High Resolution DSD-Audiowiedergabe

Musikwiedergabe über PC und Mac

High Resolution DSD-Audiowiedergabe

Beitragvon kadu » 25.02.2016, 18:41

hallo zusammen,

in letzter zeit habe ich im web viel darüber gelesen,dass problem ist,ich bin nun ziemlich verwirrt und noch mehr verunsichert.

sind download dsd files nun wirklich klanglich besser als pcm wiedergabe mittels cd,vorausgesetzt beiderseits wird ein hochwertiger wandler verwendet,da herrschen ja ziemliche kontroversen.

das ist alles neuland für mich,
bis jetzt habe ich nur im redbook standard musik gehört.

wenn ich alles richtig verstanden habe,braucht man dazu einen laptop oder ein ipad,einen wandler mit usb anschluss und ein gutes usb kabel.

mit dem internet verbinden mittels wlan oder kabel.
zbsp.unter highres.com titel runterladen,als auch den audirvana player und los gehts,stimmt das oder fehlt noch was?

um tips bzw. vorschläge wäre ich dankbar.
sollt das thema schon besprochen worden sein,bitte um vergebung :cheers:

viele grüsse
karl
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Beitragvon Melomane » 25.02.2016, 19:38

Hallo Karl,

1. Grundsätzliches: Viel wichtiger als die Formate ist, wie die Aufnahme produziert wurde.

2. Die persönliche Wahrnehmung: Die hängt signifikant von den häuslichen Gegebenheiten = den vorhandenen Anlagenkomponenten ab. Und so kann je nach Situation eine CD genauso gut wie HiRes oder DSD klingen oder eben auch nicht.

3. Und deshalb: Du wirst nicht darum herumkommen, dir einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Oder es zu lassen, dich nicht verrückt machen lassen und zufrieden weiter Musik hören. Aber letzteres ist eigentlich inkompatibel mit einem Aufenthalt in diesem auf ständige Optimierung bedachten Forum. ;)

Gruß

Jochen
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High Resolution ist nicht nur DSD, auch PCM !

Beitragvon Audiophiles-HiFi » 25.02.2016, 20:38

Hallo,

Melomane, Jochen, beschreibt das völlig richtig.

ich möchte andere Aspekte ergänzen

(und werde etwas ausholen, denke aber die Kurve zur Fragestellung zu schaffen:)



Ein gutes "CD" System mit 16 bit 44,1 kHz , inkl. DA-Wandler und allem drum und dran, also ggf. auch als PCM Daten z.B. via Flac, kann genial musikalisch sein.

Was einige Generalisierer (eher in anderen Foren anzutreffen) behaupten, daß "alle (modernen, richtig konstruierten o.ä.) DACs gleich klängen", "alle Verstärker auch", stimmt so nicht.

Ich meine, daß auch in den letzten Jahren es bei DA-Wandlern nochmal Verbesserungen gegeben hat.
(Man denke nur an die genialen Lampizatoren, oder das NOS Konzept in unterschiedlichen Ausführungen, oder die 3-4 DAC-Chip-Produzenten Wolfson, Burr-Brown, ESS mit ihren jeweiligen Spitzenmodellen, von denen einige auch DSD können.)
Wobei es nicht nur vom Chip abhängt, sondern zum einen vom digitalen Weg zuvor (Stichwort clock z.B., Jitter), aber besonders vom elektrisch-analogen Weg nach der DA-Wandlung, da zählen nämlich alle möglichen (bekannten) Einflüsse auf das analoge Signal, z.B. Abhängigkeit von weiteren Bauteilen, die notwendigerweise "arbeiten" müssen oder nicht, je nach Konzept, Schaltung usw.


Um die Ausgangsfrage klarer zu stellen,

High Resolution, HD usw.,
bedeuten nicht automatisch DSD, oder die Kontroverse DSD vs. PCM.

