AoIP jenseits von 96 kHz

Musikwiedergabe über PC und Mac

AoIP jenseits von 96 kHz

Beitragvon Schorsch » 14.03.2018, 00:28

Hallo AoIP Freunde,

Fujaks Dante System konnte bei Gerts Rezertifizierung (viewtopic.php?f=6&t=978&start=589) durchaus gefallen. Harald schrieb dazu

nihil.sine.causa hat geschrieben: Eine Einschränkung gibt es grundsätzlich zu machen bei der verwendeten Dante Netzwerkkarte: sie spielt nur bis max. 96 kHz Samplingrate. Um hier ordentlich vergleichen zu können, haben wir allen Zuspielern per MinimServer die gleiche Samplingrate von 88,2 kHz (später auch 96 kHz) zu „fressen“ gegeben. [...]

Die preiswerteren Dante Lösungen wie das Digimedia Board benutzen den Ultimate Chip. Für 192 kHz wird bei Dante der teurere Brooklyn II Chip eingesetzt. Dieser Chip kann nicht nur mehr Kanäle bedienen als der Ultimate, er besitzt auch eine kleinere minimale Latenz von 0,25ms gegenüber 1ms beim Ultimate. Matthias (Matty) betreibt z.B. ein Focusrite Rednet D16 AES mit Brooklyn Chip.

Sehr gut gefällt mir auf dem Papier die Breakout Box ABX-5 des im Veranstaltungsbereich bekannten Herstellers Fohhn. Die Box liegt leider um die 1100 Euro, da sie viel mehr kann und mit der Ausgabe von 2 Kanälen unterfordert ist.

https://www.fohhn.com/index.php?id=205& ... ts%5D=1429

Eine Alternative zu Dante ist Ravenna, was bis 384 kHz und auch für DSD spezifiziert ist. Z.B. Merging bietet hier den Nadac oder den Hapi. Hiermit hört meines Wissens Forumskollege Jan (Jannemann).

Zwei Fragen:
- Bietet der Brooklyn aufgrund seines Aufbaus (u.a. höhere Samplingrate und niedrigere Latenz, mehr Rechenpower) weiteres Klangpotential gegenüber einer Zuspielung mit dem Ultimo?
- Welche Erfahrungen habt Ihr mit AoIP Interfaces jenseits von 96 kHz?

Viele Grüße
Georg
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Beitragvon cornoalto » 14.03.2018, 00:55

Hallo Georg,

ich benutze den Lynx Hilo mit der Brooklin II Dante Card als Einschub und finde, daß es mit 192 khz im Vergleich zu 96khz noch etwas feiner und räumlicher klingt.
Bei einem Vergleich mit dem Digimedia- Board von Bernd haben wir eher geschmackliche Unterschiede feststellen können. Aber wenn man nicht aufpasst, vergleicht man leicht Äpfel mit Birnen.
Ich muss mir mal das Digimedia Board meines Nachbarn ausleihen, dann kann ich zuhause vergleichen und berichten.
Wenn du willst, kannst auch gerne selbst vorbeikommen und dein Board mit der Hilo- Brooklin Card vergleichen.

Viele Grüße

Martin
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Beitragvon Schorsch » 14.03.2018, 19:04

Hallo Martin,
besten Dank für Deine Einschätzung.

cornoalto hat geschrieben:Ich muss mir mal das Digimedia Board meines Nachbarn ausleihen, dann kann ich zuhause vergleichen und berichten.
Wenn du willst, kannst auch gerne selbst vorbeikommen und dein Board mit der Hilo- Brooklin Card vergleichen.


Ein Vergleich in Ruhe macht Sinn. Bitte berichte!

Du hast beim Brooklyn Klangunterschiede bei unterschiedlichen Samplingraten detektiert. Ich kann mir nun vorstellen, dass der Brooklyn mit 96 kHz besser klingt als der Ultimo mit 96 kHz - am gleichen DAC.

Ein Besuch bei Dir erscheint mit spannend, darauf komme ich gerne zurück!

Man müsste ein Digimedia Board mit dem Brooklyn II entwickeln, mal sehen ...

Viele Grüße
Georg
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Beitragvon Bajano » 14.03.2018, 20:04

Hallo Georg,
Hallo Martin,

das hört sich äußerst spannend an und trifft mit Sicherheit das Interesse mittlerweile vieler Forumskollegen, die sich ein Micromedia-Board zugelegt haben. Auch ich "schleiche" nun um einen Lynx Hilo Dante herum und frage mich, ob er wirklich einen großen Schritt nach vorne bringt.

