Rippen, Taggen und Dateien schaufeln – wie mache ich das?

Musikwiedergabe über PC und Mac

Rippen, Taggen und Dateien schaufeln – wie mache ich das?

Beitragvon nihil.sine.causa » 08.06.2014, 11:31

Hallo zusammen,

in einem PN-Briefwechsel mit einem netten Forenten ist die Idee entstanden, doch einmal systematisch aufzuschreiben, wie ich mit dem Thema Rippen und Taggen umgehe und wie ich meine Datenhaltung organisiert habe. Ich möchte das hier einmal systematisch darstellen. Denn solche Infos einfach "nur" per PN weiterzugeben verhindert eine Diskussion im Forum und den Erfahrungsaustausch, von dem alle Beteiligten profitieren können.

Nun ist dieses Thema nichts Neues und vor allem keine "Rocket Science". Jeder von Euch, der sich überhaupt mit Rippen befasst, wird seine Methode haben. Aber ich kann mir vorstellen, dass diese Methoden so viele Varianten haben wie unsere Abhörketten selbst. Und vielleicht hat ja der eine oder andere von Euch Lust, seine Rip-, Tag- und Datenverarbeitungsverfahren hier darzustellen und wir bekommen ein interessantes Bild davon und einen guten Meinungsaustausch.

Noch eine Bemerkung vorab. Mir geht es nicht darum, zu beaupten, meine Methode sei – unter audiophilen Gesichtspunkten – besser als andere. Solche audiophilen Aspekte wurden und werden bereits in anderen Threads diskutiert. Vielleicht gelingt es uns, solche Aspekte hier nur zu streifen. In erster Linie geht es hier um die Systematik und die grundsätzliche Vorgehensweise bei diesem fundamentalen Thema.

1. Rippen

Ich verwende ein ASUS Notebook mit Windows 7 als Betriebssystem. Ein einfaches USB DVD Laufwerk zum Rippen sowie externe USB Festplatten zum Speichern des Gerippten. Beim Rippen benötige ich eine Verbindung zum Internet, damit die Ripps auf Korrektheit geprüft und geeignete Tags gefunden werden können.

Als SW verwende ich den dBPoweramp CD Ripper mit den folgenden Einstellungen. Bevor ich den Rip-Vorgang starte, suche ich mir aus den angebotenen Meta-Dateien die mir am besten passende aus und ich kontrolliere, welches Bild für das Cover vorgeschlagen wird (und verwende im Zweifel, das von mir Gescannte; s.u.).

Naming: [IFVALUE]album artist,[album artist],[IFCOMP]Various Artists[][IF!COMP][artist][][]\[album]\[track]- [title]

Options (Klick auf das Symbol, nicht auf den kleinen Pfeil daneben)
Ripping Method: Secure
Accurate Rip OK
Cross Pressing Verification OK

Secure Settings (Pushbutton neben Ripping Method "Secure")
Pass 1: Accurate Rip Verified
Pass 2: Limit Drive Speed (Maximum)
Ultra Secure: Enable Ultra Secure Ripping OK
Minimum Ultra Passes 3
Maximum Ultra Passes 6
End After Clean Passes 2
Vary Drive Speed Each Pass

Individual Bad Frames
Maximum Re-Reads 34 times
Set Drive Speed (Maximum)
Drive Read Cache 1024 kB (automatically detected)

An sonsten sind keine weiteren Secure Settings Optionen ausgewählt, insbesondere nicht "Interpolate Unrecoverable Frames".

Warum ich das so ausführlich schreibe? Ich habe eine Weile mit diesen Einstellungen gekämpft und versucht, für mich die richtigen zu finden. Keine Ahnung, ob es nicht noch besser geht. Aber Ziel war es, einen möglichst exakten Rip zu bekommen.

