USB vs Ethernet

Musikwiedergabe über PC und Mac

USB vs Ethernet

Beitragvon plattenpuck » 16.11.2017, 14:42

Hallo liebe Aktiv-Gemeinde,

angetrieben durch meinen neuen DAC (PS Audio PerfectWave DAC MKII) probiere ich gerade viel mit der Bridge aus und übertrage die Daten an den DAC via Ethernet mit einer Apple Airport Express und einem Neyton CAT7+. Auf USB-Seite habe ich einen Audioquest Jitterbug, ein Cardas Clear USB Kabel und einen Upton Regen mit USB Adapter von Stephan (Solidcore) und Audirvana+ im Einsatz.

Trotz der ganzen Maßnahmen am USB Zweig wirkt die Musik über die Bridge noch detailreicher, besser auflösend und dynamischer.

Könnt ihr solche Erfahrungen bestätigen?

Viele Grüße
Dominik
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Beitragvon Melomane » 16.11.2017, 19:01

Hallo Dominik,

deine Erfahrungen lassen sich nicht verallgemeinern. Es kommt ganz darauf an, wie die jeweilige Hardware gestrickt ist, wie z.B. USB oder Ethernet am Bussystem eines Rechner hängen.

Wenn dir Ethernet besser gefällt, dann freu dich und bleib dabei.

Es gibt hier auch User, die schwören auf WLan.

Alles individuell und wenn es passt, dann passt es eben.

Gruß

Jochen
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Beitragvon Bernd Peter » 07.12.2017, 11:26

Hallo Dominik,

es werden ja recht unterschiedliche Signalwege beim PS Audio DAC verwendet, bevor die D/A Wandlung und anschließende analoge Ausgabe einheitlich geschieht.

Dein Hörergebnis zeigt, daß allein schon die Aufbereitung der digitalen Daten bis zum Übergabepunkt beim D/A Wandler klangrelevante Auswirkungen hat.

Das darf man allgemeinverbindlich festhalten.

Ob USB oder Ethernet der bessere Weg ist, läßt sich dagegen nur für deine Konfiguration erkennen, allgemeine Aussagen wären auf Grund der technischen Variationen bei der Auslegung der Strecken nicht seriös.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Mister Cool » 07.12.2017, 15:38

Der Vergleich USB vs. Ethernet hinkt ein Bisschen, da hier beim Ethernet noch das AirPort Express dazwischen sitzt (so habe ich es verstanden). Das bedeutet, dass alles was per Ethernet geht, auf AirPlays max. 48kHz/16bit downsampled wird

Grüssse,
Alwin
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Beitragvon chriss0212 » 07.12.2017, 21:30

Der Vergleich hinkt generell...

Dieser Vergleich ist nicht nur Interface abhängig, sondern es gibt auch noch Unterschiede von Gerät zu Gerät und Protokoll zu Protokoll... selbst innerhalb Netzwerk gibt es unterschiedliche Protokolle, die sich nur schwer vergleichen lassen!

Also hier hilft leider nur der Versuch in der eigenen Kette... generalisieren kann man hier nichts.

Grüße

Christian
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Beitragvon Ha-Gue » 18.12.2017, 15:15

Muss man sicher alles ausprobieren und die Entwicklung zu AOIP (Audio over IP oder Ethernet-Audio) stammt aus den Profi-Bereich.

Es gibt hierzu eine interessante Diskussion in einem anderen Forum und sehr positive Nutzerberichte:

https://www.head-fi.org/threads/audio-o ... io.806827/

Allerdings liegen die Preise für die Geräte noch bei 600 bis 1500 Euro, da Sie für Tonstudios alle mehere Kanäle haben und 24/192 unterstützen. Wir brauchen ja eigentlich nur 2 Kanäle (Stereo), aber da ist die Auswahl der geeigneten Bridges noch gering und derzeit auf 96KHz beschränkt (Übersicht gibt es für Geräte die das DANTE Protokoll unterstützen unter https://www.audinate.com/products/dante-enabled) . Aber das wird sicher alles kommen und damit dann vielleicht eine Alternative zu USB sein.

Allgemeine Informationen zu den unterschiedliche Standards und der Entwicklung, quais eine Einführung, findet Ihr hier:

https://www.bonedo.de/artikel/einzelans ... laert.html


Grüße
Ha-Gue
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Beitragvon Bernd Peter » 18.12.2017, 15:31

Hallo Ha-Gue,

Aber das wird sicher alles kommen und damit dann vielleicht eine Alternative zu USB sein.

ich glaube, daß USB im Consumerbereich wegen der Universalität seinen Platz behalten wird, im HiFi Bereich dürfte Ethernet oder auch Thunderbolt den USB Anschluß verdrängen.

