Systemfrage: Streamer vs. Audio-PC

Musikwiedergabe über PC und Mac

Systemfrage: Streamer vs. Audio-PC

Beitragvon nihil.sine.causa » 03.12.2011, 19:08

Nachdem es hier im Forum viele Streaming-Anhänger gibt aber auch sehr anspruchsvolle Computer-Audio-Benutzer stellt sich eine ganz einfache Frage: Was ist die bessere High End Lösung?

A. Streamer mit analogem Ausgang

B. Computer mit Player -> USB to S/PDIF -> DAC (mit reckocking)

C. Computer mit Player -> USB (bzw. Firewire) -> asynchroner USB (bzw. Firewire) Eingang DAC


Preislich liegen m.E. keine systembedingten Größenordnungen dazwischen. Zumindest gibt es für alle Optionen mehr oder weniger hochpreisige Optionen.

Die Vorteile der höheren Flexibilität bei Computer-Audio (z.B. die online Convolving Optionen) erkauft man sich mit höheren Konfigurationsaufwand. Jitter müsste bei B mit dem reclocking bei C mit der asynchronen Übertragung in den Griff zu bekommen sein.

Aber habt Ihr mal konkret verglichen? Falls ja was mit was?

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon Bernd Peter » 03.12.2011, 20:34

Hallo Harald,

beim Streamer wie dem G-Sneaky wird die Signalaufbereitung und der DAC durch eine Präzisionsclock gesteuert, keine Kabel dazwischen, kein Synchronisieren und keine Jitterreduktion erforderlich.

Zudem eine saubere Betriebsspannung und eine starke analoge Ausgangsstufe.

Also eine all-in-one Lösung, was will oder braucht man mehr?

Demgegenüber haben die anderen Lösungen prinzipbedingt mit Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon vincent kars » 03.12.2011, 21:23

You might wonder if there is much difference at all between A/B/C.

A streamer is a small computer (most of the time running Linux like the Squeezebox Touch) so it has an onboard soundcard, a DAC. The sound quality will vary with the models. Personally I wonder what all this very expensive boxes ($5000,-) have done engineering wise to beat a PC with a sound card: http://thewelltemperedcomputer.com/HW/HD_players.html

An USB to SPDIF converter can be adaptive or async but you have to convert anyway from USB to something a DAC can understand.

If you buy a USB DAC it is pretty likely you will find a USB to SPDIF converter inside.
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Beitragvon Fujak » 03.12.2011, 22:21

Hallo Harald,

alle Lösungen sind m.E. bei entsprechendem Aufwand ebenbürtig. Dabei würde ich tendenziell vom Preis-Leistungsverhältnis eine PC-Lösung mit nachgeschaltetem Recklocking und hochwertigem DAC als preisgünstiger ansehen als klanglich vergleichbare Streamer á la LINN, was aber mit mehr PC-Wissen kompensiert werden muss. Anpassungsschwierigkeit sehe ich bei der PC-Lösung nur dann, wenn man sich nicht ausreichend mit der Materie befasst.

Varianten B und C sehe ich dabei fast identisch, das hängt wirklich mit der Qualität, der dem PC nachgeschalteten Komponenten zusammen.

Grüße
Fujak
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Beitragvon JoeBroesel » 04.12.2011, 09:24

nihil.sine.causa hat geschrieben:A. UPnP-Server mit Streamer mit analogem Ausgang
B. Computer mit Player -> USB to S/PDIF -> DAC (mit reckocking)
C. Computer mit Player -> USB (bzw. Firewire) -> asynchroner USB (bzw. Firewire) Eingang DAC


Hi,
bei A habe ich den UPnP-Server ergänzt, da bei B und C ja auch der Computer aufgeführt ist.

meiner Meinung nach:

Für den Fall A könnte man noch unterscheiden zwischen UPnP-Lösungen (z.B. Asset, Twonky) und proprietären Lösungen (z.B Sonos), wobei sich manche Hersteller von proprietären Lösungen schon an UPnP angenähert haben.

