Rippen, Taggen und Dateien schaufeln – wie mache ich das?

Musikwiedergabe über PC und Mac

Beitragvon h0e » 09.11.2017, 09:28

Hallo Christian,

die Übertragung der Stream ist eine Sache, bit genaues Rippen eine andere.
Sollte ein Klangunterschied bei Rippergebnissen vorliegen, handelt es sich wohl eher um Lageklang.

Grüsse Jürgen
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Beitragvon Rudolf » 09.11.2017, 09:39

Liebe Freunde,

auch wenn Gödel seinerzeit nachgewiesen hat, das kein mathematisches System in sich beweisbar ist - man führe sich nur die Aussage "dieser Satz ist falsch" vor Augen - und auch Heisenberg mit seiner Unschärferelation ähnliches für den Mikrokosmos nachgewiesen hat, spielen diese Dinge für unser tägliches Leben Gott sei Dank keine Rolle. Gleiches gilt für den Gedanken des Solipsismus: natürlich wäre es denkbar, dass die Welt nur in unserer subjektiven Vorstellung existiert, aber es ist doch extremst unwahrscheinlich.

Zurück zum Bit-perfekten Rippen: Gehen wir davon aus, dass dieselben Bits und Bytes zu einem anderem Klang führen, weil sie mal so und mal so auf der Hardware abgelegt werden. Dann müsste man aber nach jedem Ripp-Vorgang eine Festplattenoptimierung durchführen, mit dem Ziel, wieder Ordnung in die physikalische Speicherung zu bringen (Stichwort Defragmentierung). Aber bereits ein nachträgliches Taggen könnte dazu führen, dass die sorgsam sortierten Daten woanders und u.U. zerfleddert abgelegt werden. Gleiches gilt für das Kopieren von Dateien. Ich wüsste also nicht wo man anfangen und wo man aufhören müsste nach Fehlerquellen beim "Rippen, Taggen und Dateien schaufeln" zu suchen. Auch das Streamen aus dem Internet dürfte theoretisch keinen Deut besser sein: Denn können wir wissen, wie ordentlich die Dateien auf dem Server gespeichert sind? Wer hierin ein Problem sieht, dürfte konsequenterweise nur noch von CD oder Schallplatte hören, bei denen die Informationen quasi in Stein gemeißelt sind.

Auch wenn meine heimliche Liebe der Quantenphysik und der Philosophie gehört, habe ich mich für den praktischen Weg entschieden und rippe munter drauf los.

Viele Grüße
Rudolf
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Beitragvon RS.schanksaudio » 09.11.2017, 10:06

Rudolf hat geschrieben:Dann müsste man aber nach jedem Ripp-Vorgang eine Festplattenoptimierung durchführen, mit dem Ziel, wieder Ordnung in die physikalische Speicherung zu bringen (Stichwort Defragmentierung). Aber bereits ein nachträgliches Taggen könnte dazu führen, dass die sorgsam sortierten Daten woanders und u.U. zerfleddert abgelegt werden. Gleiches gilt für das Kopieren von Dateien. Ich wüsste also nicht wo man anfangen und wo man aufhören müsste nach Fehlerquellen beim "Rippen, Taggen und Dateien schaufeln" zu suchen. Auch das Streamen aus dem Internet dürfte theoretisch keinen Deut besser sein: Denn können wir wissen, wie ordentlich die Dateien auf dem Server gespeichert sind? Wer hierin ein Problem sieht, dürfte konsequenterweise nur noch von CD oder Schallplatte hören, bei denen die Informationen quasi in Stein gemeißelt sind.


Hallo Rudolf,

ich denke hier liegt ein (übliches) Missverständnis vor.

Es ist für die digitale Datenhaltung erst einmal völlig unerheblich wie diese physisch oder logistisch organisiert ist. Alle physischen Effekte haben solange keinen Einfluss bis "ein Bit kippt" und dann reden wir ja nicht mehr von bitgenau (und selbst diese Fehler lassen sich mathematisch wieder korrigieren).

