Wohnzimmer oder Keller?

Mess- und Korrektursysteme

Wohnzimmer oder Keller?

Beitragvon Ralf77 » 12.02.2017, 19:24

Hallo zusammen,

Ich stehe vor der Frage, ob ich zukünftig in der gemütlichen Umgebung im Wohnzimmer Musik hören möchte oder ob ich mir im Keller einen speziellen Raum aufbauen soll.

Aussehen tut es so im Wohnzimmer:

https://abload.de/img/img_0153tjsbe.jpg

Ich höre mit 2x Genelec 8351A als Front-LS und 2x Genelec 8320A als Rear-LS.
Eingemessen ist alles mit dem GLM 2.0 von Genelec.

Lieber wäre mir das Wohnzimmer...leider bin ich da mit der akustischen Optimierung beschränkt, da optisch nur wenig Fläche in Frage kommt.

1. Decke leider nicht möglich, da die Höhe nur 2,50m ist. Daher kann nichts an die Decke machen.
2. Frontwand ist prinzipiell möglich
3. Seitenwand (wo das Bild hängt) ist möglich. Das Bild kann weg
4. Rückwand hat ein Fenster, somit fast kein Platz vorhanden
5. In Richtung Ofen ist alles offen und geht zum Esszimmer und in die Küche

Der Keller wäre ein Raum von ca. 30qm. Kein Fenster... Deckenhöhe 2,50m.
Machbar ist da alles...

- Was könnte einen Nutzen im Wohnzimmer haben (vor allem um Nachhall zu reduzieren)
- Wo würdet ihr die Akustikelemente anbringen?
- Wenn ich eine komplette Wand verkleide, wäre da die Front (wo die Lautsprecher stehen) oder eher die Seitenwand (wo das Bild hängt) geeignet?

Ziel ist es die Nachhallzeit, die Abbildung und den Frequenzverlauf zu optimieren.
Danke für Eure Einschätzung.

Grüße,
Ralf
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Ralf77
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Beitragvon cornoalto » 12.02.2017, 19:39

Hallo Ralf,
hiermit
https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... 6187,d.bGs
kannst Du ganz einfach die Spiegelungspunkte ermitteln und und diese mit Diffussoren, bzw. Absorbern belegen.
Ich würde natürlich den Keller nehmen, da du da flexibler bist.
Diffussoren gibt es günstig von Hofa, Absorber kannst du zur Not auch selber aus Steinwolle-Akustikplatten bauen. Ich würde aber das Bedämpfen nicht übertreiben und lieber mehr Diffussoren nehmen.
Eine gute Raumakustik ist das A und O von gutem Stereo.
Wenn es möglich ist würde ich auch mal eine diagonale Aufstellung ausprobieren.

Gruß

Martin
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Beitragvon wgh52 » 12.02.2017, 20:07

Hallo Ralf,

ich gebe einfach mal meine Erfahrung zu bedenken: Vor Jahr und Tag stand ich vor einer sehr ähnlichen Entscheidung. Die technisch/raumakustischen Aspekte traten aber hinter sozialen und emotionalen Aspekten in den Hintergrund:

o Ich möchte zum Musikhören nicht "verschwinden". Ich gehe zum Lachen auch nicht in den Keller, warum also zum Musikhören?
o Spontanes Musikhören (auch mit meiner Frau) soll in gemütlicher Umgebung möglich sein
o Fernsehen und Musik soll über die gleiche Anlage gehen
o Ein "nebenbei" Hörplatz (Sitzgruppe im Hintergrund) und ein "intensiv" Hörplatz (mitten im Raum und im Stereodreieck, ohne frühe rückwärtige Reflektionen) und Teppich vor den LS) ist in unserem Wohnraum möglich
o Meine Frau hat ein "Damenzimmer" (mit ihrem elektronischen Flügel) wohin sie gerne ausweicht, wenn ich "meine" Musik höre

Insgesamt kann ich / können wir genußvoll, wenn auch wahrscheinlich nicht ganz so nahe am Ideal (allein oder zusammen) Musik hören.

