Neuer Audio-Codec: Meridian MQA

Musikwiedergabe über PC und Mac

Neuer Audio-Codec: Meridian MQA

Beitragvon greensky » 12.12.2014, 16:58

Hallo,

Ich weiß nicht in welche Rubrik ich dieses eintragen soll aber es geht um MQA von Meridian.

http://www.musicischanging.com/#howItWorks

MQA soll angeblich besser Musik wiedergeben, leider ist nicht vielmehr Information zu finden als der Link oben. Wir werden ja irgend wann hören was das so alles an sich hat. Vieleicht könnt ihr mehr heraus finden oder jemand kennt es schon. Hab doch noch was gefunden.

http://www.expertreviews.co.uk/tvs-entertainment/media-streamers/1402178/meridian-reveals-mqa-studio-quality-music-streaming

http://www.twice.com/blog/open-circuit/how-high-can-high-res-audio-go/55255

http://www.pcauthority.com.au/News/398532,meridian8217s-mqa-promises-studio-quality-music-for-streaming.aspx

Einar
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Beitragvon bvk » 13.12.2014, 08:11

Ich würde einmal zynisch behaupten, es handelt sich um einen Versuch ein proprietäres Format zu etablieren welches nur auf einem bestimmten Player oder sogar nur auf eigener Hardware abspielbar ist.

Grüße Bernd
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Beitragvon music is my escape » 13.12.2014, 10:18

Hallo,

Anders kann es, so wie ich das verstehe, ja auch garnicht funktionieren; zumindest anfänglich.

Grüße,
Thomas
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Beitragvon greensky » 13.12.2014, 14:03

Hi

Hier ein Ausschnitt aus Expert Review (Link oben):

Unlike current hi-res audio downloads, which need devices that support specific file formats to enable playback, MQA won't need dedicated hardware either. MQA takes a PCM audio source and delivers PCM audio when played back, regardless of file format; the data can be stored inside an existing lossless file type, such as FLAC or Apple Lossless (ALAC), and can be decoded by a mobile app or desktop software. On devices that can't decode the full quality track, MQA files will play in lower CD quality - meaning you'll be able to play MQA-encoded discs in your car stereo.


Wir werden ja sehen was sich in 2015 ich so entwickelt! Vielleicht habt ihr recht, vielleicht aber auch nicht! Meridian hat schon einen neuen DAC - Explorer 2- Der MQA spielen kann.

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Beitragvon Kienberg » 22.12.2014, 19:53

Hallo HiRes-Freunde,

nun hat John Atkinson Meridian MQA beschrieben und sich recht begeistert gezeigt:

I've Heard the Future of Streaming: Meridian's MQA.

Wie die Bilder in seinem Bericht zeigen, werden dabei Informationen des Musiksignals lossless aus den hohen Frequenzbereichen in den "Rausch-Sumpf", also unterhalb von -130 dB, des 24kHz-Bandes transferiert. Die Playersoftware restauriert dann "vor Ort" wieder die Original-HiRes-Informationen.

Ebenfalls im zweiten Teil ein interessanter Hörbericht:

Meridian's MQA: One Listener's Impression

Auch hier Begeisterung pur ... aber wie wir ja alle wissen:
Nur selbst Hören bringt belastbare Erkenntnisse :wink:

Viele DACs, deren Firmware "open-ended" programmiert wurde (FPGA lässt grüssen :wink:), werden in der Lage sein, MQA zu implementieren. Genauere Angaben zur Lizensierung wird Meridian zur kommenden CES bekannt geben.

Gruß
Sigi
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Beitragvon never » 08.01.2016, 18:09

Hallo zusammen,

bezüglich MQA, der angeblich revolutionierenden Qualitätssteigerung z.B. bei Streaming, bewegt sich inzwischen einiges im Vorhinein, wie man aus den folgenden Links entnehmen kann:

http://www.theabsolutesound.com/article ... nstration/

http://www.theabsolutesound.com/article ... rt-videos/

http://www.theabsolutesound.com/article ... interview/

http://www.computeraudiophile.com/f13-m ... ews-26734/

https://community.roonlabs.com/t/mqa-support-by-roon/88

Freundliche Grüße,
never (Udo)
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Beitragvon never » 10.01.2016, 21:29

Hallo zusammen,

vielen dürfte die kostenlose Testseite des 2L music store bestimmt schon länger bekannt sein. Interessant ist hier besonders die Vergleichsmöglichkeit von diversen Musikstücken in unterschiedlichen Dateiformaten auf der Testseite http://www.2l.no/hires/index.html?

Von noch größerem Interesse dürfte nunmehr die Einbeziehung von MQA-Dateien in die zum Download angebotenen Aufnahmen sein. Wer die seit einiger Zeit sichtbaren PR-Wolken im Internet verfolgt hat, kann nunmehr mit eigenen Ohren hören, ob hier wirklich etwas Vielversprechendes auf uns gewartet hat, oder ob man uns lediglich viel versprochen hat.