Hochauflösend, High resolution, HD, High Definition, Hi Res
das kann auch wunderbar - nach meinem Hören - bereits wiedergegeben im PCM Format,
weil PCM ist eben nicht auf den CD-Standard von 16 bit 44,1 kHz limitiert,
sondern kann beliebig hochauflösender produziert werden.
Einfach die Bitzahl erhöhen, 16 bit, 20 bit (man erinner die kodierte HDCD) , 24 bit sind heute praktisch Standard, 32 bit evtl. bereits in der Produktion vorhanden.
oder eben die Samplingfrequenz, Rate, von 44,1 kHz, 48 , 96 kHz oder 192 kHz, wobei es bis zu 384 khz gehen könnte.

DSD läßt sich im Prinzip auch durch Bitrate und Samplingrate mathematisch beschreiben,
DSD wäre nur 1 Bit Auflösung, aber mit einer sehr sehr hohen zeitlichen Rate im MHz Bereich.

Es gibt genügend Publikationen frei im Internet zum Thema DSD vs. PCM.
DSD ist also grundsätzlich dem PCM nicht überlegen, nach früherem Lesen der Diskussionen tendiere ich sogar dazu, daß hochauflösendes PCM dem DSD überlegen sein könnte.
Aber es ist nicht so ganz klar zu beantworten, weil das Wiedergabeergebnis auch vom DAC abhängt und da gibts z.B. wenige echte (gute) Multibitler, selbst echte 16 bit DACs sind selten. Wobei die anderen DAC-PCM Konstruktionen offensichtlich auch äußerst gut funktionieren...
Aber auch DSD Wiedergabe klingt, so richtige Beschwerden gabs noch nicht zu lesen.....

Weil sowohl mit PCM als auch DSD kann man die Auflösung ggf. (fast), theoretisch, beliebig hoch schrauben, siehe oben.

Wenn man aber wieder Bodenhaftung herstellt, findet man bestens produzierte CD (PCM) 16 bit 44,1 kHz Aufnahmen, wie z.B. die "La Folia" u.v.a.m.

Aber, 24 bit und hochauflösende Samplingfrequenzen wie 96 kHz oder gar 192 kHz schaden ja nicht, heute ist das praktikabel, wobei z.B. 24 bit 192 kHz Stereo aber ein schwaches Haus-Wlan unter schwierigen Bedingungen oder schlechter Wlan-Antenne/hardware an die Grenze bringen oder darüber hinaus.

Bez. Hörerleben habe ich schon echt gute HD Musik gehört. Z.B. Blind Faith (mit Eric Clapton, Steve Windwood, Ginger Baker) in 24-192. genial.

HD kann man heute bei unterschiedlichsten Geschäften kaufen, als praktischer Download im FLAC Format,
z.B. HDtracks, Quobuz, Linn u.a.

Ich bevorzuge deshalb auch PCM (flac) gegenüber DSD, weil es so gut wie überall abspielbar ist.
jeder DAC kann PCM, 24-96 schon ziemlich gut seit Beginn der 2000er, heute auch 24-192.
DSD-fähiges Abspielen erfordert glaub ich seltenere DACs, mehr soft- und ggf. hardware Aufwand.
Und dafür sehe ich keine Notwendigkeit oder Nutzen, wenn man einfach Hochauflösend Musik in PCM beziehen kann.

Fazit :

Deshalb sage ich ja, gern, nett, zu Hochauflösender Musik,
bevorzuge dafür PCM in 24-96 oder gar 24-192,
aber DSD muß es nicht sein, könnte aber, wenn die Musik spielt und gut produziert wurde.

