Neubau inkl. Hörraum - Schritt für Schritt

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Neubau inkl. Hörraum - Schritt für Schritt

Beitragvon Mr. Mike » 10.02.2016, 00:00

Geehrte Musikbegeisterte,

Nach Jahren der HiFi-Abstinenz werde ich endlich einen Hobbyraum erhalten! :cheers:
Es wird ein Kellerraum sein, Außenwände aus Beton, Innenwände aus Porotonziegeln.

Noch stehen wir am Anfang, erstmal geht es darum, den besseren Raum zu wählen. Bitter dabei: schon hier muß ich den ersten Kompromiss eingehen - die Raumbreite ist in keinem der beiden Räumen optimal! :?

Variante 1:
3,80 x 9,73
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Variante 2:
4,04/5,36 x 7,36
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In diesem Hörraum sollen endlich meine Capacity X2 Elektrostaten aufspielen. Nachdem diese mind 1,30 von der Rückwand stehen sollten kommt nach meiner Ansicht nur die Aufstellung an der kurzen Wand in Frage.
Die Variante 1 hat eine gute Symetrie, dafür eine geringere Basisbreite.
Die Variante 2 - gerade gegenteilig.

Die Elektrostaten haben jeweils eine Breite von 55 cm und haben systembedingt eine starke Bündelung - wandnahe Aufstellung erscheint mir, verglichen mit herkömmlichen Lautsprechern, unkritisch (für den Bass kann das wiederum anders aussehen).

Was sind eure Gedanken, Hinweise an mich?
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Mr. Mike
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Beitragvon Hans-Martin » 10.02.2016, 09:11

Hallo Michael,
die Deckenhöhe ist dir keine Erwähnung wert?
Beton ist so unschön unnachgiebig wie kaum etwas anderes, aber der lange, schmale Raum mit der Möglichkeit, das Fenster als Dämpfung mit einzubeziehen, und eine schöne Symmetrie der Längsache zu haben, macht ihn für die Capacity Elektrostaten ungleich besser geeignet als der andere.
Da man ungern ein Fenster im Rücken hat, es an der Seite wenig nützt, ist hier schon (für mich fast zwingend) möglich, am rückwärtigen Ende des Raums mit großflächigen Lochrasterplatten, Mineralwolle, mit leichter Sperrholztür begehbar, eine Leichtbauwand einzuziehen, um die fehlende Dämpfung breitbandig einzubringen. Dieser kleine Raum könnte eine Einbauschrankwand mit leichten Türen aufnehmen.
Den Charakter des langen Schlauchs ändert es mit zugleich vorteilhaften akusischen Vorteilen und nimmt obendrein anderes Spielzeug auf.
Alternativ wäre ein offenes Regal (Wandabstand!) gefüllt mit Schallplatten auch eine Alternative.
Der lange Schlauch lässt zu, dass die Dipole bei 1/3, der Hörplatz bei 2/3 der Raumlänge platziert werden können, was dem Wusch nach dem Stereodreieck sehr nahe kommt.
So geshen denke ich über den 2. Raum gar nicht nach, für geschlossene LS vielleicht doch, aber die Fage nach der Dämpfung bleibt dort unbefriedigend offen.
Wer ständig neue Information in den Raum pumpt, muss sich auch fragen, wo sie bleibt, um nicht zu stören- das Kernproblem vom schallharten Räumen.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Jahresprogramm » 10.02.2016, 11:59

Hallo,

Hans-Martin hat vollkommen Recht. Der erste Raum bietet gute Symmetrie und sehr gute Möglichkeiten den Bass in den Griff zu bekommen. Das sind zunächst die beiden wichtigsten Parameter für eine Auswahl. Die Decke wird in beiden Räumen wahrscheinlich gleich niedrig sein. Somit würde ich klar den Raum 1 empfehlen. Ob der Raum für ein Stereodreieck zu schmal ist, hängt von Deinem präferierten Hörabstand ab. Ein gleichschenkliges Stereodreieck lässt sich mit 2-2,5m Hörabstand gut realisieren. Ein spitzes Stereodreick lässt auch mehr Hörabstand zu. Auch hier würde ich, wie von Hans-Martin geschrieben, die Anordnung der LS und des Hörplatzes eher nach der 1/3-2/3 Regel wählen und dadurch ein spitzes Stereodreieck anstreben.

Bzgl. Dämpfung im Bassbereich gibt es bei uns im Forum eine interessante Abhandlung von FoLLgoTT.

Grüße
Alex
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Beitragvon Joerghag » 10.02.2016, 13:55

... nur mal kurz zwischendurch.
der zweite Raum ist doch auch Klasse. Entweder wird eine Leichtbauwand im "L" Teil aufgebaut, der Raum kann dann als Elektronikraum genutzt werden oder auf die L-Seite und analog auf die Fensterseite kommt ein schwerer Akustikvorhang. Bei dieser Version könnte vorne wie hinten ein akustischer Sumpf in Form von wandflächigen Steinwollepaketen realisiert werden, erweiterbar zum SBA und es wäre immer noch ausreichend Platz da.