Wenn die CD im ersten Durchgang mit der Prüfsignatur in der Accurate Rip Datenbank übereinstimmt, erfolgt kein zweiter Rip und alles gilt als bit-identisch. Gibt es dagegen keine Übereinstimmung mit der CD in der Acourate Rip Datenbank so kann dies zwei Gründe haben: Entweder ist die Pressung der gerade zu rippenden CD dort nicht hinterlegt oder der erste Ripping-Vorgang war selbst fehlerhaft (oder beides). Angenommen, die Pressung fehlt einfach in der DB, dann rippt dBpoweramp mit der von mir getroffenen Einstellung die CD noch mindestens zweimal und vergleicht die so gefundenen Rip-Ergebnisse gegeneinander. Wenn zwei der drei Ergebnisse übereinstimmen und es bei keinem der Rip-Vorgänge zu Lesefehlern gekomme ist, gilt das Ergebnis ebenfalls als OK. Wenn es aber zu Lesefehlern kommt, so rippt dBpoweramp die CD mehrmals auch Stellenweise mit wechselnden Geschwindigkeiten. Es bleibt eine kleine Menge von CDs die sich auch so nicht richtig lesen lassen. dbpoweramp steigt dann mit einer Fehlermeldung und einem Fehlerreport aus. Aber das kommt selten vor.


2. Ordnerstruktur

Um die Musik wiederzufinden, so wie ich das früher in meinem CD-Regal nahezu blind konnte, habe ich mir eine Systematik ausgedacht, bei der ich – genau wie im CD-Regal alle Alben in einer eindeutigen Reihenfolge sortieren kann. D.h. ich habe in den allermeisten Fällen die Regel angewandt: ein Album entspricht dem Inhalt einer CD.

Mein Schwerpunkt ist die klassische Musik also beginnt alles mit der Klassik sortiert nach Komponisten in alphabetischer Reihenfolge. Das war immer mein größter Block im Regal und so verfahre ich auch jetzt wieder: alles Alben, deren Inhalt >80% einem Komponisten zuordnen lässt, landet in dieser ersten großen Rubrik. Danach kommen Interpreten bzw. Ensembles. Dann Filmmusik, Jazz, Rock & Pop und viele andere kleinere Kategorien.

Um diese Reihenfolge festzulegen, packe ich den Inhalt jedes Albums in genau einen Ordner (ohne weitere Unterordner) und lasse diesen Ordner mit einer Codenummer beginnen.

CODES
11 Komponisten
12 Interpreten
13 Filmmusik
14 Jazz
15 Pop etc.
16 Chansons, Liedermacher
17 Volksmusik
18 Jahreszeitliches
19 Sammlungen (weder eindeutiger Komponist noch eindeutiger Interpret noch Test-Sammlung)
20 Test-Sammlungen
21 Hörbucher
22 Hörspiele
23 für Kinder
24 Sprachtrainer
25 Comedy

Nach der Code-Nr. kommt der Komponist oder Interpret oder die Interpretengruppe oder wie auch immer das Klassenkriterium heißt in einer eindeutigen Schreibweise gefolgt von anderen Informationen, die für mich das jeweilige Album auf einen Blick charakterisieren. Hier ein paar willkürlich herausgegriffene Beispiele:

11 Beethoven - Klaviersonate Nr. 8 (Pathétique) - Rubinstein - CompleteAC 021 - 1946 – m
...
11 Beethoven - Klaviersonaten - Brendel 197x - CD06 Klaviersonate Nr. 16, 17
...
11 Beethoven - Sinfonie Nr. 4 – Walter . CSO – 1958
...
11 Mahler - Sinfonie Nr. 6 - Darlington, Duisburger Philharmoniker - 2008 – 24-192
...
12 Rubinstein - CompleteAC CD 140 - NEW HIGHLIGHTS CARNEGIE HALL – 1961
...
19 Welte-Mignon – 1905-14

Ich füge jeweils die Aufnahmejahre hinzu, sofern sie mir bekannt sind. Die Sammlung "Rubinstein – Complete Audio Collection" habe ich also auseinandergerissen, um einen Teil bei den Komponisten unterzubringen. Das Konzert von Rubinstein in der Carnegie Hall von 1961 beinhaltet Werke mehrerer Komponisten und befindet sich daher weiter hinten im CD Regal unter Rubinstein. Die Welte-Mignon Einspielungen umfassen mehrere Komponisten und Werke (z.B. Spielen da Gustav Mahler oder Claude Debussy persönlich) und daher sortiere ich sie in der Rubrik 19 ein.