Wenn ich diese Zeilen hier schreiben wurden die Datenpakete zig mal zerhackt, über mehrere Kabel und Kanäle, möglicherweise um die halbe Welt geleitet, sind verzögert, kollidiert und wurden wieder zusammengefügt (das ist ja die Kernidee des Internet Protokolls) – trotzdem erscheint am Ende alle wieder geordnet in der richtigen Reihenfolge auf den entsprechenden Bildschirmen. Man mag jetzt aus dem täglichen Leben heraus sagen, dass machmal gehen Sachen schief gehen, die Ursache ist aber nicht in der Digitalität zu suchen, sondern in der Verschachtelung der verschiedenen Verarbeitungsstufen. Wenn wir aber von bitgenau von der Quelle ab und in allen involvierten Stufen reden, dann ist es "kopierte Realität" also nicht das Gleiche (wie eine analoge Variante), sondern dasselbe.


Viele Grüße
Roland
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Beitragvon lukivision » 09.11.2017, 10:36

Lieber Roland,

es ist das Eine, ob man die Dinge so betrachtet, wie sie sein sollten, und es ist etwas anderes, wenn man die Dinge sieht, wie sie sind. Letzten Endes vertraue ich meiner Wahrnehmung eher, als meinen Überlegungen. Wenn ich bei frankl gehört habe, mit meinen eigenen Ohren und im Blindtest, daß sich kopierte Musikfiles klanglich unterscheiden, je nachdem, welches Kopierverfahren gewählt wird (es gibt da Unterschiede), dann weiß ich, daß ich mich nicht einfach darauf verlassen kann, daß Bit gleich Bit ist und digitale Daten immer die gleiche Erscheinungsform haben.
Auf den Hifitagen in Bonn habe ich bei Euch gute Lautsprecher gehört. Was macht Dich so sicher, daß es
da nicht noch Luft nach oben gibt, wenn Du mal 5 grade sein läßt und Dinge ausprobierst, die eigentlich nicht fuktionieren sollten?
Ich kann mir kaum vorstellen, daß meine Ohren besser sind als die von vielen anderen hier im Forum. Und es sind viele , die Unterschiede hören - obwohl die reine Lehre es verbietet.
Ich glaube, dann gehört eher die reine Lehre auf den Prüfstand als die Wahrnehmung der Hörenden.

Luki
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Beitragvon Thor_7 » 09.11.2017, 10:41

Hallo Aktive-Mitforisten,

es freut mich sehr, dass der Thread noch richtig fahrt aufgenommen hat. Eigentlich war dieser jedoch so gedacht, dass die Methoden vorgestellt werden, um ein Optimum zu finden.

Würde mich sehr freuen, wenn wir uns diesen wieder mehr wittmen - gerade die optimalen Einstellungen in dbpoweramp fände ich sehr spannend!

Viele Grüße,
Thorben
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Beitragvon RS.schanksaudio » 09.11.2017, 10:48

Hallo Luki,

wenn wir nicht mehr davon ausgehen können das Bit gleich Bit ist, dann können wir auch nicht darauf vertrauen, dass das was wir hier gerade schreiben und lesen Realität ist.

Natürlich gibt es Themenfelder die man untersuchen und deren Relevanz man beurteilen muss, das machen recht ausführlich, messtechnisch und auditiv. Aber die Digitalität als Konzept im Kern in Frage zu stellen – und darauf läuft letztendlich die Diskussion hinaus – ist so als würde man darüber sinieren, ob die Erde nicht doch eine Scheibe ist.

Viele Grüße
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Beitragvon Rudolf » 09.11.2017, 11:13

Hallo Roland,

RS.schanksaudio hat geschrieben:Hallo Rudolf,

ich denke hier liegt ein (übliches) Missverständnis vor.

