Systematischer Audio-PC Vergleich

Musikwiedergabe über PC und Mac

Beitragvon Fujak » 03.06.2017, 07:41

Hallo Ralf,

Ralf Koschnicke hat geschrieben:
Fujak hat geschrieben:Insofern habe ich Zweifel, ob die bisherigen Erklärungen tatsächlich die Hauptursache für den äußerst geringen Klangunterschied treffen.

Wo hätten denn Deiner Meinung nach Klangunterschiede herkommen sollen? Die Lehre aus Deinen Experimenten ist doch vor allem, dass man bei den anderen Vergleichstests wohl alle Quellen über Filter hätte anschließen sollen, wie es auch generell keine schlechte Idee ist. Dann hätte man vermutlich schon dort geringere Unterschiede festgestellt. Das lässt zumindest Dein Ergebnis vermuten.

Dies ist nur eine nebensächliche Schlussfolgerung. Denn auch ohne Filter/Conditioner ist der Einfluss von HF sehr gering. Ich bezog
mich bei meinen Tests ja in erster Linie auf Deine Aussagen, wonach die eigentlichen Störquellen auf HF-Einstrahlung (und im in geringerem Maße auf Rückspeisungen über die Netzleitung) basieren:
Ralf Koschnicke hat geschrieben:Aber es scheint mir in der Tat ein Thema zu sein, auf das sich das geschätzte Auditorium wohl irgendwie ungern einlässt: Elektronik wechselwirkt per elektromagnetische Strahlung über die Luft.

Nach meinen Tests halte ich genau das als eine der geringsten Störgrößen verglichen mit der Qualität des direkt in die digitalen Geräte eingespeisten HF über die DC-Zuleitung.

Ich möchte damit andererseits aber auch nicht in Abrede stellen, dass es tatsächlich wenn überhauptnur sehr geringe Klanguntersschiede zwischen den unterschiedlichen Zuspielern gab. Da traue ich Euren Ohren sowie der Seriosität Eures Testaufbaus durchaus. Ich zweifle lediglich an dem Erklärungsmodell.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Fujak » 03.06.2017, 07:50

Hallo Harald,

nihil.sine.causa hat geschrieben:Um das mal an Deinem Beispiel, Fujak, festzumachen: Es könnte ja sein, dass Du durch das Einbringen eines Akkus, das Erdungs- und Masseführungskonzept in einer Weise optimierst, welche den Gesamt-klangeindruck stärker verbessert, als "nur" durch Elimination der störenden HF-Einflüsse durch das Standard-Netzteil.

in der Tat, die Akkuversorgung ermöglicht eine potentialfreie Einspeisung, die durch den Anschluss eines SNTs an den Streamer "zunichte" gemacht wird.

Ich habe das vorhin mal ausprobiert: Wenn ich bei Akkuversorgung das SNT meines Streamers in der Steckdose angeschlossen lasse und dessen Minus-Pol mit einem Kabel am Minuspol der Akkuversorgung anschließe, ist der Unterschied marginal bis nicht hörbar.

Grundsätzlich aber stimme ich Dir zu, dass alle Faktoren in ein Erklärungsmodell hinsichtlich der Ursachen einbezogen werden sollten.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Ralf Koschnicke » 03.06.2017, 10:14

@Fujak: Ich habe doch bestimmt nirgends mit Anspruch auf Allgemeingültigkeit geschrieben, dass der Einfluss per Strahlung über die Luft stets der stärkste wäre. Nur in unserem Testaufbau sehe ich dort den einzigen möglichen Wirkungsweg. Die Stromversorgung des „IT-Zweigs“ ist, wie bereits gesagt, per Doppelwandler mit Batteriepuffer komplett getrennt von den beiden Audiozweigen mit ebensolchen Doppelwandlern.

Allgemein sollten die leitungsgebundenen Störungen die stärkste Auswirkung haben. Wie Du ja auch festgestellt hast. Wenn man keine Gegenmaßnahmen ergreift. Dieser Wirkungsweg ist allerdings bei vielen bereits im Bewusstsein. Zusätzliche Netzfilter setzen viele ein. Mein zitierter Satz zielt darauf, eben noch stets einen weiteren Weg für denkbar zu halten. Was dann wie relevant ist, muss man im konkreten Setup anschauen.

Ich wäre vorsichtig, aus Deinem kleinen Test eine Allgemeingültigkeit abzuleiten in Richtung, Strahlung über die Luft ist vernachlässigbar. Das kann schon in dem Moment anders aussehen, wo Du ein Laptop oder Tablet über externes Netzteil anschließt und dem etwas zu arbeiten gibst.