Hoch auflösende Quellen habe ich ebenfalls in diese Systematik einsortiert, notiere mir aber im Ordnernamen die von 16Bit/44,1 kHz abweichenden Daten, wie oben mit 24-192 am Beispiel der Mahlereinspielung von Acousence zu sehen. Auch andere Eingenschaften notiere ich mir so, wie z.B. Mono-Aufnahmen mit einem kleinen "m".

Für wichtige Orchester verwende ich meine persönlichen Abkürzungen, wobei ich mich an dieser Orchesterliste orientiert habe. Beispiele:

ACMF Academy of St. Martins in the Fields
BPO Berliner Philharmoniker
BSO British Symphony Orchestra
CMW Collegium Musicum Wien
CSO Columbia Symphony Orchester
LSO London Symphony Orchestra
O SCC Paris Orchestre de la Société des Concerts du Conservatoire de Paris
RCO Royal Concertgebouw Orkest, Concertgebouw Orchester Amsterdam
RPO Royal Philharmonic Orchestra
WPO Wiener Philharmonisches Orchester

Parallel zum Rippen einer CD scanne ich das Booklet mit einem Buchscanner und lege mir das resultierende pdf in den Albumsordner mit ab und ich übertrage es auf mein iPad. Damit habe ich alle Informationen in elektronischer Form im Zugriff und kann – mit gutem Gewissen – die CD-Originale in Kisten auf dem Dachboden ablegen ohne in die Verlegenheit zu kommen, doch noch einmal in einem der Heftchen nachsehen zu müssen. Eine Menge Arbeit zwar – aber was tut man nicht alles, um bei der digitalen Revolution zum Durchbruch zu verhelfen. :shock:

Schliesslich landet das Cover des Albums in Form einer "Folder.jpg" im jeweiligen Album-Ordner. Genau genommen sorge ich dafür, dass ich das Cover habe, bevor ich mit dem Rippen anfange, denn dBpoweramp fügt das Cover auch zu den Tags der jeweiligen flag-Datei hinzu. Ich ziehe dazu das Folder.jpg per drag & drop auf das "Album Art" Feld in dBpoweramp, und starte erst dann mit dem Rippen.

3. Taggen

Das ist nun wieder ein weites Feld. Ich habe versucht, mich nur auf wenige Tags zu konzentrieren und ignoriere die anderen. Z.B. Ist es mir egal was in "Genre" steht, denn dafür habe ich ja die o.g. Verwaltung eingeführt. Als Programm verwende ich Mp3tag.

Zunächst kümmere ich mich vor allem darum, dass die Titel eine bestimmte Reihenfolge besitzen (nicht dass das der Allegro-Schluss-Satz aufgrund der alphabetischen Reihenfolge vor dem Menuett abgespielt wird). Ich verwende dazu eine zweistellige Nummerierung (..., 09, 10, 11, ...) für den Title-Tag wie für den Dateinamen, wobei letzteres für die Verarbeitung mit AcourateNAS notwendig ist.

1. Schritt: Sicherstellen, dass das Feld TITLE überhaupt einen sinnvollen, von NULL verschiedenen Wert hat. Falls nicht für diese Tracks z.B. folgendes anwenden
Konverter Dateiname - Tag
%title%

2. Schritt: Sicherstellen, dass das Feld TRACK einen sinnvollen Wert hat.
Sonst z.B. aus Dateiname den Track extrahieren mit
Konverter Dateiname - Tag
%track% %dummy%
oder auch %track%.%dummy% je nachdem wie getrennt ist
Oder aus Title diesen Wert extrahieren per Konverter Tag - Tag

Ggf. anschließend auf eine zweistellige Nummer hin bereinigen durch
Konverter Tag - Tag
Feld: Track
Formatstring: $num(%track%,2)

3. Schritt: Sicherstellen, dass Dateiname eine vorangestellte Nummer besitzt. Z.B.
Konverter Tag - Dateiname
$num(%track%,2) - %title%

4. Schritt: Sicherstellen, dass TITLE vorangestellte Nummer besitzt
Konverter Tag - Tag
TITLE
$num(%track%,2) - %title%

Nun muss ich nur noch meinen mühsam selbst erstellten Album-Titel aus dem Ordnernamen herauskopieren in den Album Tag kopieren. Dazu speichere ich den vorhandenen Album Tag Inhalt als Commentar für den Fall, dass ich den irgendwann doch einmal benötigen sollte.