Es ist für die digitale Datenhaltung erst einmal völlig unerheblich wie diese physisch oder logistisch organisiert ist. Alle physischen Effekte haben solange keinen Einfluss bis "ein Bit kippt" und dann reden wir ja nicht mehr von bitgenau (und selbst diese Fehler lassen sich mathematisch wieder korrigieren).

ich denke, hier liegt ein Missverständis vor.

Alles was du schreibst, denke ich, ist den meisten von uns vollkommen klar und wird auch von mir nicht bezweifelt. Im Klartext: Ich habe nur geschrieben, dass für den höchst unwahrscheinlichen Fall, dass der physikalische Speicherort der Bits und Bytes doch eine Rolle spielt (z.B. durch zusätzliche Prozessorlast beim logischen Zusammenfügen), ich diesem keine Bedeutung beimessen würde. Da gibt es für mich interessantere Spielwiesen.

Viele Grüße
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Beitragvon Schöngeist » 09.11.2017, 12:38

RS.schanksaudio hat geschrieben: so als würde man darüber sinieren, ob die Erde nicht doch eine Scheibe ist.

Viele Grüße
Roland


Auch dafür gibt es Beweise.
https://www.youtube.com/watch?v=r_3ey8Efwas

Alfons
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Beitragvon h0e » 09.11.2017, 12:58

Hi,

ich bin durchaus der Meinung, dass bit identisch gerippt egal mit welchem Programm immer zur gleichen Klang Qualität führt, sofern der sogenannte Lageklang keinen Einfluß mehr nimmt.
Dafür ist aber das Rippprogramm sehr wohl entscheidend, es sei denn man nutzt ein Kopieroptimierer wir frankl.
Aber es macht sogar einen hörbaren Unterschied ob ich Flac, Flac durch MinimStreamer zu Wave konvertiert oder Wave nativ abspiele!
Es kommt hier m.E.nach wohl kaum auf die Übertragung der Bits an.
Die Klangeinflüsse müssen wohl eher andernorts gesucht werden.
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Beitragvon grobian.gans » 09.11.2017, 13:24

Wenn etwas objektiv und deterministisch funktioniert, dann sind das die Algorithmen und Mechanismen in einem Rechnersystem.

Bei uns als Hörer, können ja schon Kleinigkeiten die subjektive Empfindung deutlich verändern. Das Wetter, der bequeme Sessel, der zeitliche Abstand zwischen dem Gehörten, etc. Dazu kommen noch die Einwirkungen auf unser Equipment in Form von Spannungs- und Stromschwankungen, Einstreuungen, Vibrationen... In dieser Domäne können z. T. sogar deutliche Unterschiede beim Hören auftreten.

Aber innerhalb der digitalen Domäne muss hinten 0110 rauskommen, wenn vorne 0110 reingeht. Alles andere wäre gruselig.

Grüße

Hartmut
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Beitragvon Dilbert » 09.11.2017, 16:11

Hallo

zurück zum eigentlichen Thema.

@nihil.sine.causa : was ich nicht verstehe, ist der hohe Aufwand für die Organisation der Dateien und der geringe Aufwand in das Taggen. Ich benutze Foobar und habe gerade wg, der Organisation von Klassik viel Aufwand in das Taggen gelegt. Das ist die Liste der Tags:

TRACKNUMBER, ARTIST, TITLE, PARTNUMBER, PART
ALBUM ARTIST, ALBUM
COMPOSER, ARRANGER, AUTHOR, LYRICIST, WORK, OPUS, DATE WORK, KEY
SOLOIST, ENSEMBLE, PERFORMER, CONDUCTOR

DESCRIPTION, LOCATION, DATE RECORD

CONTENT, GENRE, SOURCEMEDIA, LABEL, PUBLISHER, LABELNO, EAN-UPN, DATE RELEASE
BC-STATION, BC-SERIES, BC-DATE (kein Std.)
RECORD MEDIA, MEDIANUMBER (kein Std.)
ENCODED-BY, ENCODING, TOTALDISCS, DISCNUMBER, TOTALTRACKS

Da die Tags in einer Datenbank abgespeichert werden, habe ich damit die Möglichkeit, die Sammlung nach Lust und Laune zu sortieren bzw. nach etwas zu suchen, während eine Directory-Struktur nur eben die eine Sicht auf die Daten ermöglicht.

