Systematischer Audio-PC Vergleich

Musikwiedergabe über PC und Mac

Beitragvon taggart » 31.05.2017, 10:50

Hallo Fujak,
zunächst möchte ich alle beschriebenen Höreindrücke bestätigen:

a. die anfangs nicht bitgenaue Ausgabe über das Tablet von Harald konnte ich gut heraushören
b. nach Korrektur dieses Fehlers konnte ich zwischen den drei PCs keine nennenswerten Unterschiede mehr wahrnehmen
c. die Entfernung des Schaltnetzteils und die Abschaltung des Tablets konnte ich hören (wenn auch vielleicht nicht so deutlich, wie Harald und Ralf)
d. wenn ausschließlich Ralfs oder mein PC lief, dann klangen weder die beiden PCs gegeneinander unterschiedlich noch klangen sie selbst anders im Vergleich zu den vorherigen Tests

Die eigentlich interessante Frage ist für mich nun auch, warum dies hier so war, jedoch nicht beim Forumstreffen und auch nicht bei einem ähnlichen Test, den Bernd Peter, Daniel und ich im letzten Herbst gemacht haben (Vergleich mRendu, Audio PC).

Wir hatten das Thema natürlich bereits untereinander vor Ort diskutiert und Ralf hat ja auch schon einiges dazu geschrieben.

Ich habe das Gesagte und Geschriebene bewußt noch einige Zeit wirken lassen, um für mich möglichst nichts zu übersehen.

Und dennoch fehlt mir immer noch eine schlüssige Erklärung, die ich verstehe und hinnehmen kann, denn:

a. die Test-Szenarien die unterschiedliche Ergebnisse geliefert haben, waren im Aufbau m.E. so unterschiedlich nicht. Auch beim Forumstreffen und beim Test bei Daniel liefen alle Quellgeräte. Nur waren diese nicht dauerhaft mit einem eigenen afi+USB verbunden, sondern wurden umgesteckt. Warum sollten diese Setups nicht genauso valide sein?

b. der letzte Test bei Ralf zeigte, dass unsere beiden Rechner sogar auch dann gleich klangen, wenn sie separat liefen.
Damit haben wir die HF-Lage verändert (was wir bei vorherigen Tests genau vermeiden wollten), konnten aber dennoch keinen Einfluss festgestellt. Wenn HF der Verursacher für klangliche Unterschiede trotz afi+USB wäre, dann hätten wir das doch bei diesem Test spätestens hören müssen, oder?

c. Besitzer des afi+USB hören Unterschiede in ihren Ketten, wenn das Quellgerät getauscht wird (z.B. mRendu vs. Audio PC). Aus meiner Sicht, hätten wir diese auch bei Ralf wahrnehmen müssen. Denn auch wenn sich die Ketten hinter dem DDC unterscheiden, blieben doch der Charakter des Quellgerätes und/oder externe Einflussfaktoren in BEIDEN Fällen als wirkend übrig. Egal, ob auf die digitalen oder analogen Geräte.


Ralf, vielleicht verstehe ich deine Erläuterungen falsch oder gar nicht, mir persönlich fehlt aber immer noch das eigentliche Totschlag-Argument. Oder die Angelegenheit ist noch viel komplexer als wir alle denken ...

Viele Grüße,
Christoph
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Beitragvon shakti » 31.05.2017, 12:08

Aus der Distanz betrachtet hatten wir auf demletzten Forumstreffen mit den grossen AGM Lautsprechern einen Abhoerlautsprecher, der jedweden Unterschied auf dem Praesentierteller und somit fuer jeden hoerbar darstellte. Womoeglich ist aber auch die Abhoersituation von Ralf robuster gegen Schwankungen in der Signalquellen Qualitaet.

Gruss
Juergen
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Beitragvon Trinnov » 31.05.2017, 12:32

shakti hat geschrieben:Womoeglich ist aber auch die Abhoersituation von Ralf robuster gegen Schwankungen in der Signalquellen Qualitaet.