5. Schritt: Alten Album-Namen auf COMMENT abspeichern
Konverter Tag - Tag
COMMENT
%album%

6. Schritt: Ordner-Name auf Album kopieren
Konverter Dateiname - Tag
%album%\%dummy%

4. Hilfmittel zum Umgang mit den Daten

Um am Ende mit – größenordnungsmäßig – 1 TB Musikdaten umzugehen, haben sich einige Hilfsmittel als nützlich erwiesen, die ich hier kurz darstellen möchte. Ich speichere die Daten immer auf USB Festplatten. Um Sicherheitskopien – auch von Zwischen- und Arbeitsständen zu machen, lässt sich eine solche Festplatte mit dem DOS-Programm Robocopy recht gut kopieren und asynchron spiegeln. Ich verwende dabei das folgende Script, das eine Delta-Analyse zwischen Quelle und Ziel macht und nur die veränderten Dateien kopiert. Mit der Option /PURGE werden nicht mehr in der Quelle vorhandene Dateien im Ziel-Verzeichnisbaum gelöscht und die Option /E kopiert auch leere Verzeichnisse.

set source1=F:\MusikA
set destination1=G:\MusikB
robocopy %source1% %destination1% /E /PURGE /XO /R:0 /W:0


Der Verzeichnisbaum, der im Ordner "MusikA" des Laufwerks F enthalten ist, wird also in den Ordner "MusikB" gespiegelt. Es hat sich bewährt diese Ordner "MusikA" und "MusikB" unterschiedlich zu benennen, um sicherzustellen, dass Robocopy nicht einfach die Quelle mit einem veralteten Spiegelbild überschreibt. Man könnte ja mal aus Versehen, die Festplatten mit "flaschen" Laufwerksbuchstaben gemountet haben.

Dann gibt es das leidige Thema "lange Dateinamen". Beim Rippen ist es irgendwo interessant, viele Infos in den Dateinamen aufzunehmen. Mit langen Ordnernamen kann man aber an die 255 Zeichen Grenze der Dateiverwaltung kommen, der absolute Pfadname bei NTFS darf nämlich nicht länger als 255 Zeichen werden. Ich kontrolliere das mit dem Programm Path Scanner, indem ich auf die Länge 255 prüfe. Dateien die einen längeren absoluten Pfadnamen besitzen, werden angezeigt und ich kann sie entsprechend kürzen (indem ich die Länge eines Ordners im Dateibaum kürze).

Sollten ganze Verzeichnisbäume die 255 Grenze überschreiten, hilft es, die Dateien automatisiert zu verkürzen. Hierzu habe ich schon mal das Tool RN verwendet. Es kommen dann lustige Abkürzungen in den Dateinamen vor, aber für meine Zwecke war das egal.

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon orkaner » 16.06.2014, 13:14

Hallo Harald,

sehr interessanter Betrag und sehr umfangreich. Vielen Dank dafür.

Aufgrund einer Probleme mit meinem NAS denke ich derzeit auch über Alternativen nach, daher interessiert mich Dein Handling der USB Platten detaillierter. Wieviele Platten hast Du im Einsatz und wie bist Du damit organisiert?

Gruss
Martin
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Beitragvon nightingale » 16.06.2014, 13:48

Harald,

ich mache das ziemlich ähnlich wie du. Zum Daten schaufeln verwende ich free file sync. Damit kann man einzelne folder, aber auch gesamte harddisks komfortabel synchroniesieren. Wenn nötig kann man das Synchronisieren auch mal pausieren lassen, oder abbrechen und später finalisieren lassen. Das tool ist freeware und kann bei http://freefilesync.sourceforge.net/ runter geladen werden.

LG
Peter
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Beitragvon nihil.sine.causa » 16.06.2014, 20:37

Hallo Martin,

orkaner hat geschrieben:Aufgrund einer Probleme mit meinem NAS denke ich derzeit auch über Alternativen nach, daher interessiert mich Dein Handling der USB Platten detaillierter. Wieviele Platten hast Du im Einsatz und wie bist Du damit organisiert?

Ich rippe alles auf eine 2 TB USB Festplatte, organisiere dort die Dateien in die beschriebene Ordnerstruktur und tagge die Dateien dort auch. Das ist dann mein "Master" Verzeichnis.