Bei DSD sehe ich das praktische Problem, daß es ja ursprünglich entwickelt wurde für Sonys SACD, um das Kopieren physischer CD-ähnlicher Scheiben zu unterbinden.
Das bedeutet nach wie vor, woher sollte man diese hochauflösende Musik kaufen können, wie abspielen ?
Ja, offensichtlich geht das heute alles irgendwie technisch, es wird ggf. Nischenanbieter für DSD downloads (wirklich?) geben.
Aber PCM ist weiter verbreitet, technisch einfach, besser kaufbar meines Wissens.
(Deshalb sehe ich auch keine Notwendigkeit für z.B. ein MQA Format, wenn man beste hochaufgelöste Musik in 24-96 oder 24-192 beziehen kann, anderes, aber aktuelles Thema.)

Meist sehe ich Wermutstropfen bei Musik, wenn sie kaputt produziert wurde, Dynamik-Kompression erleiden mußte (Stichwort Loudness War). Da würde dann das höchstauflösende Format auch wenig nutzen.
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Beitragvon shakti » 25.02.2016, 22:46

ich nutze aktuell einen Lampizator Golden Gate mit möglicher DSD256 Aufloesung...
was soll ich sagen...
ich nutz es nicht...
ein sehr guter DAC klingt auch mit CD Qualitaet bereits sehr gut!

Bevor ich also in den Formatwahnsinn investiere, wuerde ich erstmal sehen, dass die CD Wiedergabe optimal laeuft, dann kann man immer noch schauen, ob sich im High Res Bereich was tut.

Aus meinem eigenen bescheidenen Blickwinkel gibt es einfach zu wenig Musik in HD, die mich tatsaechlich interessiert.

Mein aktuelles digitales set up fuehrt dazu, dass ich meine aktuelle CD Sammlung in voellig neuer Qualitaet geniessen kann, das ist fuer mich so absolut erstrebenswert und macht mir riesig Spass.

Was nicht ausschliesst, dass ich mich irgendwann den DSD Qualiateten des GG widmen werden :-)

gruss
Juergen
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Beitragvon pschelbert » 25.02.2016, 23:03

kadu hat geschrieben:hallo zusammen,
in letzter zeit habe ich im web viel darüber gelesen,dass problem ist,ich bin nun ziemlich verwirrt und noch mehr verunsichert.

sind download dsd files nun wirklich klanglich besser als pcm wiedergabe mittels cd,vorausgesetzt beiderseits wird ein hochwertiger wandler verwendet,da herrschen ja ziemliche kontroversen.


Hallo Karl

DSD-Files sind mühsam, gross und tönen eher schlechter als PCM. Insbesonders kann es Intermodulation geben in der elektronischen Kette die bei PCM nicht vorkommen. DSD ist veraltet, war mal von Sony als Kopierschutz erfunden worden. Files sind gigantisch.
Als Vergleich gibt es von 2L.no sehr gute Beispiele in verschiedenen Formaten.

Wie auch schon erwähnt hier ist die Aufnahmen das Problem und bei der Wiedergabe die Lautspreche bzw. Kopfhörer.
DAC Wandler gibt es eine Menge sehr guter Produkte.

Digital Highres ist billig:
-Computer mit USB
-Abspielprogramm: foobar (gratisd), JRiver (billig), Audirvanan, Amarra etwas teuere etc.
-DAC mit USB: hier würde ich 24bit/96kHz mindestens haben wollen, wobie es denek ich mal keien nuene Produkte gibt die nicht midestens dies können
-Das billigste USB-Kabel (Reichelt z.B. Eur1.50): hier höre ich Leute schreien, aber ich persönlich kann keinen Unterschied ausmachen zu sündhaft teuren
-Aktivlautsprecher (oder Poweramp und Passivlautsprecher) bzw. Kopfhörer

Formate:
-eigentlich Redbook 44.1/16bit ist ausreichend, wenn die Aufnahme richtig ausgesteuert ist