Wie auch immer: Verglichen mit den anderen Formaten sind MQA-kodierte Dateien tatsächlich erstaunlich kompakt, was natürlich auch für zukünftigen Streaming-Einsatz gute Voraussetzungen mitbringt, aber eben nichts über die klangliche Qualität aussagt.

Und da allerdings könnte die Sache vermutlich echt interessant sein, denn eine der schillernden Versprechungen der MQA-Propagandisten besagt ja, dass selbst ohne für MQA ausgelegte Soft- oder Hardware die Wiedergabequalität einer normalen – also sehr kompakten – MQA-Datei bereits besser als CD-Qualität sein soll, wenn man sie halt ganz normal abspielt. Ich habe mir einige Musikstücke in unterschiedlichen Formaten heruntergeladen und an meinem PC-basierten Hörplatz angehört (Windows 10, JPLAY, Fidelizer, iFi micro iDSD und Grado GH1). Da ich weder über Software noch Hardware verfüge, womit man bereits jetzt MQA in seiner vollen Qualität decodieren kann, habe ich die MQA-Dateien mit JPLAYmini abgespielt. Das Ergebnis hat mich doch ziemlich verblüfft: Trotz meiner anfänglichen Skepsis gegenüber den doch recht anspruchsvollen Qualitätsversprechungen für die nahe Zukunft (z.B. in Verbindung mit TIDAL und ROON) macht mich die Erfahrung mit den quasi noch gar nicht richtig ausgelesenen MQA-Dateien in meiner Kette höchst neugierig.

Ich möchte euch dringend empfehlen, MQA im Vergleich zu anderen Formaten zu hören. Wie gesagt, selbst ohne dazu passende Software oder Hardware ist es einen Hörversuch wert.

Freundliche Grüße,
never (Udo)
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Beitragvon pschelbert » 12.01.2016, 00:19

Hallo

ich habe mal Magnificat resampled mit Sony Soundforge11 (Izotope 64bit) auf 44.1kHz (CD).
Filegrösse ist 47MB (flac). Also kleiner als MQA.

Ist ja netter Marketinggag von Meridian, aber die Welt braucht sowas nicht.

2L hat aber sehr gute 5.1 und 6 Kanal Surroundsamples in 96kHz/24Bit. Sehr gute Aufnahmen, wie auch Tacet (www.tacet.de). DVD-A Format.

Gruss

Peter
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Beitragvon shakti » 12.01.2016, 08:24

Ich habe mir MQA letztes Jahr auf der High End Messe in Muenchen intensiv angehoert und muss sagen, das Format kann was! Isofern freue ich mich, wenn es Verbreitung findet.

Der Entwickler ist ja nicht voellig unbekannt, er hat bereits bei den Internationalen DVD und Blu Ray Standards /Codecs mitgearbeitet und weiss entsprechend recht gut, wie man einen Standard implementiert.

Entsprechend wird dieser Standard allgemein verfuegbar sein und die ersten Geraete (zB Pioneer Mobil Geraete) sind bereits erschienen.

ich kann mir gut vorstellen, dass , sobald Tidal MQA in der Breite launched, dass zB die Linn Streamer durch ein SoftwareUpdate MQA faehig werden, dann haette man High Res im streaming und eine entsprechende Verbreitung direkt zum Beginn.

Gruss
Juergen
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Beitragvon Buschel » 12.01.2016, 08:26

Hallo zusammen,

die verlinkten Folien sind durchaus interessant, und MQA benutzt wirklich einigen Hirnschmalz, um einen -- und das ist der eigentlich interessante Teil -- rückwärtskompatiblen 24/48 PCM Strom zu erzeugen. Das Verfahren ist aber wohl kaum lossless, sondern benutzt verlustbehaftete Irrelevanzreduktion.

Letztlich werden einige Annahmen bzgl. des typischen Nutzsignals und Rauschsignal getroffen und diese dann zur Komprimierung ausgenutzt. Annahmen sind z.B, dass >50 kHz nur Rauschen und kein Nutzsignal existiert. Bei der dann eingesetzten geringen Datenrate für die Kodierung dieses Frequenzbands vermute ich mal, dass MQA hier nur einen Parametersatz (spektrale Rauschform) zur Rekonstruktion einsetzt. Anschließend wird mit (aus der Grafik heraus geschätzen) 4 Bit Auflösung der Frequenzbereich 24-48 kHz gesampelt. Hier wird die Annahme ausgenutzt, dass das Nutzsignal bereits stark verrauscht ist und dieses Rauschen nicht relevant für das Musiksignal ist.