Es kommt mMn auf Eure Prioritäten an, ob ein separater Hörraum wirklich "oft genug" von Euch frequentiert würde um die Investition zu rechtfertigen und auf die Akzeptanz von raumakustischen Maßnahmen im Wohnzimmer. Übrigens ist wahrscheinlich gerade bei niedriger Decke Handlungsbedarf (und wenn's nur 5-10 cm teilweiser Diffusor oder abgehängte Akustikdecke wäre, die z.B. mit indirekter Raumbeleuchtung kombiniert ist. Ideen als Denkanstoß halt... Fachmännische, akustische Untersuchung des (Wohn)Raumes wäre möglicherweise auch aufschlussreich.

my 2 cents worth.

Grüße,
Winfried

4000
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Beitragvon Hans-Martin » 12.02.2017, 20:22

Hallo Ralf,
ich würde das Wohnzimmer noch etwas weiter vorantreiben. Die Fenster gegenüber den Boxen nehmen tieffrequente Energie raus, der Raum hat nicht überall gleiche Tiefe, man kann zum Hören auf die Vorderkante des Sofas rutschen, einen größeren Teppich hinlegen, der bei den Boxen beginnt, und Absorber mit Bildern gedruckt auf Leinwand überziehen.
Absorptionsmaterialien kann man auch auf der Rückseite des Sofas optisch weitgehend verschwinden lassen. Der Glastisch löst bei mir bezüglich Reflexionen nicht gerade Begeisterung aus.

Im Keller wird vermutlich nur eine Tür als natürlicher Absorber für den Bass vorhanden seil, aber das Einmesssystem verbessert die Situation, aber nicht so weitgehend, wie ich aus dem Bild des Wohnzimmers vermute. aber bei 30qm könnte man mit Sperrholzkisten unterschiedlicher Größe und Neigung (auch als Diffusor) einen Teil des Raumvolumens verschwenden und in akustische Verluste umsetzen. Das halte ich trotzvorhandenem Genelec Raumeinmesssystem immer noch für einen sinnvollen Ansatz zur Klangverbesserung.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon modmix » 12.02.2017, 20:29

Der Kellerraum von Franz mag als Anregung (oder als Warnung ? :wink: ) dienen.
Anregung - was geht.
Warnung - einfach ist das nicht.
hth
Ulli
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Beitragvon cornoalto » 12.02.2017, 20:47

Hallo Ralf,
wenn ich dein schickes Wohnzimmer so betrachte wird sich bei der jetzigen Aufstellung durch die Unsymmetrie des Grundrisses und die Nähe zu den Rück- und Seitenwänden auch mit Raumakustikmassnahmen wohl nie ein perfektes Stereobild aufbauen lassen. Der reflektierte Schall sollte ja mindestens 10 ms später am Ohr ankommen!
Aber warum stellst du nicht die Boxen auf eine mobile Unterlage und positionierst sie zum konzentriert Hören z.B links und rechts vom Kamin oder an eine andere optimale Stelle? Zum Fernsehen und Nebenbeihören wandern sie dann wieder an den alten Platz.
Ich mache es so ähnlich, muss nur noch zusätzlich einen leichten Hörsessel und einen Diffusor bewegen. Das dauert eine Minute und der Hörgenuss ist perfekt.
Übrigens: Mit hochwertiger Literatur locker gefüllte Bücherregale sind in jeder Hinsicht zu empfehlen!