Die Übertragungsqualität ist bei AOIP bzw. Thunderbolt von Grund auf schon besser, das spart Zeit und Geld bei den sonst notwendigen Modifikationen.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon alsterfan » 08.02.2018, 16:08

Bernd Peter hat geschrieben:Die Übertragungsqualität ist bei AOIP bzw. Thunderbolt von Grund auf schon besser, das spart Zeit und Geld bei den sonst notwendigen Modifikationen.


USB vs Thunderbolt

Vielleicht können meine bescheidenen Erfahrungen oben Gesagtes noch ergänzen:
1. Ursprünglich hatte ich meine Musikdateien auf einer 2,5´´ USB-HDD gespeichert. Ausgewählt hatte ich eine Samsung Festplatte wegen ihrer Geräuscharmut.
2. Dann wurde diese von einer Western Digital 3,5´´ USB-HDD ersetzt, da sie ebenso leise war, aber die Musik, hierüber weitergeleitet, "voller" klang.
3. Nach dem Erwerb eines UpTone JS-2 konnte ich nun dessen 2. Ausgang zum Ersetzen des Standardnetzteils nutzen. Das war klanglich ein recht großer Schritt vorwärts.
4. Da ich einen Mac mini nutze, schloss ich interessehalber eine LaCie Rugged Thunderbolt 2,5´´ HDD an. Ich war enttäuscht, denn die flache Wiedergabe wurde nicht durch das Mehr an Details wettgemacht.
5. Schlussendlich habe ich mir eine Western Digital Thunderbolt DUO 3,5´´ HDD zugelegt, um wieder die JS-2 Stromversorgung nutzen zu können. Der Schritt in die richtige Richtung ist mehr als deutlich. Die Wiedergabequalität ist viel weniger digital, musikalischer, detailreicher, fokussierter, als vorher.

Mein Fazit für Apple-Nutzer: Thunderbolt allein "bringt" es noch nicht. Wichtiger scheint die Kombination mit der externen Stromversorgung zu sein.

P.S. Meine Lösung hat 360€ gekostet. Es geht aber auch günstiger.
Die Firma Delock bietet ein Case an, in das 2,5´´ HDDs (SSDs haben mich nicht überzeugt) eingelegt und mit einem Thunderboltkabel (welches hier mitgekauft werden muss. Bei meiner WD Platte lag ein Kabel dabei) an den Server angeschlossen werden können. Da das Case hoch genug gebaut ist, können Festplatten bis zu einer Bauhöhe von 15mm aufgenommen werden. Das reicht für 4TB Musikdateien.

https://www.amazon.de/DELOCK-Gehaeuse-6 ... +15+mm+HDD)

Viele Grüße,
Uwe
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Beitragvon StreamFidelity » 08.02.2018, 17:00

Hallo zusammen,

die eigentliche Frage nach den Hörerfahrungen im A/B-Vergleich hat noch keiner beantwortet. Ich kann leider auch nichts dazu beitragen. Gleichwohl möchte ich technische Aspekte (als Nichttechniker :mrgreen:) in die Diskussion einwerfen. Mal sehen, ob ich alles richtig verstanden habe.

Zu USB

Bislang dachte ich, dass die 0en und 1en per USB digital übertragen werden. Tatsächlich werden die Signale aber analog übertragen. Im Wikipedia ist das ganz gut erklärt: Auf beiden Adern wird das Datensignal mit zueinander komplementären Spannungen übertragen.

Hinzu kommt, dass zwei weitere Adern zur Stromversorgung (5 V) der angeschlossenen Geräte dienen (können).

Hier im Forum werden allerlei Möglichkeiten diskutiert, diese prinzipienbedingte Nachteile auszugleichen. Zum Beispiel durch Zusatzgeräte "USB-Signal rein - S/P-DIF-Signal raus". Oder durch Nutzung des asynchronen Modus zur Jitter-Vermeidung mit meist erforderlichen Treibern. Letzteres nutze ich mit sehr gutem Ergebnis.

LAN

Mangels A/B-Vergleich kann ich wie gesagt leider nicht beurteilen, ob es mit LAN noch besser klingen könnte. Aber bei der rein digitalen Datenübertragung ist LAN meines Erachtens prinzipienbedingt im Vorteil. Und das reizt mich schon sehr. Zum Beispiel könnte ich einen Mytek Manhattan als Roon Endpoint nutzen und hätte das USB-Problem nicht mehr.

WLAN

Dan Bellity von La Rosita bevorzugt ganz klar WLAN, um eine galvanische Trennung zu erreichen. Siehe Testbericht von La Rosita Alpha New.

Letztendlich will ich mich meinen Vorrednern anschließen, dass es auf das eigene Equipment ankommt. Wer eine störanfällige (W)LAN-Lösung hat, ist evtl. mit einer störungsfreien USB-Lösung besser bedient.

Grüße Gabriel
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Beitragvon h0e » 09.02.2018, 11:43

Hallo Dieter,

die Datenübertragung ist zwar digital, aber die Signalübertragung ist und bleib analog, verbunden mit allen Problemen und Einflußgrößen. Diese wirken sich ggf. auf das Signal und / oder auf die an der Übertragung beteiligten Geräte. Vor allem in Letzterem liegt m.E. nach der Hund begraben.