Das ist auch meine Vermutung. Etwas genaues weiß man aktuell noch nicht. Das Gleiche passiert mir immer mit meiner Abhörkette. Ich hatte dies ja auch schon des öfteren geschrieben. Man kann das als Vorteil sehen, aber manchmal ist es auch ein Fluch, da schlechte Aufnahmen und nicht perfekte Geräte oder auch Unterschiede im Ausgleichsstrom zwischen Geräten usw. schonungslos aufgedeckt werden.

Ich hatte damals sogar Serienstreuungen bei den SPDIF-Übertragern rausgehört. Ralf kann sich bestimmt dran erinnern.

Viele Grüße,
Horst
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Beitragvon SolidCore » 31.05.2017, 20:58

Hallo zusammen

Ich springe ebenfalls auf Shaktis und Trinnovs Zug auf. Je penibler und höherwertiger die komplette Wiedergabekette, inclusiv deren Verkabelung, ist, umso eher fallen selbst subtilste Unterschiede deutlicher auf. Und möchte damit nun natürlich nicht spekulieren, das die Verwendete schlecht war. Möglicherweise (?) aber nicht penibel.

Ich habe vor etwas längerer Zeit dahingehend Versuche gemacht. Und diese waren voller Überraschungen. So zeigte sich ein wirklich sehr beliebtes und extrem gutes Cinchabel an einem günstigen CD Spieler, der an einer guten Kette hang, als deutlich schlechter. Bis ich mich zu der Meinung entschied, das dieses Kabel durch seine geringe Dämpfung, oder relativ verlustfreie Auflösung erstmal zeigt, wieviel Unsinn und Untöne dieser CD durch seine dem Sparstift konstruierte Bauweise wiedergibt. Ein günstiges Beipackkabel empfand man als angenehmer und freier von Nervigkeiten. Was sich beim Einsatz eines guten DACs sofort ins Gegenteil kehrte.

Bei Hörvergleichen von verschiedenen PCs, auch mit anderen Windows-Versionen, empfand ich die Klangunterschiede aber ebenso nicht als stark unterschiedlich. Da war ein Tausch allein des USB Kabels weitaus gravierender. Ebenso konnte man die verschiedenen Abspielprogramme weitaus deutlicher heraushören. Und, zumindest in Windows, auch das Ausgabeplugin. WASAPI klang deutlich anders als ASIO, Direktstream noch anders, usw. Sobald aber eine Linearstromversorgung anstelle der PC Spannung hinzu kam, stellte sich sofort eine deutliche Verbesserung ein. Und selbst der Bautyp des Linearnetzteil klang anders wie eins mit anderen Linearreglern.

Gruss
Stephan
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Beitragvon Horse Tea » 31.05.2017, 22:04

Hallo zusammen,

zeigt das nicht "einfach": alles hängt mit allem zusammen, d.h. es kommt immer auf die ganze Kette an. Dabei ist aber eine Mindestqualität jeder Komponente Voraussetzung für eine gute Musikwiedergabe. Alles andere ist ein Puzzle der Optimierung. Sorry, für die wenig detaillierte Würdigung Eurer Hörerfahrungen in diesem konkreten Beispiel.

Viele Grüße
Horst-Dieter
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Beitragvon easy » 31.05.2017, 22:39

Hallo zusammen,

auch ich stimme mit meinen Vorredner überein,daß es auf die gesamte Kette ankommt, um auch feinste Unterschiede aufzuzeigen .

Selbst verfüge ich über ein solches Setup, daß jedwede Veränderung sofort hörbar macht.

Ich denke , daß es im Audiobereich noch reichlich unerforschte Ursachen gibt...