Gruß Martin
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Beitragvon aktivator » 12.02.2017, 20:49

Hallo Ralf
Wieso schließt du die Decke aus? Mit diesem systemhttp://de.barrisol.com/produkte-akustik-details.htmbrauchs du nur 10 cm opfern.und bei der bearbeiteten Fläche tut sich schon gewaltig was.Du brauchst auch selber keine Hand anlegen,wird ohne ausräumen von den Handwerkern an 1-2Tagen erledigt. Die 10 cm merkt ihr gar nicht. Oder seid ihr 2,40 groß?
Auszug von der Produktseite (Alle Folien der Acoustics® Palette sind in 230 Farbtöne und 15 Ausführungen verfügbar. (Lackiert, Satiniert, Mats, Beflockt, Metallic, Translucides, Recycled).)
Preise Nagel mich nicht fest 75-100 € pro fertigen m2.
Desweiteren schließe ich mich den Gründen Pro Wohnzimmer Winfrieds Ausführungen an
Gruß Andreas
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Beitragvon Heule » 12.02.2017, 21:10

Hallo Ralf,

wenn Geld kein großes Problem darstellt, kanns du dein Wohnzimmer
optisch und akustisch super gestalten. Alles was dein Herz oder deine
Frau begehrt kannst du kunstvoll und geschmackvoll in deinem Wohnzimmer
realisieren. Sogar mobil und jederzeit optisch veränderbar.

Gruß Oliver
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Beitragvon Pittiplatsch » 12.02.2017, 21:39

Hallo Ralf,

ich bin ja auch eher Anhaenger der Kellerfraktion. Es hat schon Vorteile, wenn man alle spontanen Eingebungen mal eben so angehen kann ohne gleich das Wohnambiente zu beeinflussen. Das heisst ja auch nicht das im Wohnzimmer keine Anlage stehen darf :). Man hat im Wohnzimmer Verstaendlicherweise einen anderen Fokus. Meine Kelleranlage wuerde ich so nie in einem Wohnzimmer aufbauen. Ich haette aber auch grosse muehe klanglich das was ich in meinem Kellerraum habe in wohnlicher Atmosphaere umzusetzen....

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon vadda-mh » 13.02.2017, 07:59

Hallo Ralf,

ich stehe momentan vor der gleichen Entscheidung. Wohnzimmer (im Prinzip ohne sinnvolle Optimierungsmöglichkeiten da sonst Haue von der Chefin) oder meinen Hörraum weiter forcieren.

Ich tendiere aktuell zum Wohnzimmer. Denn auch ich möchte eigentlich nicht immer aus dem Blickfeld der Familie verschwinden und mein gemütliches Wohnzimmer (auch) zum Musikhören nutzen. Mein Hörraum ist zwar auch nicht unproblematisch, hat aber zumindest ein Fenster :mrgreen:

Nachdem ich hier zuletzt offen die Frage nach dem passenden LS für meinen Hörraum gestellt habe (Genelec oder Kii Three) bin ich mir aktuell nicht sicher, ob ich diesen Weg tatsächlich weiter gehen soll, oder ob ich mir nicht z.B. ein Paar Nubert A-500 (od. 700) mit einen Acourate Convolver ins Wohnzimmer stellen sollte. Das wäre zwar Qualitativ wahrscheinlich kein Schritt nach vorne, aber das Gesamtpaket könnte dann doch deutlich besser sein....

Überlege es dir gut, ob und wenn ja, wo du dein sauer verdientes Geld verbrätst...

Grüße
Carsten
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Beitragvon Piano Pianissimo » 13.02.2017, 10:03

diese Frage lässt sich sich nur mit einem entschiedenen sowohl als auch beantworten.
Sollte der WAf-Faktor hoch sein - ab in den Keller.
Sollte er jedoch elementar nicht ins Gewicht fallen - dann bleibst im WoZi.
Dann kannst Du alles nach Geschmack und finanzieller Potenz an Ort und Stelle realisieren.
Viel Spass und Glück dabei.