Zum Abspielen (was hier ja nicht Gegenstand war) verwende ich zwei Synology NASen (eine für die Hauptkette und eine zweite für die Zweitkette). Wenn ich neue Musikstücke auf die NASen aufbringe, lösche ich zuvor die Musikdateien dort, schließe die USB-Festplatte an die betreffende NAS an und kopiere das Masterverzeichnis von der USB-Festplatte auf die betreffende NAS.

Das Masterverzeichnis existiert damit dreimal, einmal als Urbild auf der USB-Festplatte und zweimal als Kopie auf den NASen.

Beste Grüße
Harald
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Beitragvon Thor_7 » 07.11.2017, 21:29

Guten Abend Harald,
vielen Dank für deinen Forumsbeitrag, der mich nochmal zum hinterfragen meiner aktuellen Dateistruktur geführt hat...nur nach Interpreten->Album zu sortieren, macht aus einer großen Datenbank ein irgendwann ein unübersichtliches Chaos.
Da werde ich mich nochmal hinsetzen und ebensolche Genres einführen. :)

Früher habe ich mit EAC gerippt und nach bestimmten Vorgaben (Quelle ist mir leider mit der Zeit entfallen) eingestellt.
Nun möchte ich die kalte Jahreszeit nutzen, um einige weitere CDs zu rippen.
Hierfür habe ich mir nun Dbpoweramp gegönnt. Bevor ich mit dem großen Gerippe beginne, möchte ich sicherstellen, dass ich die richtigen Einstellungen verwende.
Bevorzugst du (und alle anderen Mitlesenden) noch die Ausleseeinstellungen von oben oder gibt es da Neuigkeiten?

Viele Grüße
Thorben
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Beitragvon Hans-Martin » 07.11.2017, 22:48

Hallo,
über die Vielfalt der Rip-Software und die bitidentischen Ergebnisse und dennoch unterschiedlichen Klangergebnisse (bei genauem Hinhören) haben wir hier schon vor geraumer Zeit diskutiert.
Ich rippe bevorzugt mit dem Laptop bei Batteriebetrieb, habe von EAC zu dBpoweramp gewechselt, weil die Ergebnisse transparenter erschienen, eine Sängerin mit mehr Luft von der Begleitung trennte (völlig zwecklos bei stark komprimiertem Musikmaterial).
Das Thema Batteriebetrieb hat hier im Forum auch schon einmal die Gemüter erhitzt.
Das Taggen ist für mich nicht sooo wichtig, primär bin ich an der Tonqualität interessiert, an der Chance, ein besseres Ergebnis zu bekommen, als es mit einem CD-Player möglich ist.
Dazu gehört neben den Einstellungen der RipSoftware für mich vor allem eine gründliche Reinigung der CD, mit Fensterreiniger oder Geschirrspülmittel oder Waschbenzin (3 unterschiedliche Ergebnisse nach Hörvergleich).
Die Art der Vorbehandlung der CD kann noch einen Einfluss nehmen, ob man sie vorher im Gefrierschrank auf -18°C bringt und sehr langsam (>24h) auf Raumtemperatur bringt, und/oder magnetisch/elektrisch entlädt und homogenisiert.
Schließlich kann man die Musikfiles noch nach persönlichen Kriterien nachbearbeiten, bei mir erfolgt bei Bedarf eine Polaritätskorrektur, gerne auch FLOW, bei dynamikkomprimiertem Material auch eine Pegelabsenkung um 3dB, um Intersample Clipping zu vermeiden.
Es gibt auch Aufnahmen, bei denen der Einsatz eines Equalizers angesagt erscheint, je nach Gusto.
Da Speicherplatz ja immer preisgünstiger wird, sehe ich keinen Anlass aus Geiz auf (verlustfreie) Kompression zu setzen, beim Streaming wird neugetaktet, aber Dekompression on-the-fly scheint seine Tücken zu haben, deshalb doch lieber unkomprimiertes Material abspielen.
Auf der Wiedergabeseite gibt es auch noch Potenzial auszuschöpfen, und man wird dann sensibler für die kleinen Unterschiede, die sich beim Rippen bemerkbar machen können.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon Thor_7 » 08.11.2017, 12:45

Hallo Hans-Martin,
finde ich klasse, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst.
Das du auch von EAC zu dbpoweramp gewechselt bist, freut mich sehr zu hören, zumal ich es erste letzten Monat gekauft habe.