Schönen Abend

Reiner
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Beitragvon Fujak » 01.06.2017, 07:10

Hallo Christoph,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort auf meine Fragen.
taggart hat geschrieben:Die eigentlich interessante Frage ist für mich nun auch, warum dies hier so war, jedoch nicht beim Forumstreffen und auch nicht bei einem ähnlichen Test, den Bernd Peter, Daniel und ich im letzten Herbst gemacht haben (Vergleich mRendu, Audio PC).

Die Frage lässt viel Raum für Vermutungen, wie auch vorangegangenen Posts zeigen, die leider im Nachhinein nicht mehr verifziert werden können.

Ich habe deshalb in den vergangenen Tagen in meinem Setup zumindest nachzustellen versucht, welchen Einfluss Schaltnetzteile (SNT) auf den Klang haben. Dazu habe ich eine Baumarkt-Steckerleiste mit 4 Schaltnetzteilen bestückt, die jeweils einen Verbraucher versorgt haben (Handy-Ladegeräte, Sonos mit SNT, kleiner Asus-Laptop). Die Netzleiste habe ich über eine Funksteckdose an eine Steckdose gleicher Phase wie meine Anlage angeschlossen, sodass ich sie mittels Fernbedienung ein- und ausschalten konnte. Meine Anlage habe ich ebenfalls an eine normale Steckerleste angeschlossen. Alle Netzstrom verbessernden Maßnahmen (LAB12 Gordian, Telos QNR) waren vom Netz getrennt und damit außen vor. In meinem Setup sind alle Geräte in Bezug auf ihre Signalmasse über einen Sternverteiler separat geerdet.

Wenn ich im folgenden von Einfluss spreche, dann meine ich folgende Beobachtungen:
  • Das Klangbild wird nervöser/angestrengter
  • Die Raumabbildung verliert an Tiefe und Breite sowie an Lokalisationsschärfe

Nun zu den einzelnen Testvarianten:

  1. Variante: Gleiche Phase wie die Anlage aber in einem anderen Raum (Toilette - einziger Raum, der in der Hauselektrik an der gleichen Phase wie meine Anlage hängt).
    Ergebnis: Ja, der Unterschied ist deutlich zu hören. Er vermindert sich hörbar, wenn nur ein SNT mit Verbraucher in der Leiste steckt.

  2. Variante: Gleiche Phase wie die Anlage, aber im gleichen Raum in gegenüberliegender Wandsteckdose.
    Ergebnis: Etwas stärkerer Einfluss als Variante 1.

  3. Variante: Gleiche Phase wie die Anlage, aber direkt im Umfeld der Anlage:
    Ergebnis: Deutlichere Klangeinbuße gegenüber Variante 1 und 2

  4. Variante: Andere Phase als Anlage im Hörraum, aber in der Nähe der Anlage (20cm).
    Ergebnis: geringster Unterschied von allen Varaianten, aber immer noch wahrnehmbar.

  5. Variante: Andere Phase als Anlage im Hörraum in der Nähe der Anlage. Zusätzlich die DC-Kabel der SNTs bewusst mehrfach an DAC und VV herumgeführt (damit wollte ich den Einfluss von Einstrahlungen testen).
    Ergebnis: etwas stärker als Variante 4, aber geringer als Variante 1-3.

Allerdings ich dazu sagen, dass die klanglichen Unterschiede wesentlich geringer ausfallen, als der Unterschied zwischen dem Einsatz eines SNTs an meinem Streamer (SOtM sms-200) und dem Einsatz eines Linearnetzteils (ZeroZone) und erst recht beim Einsatz der Akkustromsversorgung

Ich schließe daraus:
1. Die gleiche Phase hat den deutlichsten Einfluss auf die Kontaminierung durch SNT.
2. Die Nähe von SNT und seinen Kabeln wirkt tatsächlich wie eine Sende-Antenne, allerdings mit geringerem Einfluss als gleiche Phase.
3. SNTs haben durch ihre Wirkung über Netzstrom oder Einstrahlung in die Geräte geringeren Einfluss als der Ripple und HF-Anteil über ihre DC-Einspeisung in die zu versorgenden Komponenten.

