L-förmiger Raum - wie akustisch behandeln?

Mess- und Korrektursysteme

L-förmiger Raum - wie akustisch behandeln?

Beitragvon Melomane » 10.03.2018, 11:45

Hallo,

gegeben sei
- ein Raum, L-förmig
- eine Sitzposition im kleineren Teil des L's
- Fenster im Rücken des Sitzmöbels
- gegenüber der Sitzposition eine Tür, rechts daneben die rechte Wand von Sitzposition aus betrachtet
- links neben der Tür entsprechend versetzt eine Schrankwand, die steht also auch links versetzt zur Sitzposition
- (Rest der Räumlichkeit sei hier unerwähnt, ich beschränke mich auf das Wesentliche)

Ziel:
- 5.1-Installation, vornehmlich für TV (steht in Schrankwand, also auch leicht links versetzt zum Sofa, aber genau gegenüber Sitzposition, wenn Zuschauer links auf Sofa sitzt)
- LS-Anordnung wäre dann wie folgt:
- Center unter TV
- SW je nach Größe unten in Schrankwandfach oder zwischen Schrankwand und Tür
- Front in Fächern oben in Schrankwandfächer
- Rear an Wand hinter Sofa
- das Hauptproblem liegt also darin, dass Front- und Rearlautsprecher einander nicht genau gegenüberstehen, sondern quasi über Eck und um die linke Wand herum von Sitzposition aus betrachtet agieren müssen

Ziel weiterhin:
- nicht wirklich audiophile Musikwiedergabe, dafür haben wir anderes, aber nur Stereo
- aber neben TV-Ton sollte es auch möglich sein, mehrkanalige Tonträger anhörbar zu machen

Frage: Kann man das erreichen mit Einmessprogrammen eines AVR? Oder muss dazu eine computerbasierte Berechnung her? Kann man überhaupt die ungünstigen Gegebenheiten ausgleichen?

Achtung: andere Möblierung ist keine Option. Umzug auch nicht. Und Bild vom Raum gibt's nit. ;) Und die vorderen LS können bei bestehender Möblierung nicht anders angeordnet werden, das lässt die Bauart der Schrankwand nicht zu.

Danke für sachdienstliche Hinweise.

Gruß

Jochen
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Beitragvon Hans-Martin » 10.03.2018, 17:13

Melomane hat geschrieben:- Center unter TV
- SW je nach Größe unten in Schrankwandfach oder zwischen Schrankwand und Tür
- Front in Fächern oben in Schrankwandfächer
- Rear an Wand hinter Sofa
- das Hauptproblem liegt also darin, dass Front- und Rearlautsprecher einander nicht genau gegenüberstehen, sondern quasi über Eck und um die linke Wand herum von Sitzposition aus betrachtet agieren müssen

Hallo Jochen,
wieso das Hauptproblem? Bei 5.1 sind die Kino-orientierten Effekt-LS seitlich vom Hörer auf 90°,
bei 5.0 Musik seitlich unter 120°. Bis zur rückwärtigen Mitte sind es noch 60° auf jeder Seite, in der Summe 120°.
Die Front-LS stehen jeweils 30° aus der Frontmitte, haben folglich 60° Öffnungswinkel (klassisches Stereodreieck), hinten ist der Winkel erheblich größer, weiter.

Die Surroundkulisse ist bei Kino immer diffus, weshalb man dafür gerne Dipole benutzt, deren positive Abstrahlung nach vorn geschieht, der inverse Teil nach hinten, was die Difusität wiederum (über die Wahrnehmung von Polarität) erhöht.
So habe ich es mal gelernt, aber vielleicht ist das heute anders, dafür gibt es den extra Backchannel bei 6.1, 7,1, 7.2, usw...
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Pittiplatsch » 10.03.2018, 18:46

Frage: Kann man das erreichen mit Einmessprogrammen eines AVR?


Die heutigen AVRs machen da schon einen guten Job. Ich hatte vorher mein Heimkino selber mit Acourate eingemessen und seit ein neuer AVR mit Audyssey eingezogen ist habe ich noch nicht die Notwendikeit verspuert das wieder anzupacken. Mein Heimkino ist raumakkustisch auch alles andere als optimal. Ich habe auch beide Varianten nochmal verglichen aber die Ergtebnisse waren durchaus vergleichbar. Der AVR gleicht nebenher auch ungleichmaessige Abstaende aus etc...

Im Uebrigen ist zumindest mein Gehoer bei 5.1 Filmen wesentlich toleranter.