HighRes
-44.1/24Bit, warum nicht, Rauschen ist etwas tiefer bei digital null, das hört man aber nicht bei Musik, da die Aufnahmen mehr rauschen
-96kHz/24Bit, ist das Surround-Sound Format DVDA, es gibt Aufnahmen die sind nur so erhältlich (2l.no, Tacet). Die Auflösung, Samplerate wäre nicht nötig, ist aber nun mal das Format das man so bekommt

mehr Samplerate 176, 192 etc.: Unsinn zum Abspielen, bringt keinen Gewinn gehörmässig
-mehr als 24-Bit: bis heute gibt es keinen DAC der tatsächlich 24-Bit an analoger Auflösung auch bringt (klar der Chip hat 24-Bit oder 32-Bit etc.).
So um 120dB THD+N ist das Ende der Fahnenstange, ist so um 20-Bit.
Heisst eine 24-Bit Aufnahme kann maximal mit realen 20-Bit gehört werden, und ja das ist hervorragend.

Aufnahme, Aufname, Aufnahme ist äusserst wichtig, aber nicht beinflussbar.
Was interessant ist, die Qualität der Aufnahme lässt sich sehr gut schon mit dem Teshören bei den Highresseiten (auch iTunes, Spotify) beurteilen

Geld in sehr gute Lautsprecher und Kopfhörer investieren, da gibt es enorme klangliche Unterschiede
DAC: guten DAC, der ist aber billig (2-Kanal z.B. um die 500-1000Eur) zu kriegen.

Highres Seiten (Testhören und kaufen wenn passt):
http://www.highresaudio.com
http://www.qobuz.com
http://www.channelclassics.com
http://www.hd-klassik.com/
http://www.hdtracks.com

Diese Seite hat alle möglichen Formate
http://www.2l.no/hires/

Gruss

Peter
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Beitragvon RS.schanksaudio » 26.02.2016, 10:20

Hallo Peter,

sehr schön geschrieben, solche Posts verdienen es hier im Forum einen besonderen und permanenten Platz zu bekommen.

Viele Grüße
Roland
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Beitragvon cinematic » 26.02.2016, 10:57

pschelbert hat geschrieben:...DSD-Files sind mühsam, gross und tönen eher schlechter als PCM. Insbesonders kann es Intermodulation geben in der elektronischen Kette die bei PCM nicht vorkommen. DSD ist veraltet, war mal von Sony als Kopierschutz erfunden worden. Files sind gigantisch.


Ich sehe das eher als eine große Menge an Behauptungen, die von anderen Leuten ganz anders wahrgenommen werden können.

Wie schon geschrieben wurde ist es sehr abhängig vom Ausgangsmaterial und der jeweiligen Anlagenkonfiguration inwieweit sich höher auflösende Musik bis hin zu DSD positiv auswirkt.
Bei mir klingt es meist sehr gut als DSD (vermutlich auch weil gute Aufnahmen genommen werden für SACD aus denen DSD (DSF) Files erstellbar sind)

Grüße
tom
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Beitragvon pschelbert » 26.02.2016, 11:04

RS.schanksaudio hat geschrieben:Hallo Peter,

sehr schön geschrieben, solche Posts verdienen es hier im Forum einen besonderen und permanenten Platz zu bekommen.

Viele Grüße
Roland



Hallo Roland

besten Dank für die Blumen.

Peter
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Beitragvon pschelbert » 26.02.2016, 11:09

cinematic hat geschrieben:
Ich sehe das eher als eine große Menge an Behauptungen, die von anderen Leuten ganz anders wahrgenommen werden können.

Wie schon geschrieben wurde ist es sehr abhängig vom Ausgangsmaterial und der jeweiligen Anlagenkonfiguration inwieweit sich höher auflösende Musik bis hin zu DSD positiv auswirkt.
Bei mir klingt es meist sehr gut als DSD (vermutlich auch weil gute Aufnahmen genommen werden für SACD aus denen DSD (DSF) Files erstellbar sind)

Grüße
tom


Hallo Tom

wenn die Aufnahme eben gut ist dann ist sie mit DSD immer noch gut. Heisst aber nicht dass sie mit PCM eben noch besser wäre, nur die Aufnahme lässt sich ja dann nicht mehr identisch wiederholen zum Vergleich.