Es mag sein, dass meine Ergebnisse in anderen Anlagen anders ausfallen, mir war es nur wichtig, die Störgrößen in meiner Anlage zu quantifizieren.

Grüße
Fujak
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Beitragvon SolidCore » 01.06.2017, 07:54

Hallo Fujak

Interessanter Versuch. Ich selbst versuche auch gerne aus reiner Neugier vergleichbare Konstellationen,
um daraus zu lernen. Dein beschriebener Versuch geistert mir seit ein paar Monaten im Kopf herum,
habe ihn aus Zeitgründen aber noch nicht nachgestellt. Trotzdem hatte ich einige Überlegungen gemacht,
wie man in deinen Fällen 1-3 dem entgegenwirken kann.
Würde es nicht Sinn machen, den Furman Netzfilter vor die Baumarkt-Steckdose zu schalten, um ein rückwärtiges Einstreuen der SNT´s zu blockieren ?
Da ich noch meinen modifizierten Furman hier habe, war er für den Einsatz am TV geplant.
Dabei kam mir eben genau diese Idee, statt dem TV alleine einen Furman mit dahinterliegender Netzleiste einzusetzen, in der dann sowohl TV, als auch Mediabox, als auch alle Schaltnetzteile wie für den Jitterkiller, meine Wandbeleuchtung und den Audio PC mit SNT stecken. Ich erhoffe mir davon eine Störblockade zur eigentlichen Stereoanlage. Da ich neue Lautsprecher bestellt habe, wollte ich mit dem Test noch bis zur Lieferung warten. Eventuell kannst du es mal nachstellen, falls deine Furmans noch nicht verkauft sind.

Gruss
Stephan
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Beitragvon Ralf Koschnicke » 01.06.2017, 13:04

Hallo zusammen,

also aus meiner Sicht sind die von Christoph genannten drei Testergebnisse alle perfekt schlüssig. Danke auch an Fujak für den Test mit den Kleinnetzteilen.

Das Erlebnis mit Haralds Kleinnetzteil hat mich auch inzwischen dazu gebracht, endlich mal zu machen was ich schon lange vorhatte: Übertrager inkl. dem Eingangsfilter des ADCs vor die Endstufen schalten. Genauere Untersuchung braucht noch mehr Zeit, es gibt allerdings einen deutlichen Effekt und der Versuch mit dem Kleinnetzteil würde denke ich nun anders ausgehen.

Test A
Eigentlich dürfte es ja jetzt bereits allen klar sein: Beim Forentreffen in Frechen gab es x verschiedene Quellen und die Abhöranlage auch in räumlicher Nähe, alle irgendwie über die Stromversorgung gekoppelt und einen ziemlich großen Kabelverhau. Ich bin fest davon überzeugt, würde man jedes der Quellgeräte, mit einem USB-Modul oder auch jedem x-beliebigem DAC verbunden, ans Netz angeschlossen, noch mit der zum Betrieb nötigen Peripherie versehen (falls nötig Bildschirm, Maus, Tastatur, Netzwerk) in einem EMV-Messraum aufbauen und in Wiedergabebetrieb versetzen, so würde man jedes Mal ein unterschiedliches Störspektrum messen. Wenn sich das dann auf einer wie auch immer gearteten Abhöranlage nicht bemerkbar machen würde, das wäre ein kleines Wunder. Allerdings habe ich nach dem Test gesehen – das war ja nicht mein Projekt und von daher habe ich mich komplett rausgehalten –, dass teils Quellen direkt am LWL-Modul des Afis angeschlossen waren, teils erst an einem Afi, dann über RJ45-Kabel am Afis. Das ist dann zwar auch nicht schlecht, es sind signaltechnisch aber zwei komplett andere Wege und das bekommt beides eine andere klangliche Signatur. Allein damit hat man sich eines aussagekräftigen Ergebnisses beraubt.