Im anderen Raum wäre das mit einer Leichtbauwand auf der Fensterseite natürlich auch möglich. Da der Raum ja nach Beschriftung (auch) Heimkino sein soll, macht die Leinwand nur auf der dem Fenster abgewandten Seite Sinn.

Gruß Jörg
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Beitragvon Mr. Mike » 10.02.2016, 14:40

Hallo zusammen,

besten Dank für eure Gedanken.

Die Deckenhöhe für den gesamten Kellerbereich (also beide Räume) beträgt ohne Bodenaufbau ca. 2,50 und wird am Ende auf ca. 2,30 hinauslaufen.
Teppichboden ist geplant.
Das große Fenster im Raum 1 würde noch zentriert werden, das kleine Fenster an die andere kurze Seite wandern, auch dort zentriert.

Ich habe mir die meisten Sorgen bez. der schmalen Basisbreite gemacht - aber das scheint kein Thema zu sein. Zugegeben, ich habe Elektrostaten bereits mit guten 5 m Basisbreite aufspielen hören, die Bühne war da sehr beeindruckend, das selbe hatte ich mir immer für meinen eigenen Hörraum gewünscht.

Andereseits hat Hans-Martin schon öfters in diesem Form auf die Vorteile der Symetrie hingewiesen - hat mit überzeugt. Ich bin jetzt erstmal beruflich unterwegs und bespreche nächste Woche die Ergebnisse mit dem Hausrat, bevor ich mich entgültig festlege.

Ach ja, nach mehreren eigenen Versuchen in der Vergangenheit, die Raumakustik selbst in den Griff zu bekommen, ist mir erlich gesagt die Lust daran vergangen. Wenn es das Budget nach dem Hausbau zulässt, will ich hier mit einer der einschlägig bekannten Firmen zusammen arbeiten, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.
Trotzdem sind allerlei Tipps natürlich immer willkommen, aber bitte erst später!
Jetzt ist erst die grundsätliche Entscheidung zu treffen, welcher Raum es werden soll.

Vielen Dank euch!

Gruß
Michael
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Beitragvon Rook » 10.02.2016, 18:21

Hallo Michael,

hat lange gedauert bis ich mich entscheiden konnte, aber nach längerem Grübeln würde ich auch Raum1 nehmen.
Ich denke Du bist da am flexibelsten und kannst die Länge des Raumes auch zu deinem Vorteil mit den Flächen machen.
Mehr Raum hinter den Dipolen haben zu können ist immer Klasse.
Auch für Deine spätere Hörposition hast Du viele Möglichkeiten die richtige Basswelle zu suchen und zu finden ;)
Gibt es noch Fotos?
Spannendes Projekt, halt uns auf dem laufenden!

Gruß,
Rüdiger
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Beitragvon Mr. Mike » 10.02.2016, 18:42

Hallo Rüdiger,

Du hörst mit einer vergleichbaren Basisbreite, nicht wahr?
Nein, Fotos gibt es noch nicht - das Haus ist noch nicht gebaut... Daher überhaupt die Möglichkeit, diese eine Wand waagrecht (L-Raum) bzw. senkrecht zu platzieren.

Gruß und Danke

Michael
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Beitragvon Rook » 10.02.2016, 19:08

Michael,

bei mir sind es ziemlich genau 4m.
Neubau,-ist doch Super!
Viiieele Steckdosen und Strom auf eigener Phase einplanen ;)

Gruß,
Rüdiger
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Beitragvon Hans-Martin » 10.02.2016, 19:24

Mr. Mike hat geschrieben:Die Deckenhöhe für den gesamten Kellerbereich (also beide Räume) beträgt ohne Bodenaufbau ca. 2,50 und wird am Ende auf ca. 2,30 hinauslaufen.
Teppichboden ist geplant.
Das große Fenster im Raum 1 würde noch zentriert werden, das kleine Fenster an die andere kurze Seite wandern, auch dort zentriert.


Hallo Michael,
hast du mal rechnen lassen, was es kostet, rundum einen Stein mehr auflegen zu lassen, also die Deckenhöhe um 10cm anzuheben, um auf wohnraumübliche 2,40 / 2,45m zu kommen?
Es ließe mehr Raum für Akustikmaßnahmen.

Ach ja, nach mehreren eigenen Versuchen in der Vergangenheit, die Raumakustik selbst in den Griff zu bekommen, ist mir erlich gesagt die Lust daran vergangen. Wenn es das Budget nach dem Hausbau zulässt, will ich hier mit einer der einschlägig bekannten Firmen zusammen arbeiten, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.
Trotzdem sind allerlei Tipps natürlich immer willkommen, aber bitte erst später!
Jetzt ist erst die grundsätliche Entscheidung zu treffen, welcher Raum es werden soll.

