönen Abend
Andreas
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Beitragvon frankl » 02.07.2015, 00:34

Hallo Hironimus,

ich habe hinter meinem Sitzplatz 1,5m x 1m von diesem Akustikschaumstoff angebracht. Ich habe dazu gar keine Kästen gebaut, sondern die Schaustoffmatten mit ca. 8 cm Abstand zur Wand an langen Schrauben aufgehängt. Dann habe ich etwas größer Stoff auf einem dünnen Rahmen festgetackert und dieses als Bild mit 15cm Winkeln vor die Schaustoffmatten an der Wand befestigt. Sieht super aus und funktioniert wie gewünscht, da wird ab 500 Hz praktisch nichts mehr reflektiert und auch bis weit darunter noch viel absorbiert.

Ach ja, noch ein Tipp: als Stoff ist mir irgendwann beim Einkaufen ein Bettbezug aufgefallen, da gibt es manchmal wirklich tolle großflächige Motive. Den habe ich gekauft, aufgeschnitten und für mein Bild verwendet.

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon Hironimus_23 » 03.07.2015, 14:12

Hallo Frank,

danke für deinen Tipp mit dem Akustikbaustoff. Ich habe jedoch bereits Basotek gekauft und werde ihn verwenden.

Die 3 Rahmen sind jetzt fertig und hängen an der Wand. Ich habe bislang auf die seitlichen Öffnungen verzichtet. Fehlen nur noch passende Bilder, um sie auf Akustikstoff zu drucken.

Viele Grüße,
Hironimus
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Beitragvon Hans-Martin » 03.07.2015, 20:52

Hallo Hironimus
Da der Schaum im Druckmaximum angebracht wird, spielen Löcher im Rahmen auch keine Rolle. Die kannst du dir theoretisch sparen, da der Druck auf beiden Seiten des Rahmens nehezu gleich ist.
Interessant wäre noch eine Messung, ob du das Basotect hinter dem Bild auch sparen kannst, wie die Theorie rät (vielleicht ist "die Theorie" auch nur "meine Theorie").
Dann könnte man glatt aus demselben Materialaufwand 2 Maßnahmen machen - ohne weitere Mehrkosten- Bild wandnah, Schaum wandfern, das wäre Effizienz...
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hironimus_23 » 05.07.2015, 22:03

Hallo Hans-Martin,

wie ich geschrieben habe, besitze ich leider kein Messequipment-Somit werde ich nicht bestätigen können, ob ich mir den Basotec hinter dem Bild hätte sparen können. Zumal die Rahmen (Tiefe 11cm) jetzt fertig an der Wanf hängen. Natürlich könnte ich diese Rahmen jetzt mit 10cm Abstand zu Wand montieren und hätte damit den Effekt von 20cm Basotec direkt an den Wand. Aber das ist bei mir unpraktikabel, da das Sofa direkt an der Wand steht und ich sonst die Rahmen direkt im Nacken hätte - zu unbequem 8) .

Und für
Hans-Martin hat geschrieben:2 Maßnahmen
habe ich keine Wände mehr - nur noch Fenster.

Freundliche Grüße,
Hironimus
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Beitragvon Hironimus_23 » 31.03.2018, 18:57

Hallo,

beim Verlinken dieses Fadens in einen anderen habe ich bemerkt, dass ich diesen gar nicht mit Fotos von den finalen Akustikbildern abgeschlossen hatte. Das hole ich hiermit nach. Seit über 2 Jahren hängen sie bei an den Rückwand, an der ich mit dem Sofa direkt sitze.

Nur das richtige Motiv zum Bedrucken eines Akustikbespanntuchs habe ich nich nicht gefunden - wobei ich das Grau des Basotecs an der gelben Wand gar nicht so schlecht finde (oder ich hab´s mir über die Zeit "schöngeguckt" 8) )

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Viele Grüße,
Hironimus
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Beitragvon Fujak » 01.04.2018, 07:41

Hallo Hironimus,

mir gefällt das Design auch sehr gut - ein schöner Kontrast zwischen gelb, braun und grau. Die Vorstelllung, darin 3 Bilder zu sehen, würde in meinen Augen die Harmonie und Ruhe zunichte machen, die von diesem versetzten Triptychon ausgeht - das lenkt nur von der Musik ab. Ich würde es so lassen.

Grüße
Fujak

P.S.: Manchmal ist ein Provisorium die bessere Lösung. :D
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Beitragvon Jupiter » 01.04.2018, 09:57

Hallo Hironimus,
eine günstige Lösung und dabei ein wenig in die künstlerische Ecke zu gehen wäre, sehr groben Sackleinen auf die Rahmen aufzubringen.

Vorher mit Acrylfarbe die zu verspannende Sackleinenfläche die du auf einen Arbeitsrahmen aus Kiefernholz aufgespannt hast zu bemalen.

Als Malstil würde ich Kandinsky bzw Matisse empfehlen oder irgendwas abstraktes.

Dazu legst du wiederum eine Holzplatte unter den Rahmen, sodass der Stoff direkt auf der Holzplatte aufliegt.
Dies dient dazu nicht zu viel Farbe zu verbrauchen.

So jetzt loslegen, das allerwichtigste ist, den Rahmen von Zeit zu Zeit mit der Kante auf den Boden aufschlagen damit die überschüssige Farbe aus der Struktur des Sackleinen wieder entfernt wird und die Löcher wieder frei werden.

Der Leinen nimmt genügend Farbe auf damit das Grau ausreichen kaschiert wird

Sackleinen bekommst bei der Firma Raiffeisen.
Bitte jetzt nicht laut schreien oder Lachen.
Am besten sind Kartoffelsäcke geeignet, ich nutze sie selbst für meine Acrylbilder.

Gruß Harald
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Jupiter
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