Test B
Bei dem von Christoph angesprochenen zweiten Test war ich nicht dabei und von daher kann ich darüber nichts sagen. Aber wenn das USB-Modul jeweils umgesteckt werden musste, konnte ja immer nur ein Rechner laufen und folglich war auch wieder das Gesamtsetup entscheidend. Man schließe mal eine externe USB-Platte an einen Rechner und kopiere Daten, lausche dabei Musik. Dann USB-Platte abziehen und wieder lauschen. Dabei bekommt man ein Gefühl, wie die Anlage auf Störungen vom Rechner reagiert. Herzlichen Glückwunsch an jeden der keinen Unterschied feststellt ;-) Also wie in Frechen auch hier wieder ziemlich sicher, dass die Quellen unterschiedlich klingen mussten.

Test C
Nun zum letzten Samstag: Ich hatte das ja eigentlich bereits in Frechen vorgeschlagen, nachdem ich realisiert hatte, was da mit welchem Aufbau gerade stattgefunden hatte. Harald war schon dabei, aber dann war die allgemeine Aufbruchstimmung so groß, dass wir es vertagen mussten. Es geht um eine Versuchsanordnung bei der wir wirklich trennen können, was ist Effekt des Quellgerätes selbst und tut der Afi genau das was er soll. Deshalb sollten alle Quellen parallel laufen, zumindest immer die beiden die verglichen wurden. Auf diese Weise war sichergestellt, dass jedes Quellgerät sein mutmaßliches Störspektrum immer abgab, unabhängig von der Abhörquellenwahl. In dem Moment ist egal wie die Abhöranlage auf HF reagiert. Das Störstrahlungsniveau im Hörraum sollte auf diese Art und Weise stets stabil gewesen sein. Nun ergab sich dann auch genau das Resultat das sich aus meiner Sicht ergeben musste. Die Datenübertragung war nachweislich bit-echt, die Taktqualität machte der Afis unbeeinflusst von den Rechnern und deshalb klang das Ergebnis auch immer gleich. Das deckt sich genau mit all meinen bisherigen Untersuchungen. Wann immer ich ein Setup hatte, das mit Afi+USB Klangunterschiede zeigte (USB-Kabel, Stromversorgung etc.), vor die Stahltür verbannt war der Unterschied weg.

Fazit
Ich habe es bereits gesagt, der Test C war zugegeben ein Stück weit akademischer Natur, weil für den Musikhörer zu Hause die Gesamtperformace entscheidend ist. Die Wirkmechanismen aber zu verstehen, hilft bei gezielter Suche nach Lösungen und verhindert ein Stochern im Nebel.
Ja, es wurde doch auch unzählige Male bestätigt, das Afi+USB-Konzept bringt einen durch die Entkopplung der Audioverbindung vom Quellgerät direkt ohne viele weitere Maßnahmen auf ein ganz beachtliches Niveau. Denn neben den beschriebenen Störungstypen, leitungsgebunden über Netz und Strahlung über Luft, hätte man sonst noch leitungsgebunden zum DAC bzw. zur Taktquelle. Das dürfte den stärkste Einfluss ergeben, weil der direkteste Weg zur Audioseite. Aber genauso, ja, an der Stelle ist leider nicht bereits alles getan. Das Quellgerät wirkt weiterhin durch seine bloße Existenz – ähnlich wie von Jakob gezeigt. Deshalb habe ich auch diesen kleinen Musikserver entwickelt, und meine Kernthese war auch hier wie bereits beim Afi+USB: Die Einflüsse durch Software-Optimierungen müssen mindestens ebenso durch entsprechendes Hardware-Design erreichbar sein, weil als Wirkungsweg für Softwareoptimierungen nur das Störspektrum des Rechners infrage kommt. Da alle Maßnahmen die man treffen kann immer endlich sind, will ich nicht ausschließen, dass irgendwann irgendwer auch bei dieser Maschine per Softwareoptimierungen noch etwas drauflegen kann, aber zunächst sieht es mal stark danach aus, dass die Idee aufgeht, siehe Ergebnis vom Samstag. Was aber auch nicht heißt, dass nicht viele Wege nach Rom führen…