Bei B habe ich auf jeden Fall einen "ungesicherten" Weg in der Übertragung, nämlich SPDIF. Ungesichert, weil die Daten verschickt werden, und wenn sie halt falsch oder verjittert ankommen, wird das irgendwie behandelt.

Bei C ist das ähnlch. Bei isochronem USB-Transfer ist das wie B.

Nur bei A habe ich überhaupt die technischen Voraussetzungen für eine gesicherte Übertragung.

Von der Datenübertragung, die man im Fall von B und C schon sehr gut hinkriegen kann, also davon mal abgesehen, gibt es für mich noch den Punkt "Flexibilität" und "Zukunftsfähigkeit" (F&Z).

Bei F&Z ist man bei B und C dem reinen Streamer erstmal überlegen. Man kann einzelne Komponenten austauschen, und damit Änderungen zu vergleichen. Die einzelnen Komponenten sind sogar als hochwertige Geräte meistens noch relativ preisgünstig.

Bei A besteht das Gesamtsystem aus UPnP-Server, Netzwerk-Kabeln, manchmal auch WLAN, dem Streamer, wobei ich mal davon ausgehe, daß nur der Streamer klangbeeinflussend ist (Der Datentransfer findet auf einer ganz anderen Ebene statt als wie "Musik"). Man kann also nur den Streamer komplett austauschen, ist auf die Updates des Herstellers angewiesen. Ansonsten ist der Austausch des Streamers ein größeres Verlustgeschäft. Wenn man Pech hat, muss man dann auch die Control-Point-Software austauschen oder sich an ein anderes Bedienkonzept gewöhnen (z.B. Sooloos).

Zum Bedienkonzept.
Der Fall A bedingt einen UPnP-Server, den gibt es sehr günstig geben kann, z.B. in einem NAS, oder man spendiert sich einen eigenen PC, mit den üblichen PC-Problemen. Wenn einem die Integrität der Daten wichig ist, nimmt man einen "echten Server mit einem Server-Betriebssystem". Vorteile hat man bei UPnP in der Bedienung, weil es viele Geräte mit den Funktionen eines UPnP-Control-Points gibt.
Im Fall B und C geht das Abspielen von Musik über die PC-Bedienung. Den kann man zwar auch "fernbedienen", aber der Betrieb von A ist einfacher und flexibler.

Wie gesagt, nur meine Meinung.

Rainer
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Beitragvon Bernd Peter » 04.12.2011, 09:42

Hallo,

bei Highend geht es doch um die Erhaltung der Virginität des mit einer möglichst präzisen Clockschaltung erzeugten digitalen Musiksignals, das nach seiner Entstehung - unter optimalen Bedingungen - direkt in den DAC-Chip wandert.

Was weiß ist, soll weiß bleiben.

Mit einem fleckigem Signal möchte ich gar nicht anfangen.

Der einzige Kritikpunkt beim G-Sneaky ist in der Ausgangspufferstufe zu finden, da hat Gert den Fächerkrümmer zur Leistungssteigerung glatt vergessen.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon aston456 » 04.12.2011, 10:44

Moin BP,

Bernd Peter hat geschrieben:Der einzige Kritikpunkt beim G-Sneaky ist in der Ausgangspufferstufe zu finden, da hat Gert den Fächerkrümmer zur Leistungssteigerung glatt vergessen.

hast Du in dieser Hinsicht etwas übersehen?

Der innen polierte Fächerkrümmer ist doch da:
Links die fette Analogausgangsstufe mit zugehörigen Spannungsreglern

Fächerkrümmer, poliert

Gruß,
Kai
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Beitragvon Bernd Peter » 04.12.2011, 11:05

Hallo Kai,

ich weiß nicht so recht, habe mal so ein Teil bei meinem Fiat Ritmo Abarth - ist schon lange her - versucht zu schweißen, war natürlich legiert, so daß nichts darauf gehalten hat und am Schluß einfach ein Blech außen rum das Ganze weiter zusammenhalten mußte, aber in der Erinnerung war das 4 auf 2 auf 1 und sah einfach toll nach Rennsport aus.

