Folie um Absorber ...???

Mess- und Korrektursysteme

Folie um Absorber ...???

Beitragvon Hornguru » 01.11.2016, 18:20

Morgen

Ich habe jetzt an vielen Stellen gehört man kann absorber in Folie einwickeln.

Für mich unverständlich, lässt sie doch keine Luft durch. Und das möchte man ja.

Es gab ein paar Tests wo man folie vor den Treiber spannte und misst nur einen Höhenabfa.
Das erscheint mir noch nicht ganz logisch.
Forme ich mir einen Beutel aus Folie kann ich ihn aufpusten, verschließen und auf dem Luftknoll hin und her drücken wie ein Kissen. Hält also sogar DC drin, sehr tieffrequent ;)
Vielleicht wirkte die Folie vor dem Lautsprecher als zweite Membran, die Nachgab und so den Schall durch ihre eigene Schwingung nach außen übertrug. Im Hochton weniger durch Masseträgheit.

So klingt das für mich noch nicht vergleichbar oder nicht sinnvoll messbar. Ich möchte ja dass die Luft in den Schaum oä eintritt und dort in den Poren durch Reibung in Wärme umgewandelt wird.
Und nicht an der Oberfläche die Folie zum schwingen bringt.

Gibts jemanden der die Wirkung im Raum bezeugen kann?
Durch Reflektionsmessung oder vorher nachher Nachhallmessung??

Gruß
Josh
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Beitragvon freezebox » 01.11.2016, 19:03

Hallo Josh,

Es gibt in den Beschreibungen mancher Absorber-Hersteller Hinweise auf die Wirksamkeit einer Folie um deren (mit Mineralwolle gefüllte) Absorber. Der Zweck ist wohl, dass hochfrequente Anteile reflektiert werden und nur tieffrequente Anteile absorbiert werden sollen, um den Hochton nicht zu überdämpfen. Im Tiefton hast Du es ja mit viel größeren Wellenlängen zu tun - die regen dann die gesamte Folienoberfläche an, ähnlich einem Plattenabsorber. Die Bewegung der Folie wird dann durch die Mineralwolle effektiver gedämpft. Bei kleineren Wellenlängen dringen diese ohne Folie besser in das Material ein und regen fragmente zum schwingen an, die die Schwingungen durch gegenseitige Reibung dann in Wärme umwandeln.
Die Hochtondämpfung einer Folie vor dem Lautsprecher ist wohl auf die Massenträgheit der Folie zurückzuführen.

Grüße,
Jörn
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Beitragvon Hornguru » 01.11.2016, 19:39

Hmmm ja ok bis dahin verständlich. Nur die Gewisse Skepsis ob es auch genauso effizient wie offen ist bleibt.
Ich liebe ja Messkurven :D
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Beitragvon freezebox » 01.11.2016, 20:22

Du hast Recht, es wäre interessant, mal die Wirkung der Folie im Vergleich zweier Messungen mit/ohne Folie zu sehen..
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Beitragvon Udor » 01.11.2016, 20:27

Hallo

siehe: http://www.casakustik.de/forum/index.php/topic,30.0.html

leider ist das Forum schon seit längeren Tot es gibt aber einige interessante Themen in sachen
Raumakustik.

Gruß Udo
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Beitragvon Hornguru » 01.11.2016, 21:06

Nett. Aber auch wieder Abdeckung vor dem Chassis was keine Durchlässigkeit wie ja erwähnt rückschließen lässt. Aber wie will man das messen...

Man müsste mal mikro und Lautsprecher in ne kleine Kiste stecken in der es heftig resoniert.
Dann Bedämpfung.
Und Folie auf Bedämpfung als dritte Kurve.

Gruß
Josh
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Beitragvon Joerghag » 01.11.2016, 21:38

... die Messungen in Casakustik zeigen es doch gut. Für den Tieftonberich spielt die Folie keine Rolle.
Messungen mit und ohne Folie habe ich bei mir nicht gemacht, da ich die Steinwolle direkt draußen
eingepackt habe. Die Wirkung im Baßbereich ist deutlich in der Nachhallzeit zu sehen (siehe Vorstellungsthread).

Gruß Jörg
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Beitragvon FoLLgoTT » 02.11.2016, 19:43

Hallo Josh,
Hornguru hat geschrieben:Gibts jemanden der die Wirkung im Raum bezeugen kann?
Durch Reflektionsmessung oder vorher nachher Nachhallmessung??


Ja, hier und hier. Das Sonorock war jeweils in der Originalfolie verpackt.

Allerdings kann die Folie zum hörbaren Flattern angeregt werden, wenn extrem hohe Pegel im Bass gefahren werden. Für Musik sollte das aber weniger eine Rolle spielen als für Heimkino. ;)

Gruß
Nils
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Beitragvon Hans-Martin » 02.11.2016, 21:23

Hallo Josh,
in Ergänzung zu Jörns Beitrag hier eine Grafik:
Abbildung 1 Bild
Quelle: dieser Seite zeigt: Die Energie bleibt konstant, zerlegt sich in 4 Komponenten, die die Trennwand/Folie durchdringende, die seitlich sich dort ausbreitende, die dort absorbierte/in Wärme umgesetzte und die reflektierte.
Damit sollte sich deine Frage im Prinzip beantworten lassen, vereinfachend: was nicht durchgelassen wird, wird reflektiert. Abweichend davon ist nur die seitliche Ausbreitung in der Folie, bei einer planen Wellenfront, die darauf von einer entfernten Schallquelle trifft, hebt sie sich prinzipiell auf, bei einem Hochtöner unmittelbar davor ist dies aber nicht ganz der Fall.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hornguru » 25.11.2016, 19:23

Okay ich glaubs so langsam.

Einfacher selbsttest: Kopf mit Frischhaltefolie eingewickelt.
Man hört kaum nen Unterschied.

Vorsicht minderjährige Mitleser: Bitte nicht zuhause nachmachen! :mrgreen:
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Beitragvon Hans-Martin » 25.11.2016, 21:37

Hallo Josh,
wenn du jetzt noch kleine Löcher hineinstichst, wird eine Microsorberfolie draus. Auch eine interessante Alternative, allerdings nicht so preiswert wie Folie selber perforieren.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Hornguru » 26.11.2016, 10:22

Ich fand es schon recht riskant die Folie um den Kopf zu wickeln... jetzt muss ich auch noch reinstechen ? :shock:


Dafür gäbe es evtl Rollen mit Spikes drauf, paar Bahnen darüber ziehen und gut

Gruß
Josh
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Beitragvon Hornguru » 26.11.2016, 12:15

Gefunden! Spike Roller...
Sieht aus wie ne Anti Zellulitis Rolle. 24€

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Beitragvon detlevR » 26.11.2016, 12:50

Das gibt es auch im Tapetengeschäft als "Tapetenigel" zum perforieren von Tapeten (so kann man sie besser einweichen beim Abziehen).

Gruß
Detlev
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Beitragvon Heule » 04.12.2016, 08:23

Hornguru hat geschrieben:Gefunden! Spike Roller...
Sieht aus wie ne Anti Zellulitis Rolle. 24€

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Dieses Gerät ist für Bodenleger gemacht die Teppichboden verlegen und die Naht des Floors optisch
verschwinden lassen möchte(an der Schnittstelle vom Doppelschmitt).

Gruß Oliver
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