Mehrpunktmessung richtig gewichten

Mess- und Korrektursysteme

Beitragvon Pittiplatsch » 23.10.2016, 21:37

fast vergessen:

wie hast du denn deinen Raum behandelt?


obwohl der Raum recht klein ist hat seine Sekundaerverwendung als Keller und Lagerraum dazu beigetragen das er bis in alle Ecken vollgestoppft ist. Zusaetzlich habe ich alle Erstreflektionspunkte in der Raumhaelfte wo die LS stehen (vor dem Hoerplatz) recht reichlich bedaempft. Die verbliebene Tiefbassmode bei 30 Hz habe ich mit einem 2ten gegenphasig arbeitenden Sub in den Griff gekriegt (war aber nicht sooo stark asugepraegt).

Obwohl das noch "work in progress" ist passt das soweit ganz gut

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Jupiter » 24.10.2016, 07:02

Hallo Tobias,

Kannst du das Messergebnis mal einstellen, die Kurven würden mich interessieren.

Gruß Harald
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Beitragvon Pittiplatsch » 24.10.2016, 19:36

Hallo Harald,

das ist der Stand vom Januar - da geht sicher noch was :) :

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ich muesste mal wieder eine neue Messung machen... Nachdem ich noch Decke und Rueckwand behandelt habe ist mir die Disziplin abhanden gekommen und ich hab erst mal nur gebannt gehoert. Meine wieder aufflammendes Interesse an meinem privaten SW Projekt hat mich auch im Moment an die Zweitanlage am PC verbannt. Spaetestens wenn ich meine SW Bemuehungen teste und das Mikro einmal aufgebaut habe gibt es auch wieder aktuelle Messungen.

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Pittiplatsch » 26.10.2016, 21:38

um zum urspruenglichen Thema des Threads zurueck zu kommen: Ich habe es jetzt so geloest das ich beliebig viele Messungen in einer loop machen kann bis ich fertig bin.
Vor der Filtererstellung kann ich diese einzelnen Messungen dann verrechnen. Fuer jede ist ein Wichtungsfaktor frei definierbar. Leider muss noch manuell gerechnet werden so das die Summe aller Wichtungsfaktoren am Ende 1 ergibt (das werde ich zu gegebener Zeit auch noch automatisieren)
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Beitragvon Buschel » 27.10.2016, 06:58

Hallo Tobias,

wie mittelst du den derzeit deine Messungen? Mittelung des Amplitudenfrequenzgangs oder Mittelung der Impulsantworten? Das sind ja durchaus unterschiedliche Lösungsansätze.

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Pittiplatsch » 27.10.2016, 18:21

Hallo Andree,

hast mich erwischt :) : im Moment nur die Mittelung der Impulsantworten. Deine Formulierung der "Loesungsansaetze" stimmt mich optimistisch das das nicht ganz falsch ist.

Die Mittelung der Amplitudenfrequenzgaenge waere auch interessant - das setze ich mal auf die Liste der ToDo's. Was waere da der Vorteil? Ich muss gestehen das ich zwar fast alles in ein Programm klopfen kann aber auf mathematischer Seite nur sehr schlecht (vorher) beurteilen wo die Vor/Nachteile liegen ... Eher nach "Versuch macht Klug" ...

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Buschel » 28.10.2016, 07:22

Hallo Tobias,

ein Vorteil ist wohl einfachere Umsetzung. Bei den Aplitudenfrequenzgängen (AFR) addierst nur die Beträge des komplexen AFG, die Phase -- das Zeitverhalten -- spielt keine Rolle. Wenn du die Impulseantworten (IR) aufsummierst, musst du diese zeitlich genau (auf den Nutzsignalpuls) synchronisieren. Weil du an unterschiedlichen Positionen im Raum misst, verschieben sich die Pulse auf der zeitlichen Achse und auch deren zeitliche Lage zwischen den Kanälen. Das geht soweit, dass du möglicherweise sogar sub-sample shifts durchführen solltest. Der Lohn der Arbeit ist dann allerdings, dass eine Mittelung der IRs den Direktschall stärker bewertet.

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Pittiplatsch » 28.10.2016, 15:41

Hallo Andree,

du hast treffend erkannt warum ich die Mittelung der Impulsantworten zuerst umgesetzt habe :).

Das Thema des zeitlichen Versatzes der Peaks relativ zur zentralen Position mit der hoechsten Wichtung hat mich auch schon gereizt. Im Moment richte ich stupide Peak an Peak aus...

Wie berechnet sich der zeitliche Versatz in Abhaengigkeit zum Abstand? Wenn ich die Schallgeschwidigkeit (343,2 m/s) als Massstab ansetze komme ich auf 1,28 Samples Versatz pro cm Abstand (bei 44100 Samples/s). Kann das stimmen?
Verglichen mit dem Rest der schon da ist waere das eine Kleinigkeit - vorausgesetzt ich rechne richtig ...

Subsample-shifts lass ich erstmal aussen vor :) - man braucht ja noch Ziele :).