Na wenn mein G-Sneaky kommt, liegt der Schraubendreher auf jeden Fall schon auf dem Tisch.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon nihil.sine.causa » 04.12.2011, 12:30

Hallo zusammen,

bisher sind es eher allgemeine Pros und Cons die Ihr aufführt. Nachvollziehbar und valide.

Wenn ich ehrlich bin, geht es mir vor allem um konkrete = praktische Vergleiche. Hat jemand von Euch denn Szenarien wie A/B/C schon eimal real verglichen? Falls ja, was mit was? Und mit welchem Ergebnis?

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon Raal » 04.12.2011, 12:53

Hallo,

In meinen Augen ist es eine preisliche Geschichte. Eine PC Lösung mit Asynchron USB DAC dürfte vergleichbar deutlich günstiger sein wie ein Streamer. PC Know How unter MacOS z.B. braucht man auch nicht wirklich. Unter Windows sollte man sich da schon deutlich besser sein. Es gibt auf beiden Seiten gute Lösungen. Am Ende sollte man erst einmal den Preislichen Rahmen abstecken um zu sehen welche Möglichkeiten es hier gibt.
Ich hatte bei mit dem Mac und Zodiac Gold den Fall B und C. Mir gefiel der Fall C deutlich besser und ist in meinen Augen mit dem richtigen USB Asynchron DAC die bessere Wahl. Streamer die Vergleichbar gut spielen kosteten Mindeste das doppelte zu meiner Lösung. Somit ist A keine Lösung für mich.

Viele Grüsse
Andreas
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Beitragvon Fujak » 04.12.2011, 13:41

Hallo Harald,

ein klanglicher Vergleich zwischen A, B und C ist zwar möglich, mir ist aber nicht klar, welche Aussage Du Dir davon versprichst. Denn wie mehrfach dargelegt, sind alle 3 Varianten klanglich ebenbürtig - entsprechende Qualitätsstufen vorausgesetzt. Die eigentlichen Unterschiede liegen bei gleichem Klangniveau im Preis-Leistungsverhältnis, Bedienbarkeit, Zukunftssicherheit, persönlicher Präferenz etc.

Grüße
Fujak
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Beitragvon nihil.sine.causa » 04.12.2011, 14:26

Fujak hat geschrieben:Hallo Harald,

ein klanglicher Vergleich zwischen A, B und C ist zwar möglich, mir ist aber nicht klar, welche Aussage Du Dir davon versprichst. Denn wie mehrfach dargelegt, sind alle 3 Varianten klanglich ebenbürtig - entsprechende Qualitätsstufen vorausgesetzt. Die eigentlichen Unterschiede liegen bei gleichem Klangniveau im Preis-Leistungsverhältnis, Bedienbarkeit, Zukunftssicherheit, persönlicher Präferenz etc.

Grüße
Fujak


Hallo Fujak,

ich kann mir gut vorstellen, dass beide Wege zum Ziel (= bestmögliche Qualität zum gegebenen Preis, frei nach dem ökonomischen Maximalprinzip) führen.

Aber es wäre doch interessant mal zu hören, wie sich ein G-Sneaky gegenüber einem Zodiak Gold verhält, der an einem Mac hängt, um jetzt nur mal ein möglicherweise populäres Beispiel herauszugreifen.

Ich fände solche Vergleiche jedenfalls interessant. Es gibt doch auch viele Vergleiche von Streamern untereinander hier im Forum. Oder auch so manchen guten DAC-Vergleich. :D Diese Vergleiche geben m.E. alle nützliche Hinweise im Vorfeld von Kaufentscheidungen. Warum nicht mal Systeme wie A vs. B/C vergleichen?