Das eigentlich Interessante ist, dass die zur Rekonstruktion aller Frequenzanteile > 24 kHz benötigten Daten in den unteren 5 Bit (aus Grafik abgelesen) des 24/48 PCM-Strom übertragen werden. Damit nutzt MQA die Annahme aus, dass im Bereich <= 24 kHz nur die oberen 16-19 Bit überhaupt relevant seien. Im Klartext: MQA verrauscht die unteren Bits eines 24 Bit Signals, um dort Daten für die Rekonstruktion der höheren Frequenzen abzulegen.
MQA macht damit implizit zwei Statements:
1) 16-19 Bit reicht für die Quantisierung im Basisband 0-24 kHz aus.
2) Samplingfrequenzen oberhalb 96 kHz sind zumindest fragwürdig, weil mit höheren Samplingfrequenzen kein relevanter Signalanteil mehr hinzukommt.

Ein Nicht-MQA Player kann also diese Datei als 24/48 Datei abspielen. Die Qualität entspricht dabei eher 16/48 oder 19/48, weil die unteren Bits für Kodierung und nicht für das Nutzsignal des Basisbands benutzt werden. Dennoch kann MQA wegen der geringfügig höheren verbleibenden Auflösung hier für sich beanspruchen, dass mehr als CD-Qualität erreicht wird. Ein MQA-Player wiederum kann die unteren Bits nutzen, um die -- aus Sicht des MQA-Verfahrens -- relevanten Signale in den Frequenzbändern 24-96 kHz zu rekonstruieren.

Wie gesagt, interessanter Ansatz für Irrelevanzreduktion.

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon never » 12.01.2016, 09:01

Hallo zusammen,

als Ergänzung zu Andrees Ausführungen hier einige Messungen, Analysen und Schlussfolgerungen, die Jussi Laako. der Entwickler des HQPlayer, bezüglich MQA veröffentlicht hat. Er schreibt als "Miska" bei ComputerAudiophile:

http://www.computeraudiophile.com/blogs ... -flac-674/

Freundliche Grüße,
never (Udo)
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Beitragvon Buschel » 12.01.2016, 19:55

Hallo Udo,

Danke für den interessanten Link. Letztlich bestätigt das einige meine Annahmen, vor allem die, dass MQA die originäre 24 Bit Auflösung irreversibel kompromittiert, um die Samplingrate für die Übertragung verringern zu können.

Sieht in den Spektrogrammen zusätzlich noch so aus, also ob noise shaping für die unteren "MQA"-bits eingesetzt wird. Damit ließe sich dann zwar -- ähnlich wie bei SBM -- im für die Wahrnehmung relevanten Frequenzbereich wieder eine höhere effektive Auflösung erzielen, aber mit lossless hat das nichts zu tun.

Viele Grüße,
Andree
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Beitragvon never » 12.01.2016, 21:20

Buschel hat geschrieben:
Sieht in den Spektrogrammen zusätzlich noch so aus, also ob noise shaping für die unteren "MQA"-bits eingesetzt wird. Damit ließe sich dann zwar -- ähnlich wie bei SBM -- im für die Wahrnehmung relevanten Frequenzbereich wieder eine höhere effektive Auflösung erzielen, aber mit lossless hat das nichts zu tun.


Hallo Andree,

da stellt sich dann gleich die eigentlich ketzerische Frage, ob mit "nicht lossless sein" automatisch eine hörbar schlechtere Klangqualität gekoppelt seim muss - was ja zumindest im direkten Gegensatz zu entsprechenden Meridianaussagen stehen würde.

Freundliche Grüße,
never (Udo)
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Beitragvon Melomane » 12.01.2016, 21:43

Hallo Udo,

1. theoretische Vorüberlegung: lossy-Kompression heißt nun mal, dass die Originaldatei abrasiv behandelt wird. Es fehlt ihr also etwas. Wenn man das nicht wahrnimmt, dann liegt eine geschickte psychoakustische Täuschungsmaßnahme vor. Deren Sinn sich mir heute nicht mehr erschließt angesichts billigen Speichers und schnellen Datenübertragungsmöglichkeiten.

2. Praxis = Vergleich von Äpfeln und Birnen: Ich habe an meinen Majik vom Mozart'schen Violinkonzert das MQA und die 96/24er Version gegeben. Das MQA-file klingt weniger luftig und gehaltvoll als die HiRes-Variante. Nun ist der Majik nicht "MQA-zertifiziert" und die MQA-Datei meldet sich als 44/16 . Wenn nun ein MQA-taugliches Gerät sie signifikant besser wiedergäbe, beschliche mich der Verdacht, dass hier mal wieder mit einem neuen Format nur Geld verdient werden soll.

3. Kritik: Eigentlich müsste ich ja nun 44/16 lossless vs. MQA vergleichen. Aber das ist mir ehrlich gesagt ziemlich gleichgültig. ;)

Gruß

Jochen
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Beitragvon Nordlicht » 12.01.2016, 22:05

Hallo

Ich habe mir von L2 gleiche Musik in MQA und auch in 96 KHz runtergeladen und angehört. Ich finde in MQA hört es sich feiner, hochauflösender an, vielleicht war der Bass in der anderen Version etwas präsenter . Aber insgesamt hat mir MQA gut gefallen.

Gruß

Jörg
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