RDAcoustic Diffusor QRD67

Mess- und Korrektursysteme

Beitragvon Diskus_GL » 26.12.2016, 22:01

Hallo Hans Martin,

Visuelle Analyse hilft natürlich, Lokalisation funktioniert aber auch sehr gut ohne - wie man ja an der eigenen Anlage bei komplexer Musik mit vielen gleichzeiitig vorhandenen Schallquellen (auf der Aufnahme) gut „hören“ kann - die Lokalisation funktioniert einwandfrei und auch ein Kopfdrehen oder gar bewegen, verändert die Lokalisation kaum (zumindest nicht bei mir).
Selbst ein Bewegen im Raum verändert die Positionen der Schallquellen zueinander nicht.

Wenn - wie Du schreibst - bereits ein Bewegen oder Drehen des Kopfes die Klangfarben verändern würde, müsste man ja wie im Schraubstock vor den Boxen sitzen… bei den Wellenlängen führen ja bereits einige cm zu Kammfiltereffekten.
Messtechnisch sind solche Kammfiltereffekte zwar gut erfassbar, aber Hören funktioniert zum Glück anders - schliesslich haben wir ja zwei Ohren und ein Gehirn.

Und deshalb ist die Theorie, daß Reflexionen das Direktsignal „überlagern“ (und zu entsprechenden Auslöschungen und Überhöhungen bzw. Kammfiltereffekten führen) zwar physikalisch richtig (und messtechnisch auch erfassbar), aber das Gehirn analysiert zwei Ohrsignale und ist sehr gut in der Lage zwischen Direktschall und Reflexionen zu unterscheiden…und noch vieles mehr.

Wenn das Gehirn dies nicht könnte, könnte es schon zwei Instrumente auf einer Aufnahme nicht auseinanderhalten… denn die Überlagerung deren Signale (auf der Aufnahme) führt ja schon zu Auslöschungen und Überhöhungen etc.. Deshalb sieht das Aufnahmesignal (also z. B. das was an die Boxen kommt) immer völlig anders aus als die einzelne Signalform der in diesem Aufnahmesignal „enthaltenen“ Schallquellen… (Anschaulicher: http://www.audioclub.de/index.php/angeh ... produktion ).

Aber wie gesagt das Gehör kann das sehr gut auseinanderhalten.. und Reflexionen (wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen) kann das Gehirn auch gut auseinanderhalten und sie einem Direktschallanteil zuordnen - was dann die „Auswertung“ des Direktschallanteils auch verbessern kann (Anschaulicher: http://www.audioclub.de/index.php/angeh ... sse-hoeren ).

Im Übrigen zeigen meine beiden Artikel auch sehr schön, das es bereits bei der Wiedergabe von nur zwei Instrumenten an den Ohren - selbst ohne Berücksichtigung von Reflexionen - schon zu deutlichen „Überlagerungseffekten“ kommt, das die Ohrsignale völlig anders sind als die Signale der einzelnen aufgenommenen Instrumente…

„Hören“ funktioniert nach anderen Kriterien als die rein physikalische (messbare) Betrachtung des Schallsignals - deshalb führen solch simple Betrachtungen von Kammfiltereffekten etc. meist nicht zu korrelierenden Höreindrücken.
Messtechnisch mag Jürgens Diffusor keine gravierenden Veränderungen ergeben ..aber „hörbar“ wird er schon sein (…und wenn man was misst, wird es wahrscheinlich keine plausible Korrelation zu den Höreindrücken geben).

Was die Eigenschaften von Reflexionen und deren Einfluss auf die Hörwahrnehmung betrifft, findest Du in Jens Blauerts „Hören in Räumen“ die entsprechenden Studien, Experimente und Ergebnisse.
Ich hab mich auch mal damit beschäftigt und meine Betrachtungen zusammengefasst (http://www.audioclub.de/index.php/angeh ... eflexionen ). Hier sind auch einige Zitate aus Blauerts „Hören in Räumen“ aufgeführt, bei denen ich die entsprechende Seitenzahl angegeben habe.

Vielleicht hilft dir das.

Grüsse Joachim
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Diskus_GL
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Beitragvon shakti » 14.01.2017, 19:53

An diesem Wochenende habe ich Stueck fuer Stueck die VM Akustik Diffusoren mit Holz Diffusoren von Hofa ausgetauscht. Die VM Akustik Diffusoren sind 1D Diffusoren, die Hofa 2D.
Da ich aber auch die Position der Diffusoren geaendert habe, kann ich leider nichts zum klanglichen Unterschied dieser beiden Diffusor Umsetzungen sagen.

Ich habe jehweils 4 der Hofa Diffusoren zu einem 1qm grossen QRD Diffusor zusammengesetzt, dies finde ich optisch ruhiger und gelungener als einzeln rumhaengende HolzQuadrate, auch muss man dann nicht so praezise mit einem Spiegel arbeiten, man deckt einfach ein groesseres Steuck Wand ab!

Nun habe ich noch ein weiteres 4'er Paket im Zulauf :-)

Man kann aber bereits jetzt sagen, dass der grosse (4qm) RDAcoustic Diffusor eine sehr viel groessere Wirkung auf den Klang im Raum hatte, als die viel flacheren Hofa Diffusoren, ist halt hinsichtlich des abgedeckten Frequenzgangs ein grosser Unterschied, ob ein Diffusor 11cm oder knapp 40cm tief ist!


Mein Sammelsorium aus VM- und Tubetraps wird naechste Woche auch einheitlich gegen Basstraps von Hofa getauscht, auf dass es nicht so gestueckelt aussieht.

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Bin neugierig, wie es sich klanglich und optisch weiter entwickeln wird.

Gruss

Juergen
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Beitragvon FoLLgoTT » 15.01.2017, 09:10

Hallo Jürgen,
aus welchem Grund hängst du eigentlich 2D-Diffusoren an die Wand und nicht 1D? In der Regel möchte man ja den Schall in der Ebene halten. Das wird in Tonstudios (und Heimkinos) auch meist so gemacht.

Gruß
Nils
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Beitragvon shakti » 15.01.2017, 10:39

@Nils
da ich ja kein Studio habe, lasse ich mich da auch etwas durch sie Optik leiten, 2d gefaellt mir optisch besser!
die VM Diffusoren ( grau in der Mitte vor dem fenster) sind 1D und werden demnaechst durch einen 1D vom MW Akustik ausgetauscht, dies ist der kritischste (Spiegelung des lS vom Hoerplatz) Punkt an dieser Seitenwand.

Auch habe bei mir im Zimmer versucht einen Unterschied zwischen 1D und 2D zu hoeren, dies wollte mir nicht gelingen.

Gruss
Juergen
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