Viele Grüße
Ralf
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Beitragvon Fujak » 01.06.2017, 21:08

Hallo Stephan, hallo Ralf,

ich habe Stephans Anregung aufgegriffen und meine Versuche in den Variationen 1-5 wiederholt, dieses Mal zwei Durchläufe mit Filtern gemacht. Da ich die Furmans nicht mehr besitze, wohl aber zwei gefilterte Mehrfachsteckdosen (die Filter sind mit einfacherem LC-Glied und Überspannungsschutz ausgestattet), habe ich die beiden Durchläufe folgendermaßen aufgebaut:

1. Durchgang:
Meine 4 SNTs mit Verbrauchern habe ich statt an die bisherige Standard-Steckerleiste an die gefilterte Mehrfachsteckdose angeschlossen. Meine Anlage blieb an einer ungefilterten Steckerleiste.
Ergebnis: Lediglich Variante 3 glaube ich noch herausgehört zu haben mit einer minimalen Klangeinbuße. Ob es bereits im autosuggestiven Bereich liegt, ist durchaus möglich.

2. Durchgang:
Meine 4 SNTs mit Verbrauchern habe ich wieder an die ungefilterte Standard-Steckerleiste angeschlossen. Meine Anlage habe ich über den LAB12 Gordian angeschlossen.
Ergebnis: Bei allen 5 Varianten keine Auswirkung, ob die SNTs mit ihren Verbrauchern aktiv waren oder nicht.

Fazit für mich: Bereits durch einen Anschluss von SNTs über eine einfache gefilterten Steckerleiste kann man die Einstreuung via Stromnetz wirkungsvoll unterbinden. Wer einen guten Power-Conditioner hat, kann selbst das unterlassen.

Das aber wirft weiterhin die Frage auf, weshalb die Unterschiede am Wochenende in Wöllstein so gering ausfielen. Wenn die Ursache dafür tatsächlich in der systematischen Unterbindung von HF-Einstrahlung liegt, dann müssten bei mir die Unterschiede zwischen den Varianten 1-5 aktivierte/deaktivierte SNTs größer ausfallen.

Wenn ich meinen Streamer statt mit Akku mit dem mitgelieferten SNT betreibe, hat das viel größere klangliche Auswirkungen. Lasse ich den Streamer mit Akku laufen, lasse das SNT des Streamers aber weiterin in der Steckdose mit einem "Ersatzverbraucher" (in dem Falle mein LiFEPO4-Ladegerät mit einigen Akkus in den Schächten zum Aufladen), hat das nur bei Variante 3 (Gleiche Phase wie die Anlage, aber direkt im Umfeld der Anlage) eine gewisse hörbare Auswirkung. Diese ist aber verglichen mit dem Unterschied SNT-Versorgung vs. Akkuversorgung um ein Vielfaches geringer.

Mein Fazit daraus:
Aufgrund der von mir geschilderten Versuche halte ich das ganze Thema der Einstreuung via RFI/EMI bzw. rückwärtigen Einstreuung über das Stromnetz einen tatsächlich vorhandenen aber nur wenig klangbeeinflussenden Faktor (der zudem mit wenig Aufwand behoben werden kann).
Insofern habe ich Zweifel, ob die bisherigen Erklärungen tatsächlich die Hauptursache für den äußerst geringen Klangunterschied treffen.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Ralf Koschnicke » 01.06.2017, 22:07

Fujak hat geschrieben:Insofern habe ich Zweifel, ob die bisherigen Erklärungen tatsächlich die Hauptursache für den äußerst geringen Klangunterschied treffen.