@Frank: Damit sind wir dann auch bei Deinen Schilderungen. Ferndiagnose ist zwar immer schwierig, aber beim NUC hätte ich zunächst einmal das Netzteil im Verdacht. Die NUCs laufen ja glaube ich generell mit externen Netzteilen ähnlich Notebook-Netzteilen. Diese habe ich schon oft als „Störsender“ erlebt.
Zu Aries und Hoerwege Netzteil kann ich nichts sagen, wundert mich allerdings, dass dies nichts bringen soll. Allerdings gestatte mir bitte die Frage: Wenn beim Macbook nur per iTunes, ohne Erweiterungen wie Audirvana oder Amarra, dann ist doch der Mac noch irgendwie mit „Eigenklang“ dabei. Mac ist nicht so mein Ding. Nur mal zum Testen, ob denn alles auch dort funktioniert. Aber die Ausgabe ist doch so nicht bit-echt? Wird dann nicht auch wie bei Windows auf eine voreingestellte Abtastrate resampled? Könnte es dann nicht vielleicht auch sein, dass Dir dieser Klang einfach am besten gefällt?

Viele Grüße
Ralf
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Beitragvon FraKtiv » 03.06.2017, 10:42

Hallo Ralf,

ja, die NUCs haben ein externes Steckernetzteil.

Und ja, beim Mac stellt man über das MIDI-Setup für den Ausgang (also das afi-USB) eine feste Abtastrate ein. In meinem Fall 96kHz. Ich hab bei iTunes nur den "komischen" Effekt, dass die leiseste Lautstärke schon sehr hoch ist, währenddessen das beim NUC und beim Aries mini nicht der Fall ist. Ist aber auch egal; denn ich will ja gar nicht mit dem MacBook hören, sondern mit einem "gescheiten" Streamer.

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon frankl » 07.06.2017, 00:09

Ralf Koschnicke hat geschrieben:Hallo Frank,

also meine Aussage ist unbedingt im Zusammenhang mit dem Afi+USB-Konzept zu sehen. Meine Modellvorstellung ist, dass bei einem digitalen Audiosignal zwei Komponenten den Klang ergeben, die Daten und der Takt, wann immer es ein Signal mit eingebettetem Takt ist.

Die Daten sind leicht überprüfbar immer die richtigen, wenn Software korrekt eingestellt ist. Bleibt also nur der Takt. Bitte verzeihe mir, wenn ich bisher nichts Deiner Entwicklungen mitbekommen habe. Vielleicht kannst Du kurz umreißen, was Du tust? Wenn der Takt allerdings nun halt so entkoppelt ist wie per Afi+USB, dann sehe ich keinen anderen Wirkmechanismus für Softwareoptimierungen als das Verändern des Noiseprofils. Ich lerne aber gerne auch neue Aspekte kennen.

Hallo Ralf,

als ich meine eigene Abspielsoftware geschrieben habe, hatte ich zwei Aspekte im Kopf (ich nutze zwei (Linux) Mini-Rechner, einen zum Falten, und einen, der nur die abzuspielenden Daten per Ethernet bekommt und diese in den Puffer des USB-Audio Treibers schreibt):

(1) Daten werden mit sehr genauem Timing in gleichmäßigen Blöcken versendet/geschrieben. Dadurch laufen keine vom Betriebssystem zu verwaltende Puffer voll und es gibt praktisch nur noch die Interrupts des benutzten Timers. Dies soll zu einem besseren Takt des Audiosignals beitragen und insgesamt den Noiselevel des Rechners reduzieren.

(2) Der Klang wird von der genauen physikalischen Repräsentation der digitalen Daten beeinflusst. Das bezieht sich etwa auf die Speicherung der Musik auf einer Festplatte/SSD, auf die Daten im RAM des Rechners oder das die Daten repräsentierende Signal auf Leiterbahnen oder in Kabeln. Hier habe ich versucht, dass mal mit einer graphischen Darstellung zu veranschaulichen.

Es ist klar, dass ein DAC "im Prinzip" die (bit-genauen) Eingangsdaten perfekt regenerieren könnte, so dass der Klang nicht mehr von der vorhergehenden Hard- und Software abhängt (das ist ja der Vorteil der digitalen Übertragung), aber in der Praxis scheint das bisher nicht realisiert zu sein. Bei mir ist bei schrittweiser Verbesserung der Hardware des Zuspielers (etwa Stromversorgung der Rechner und SSD, USB-Kabel, Uptone Regen) der Einfluss der Software am Klang jedenfalls nicht gesunken, sondern umgekehrt größer geworden.

Daher würde mich interessieren, ob das beim Afi+USB-Konzept anders ist, oder ob man damit besonders gut bit-identische Musikdateien auf der gleichen Festplatte unterscheiden kann.

Viele Grüße,
Frank
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