Ich quatsche dir trotzdem dazwischen, vielleicht vermeidest du Fehler, die noch unentdeckt in der Planung liegen. Hinterher ist man immer schlauer, ärgert sich aber über die Verhältnisse, die man selbst herbeigeführt hat. Warum ich damals nicht auf dem Bauplan gesehen habe, dass mein Wohnzimmer bei 2,50m Deckenhöhe und 5m Breite auch noch 10m lang wird, ärgert mich noch heute (Verhältnis 1:2:4). Selbst bei den verglasten Winkeln in meinem Rücken bleiben die Resonanzen hörbar.
Wer den Neubau vor sich hat, kann die Pläne doch noch etwas ändern, oder?
Ich würde vor dem Bau die besagte Firma befragen, ob sie Vorschläge haben, wo man Fehler übersehen hat, sie vermeiden könnte.
Auch Capacity mal fragen, was man dort meint. Bei einer Messe in Hannover war dieser Hersteller der einzige in meiner langjährigen Messebesuchserfahrung, der seine Zuhörer zum Stuhlreihenwechsel aufgefordert hat, dann die Demo fortsetzte. In dem 4,75m breiten und 8,50m langen Raum (Deckenhöhe 3,10m) hatte er die Panels jeweils sehr seitenwandnah (nahezu bündig), aber nach Gedächtnis nur gut 1m vor der Außenwand mit bodentiefen Fenstern entfernt aufgestellt. Über diesen geringen Abstand habe ich mich gewundert, aber die gute Idee mit dem Plätzetausch überwog den Gesamteindruck. Denn eine Reihe weiter kippte die tonale Balance sehr auffällig, und da lag weniger als 1 m Abstand zwischen. Seitdem schreite ich jeden Hörraum ab, bevor ich mir den Platz zum Hören wähle.

Ob man das Fenster gegenüber der Tür anlegt, oder einen anderen Platz findet, der akustisch wertvoller ist, darf jemand anderes rechnen (Feng Shui will es vermeiden, aber ich meine nicht diesen Aspekt). Auf der Raummitte ist ein Druckminimum für die 1. und 3. Mode, hingegen ein Maximum der 2. und 4. Eine nachgiebige Tür ist schon dort, das Fenster könnte vielleicht bei 2/3 Raumlänge beim Maximum der 3.Mode positioniert werden.
Wenn man die Panels nicht bei 1/3 stellt und den Hörplatz bei 2/3 wählt - oder sich irgenwann andere Lautsprecher kauft.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Mr. Mike » 10.02.2016, 19:46

Lieber Hans-Martin und alle anderen,

Zwischenrufe dieser Art sind immer willkommen. Da ich bereits im Flieger sitze hier nur kurz ein paar Antworten:

Die Terasse wird sich über die komplette rechte Seite erstrecken, der Außenzugang dahin über die untere Seite. Deswegen, und auch weil das Bodenniveau oben niedriger ist, wird das große Fenster an der bisherigen Stelle bleiben.

Die Kosten für einen höheren Keller sind nicht drin :-(

Die Außenmaße des Kellers entsprechen dem Außenmaß des Hauses...

Firma Capaciti ist tot...

Ich lasse Deine Worte übers Wochenende wirken, danke!

Gruß

Michael
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Beitragvon Mr. Mike » 07.07.2016, 11:58

Hallo zusammen!

Wir haben uns für die Raumvariante 1 entschieden, mit folgenden Anpassungen:

- Raumbreite wurde vergrößert von 3,80 auf 4.00
- Raumhöhe wurde erhöht von 2,32 auf 2,44 auf besonderem Wunsch meiner Frau :shock: - Sie ist der Meinung, dass bei einem so langen Raum eine niedrige Decke nicht einladend genug wirkt für Gäste (HiFi-Raum ist auch der Gästeraum) :cheers:

In 4-5 Wochen geht es los, d.h. ich muß mir nun endgültig Gedanken über die Positionierung des kleinen Seitenfenster. An der Rückwand würde es mir am besten gefallen, allerdings ist das Norden - dann vielleicht doch lieber im Westen wo es bereits jetzt platziert ist für den besseren Lichteinfall?

Glückliche Grüße

Michael
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Beitragvon Hans-Martin » 07.07.2016, 13:07

Hallo Michael,
ich würde das Fenster nach Norden verlegen, wenn es um die Dämpfung der Längsmoden geht.
Ist auch für die Stoßlüftung des Raums hilfreich.
Capacity Lautsprecher habe ich nur einmal gehört, in einem Raum mit 4,75m Breite und 8,50m Länge (Hannover Congress-Centrum), der Hersteller forderte die Zuhörer auf, die Plätze zu tauschen, der Klangunterschied in der anderen Sitzreihe war beeindruckend besser.
Nach dem Goldenen Schmidt sind Decke 2,47m, Breite 4m, Länge 6,47 (und alternativ 9,70m, das 3/2-fache) nicht schlecht, auch wenn in der Höhe nur wenig fehlt.
Da lässt sich auf der Längsachse einiges machen, zumal auch ein Gästezimmer irgendwo Bettzeugs unterbringt, also natürliche Dämpfungselemente sein müssen.
Viel Erfolg! Hans-Martin
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