Ja klar ist meine Ansicht.
Ganz gut ist, dass heute jedermann selber testen kann. Man muss gar nichts mehr glauben.

Peter
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Beitragvon music is my escape » 26.02.2016, 11:24

Hallo Karl,

auch nach meiner Erfahrung spielt das Format des Tonträgers eine untergeordnete Rolle. Das läuft im Normalfall darauf hinaus, dass eine gute Aufnahme, welche als vernünftige VBR-MP3 vorliegt, einer mittelmäßigen HiRes-Aufnahme klanglich eindeutig vorzuziehen ist. Tonträgerseitig steht also, wie schon von einigen Vorschreibern erwähnt, die (leider von uns als Konsumenten unmittelbar unbeeinflussbare) Qualität der Aufnahme an sich über allem.

Wenn es um ein und dieselbe (gute) Aufnahme geht, mögen höherwertige Abspielraten durchaus ihre Berechtigung haben, allerdings sind die da zu verzeichnenden Verbesserungen im Vergleich zu den sonstigen Stellschrauben in einer Wiedergabeanlage eher marginal. Ich habe ohne große Ambitionen einige DSD-Files erst auf 24/192er PCM und dann auf 24/44.1 herabgestuft und verglichen; die Hörbarkeit der Unterschiede/ Verbesserungen fielen in meiner Konfiguration/ meiner Wahrnehmung denkbar klein aus.

Dass es, im Gegensatz zu diesen Erfahrungen, dennoch etliche Musikfreunde gibt, die aufgrund teilweise enormer wahrgenommener Verbesserungen auf HiRes bzw. gar DSD schwören erkläre ich mir wie folgt:

- viele HiRes/ DSD-Files sind anders gemastert als die Redbook-Varianten, dadurch ist ein Klangunterschied (ggfs. sogar eine Verbesserung) nicht nur zwangsläufig sondern gewollt

- es wird garnicht verglichen, sondern nur ein neu gekauftes, von einer hochwertigen Aufnahme erstelltes DSD-File gehört und dieses positive Erlebnis dem Format (und nicht der Aufnahme als solches) zugerechnet und anschließend generalisiert

- etliche DACs scheinen mit höheren Sampleraten besser zurechtzukommen, evtl. weil die obligatorische, interne Upsamplingfunktion dadurch weniger zu hat (Spekulation); das schlägt sich einer besseren Wiedergabequalität nieder

- die psychische Komponente: ist etwas neuer, größer, teurer, umständlicher, exklusiver muss es automatisch auch besser sein als der alte Kram

- oder es klingt tatsächlich besser :oops:


Viele Grüße,
Thomas

:cheers:
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Beitragvon shakti » 26.02.2016, 11:25

@Peter
Du hast Deinen Blickwinkel schön zusammengestellt, doch ist mir dieser zu normativ formuliert, sind Deine Thesen doch extrem individuell und werden entsprechend auch durchaus anders gesehen, mein Blickwinkel ist als mein persoenlicher und durch meine persoenlichen Erfahrungen fundierter zu verstehen, ohne Anspruch auf die "Wahrheit" :-)


DSD ist "Muehsam" und "klingt nicht"
DSD Aufnahmen können durchaus sehr gut klingen, das Format ist an sich ein sehr gutes, doch gibt es wenige reine DSD Ketten im digitalen Bereich, entweder wird das Format im Studio zwischen PCM und DSD gewandelt oder der heimische DAC empfaengt zwar DSD, wandelt aber intern auf PCM.
Aber selbst von PCM auf DSD gewandelte digital files koennen auf manchen DAC'S mit sehr guten DSD Wandlern hervorragend klingen. Haengt wie immer vom individuellen Wandler ab. Ich glaube auch, dass man sich in heutigen Zeiten nicht mehr ueber file Groessen unterhalten muss, Speicher ist einfach billig zu haben...