Deine Erfahrungen hinsichtlich der Vorbehandlung klingen spannend, hatte ich in einem anderen Thread auch schon einmal gelesen. Waschbenzin und Demagnetisierung möchte ich auch in meinen zukünftigen Rippvorgängen mit einbeziehen.

Meine Frage ging nochmehr in die Richtung der Einstellungen bei dbpoweramp. Die Möglichkeiten sind ja sehr vielfältig und eventuell haben sich mit der Zeit Änderungen in den optimalen Einstellungen von Harald ergeben...?

Viele Grüße,
Thorben
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Beitragvon nihil.sine.causa » 08.11.2017, 13:39

Hallo Thorben,

Thor_7 hat geschrieben:Meine Frage ging nochmehr in die Richtung der Einstellungen bei dbpoweramp. Die Möglichkeiten sind ja sehr vielfältig und eventuell haben sich mit der Zeit Änderungen in den optimalen Einstellungen von Harald ergeben...?

Danke für Dein Interesse. Also um ehrlich zu sein, verwende ich nach wie vor dieselbe, ältere Version von dbpoweramp und dabei immer noch dieselben Einstellungen wie hier im Thread beschrieben. Insofern wäre ich auch interessiert an Deiner Fragestellung und was es da an möglichen Verbesserungen gibt. Vielleicht hat ja sonst jemand aus dem Forum Erfahrungen gemacht mit "sicherem" Rippen mit dbpoweramp?

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon cassco » 08.11.2017, 13:39

Thor_7 hat geschrieben:Deine Erfahrungen hinsichtlich der Vorbehandlung klingen spannend, hatte ich in einem anderen Thread auch schon einmal gelesen. Waschbenzin und Demagnetisierung möchte ich auch in meinen zukünftigen Rippvorgängen mit einbeziehen.

Dann wirst Du aber leider auf AccurateRip verzichten müssen, da zwingend eine andere Prüfsumme ausgegeben werden muss.

Oder andersrum: Wenn AccurateRip den Rip als korrekt klassifiziert, war die ganze Mühe umsonst und das Ergebnis nicht „besser“ oder „anders“, als von einer verdreckten und verkratzten CD, die 16-fach mit einem Medion Notebook samt brummendem Netzteil ausgelesen wurde.
Einfach mal drüber nachdenken...

Auf Smilies habe ich bewusst verzichtet.

Gruß
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Beitragvon grobian.gans » 08.11.2017, 18:51

Hallo,

akurates Rippen geht auch in foobar sehr gut. Nur das automatische Tagging ist manchmal etwas grenzwertig. Ein Cover wird auch nicht angeboten. Die Tags werden über FreeDB oder MusicBrainz ermittelt. Und es ist schon kurios, was einem da z. T. für Ergebnisse präsentiert werden. Zumindest im Klassik-Bereich. Als ich noch JRiver im Einsatz hatte, habe ich dessen Ripper und Tagger verwendet. Da waren die Ergebnisse beim Tagging etwas besser

Wie sind denn die Ergebnisse bei dbPowerAmp? Aus welcher Datenbank bezieht das Programm die Tags?

Grüße

Hartmut
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Beitragvon StreamFidelity » 08.11.2017, 20:54

Hallöle zusammen :D

Was ihr euch für Mühe macht beim rippen - Kompliment.

Ich bin ein fauler Hund und habe mir deshalb vor einigen Monaten ein RipNAS Solid V4 angeschafft. Der rippt vollautomatisch mit dBpoweramp Ripping Software R14. Einstellungen? Welche Einstellungen? Habe ich mich nie darum gekümmert. Es läuft auch so.

In Verbindung mit Roon Core (auf RipNAS Solid V4) benötige ich keine Ordnerstruktur. Es ist unglaublich, was die Software an Filtermöglichkeiten bietet.