Wo hätten denn Deiner Meinung nach Klangunterschiede herkommen sollen? Die Lehre aus Deinen Experimenten ist doch vor allem, dass man bei den anderen Vergleichstests wohl alle Quellen über Filter hätte anschließen sollen, wie es auch generell keine schlechte Idee ist. Dann hätte man vermutlich schon dort geringere Unterschiede festgestellt. Das lässt zumindest Dein Ergebnis vermuten.
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Beitragvon nihil.sine.causa » 01.06.2017, 22:44

Hallo zusammen,

ich empfinde es als wohltuend, dass wir über diesen Versuch in Wöllstein eine weiter führende Diskussion führen. Ich möchte vorwegschicken, dass die Abhörkette von Ralf m.E. sehr gut ist, ich konnte bei den mir bekannten Vergleichsstücken genügend viele Details hören. Mir gefällt es zu Hause noch einen Tick besser, aber das tut der Genauigkeit von Ralfs Abhöre für den Test keinen Abbruch.

Fujak hat geschrieben:Wenn ich meinen Streamer statt mit Akku mit dem mitgelieferten SNT betreibe, hat das viel größere klangliche Auswirkungen. Lasse ich den Streamer mit Akku laufen, lasse das SNT des Streamers aber weiterin in der Steckdose mit einem "Ersatzverbraucher" (in dem Falle mein LiFEPO4-Ladegerät mit einigen Akkus in den Schächten zum Aufladen), hat das nur bei Variante 3 (Gleiche Phase wie die Anlage, aber direkt im Umfeld der Anlage) eine gewisse hörbare Auswirkung. Diese ist aber verglichen mit dem Unterschied SNT-Versorgung vs. Akkuversorgung um ein Vielfaches geringer.

Was ich persönlich aus dem Vergleichstest in Wöllstein lerne, ist, dass man immer das Gesamtsystem im Auge behalten sollte. Manchmal können wir störende Einflüsse identifizieren und ein wenig erklären, manchmal aber nicht. Deshalb ist es wichtig, den Vergleich immer "ceteris paribus" vorzunehmen. Erst wenn zwei Varianten A und B parallel laufen und man nur noch umschalten muss, dann kann man auch ernsthaft zwischen diesen beiden Varianten unterscheiden.

Um das mal an Deinem Beispiel, Fujak, festzumachen: Es könnte ja sein, dass Du durch das Einbringen eines Akkus, das Erdungs- und Masseführungskonzept in einer Weise optimierst, welche den Gesamt-klangeindruck stärker verbessert, als "nur" durch Elimination der störenden HF-Einflüsse durch das Standard-Netzteil.

Fujak hat geschrieben:Aufgrund der von mir geschilderten Versuche halte ich das ganze Thema der Einstreuung via RFI/EMI bzw. rückwärtigen Einstreuung über das Stromnetz einen tatsächlich vorhandenen aber nur wenig klangbeeinflussenden Faktor (der zudem mit wenig Aufwand behoben werden kann).
Insofern habe ich Zweifel, ob die bisherigen Erklärungen tatsächlich die Hauptursache für den äußerst geringen Klangunterschied treffen.

Nur auf die Einstreuungen zu schauen, scheint mir in der Tat zu kurz gesprungen. Das eigentlich interessante Resultat unseres Tests ist, dass wir - bei penibler Kontrolle aller Parameter - im Parallelbetrieb zweier Ketten (zugegebenermaßen unter Verwendung des AFIS-USB) bei bit-identischer Ausgabe keine signifikaten Unterschiede hören konnten. Als wir dieses erreicht hatten, konnten wir einzelnen Komponenten zu- und abschalten und eben den Einfluss hörbar machen. Das kleine Schaltnetzteil war ja nur ein Beispiel. Für mich ist das Fazit, dass solche Testszenarien zum festen Programm gehören sollten, wenn man nachhaltige Verbesserungen erzielen will.

Viele Grüße
Harald
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Beitragvon frankl » 02.06.2017, 00:05

Hallo PC-Tester,

das ist ja mal wieder eine sehr interessante Diskussion.

