Hörraumvergrößerung - akustische Wirkung?

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Hörraumvergrößerung - akustische Wirkung?

Beitragvon powerohr » 20.09.2016, 08:56

Hallo,

Ich habe meinen Hörraum im Keller. Größe 5.5 x 4.5 x 2.3 m. Die Prime 14 Lautsprecher stehen auf der schmalen Seite. Ich hätte die Möglichkeit eine nicht tragende Zwischenwand zu einem weiteren Kellerraum von 4.0 x 4.5 in Verlängerung herauszunehmen, wodurch ein Raum von 9.5 x 4.5 m entstehen würde.

Was die Aufstellung angeht, würde ich wegen vorhandener Türen und benötigen Schränken wenig ändern. Die LS und der Hörplatz würde etwas ( ca. 1 - 1.5 m) weiter nach vorne rücken. Die LS hätten dann eben nach hinten mehrere Meter Luft zur Rückwand. Akustisch wichtig, sind dann nur noch die gleich entfernten Seitenwänden. Durch den größeren Abstand Hörplatz Rückwand, ist deren Einfluss auch geringer. Jetzt sind da knapp 1,8 m, dann wären es entsprechend mehr.

Ich habe einmal mit einem Raummodenrechner einen Vergleich durchgeführt. Die erste Moden würde von 31 auf 18 Hz sinken. Schwer zu sagen, was dies nun real bedeutet. Jetzt nehme ich die 31 Hz Mode mit einem Vorfilter raus.

Lohnt sich der doch erhebliche Aufwand aus akustischer Sicht? Ich würde mal behaupten die Tiefenstaffelung wird gewinnen und der Bass wird durch keine direkte Rückwand mehr verstärkt.

Ich würde gerne eure Meinung dazu hören.

Grüße
Torben
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Beitragvon Joerghag » 20.09.2016, 11:47

... du hättest auf jeden Fall die Möglichkeit die Lautsprecher mit mehr als 2m Abstand zur Wand zu stellen, was dir die Auslöschungen aus dem Bereich bis 200 Hz verschiebt und könntest z.B. die Rückwand (hinter dem Hörplatz) mit 60-100cm Steinwolle als sehr effektiven Bass-Absorber aufbauen (oder sogar vorne und hinten)

Gruß Jörg
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Beitragvon powerohr » 20.09.2016, 17:32

Hallo

Über einen Bassabsober hinten hatte ich schon nachgedacht. Dafür müsste ich nur die jetzige Hörsituation um 180 Grad drehen, da der Keller momentan hinter meinem Hörpatz Fenster hat und der zusätzliche Raum hinter den LS liegt. Müsste ich mir mal aufzeichnen, damit ich nicht in Komflikt mit Türen komme.
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Beitragvon Hans-Martin » 20.09.2016, 19:46

Hallo Torben,

bitte zeichne auch die Fenster und Türen ein.

Ich würde mich hier von dem Gedanken verabschieden, dass ein nennenswerter Zusammenhang zwischen Klang und dem gleichseitigen Dreieck besteht, dafür sind vielmehr die Moden verantwortlich. Eventuell kommt dabei heraus, dass an den klangbesten Plätzen die Boxenaufstellung sich nicht mit dem gewünschten gleichseitigen Dreieck kombinieren lässt.

Grüße Hans-Martin
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Beitragvon FoLLgoTT » 21.09.2016, 10:54

Hallo Torben,

ein dicker rückwärtiger Absorber ist akustisch auf jeden Fall eine gute Idee. So habe ich es bei meinem bedämpften SBA auch umgesetzt. Allerdings muss man höllisch aufpassen, dass es dahinter nicht schimmelt. Das ist bei mir passiert, allerdings handelt sich sich auf um einen ungedämmten Altbau. Die Situation kann bei dir wieder anders sein.

Bei mir hat der Schimmel zu einem Aufrüsten auf ein DBA geführt. Allerdings ist die Variante mit dem Absorber gerade für Stereo empfehlenswerter, da man

1. den Grundton gleich mit bedämpft
2. der Bassbreich Stereo bleiben kann

Gruß
Nils
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Beitragvon engineer » 25.12.2016, 20:07

Hallo Nils,

Ja, der Schimmel. Entweder richtig isoliert und luftdicht bauen, oder aktiv hinterlüften.

Oder so wie wir das früher im Studio hatte; Mobile Absorber aus Rockwool, mit Folie verpackt, in Holzwürfeln fest eingefasst, die man aber noch verschieben kann. Der unterste auf Rollen und alles auf 30cm Abstand zur Wand und mit 15 cm Luft zum Boden stehend.

Wenn aufgenommen oder abgemischt wurde, kurz an die Wand schieben, dass sich nix mehr drum herumdrücken kann. Wichtig ist, das Zeug mit Folie einzuschweißen damit es keine Feuchtigkeit ziehen kann (wegen der schwer atmenden und schwitzenden Musiker) :mrgreen:
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Beitragvon FoLLgoTT » 26.12.2016, 09:23

Hallo,
engineer hat geschrieben:Ja, der Schimmel. Entweder richtig isoliert und luftdicht bauen, oder aktiv hinterlüften.


Mein Absorber war aktiv hinterbelüftet. Es half trotzdem nichts. Die Außenwand war so kalt und der Tunnel so lang (ca. 6 m), dass die Staubreste auf der Wand zu schimmeln begannen. Im Grunde hat es die aktive Belüftung sogar noch schlimmer gemacht, indem sie die warme Luft an der Wand entlang geführt hat, diese abkühlte und somit Kondensat hinterließ. Man sollte also ganz genau wissen, was man tut.

Gruß
Nils
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