Das ist nur eine der möglichen Ansichten "Albums". Gemäß meiner Einstellung werden zuerst die neuesten Alben gezeigt. Dabei ist es egal ob gerippt oder gestreamt. Über das Herz-Symbol oben werden blitzschnell meine Lieblingsalben angezeigt. Die Marke daneben ist zum anzeigen der Tags da. Die Tag-Namen vergibt man beliebig, zum Beispiel Party, Bässe ohne Ende, oder was auch immer. Herzstück ist jedoch der "Focus"
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Mit dem Focus sind viele Filter möglich. Wie man sieht, bin ich nicht der Klassik-Fan. Für die Technik-Freaks unter uns zeige ich hier eine Filterung nach Formaten.
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Sehr interessant ist auch Discover. Aber ich will euch hier nicht zutexten.

Grüße Gabriel
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Beitragvon Fridolin » 09.11.2017, 08:28

Hier noch ein paar Tips für diejenigen, die unter macOS rippen/taggen:

- XLD (Ripper) beherrscht Accurate Rip.

- YATE (Tagger) kann man vollkommen an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Mich stören z.B. die verschiedensten Schreibweisen (groß/klein etc.).
In Yate kann man eigene Regeln "programmieren" (z.B. mit regulären Ausdrücken)
um einheitliche Ergebnisse zu erzielen.
Das setzt natürlich voraus, dass man sich einarbeitet. Danach geht's aber umso schneller.

- Metadatics ist auch ein nützliches Tool zum Taggen.

- LyricsFinder kann automatisch Liedtexte in das LYRICS Tag schreiben.
Sehr schnell und praktisch.

- SongKong findet selbständig Metadaten zu vorhandenen Dateien.
- Jaikoz stammt vom selben Autor, ist noch umfangreicher, aber unübersichtlicher.

Viele Grüße
Fridolin
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Beitragvon RS.schanksaudio » 09.11.2017, 08:56

Hans-Martin hat geschrieben:Hallo,
über die Vielfalt der Rip-Software und die bitidentischen Ergebnisse und dennoch unterschiedlichen Klangergebnisse (bei genauem Hinhören) haben wir hier schon vor geraumer Zeit diskutiert.

Wenn es tatsächlich bitgenau ist, kann es keine Unterschiede geben, das ist das Prinzip der Digitalität.

Unterschiede können allenfalls bei der Weiterverarbeitung entstehen, dabei ist aber die eigentliche Extraktion nicht mehr beteiligt. Das bedeutet, solange eine Rip-Software im Ergebnis bitgenau ablegt ist es unerheblich wie die Rahmenbedingungen (Hersteller, Betriebsart, etc) dabei gewesen sind.

Viele Grüße
Roland
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Beitragvon chriss0212 » 09.11.2017, 09:09

Hallo Roland

Unterschiede können allenfalls bei der Weiterverarbeitung entstehen, dabei ist aber die eigentliche Extraktion nicht mehr beteiligt. Das bedeutet, solange eine Rip-Software im Ergebnis bitgenau ablegt ist es unerheblich wie die Rahmenbedingungen (Hersteller, Betriebsart, etc) dabei gewesen sind.


Nach bisherigem Fachwissen würde ich das eigentlich genau so sehen...

...aber...

Es gibt ja auch einige die sich z.B Ihr Fritzboxen modifizieren und über deutliche Veränderungen berichten. Da ja über den Router noch eine paketbasierte Übertragung stattfindet ist das ja eigentlich auch nicht möglich da Jitter hier noch keine Rolle spielt...

Ich selber habe das noch nicht probiert aber einige derer die das berichten gehören zu denen, denen ich schon 2 "goldene Ohren" zusagen würde.

Also obwohl ich es mir nicht erklären kann, tue ich mich schwer hier einfach zu sagen unmöglich ;)

Viele Grüße

Christian
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Beitragvon RS.schanksaudio » 09.11.2017, 09:26

Naja,
die Erklärung könnte möglicherweise auf der Quantenebene zu finden sein, dort gibt es Effekte außerhalb der makroskopischen Physik. Solche Effekte mit dem Ohr zuverlässig zu detektieren wäre sicherlich einen Nobelpreis wert ;-)

Viele Grüße
Roland
(der froh ist, dass Dank dem Wunder der Digitalität, seine eingetippten Buchstaben auch am anderen Ende der Welt wieder genauso herauskommen)
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