Grüsse Jürgen

PS: Ansonsten empfehle ich Besonnenheit und Offenheit in der Diskussion.
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Beitragvon dietert » 09.02.2018, 12:10

Hallo miteinander,

zwischen einer analogen und einer digitalen Audioübertragung bestehen grundlegende Unterschiede. Hier sollten keine Missverständnisse aufkommen, zu welcher Gruppe USB gehört.

Die Folge wären weitere unsachliche/irreführende Mutmaßungen über Kabelklang bei digitaler Audioübertragung, wie ich sie sich hier im Forum leider in vielen Beiträgen finden. So etwas ist bei digitaler Audioübertragung aber nur möglich, wenn es durch Verwendung schadhafter Kabel zu Übertragungsfehlern bzw. -störungen kommt. Deswegen finde ich die Unterscheidung zwischen analoger und digitaler Audioverarbeitung so wichtig.

Grüße,
Dieter T.
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Beitragvon Schorsch » 09.02.2018, 13:01

Hallo zusammen,

betrachtet man USB als Schnittstelle, so ist dies in der Tat eine digitale Schnittstelle. Wäre USB eine analoge Schnittstelle, könnte man das USB-Ausgangssignal verstärken und direkt am Lautsprecher anhören.

Umgedreht ist es letztendlich so, dass die Welt in unseren physikalischen Größenordnungen analog ist. Also nicht nur analoge Musiksignale, sondern auch die Bits und Bytes werden als analoge Spannungen übertragen, welche dadurch trotz ihres digitalen Charakters nicht vollkommen immun gegenüber Störungen sind.

Inwieweit Störungen - die durchaus auch bei nicht defekten Kabeln je nach Umwelteinflüssen auftreten können - hörbar sind oder nicht, mag jeder selbst heraushören. :cheers:

Viele Grüße
Georg
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Beitragvon FraKtiv » 09.02.2018, 13:16

dietert hat geschrieben:Die Folge wären weitere unsachliche/irreführende Mutmaßungen über Kabelklang bei digitaler Audioübertragung, wie ich sie sich hier im Forum leider in vielen Beiträgen finden.

Hallo Dieter,

es ist wohl eher so, dass evtl. noch Verständnisprobleme im Raume stehen. Hier behauptet ja niemand, dass über USB die Musik analog übertragen wird, wohl aber, dass eben die digitalen auch analog übertragen werden. Nämlich durch unterschiedliche Spannungen. Und da ist es eben nicht 100% klar, wann genau und ob eine digitale 0 oder eine 1 übertragen wird. Das ist u.a. eine Timingfrage und hier im Forum gibt es reichlich Leute, die diese Timing-Unterschiede hören (oder glauben zu hören). Und da wären wir wieder beim digitalen Kabelklang.

Ich habe völliges Verständnis dafür, dass es auch wiederum reichlich Leute gibt, die behaupten, dass man diese Timing-Unterschiede nicht hört (oder fühlt). Und dass man sich da reichlich drüber streiten kann. Aber letztlich ist es halt Elektronik und Physik (und nicht pure digital denkende Informatik). ...sagt der Informatiker ;-)

Viele Grüße,
Frank.
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Beitragvon StreamFidelity » 09.02.2018, 14:01

dietert hat geschrieben:Die Folge wären weitere unsachliche/irreführende Mutmaßungen über Kabelklang bei digitaler Audioübertragung, wie ich sie sich hier im Forum leider in vielen Beiträgen finden. So etwas ist bei digitaler Audioübertragung aber nur möglich, wenn es durch Verwendung schadhafter Kabel zu Übertragungsfehlern bzw. -störungen kommt. Deswegen finde ich die Unterscheidung zwischen analoger und digitaler Audioverarbeitung so wichtig.

Hallo Dieter,

an Dich die Frage in Deiner Profession als Physiker: Wieso wird bei USB-Kabeln eine Länge von max. 5 meter angegeben? Siehe Wikipedia, Zitat: Die Längen von Full-/Hi-Speed- und Low-Speed-Kabeln vom Hub zum Gerät sind auf fünf beziehungsweise drei Meter begrenzt. Längere Strecken kann man überwinden, indem USB-Hubs zwischengeschaltet werden.

Bei einer digitalen Übertragung dürfte die Länge doch keine Rolle spielen, oder?

Grüße Gabriel
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Beitragvon Jannemann » 09.02.2018, 14:26

Hallo Gabriel,

ich vermute mal, dass es daran liegt, dass am Endgerät mindestens 4,75 Volt anliegen müssen. Es hat also vermutlich gar nichts mit den reinen Daten zu tun. Darum lassen mit aktiven Hubs ja auch problemlos längere Strecken meistern.

Aber die exakte physikalische Erklärung würde mich auch sehr interessieren.

Viele Grüße
Jan
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