"digital High Res ist billig"
nun ja, das kann man so sehen, man bekommt fuer kleines Geld die techn Moeglichkeit ein High Res file abspielen zu koennen, die könnte sogar ein Billig Blu Ray Player mit integriertem streamer...

Zumindest im Audio PC Bereich kann ich eine "Billig" Loesung nicht erkennen, USB als audiophile Schnittstelle habe ich noch nicht als problemlos kennengelernt (siehe den thread zum AFIS USB)

um den Vorteil von High Res gegenueber Red Book Standard hoeren zu koennen, muss die Quelle Top sein und der Rest der Anlage diese zusaetzliche Aufloesung auch schaffen zu uebertragen, dann ist auch durchaus ein Unterschied zwischen 96khz und 192khz wahrnehmbar.


Formate:
stimme Dir zu, gut produziertes Red Book ist ein hinreichend gutes Digital Format

High Res
hier gilt fuer mich aber dieselbe Logik, gut produziert, dh das Format auch nutzend, sind die Unterschiede im High Res Bereich sehr gut nachvollziehbar.
Man sollte vielleicht darauf hinweisen, dass 96khz und 192khz eine Standard clock (44,1 und mehrfache) zum umrechnen zwingt, was auf Kosten der Qualitaet geht und somit Red Book immer im besseren Licht stehen laesst. Er bessere /teurere Wandler haben 2 clocks an Bord (44,1 und 48 als Basisfrequenz), jeh nach Format wird dann die passende verwendet.

noch bessere / teurere Wandler haben separate Chipsaetze fuer PCM und DSD um fuer das jehweilige Format den besten Wandler bereitstellen zu koennen

Beides gibt es aber eher selten in der 500,- bis 1000,- eur DAC Klasse, wenn, dann ist an anderer Stelle gespart worden.


Die Klangunterschiede bei DAC's liegen nach meiner persoenlichen Erfahrung sehr stark in der Qualitaet des Netzteils und der Ausgangsstufe, die eigentliche digitalsektion spielt am klanglichen Ergebnis natuerilch auch eine Rolle, dieser ist aber kleiner, als der Einfluss der Stromversorgung und Ausgangsstufe.

Eine aufwendige Stromversorgung sowie eine gute Ausgangsstufe kosten aber Geld und sind in der 1000,- eur Preisklasse eigentlich nur bei Gebrauchtgeraeten anzutreffen. Deshalb mag ich durchaus digitale Klassiker, die meisten koennen zumindest 24bit/96khz, was fuer viele Anwendungen ausreichend ist.

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 26.02.2016, 11:30

@Thomas
da sprichst Du einen sehr wichtigen Punkt in Deinem Beitrag an, zumeist werden Produktionen im Studio fuer das jehweilige Format neu gemastert...

ich nutze zur Dokumentation dieser These immer Rebecca Pidgeon, deren Aufnahmen bei Chesky als CD und als Hybrid SACD vorliegen.

Spiele ich die CD Spur der Hybrid SACD im Vergleich zur Original CD werden diese Unterschiede krass deutlich.

Ich habe die Stuecke auf meiner Festplatte und kann entsprechend schnell umschalten, chesky hat in der SACD Abmischung den Bass deutlich lauter aufgenommen und speziell Nebengeraeusche im Hochtonbereich (rascheln, Becken ausklingen, usw) stark angehoben...

Soll wohl bei den Kunden das Gefuehl erzeugen : WHOW! mit SACD ist der BAss ja viel tiefer und man hoert mehr Details...