PS: wenn's nach meiner Frau ginge, so würden wir nur mit Bose Brüllwürfeln hören, aber ohne SUB.!
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Beitragvon cassco » 13.02.2017, 11:04

Hallo Ralf,

mal angenommen, Du hättest deinen eigenen Hörraum im Keller, in dem Du dich ohne Rücksicht auf Verluste austoben könntest.
Wolltest Du wirklich im Wohnzimmer OHNE Musik sein? :(
Spätestens nach 4 Wochen käme doch wieder der Wunsch nach einer kleinen Zweitanlage auf…
Und Da du – wie wir alle hier – dich nicht mit irgendwelcher Brüllwürfelhintergrundbeschallung zufrieden gibst, würdest Du doch wieder investieren… :wink:

Grüße
Sascha
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Beitragvon Ralf77 » 13.02.2017, 11:15

Hallo zusammen,

Vielen Dank für die Anregungen und Meinungen.
Ich tendiere natürlich auch dazu im Wohnzimmer zu bleiben und somit eine Anlage zum Musikhören als auch für den Filmgenuß per Beamer und Leinwand zu nutzen.

Bin auch bereit etwas Geld in die Hand zu nehmen...es muss sich halt optisch in das Wohnzimmer sinnvoll integrieren lassen. Aus diesen Gründen bietet sich die Frontwand oder die Seitenwand an (oder beide).

Die Decke möchte ich wirklich nicht angehen. Die ist mir jetzt schon zu niedrig und ich beiße mir jeden Tag in den Allerwertesten, dass mir dies beim Bau nicht aufgefallen ist und ich nicht 15cm mehr Deckenhöhe habe.Da werde ich auf keinen Fall weitere 10cm opfern.

Interessant finde ich auch den Kommentar von Hans-Martin, dass Absorber auch hinter (unter?) dem Sofa sein können. Dachte nicht, dass dies hilft. Da mein Sofa ca. 50cm umlaufend von den Wänden entfernt steht wäre das natürlich eine Möglichkeit um 10cm starke Basotect-Platten in einem schönen Korpus an die Wand zu bringen.

Ein Verschieben der Lautsprechern ist schwierig, dafür würde ich extreme Kabellängen von ca. 10-15m benötigen. Möchte ich eigentlich nicht jedes mal umbauen... Vor allem würde ich dann unterschiedliche Profile im GLM hinterlegen müssen. Somit jedes Mal den PC anschließen und das Profil mit der entsprechenden Raumeinmessung aufrufen. Das möchte ich nicht...

Daher wäre meine einzige Möglichkeit eben die Frontwand und/oder die Seitenwand zu behandeln.
Aber welche ist geeigneter, wie, Ganzflächig, teilweise, mit was? und wo?

Habe mir jetzt mal ein paar Elemente von Vicoustic bestellt und versuche anstelle des aktuellen Bildes vom Schreiner eine Art Bild bauen zu lassen (also in eine Rahmen). Mal schauen, ob dies optisch klappt und akustisch (ca. 4qm) schon was bringt.

Grüße,
Ralf
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Beitragvon Hans-Martin » 13.02.2017, 12:03

Ralf77 hat geschrieben:Interessant finde ich auch den Kommentar von Hans-Martin, dass Absorber auch hinter (unter?) dem Sofa sein können. Dachte nicht, dass dies hilft. Da mein Sofa ca. 50cm umlaufend von den Wänden entfernt steht wäre das natürlich eine Möglichkeit um 10cm starke Basotect-Platten in einem schönen Korpus an die Wand zu bringen.

Hallo Ralf,
ich meinte hinter -nicht unter- dem Sofa. Da kann die Rückseite des Sofas oder die Wand gemeint sein. Alles, was im Raum absorbiert, kann helfen. Dazu gehört auch die Wand hinter den Boxen auf Ohrhöhe. Vielleicht ist da auch noch eine optisch ansprechende Lösung möglich.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon uli.brueggemann » 13.02.2017, 12:46

Ralf,

ich habe gute Erfahrungen mit einer vorgesetzten Rückwand (gelochte Rigips-Platte mit Steinwolle hinterfüttert) gemacht. Dies bei mir zwar im Keller, aber ich finde, dass es auch im Wohnraum sehr ansehnlich sein kann.

Ein Beispiel siehe auch im Vorstellungsthread von Udo, 2./3. Bild.

Grüsse
Uli
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