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Buschel » 28.10.2016, 18:17

Hallo Tobias,

ich würde die zeitliche Synchronisation über Kreuzkorrelation für ein kurzes Fenster ausführen. Das Fenster würde ich dabei wenige ms um den Referenzpeak herum definieren. Das lässt sich dann auch wunderbar mit sub-sample shifts kombinieren. 8)

Den Versatz hast du richtig berechnet. :cheers:

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon Pittiplatsch » 01.11.2016, 15:57

Hallo Andree,

ich muss zugeben dass du mich bei Deinem Kreuzkorrelationsansatz mal wieder abgehaengt hast... Ich kannte die Kreuzkorrelation bisher nur als Mass um den Bezug von Daten zu quantifizieren - man lernt nie aus. Bei Wikipedia taucht genau dieser Anwendungsfall direkt am Anfang auf.

Ich hab erst mal die einfach Variante einer simplen Verschiebung der Samples implementiert inklusive des UIs dazu. Das muss ich mal bei Gelegenheit intensiver testen ... habs erstmal eingcheckt: wird schon passen :wink: .

Was mich noch interessiert waere, wie man das dann bei einer Verschiebung im Frequenzberich machen wuerde - dort fehlt ja die Zeitinformation... Da bleibt ja dann nur das ueber eine Verschiebung des FFT-Fensters zu realisieren, aber diese Verschiebung muesste ja dann auch auf Grundlage der Peakinformation im Zeitbereich erfolgen, oder habe ich da einen Denkfehler?

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Buschel » 01.11.2016, 23:36

Hallo Tobias,

schnell umgesetzt, Respekt! :)

Worauf genau zielt deine Frage nach "Verschieben im Frequenzbereich" ab? Oder lese ich den Satz falsch, und es geht dir um die Auswirkung im Frequenzbereich nach dem Verschieben der Impulsantworten im Zeitbereich?

Auswirkungen im Amplitudenfrequenzgang nach Verschieben im Zeitbereich kannst du dann haben, wenn du kurze Fenster benutzt, weil z.B. je nach Lage des Fensters bzw. des Impulsantwort innerhalb des Fensters Reflexionen in die Berechnung eingehen oder nicht. Bei kurzen Fenstern und Mittelung von Amplitudenfrequenzgängen solltest du daher den per KK ermittelten Versatz benutzen, um das FFT-Fenster richtig zu positionieren.

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon frankl » 02.11.2016, 00:52

Hallo Tobias und Andree,

ich habe auch ein paar Versuche mit mehrfachen Messungen gemacht (auch wenn ich die Ergebnisse bisher nicht so toll fand).

Um zu überlegen, wie man die Messungen aufaddiert, stelle ich mir den Idealfall einer Punktschallquelle vor, von der ich nur den Direktschall bekomme. In diesem Fall sollten die Messungen sich ja nur in der vom Abstand abhängenden Lautstärke und Zeitversatz unterscheiden.

Um den Zeitversatz korrekt zu ermitteln habe ich eine halbe Sekunde vor und nach meinem (90 Sekunden) Logsweep in 1000 Samples Abstand zwei Pulse angehängt. Die sind in der bei der Messung aufgenommenen Datei leicht zu identifizieren. Diese benutze ich zunächst, um durch geringfügiges Resamplen die Länge des aufgenommenen Sweeps exakt der Länge des abgespielten Sweeps anzupassen und dann auf ein Sample genau den aufgenommenen Sweep auszuschneiden (siehe dazu diesen Thread Taktunterschied zwischen Abspielen und Aufnahme des Logsweep).
Danach habe ich die so präparierten Sweep-Aufnahmen mit sox aufaddiert (im meinem Fall ohne spezielle Gewichtung, da alle Messpunkte ungefähr gleich weit von den Lautsprechern entfernt waren).

Es kommt dann übrigens das gleiche heraus, wenn man zuerst die Summe bildet und dann durch Faltung die Impulsantwort berechnet, oder wenn man die Impulsantworten zu den Einzelmessungen zuerst berechnet und diese aufaddiert (Falten ist eine "lineare Abbildung"). Ich sehe aber nicht, wie ich den Zeitversatz der verschiedenen Impulsantworten bestimmen sollte, wenn ich die Aufnahmen nicht vorher im Zeitbereich genau zurechtgeschnitten hätte. Warum sollte sich der richtige Zeitversatz durch das Maximum der Kreuzkorrelationsfunktion ergeben?

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon Buschel » 02.11.2016, 07:51

Guten Morgen Frank,

dein Ansatz ist nochmal geradliniger, aber auch hier musst du letztlich -- in diesem Fall direkt aufgenommene, und nicht berechnete -- Impulsantworten zeitlich gegeneinander verschieben, um die Messungen synchron zu bekommen. Der Ansatz mit der KK geht einfach davon aus, dass die Impulsantwort des Nutzsignals (der zuerst ankommende reflexionsfreie Direktschall, oder auch dein Synchronisationsimpuls) an ähnlichen Aufnahmeorten quasi unverändert ist. Dann lässt sich über Verschieben und KK der "best match" ermitteln, aus dem sich der Versatz ermitteln lässt.

Viele Grüße,
Andree
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