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon Melomane » 11.03.2018, 18:32

Hallo Tobias,

für Audyssey kommt man ja offenbar an Denon kaum vorbei. Bei Amazon bekomme ich aber das kalte Grausen, wenn ich von den Netzwerkproblemen der Denon-AVRs lese. Hast du einen Denon und treten die Probleme bei dir auch auf? Oder sind die mittlerweile Geschichte? Und ich nehme an, dein AVR hat auch Lüfter verbaut: Wie benehmen die sich im Betrieb?

Gruß

Jochen
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Beitragvon Pittiplatsch » 11.03.2018, 19:18

Hallo Jochen,

genau das und weil ich Mehrkanal-Analog Eingaenge haben wollte hat mich bewogen einen Marantz SR6012 zu nehmen. Der hat auch Audyssey XT32 an board. Bisher bin ich ganz zufrieden. Im Endeffekt steckt da auch Denon drin, ich habe da aber nicht von so viel Problemen und Totalausfaellen gehoert wie bei Denon. In schwarz sieht er auch ganz annehmbar aus auch wenn das bei mir im Heimkino egal ist.

Viele Gruesse,
Tobias
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Beitragvon h0e » 11.03.2018, 19:36

Hallo Jochen,

Arcam bietet AVRs mit integriertem Dirac live an.
XT32 habe ich schon mal nachgemessen, die versprochen "Raumkorrektur" blieb aus,
im Gegenteil wurden die Frequenzen der Raummoden noch angehoben.
Gut, für Kino sind vor allem die Laufzeiten der einzelnen Kanäle entscheidender.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon Melomane » 19.03.2018, 08:29

Hallo,

so, Zeit zu berichten. Und Dank zu sagen allen, die sich an diesem thread beteiligt haben.

Jürgen, Arcam war mir zu teuer. Ich habe mir auch einen Marantz gekauft, den NR1508. Dazu sind Nuberts aus der NuLine-Serie gekommen, als Rear kommen noch zwei kleine Wandlautsprecher der NuBox-Serie ins Spiel. Im Moment müssen als Notnagel ein Paar Miniböxlein herhalten.

Selbst in diesem keineswegs optimierten Setup macht es schon richtig Spaß, Musik zu hören. Gerade läuft Bruckners 5. mit der Staatskapelle Dresden unter Thielemann. Da kommt von der Blu-ray als DTS-Master 5.1 schon höchst hörenswert etwas aus den Lautsprechern. Selbst, wenn die nur mit "Klingeldraht" am Marantz hängen.

Man sollte ab und zu etwas mehr Demut vor der Musik haben und die Technik, sofern sie die Musik nur halbwegs anständig erklingen lässt, in den Hintergrund stellen.

Apropos Technik: Die ist in mancher Hinsicht schon ein spezieller Fall. Ich muss wohl noch ein paar Stunden drangeben, um rauszubekommen, welches Gerät sich wann dafür zuständig fühlt, ein anderes an oder auszuschalten... :roll: Mit Plattenspielern passiert zumindest sowas nicht. 8)

Gruß

Jochen
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Beitragvon Melomane » 19.03.2018, 08:37

Nachtrag: DIe Raumeinmessung ist schon nicht schlecht. Sie erzeugt den Eindruck, dass der Klang nicht von oben aus den LS-kommt, sondern eben auf Ohrhöhe präsentiert wird. Wenn Musik gehört wird, heißt es also Augen zu - und der Hörer sitzt bei 5.1 mittendrin. Wenn aber ein Bild vom TV ins Spiel kommt, kommen sich Auge und Ohr in die Quere. Da heißt es dann fehlertolerant zu sein. Und wie oft hat man das Problem, dass die Einmessung ihr bestes nur für genau einen Sitzplatz und Körpergröße eines Hörers gibt. Nun ja, auch da hilft Fehlertolerenz. Insgesamt lässt sich jedenfalls mit allem vorzüglich leben. Wie das halt so ist mit Neuankömmlingen... ;)
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Beitragvon h0e » 19.03.2018, 09:17

Hallo Jochen,

prima, wenn die Honweise Dich zu einem befriedigendem Ergebnis geführt haben.
Viel Spass beim Rundherumhören.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon nelson » 16.04.2018, 20:31

Hallo Jochen,

ich habe bei tubetrap Bespiele zur Posionierung von LS und Absorbern gefunden, die für alle, die in einem L-Raum hören (oder anders geformten Räumen), interessant sein könnten:

http://www.tubetrap.com/tubetrap-layouts.htm

Gruß Torsten
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