Bei Interesse mache ich selbst auch gerne mit (habe Variante C relalisiert).

Gruß aus Bonn
Harald

P.S. Ach ja und die Jitter-Diskussionen, die immer wieder geführt werden (und zwar zurecht, bitte nicht falsch verstehen). Viele von uns werden doch sagen Computer-Audio ist gut und schön, aber tendenziell eher verjittert als ein Streamer. Ist das so? Auch hier könnte ein Hörvergleich Licht ins Dunkel bringen.
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Beitragvon Bernd Peter » 04.12.2011, 16:06

Hallo Harald,

in unserer Diskussion war ja alles dabei, ist wie bei einer Pralinenschachtel, nimm die raus, die Dir am besten schmeckt oder gefällt.

Hat trotzdem was für sich, so ein Vergleichstest mit verschiedenen Geräten.

Wenn wir uns da allerdings im höheren Wiedergabeseqment bewegen, wird es schwierig.

Da gefällt dem einen die feine Präzision, dem anderen mehr das geschlossene oder harmonische Klangbild bzw. wird sich je nach abgespieltem Musikmaterial der Zuspruch in die eine oder andere Richtung bewegen.

Das hat man auch in Zweibrücken feststellen können, wie subjektiv und geschmacksbezogen das so bei den letzten Prozenten ist.

Trotzdem wäre es interessant, vielleicht ergibt sich ja was beim nächsten Treffen, anschließende Keilerei inklusive.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Fujak » 04.12.2011, 16:59

Hallo Harald,
nihil.sine.causa hat geschrieben:Viele von uns werden doch sagen Computer-Audio ist gut und schön, aber tendenziell eher verjittert als ein Streamer. Ist das so? Auch hier könnte ein Hörvergleich Licht ins Dunkel bringen.

Ich würde dieser Aussage aus eigener Erfahrung bezüglich eines Windows-Systems zustimmen (andere OS habe ich bislang nicht ausprobiert). Einen (Windows-)PC einfach an einen DAC gehängt, stellt aus meiner Erfahrung eine Jitterschleuder dar. Allerdings gibt es auch einiges, was man tun kann, damit das Signal klanglich sauberer wird, z.B.:
  • Geeigneten Softwareplayer (StealthAudioPlayer, cplay)
  • OS- und Hardware-Modifikationen à la cmp²
  • DAC mit gutem integrierten Reclocker
  • Externer Reclocker (Big Ben, Grimm C1 etc.) zwischen PC und DAC
  • ...
Genau durch diese Maßnahmen wird allerdings eine audiophile PC-Lösung m.E. genauso aufwändig wie eine audiophile Streamer-Lösung - sei es durch Zeit- und/oder Material-Einsatz.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Raal » 04.12.2011, 17:51

Hallo,

Was hier viele vergessen. Ein Streamer ist auch ein PC wie es auch schon eigentlich ein Taschenrechner zum Teil ist. Man reduziert hier nur auf das nötigste. Ich selber hatte auch schon einen Linn Akurate und einen Naim NDX hier. Aber die Vergleiche sind nicht so einfach. Da man eben die Vorstufe nicht vergessen darf und noch viele andere Faktoren hier mit spielen. Auch ein wichtiger Punkt den Leute immer wieder in Raum stellen ist das ein PC je nach Software Stand unterschiedlich klingt. Das stimmt. Ist aber auch bei einem Softwareupdate eines Streamers nicht anders. Ich sehr den PC im Vorteil was die Zukunft betrift. Die Bedienung wird auch hier dank mehr und mehr Apps immer besser. Zudem sehe ich den klanglichen Punkt der Vorstufe und des DACs als deutlich wichtiger an. Daher bin ich gerne in diesen Punkten sehr flexibel.

Viele Grüsse
Andreas
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