Gruss

Juergen
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Beitragvon Fujak » 26.02.2016, 11:42

Hallo zusammen,

ich habe einiges an DSD vs. PCM gehört, und kann bei DSD keinen klanglichen Vorteil gegenüber PCM entdecken. Die theoretische Informationsdichte in einem DSD-File mit 1 bit/2,8224 MHz liegt in etwa bei der eines PCM Files mit 24bit /118kHz, also etwas über dem Standard 24/96 aber weit entfernt von der nächst höheren 24/176.4 oder gar 24/192. Wenn es um Detailauflösung geht, ist der PCM-File in entsprechender Samplingrate und Wortbreite dem DSD ebenbürtig oder ab 176.4 deutlich überlegen. Dass viele DSD-Produktionen so gut klingen hat in erster Linie damit zu tun, dass hier aus Marketinggründen nur allerfeinste Produktionen genommen werden. Die gleichen Produktionen mit mindestens 24/96 abgespielt, ergeben dann allerdings keinen Unterschied mehr. Wer einen DSD fähigen DAC hat, kann auf der bereits beschriebenen Seite von http://www.2l.no/hires/ machen. Da findet man Files jeweils in allen erdenklichen Formaten/Auflösungen.

Aus meiner Sicht, wird DSD irgendwann wieder in der Versenkung eines Nischendaseines verschwinden. Man kann dies auch ganz gut in den Diskussionen der englischsprachigen Foren beobachten, wie der ursprüngliche Hype allmählich einer relativierenden Ernüchterung weicht.

Ich würde (und tue dies auch) lieber sorgfältiger auf Produktionsqualität (technisch und künstlerisch) achten. Da ist man oft erstaunt, wie eine 16/44.1 CD detaillierter, dynamischer klingt als so mancher HiRes/DSD-File klingt. Und klar: wenn zu einer technisch und künstlerisch sehr guten Produktion auch noch eine höhere Informationsdichte in Form höherer Sampleraten (oder meinetwegen auch DSD-Format) hinzukommt, kann dies das "audiophile Sahnehäubchen" darstellen, aber ohne eine gute Produktion nützt kein HiRes oder DSD; denn wer möchte sich eine technisch und/oder künstlerisch schlechte Produktion auch noch bis ins letzte Detail hochaufgelöst zumuten...

Grüße
Fujak
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Beitragvon RS.schanksaudio » 26.02.2016, 11:43

pschelbert hat geschrieben:Ganz gut ist, dass heute jedermann selber testen kann. Man muss gar nichts mehr glauben.


Das ist ein guter Punkt! Leider reagieren viele fast schon allergisch auf das Thema (Blind)Tests, obwohl es so einfach und bequem geworden ist. Es gibt viele Webseits/Quellen von denen man sich Material in vielen Auflösungen und Qualtätsstufen herunterladen kann um bei gleichem Ausgangsmaterial genau die etwaigen Formatsvorteile gegenzuhören.

Was zu DSD noch erwähnt sei:
In den meisten Studio der Welt wird ausschließlich in PCM bearbeitet! Warum? Weil man in DSD gar nicht bearbeiten kann. Der einzige Weg ist dann im analogen Bereich zu mixen, das macht heutzutage aber kaum noch jemand. DSD ist also ein reines Ausgabe- und Archivformat. Es wird also fast immer aus PCM erzeugt = konvertiert – das die Qualität dadurch gar nicht besser werden kann, sollte klar sein.

Ein schönes Paper hierzu: http://www.grimmaudio.com/site/assets/f ... d_myth.pdf

Viele Grüße
Roland
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Beitragvon music is my escape » 26.02.2016, 11:44

Hallo Jürgen,

ich habe ebenfalls bei vielen HiRes-Varianten den Eindruck, dass beim Mastering tendenziell effektheischender vorgegangen wurde als beim CD-Pendant.

Die Höhen wurden angehoben (suggeriert mehr Details), der Bass erhöht und nach unten verlängert (klingt beeindruckend und schafft Räumlichkeit).

Auch die von Dir benannte Verstärkung der Nebengeräusche kann ich bestätigen.

Das alles führt nicht selten zu einem Wow-Effekt beim ersten Hören und fängt spätestens beim dritten Mal an zu nerven.... :mrgreen:

VG,
Thomas
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