Die Tags entsprechen dem VORBIS-Std. sind aber fast alle auch in APE-Std, enthalten, lediglich beim beliebten ID3.v2.3 Std. müßten viele Tags zusammengefasst werden, wenn der Player nicht die Möglichkeit bietet, eigene Tags hinzuzufügen.

Zumindest in Fooobar kann man über Scripting auch die Text-Ausgabe steuern, sodaß ich für
POP: TITEL, ARTIST, ALBUM und DATE-RECORD
JAZZ: TITEL, PERFORMER, ALBUM und DATE-RECORD
KLASSIK: WORK, COMPOSER, OPUS, KEY, DATE WORK, SOLOIST, ENSEMBLE, CONDUCTOR
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Im Foobar-Tagger kann beliebig viele Title anklicken und gemeinsame Tags auf einmal ändern, ich muß das also nicht Stück für Stück machen.

Grüsse

Frank
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Beitragvon nihil.sine.causa » 09.11.2017, 23:29

Hallo zusammen,

in diesem Thread war die Frage nach dem "WIE"! Wie trippt Ihr Eure CDs? Wie stellt Ihr sicher, dass das Ergebnis bitidentisch zum dem ist, was auf der CD codiert vorliegt? Prüfsignatur in der Accurate Rip Datenbank? Was wenn die CD dort nicht verzeichnet ist? Was wenn die CD nicht mehr fehlerfrei lesbar ist?

Ich möchte Euch herzlich bitten, nicht irgendwelche ideologischen Standpunkte zum Thema Bididentität zu bringen. Das ist hier off-topic. Danke!

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon grobian.gans » 10.11.2017, 01:17

Hallo Harald, l

nachdem doch wohl Zweifel daran bestehen, ob bitidentisch wirklich bitidentisch ist, war der kleine Ausflug doch gar nicht so sehr off Topic.

Back to Topic : Ich verwende Foobar zum Rippen meiner CDs. Hier kann die Verwendung von Accurate Rip eingeschaltet werden. Für die Laufwerkseinstellung muss der Offset des Lesers angegeben werden. Wenn das Lwk. in der Datenbank bekannt ist, geht das automatisch. Bei mir war das nicht der Fall. Ich habe dann zum Test eine verbreitete CD aus dem Pop-Bereich gerippt und anhand der Statistik aus dem Ergebnis dann den Offset ermittelt. Probleme beim Rippen hatte ich bisher nur ganz wenige. Ein oder zwei Exemplar mit Bronzing-Erscheinungen und ein paar CDs mit starken Kratzern. Diese CDs habe ich dann entsorgt und ggf. neu gekauft.

Die freien Tag-Datenbanken liefern bei Klassik z. T. seltsame Ergebnisse. Hier habe ich die Titel und Tags dann von Hand eingegeben. Ist aber auch bei JRiver öfters mal vorgekommen. Die Nachbearbeitung der Tags mache ich mit Foobar und mp3tag. Die Cover waren zum Grossteil im Internet zu finden. Wenn nicht, musste der Scanner herhalten.

Für die Suche steige ich über das Genre ein (hier verwende ich meine eigene Klassifizierung) und hangle mich dann meist zum Komponisten / Künstler vor.

Grüße

Hartmut

P.S.: Könnte man den Server evtl. mal auf Winterzeit umstellen?
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Beitragvon chriss0212 » 10.11.2017, 07:32

P.S.: Könnte man den Server evtl. mal auf Winterzeit umstellen?


Das musst Du selber in Deinen persönlichen Einstellungen übernehmen :cheers:

Grüße

Christian
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Beitragvon grobian.gans » 10.11.2017, 08:49

Vielen Dank :cheers:

Ich war schon immer ein gegner der Sommerzeit :x
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