Zu Störungen durch Netzteile kann ich anmerken, dass ich angeregt durch diesen von Ralf gestarteten Thread auch mal die Netzteile in meiner Anlage untersucht habe. Dabei hat sich ein Netzteil in der Tat als hörbar störend erwiesen, seitdem schalte ich meine große Festplatte, die von besagtem 12V Netzteil versorgt wird, immer nur an, wenn ich Alben auf meine SSD zum Hören kopiere und danach wieder aus. Bei anderen Netzteilen, von denen ich größeres Störpotential vermutet hätte (z.B. Akkuladegerät), konnte ich dagegen keine hörbaren Wirkungen feststellen.

Ralf Koschnicke hat geschrieben:meine Kernthese war auch hier wie bereits beim Afi+USB: Die Einflüsse durch Software-Optimierungen müssen mindestens ebenso durch entsprechendes Hardware-Design erreichbar sein, weil als Wirkungsweg für Softwareoptimierungen nur das Störspektrum des Rechners infrage kommt.

Ralf, diese Frage interessiert mich sehr. Ich habe ja für meine Anlage selbst Programme geschrieben, über die ich auch hier im Forum berichtet habe. Die Ideen hinter den Programmen basieren auf einer Modellvorstellung, die nichts mit verringertem Störspektrum zu tun hat. Es ist eher so, dass sich bei sehr störungsfreiem Signalweg die Vorteile der Software stärker auswirken sollten. Ich schließe natürlich nicht aus, dass ich da völlig auf dem Holzweg bin.

Viele Grüße,
Frank
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Beitragvon Ralf Koschnicke » 02.06.2017, 07:36

Hallo Frank,

also meine Aussage ist unbedingt im Zusammenhang mit dem Afi+USB-Konzept zu sehen. Meine Modellvorstellung ist, dass bei einem digitalen Audiosignal zwei Komponenten den Klang ergeben, die Daten und der Takt, wann immer es ein Signal mit eingebettetem Takt ist.

Die Daten sind leicht überprüfbar immer die richtigen, wenn Software korrekt eingestellt ist. Bleibt also nur der Takt. Bitte verzeihe mir, wenn ich bisher nichts Deiner Entwicklungen mitbekommen habe. Vielleicht kannst Du kurz umreißen, was Du tust? Wenn der Takt allerdings nun halt so entkoppelt ist wie per Afi+USB, dann sehe ich keinen anderen Wirkmechanismus für Softwareoptimierungen als das Verändern des Noiseprofils. Ich lerne aber gerne auch neue Aspekte kennen.

Viele Grüße
Ralf
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Beitragvon FraKtiv » 02.06.2017, 08:31

Hallo Ralf,

ich hab's glaube ich verstanden. Als nicht ganz so elektro-technisch-affiner Mensch bräuchte ich noch einmal ein paar Tipps, wie man die Kette am besten aufbaut.

Ich hatte bislang einen Intel NUC mit Daphile am afi-USB. Da empfand ich die Soundqualität eher als schlecht (Musik nervt, man dreht leiser). Stecke ich das USB-Kabel in mein MacBook Pro, macht Musikhören auf einmal wieder Spaß (trotz "nur" über iTunes). Jetzt hab ich ein Aries mini dran. Das ist schon besser als der NUC, aber schlechter als das MacBook. Und mit einem iPurifier 2 ist es noch mal etwas besser. Glaube ich zumindest.

Den Aries mini mit einem Hoerwege-Netzteil zu betreiben statt mit dem Standardnetzteil hat aus meiner Sicht gar nichts gebracht. Das würde wohl Deine Theorie bestärken, dass die Störung (egal welches Netzteil) jeweils die gleiche ist

Was müsste man denn bei dem Einsatz wie einem Gerät wie dem Aries mini nun tun? "Vor die Tür" stellen?

Viele Grüße,
Frank.
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