Bitte bleibt genau an diesem Thema dran und berichtet ausführlich über Eure Erfahrungen ...

Viele Grüße,
Oliver
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Beitragvon Fujak » 14.03.2018, 21:09

Hallo Georg und alle anderen Danten,

ich habe bezüglich Brooklyn-Chip mit der Micromedia AG (Hersteller des Digimedia-Boards) Kontakt aufgenommen. Es gibt dort durchaus konkretere Überlegungen für ein Board mit BrooklynII-Chip. Allerdings geht ein Hersteller nicht in die Produktion solcher Boards, wenn nicht auf der anderen Seite eine gewisse Aussicht besteht, diese auch absetzen zu können. Damit sich die Herstellung eines solchen Brooklyn-Boards lohnt, so Micromedia AG, müsste ein Interesse seitens potentieller Kunden in einer Größenordnung von 100 Stück liegen.
Nicht dass wir hier im Forum auf 100 Stück kämen, aber sicher wird das ein oder andere Board seinen Liebhaber finden. So hatte mich Herr Wismer von Micromedia gefragt, wieviele und welche Ein- und Ausgänge wir gerne hätten (I²S, RCA, BNC, Toslink, AES3). Das gebe ich hiermit weiter. Vielleicht entsteht daraus etwas.

Um mal einen Vorschlag zu machen: Ich denke dass das bisherige Digimedia D I/O nicht ganz unseren Erfordernissen entspricht. Meine Idee wäre eher, ein Board als reines Endgerät, also nur mit Ausgängen, dafür aber 4 parallel:
- symmetrisches I²s
- SPDIF BNC (für RCA-Kabel tut es dann ein BNC-RCA-Adapter),
- SPDIF AES/EBU
- SPDIF Toslink

Neben dem 12V-Eingang noch einen direkten 3,3V Eingang.

Was haltet Ihr davon, mit einem solchen Vorschlag an Micromedia heranzutreten?
Und wer hätte überhaupt Interesse an einem solchen Board (ohne dass dies gleich verbindlich zu einer Bestellung führen soll ;-) )?

Grüße
Fujak
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Beitragvon Bernd Peter » 14.03.2018, 21:26

Hallo Fujak

5V Haupteinspeisung, eine bessere Clock sowie BNC (wohl ohne Toslink) dürften schon in Arbeit sein.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Bajano » 14.03.2018, 21:29

Hallo Fujak,

Deine Initiative mit Verbindungsaufnahme zu Micromedia vor dem Hintergrund eines Brooklyn II-Boards finde ich grandios! Ich persönlich hätte sehr großes Interesse und melde mich hiermit als potenzieller Käufer.

Wäre es nicht zweckmäßiger, auf einen 12V-Anschluss zu verzichten (3,3V sind doch ausreichend und klanglich auch zu bevorzugen)?

Viele Grüße,
Oliver
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Beitragvon Twity » 14.03.2018, 21:54

Hallo Fujak,

ich würde auch sofort eins nehmen ;)
Grüße Wasfi
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Beitragvon HenSch » 14.03.2018, 22:12

Hallo Fujak,

me too :wink:

VG, Henning
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Beitragvon music is my escape » 14.03.2018, 22:24

Hallo Fujak,

An einem Board in genau der von Dir vorgeschlagenen Ausführung hätte auch ich Interesse.

Thema 12V-Einspeisung: auch, wenn diese nach den hier gemachten Erfahrungen dem ein oder anderen als obselet erscheinen mag, denke ich, dass sie aufgrund der hohen Verbreitung von guten Netzteilen in genau der Dimension dabei hilft, dass die Dante-Adapter von einem breiteren Publikum unkompliziert auf hohem Niveau genutzt werden können und es deshalb sinnvoll ist, sie beizubehalten.

Grüße,
Thomas
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Beitragvon Bernd Peter » 14.03.2018, 22:54

Hallo Thomas,

der einzige Grund für die 12V ist in der Produktreihe begründet, die aus Kostengründen in vielen Teilen ein einheitliches Layout aufweist.

Nur ein oder zwei der Geräte brauchen die 12V.

Gruß

Bernd Peter
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Beitragvon Schorsch » 14.03.2018, 23:13

Hallo Fujak,

bestens!

Ich habe gestern mit einem meiner Studenten gesprochen, ob wir im Rahmen seiner Bachelorthesis so ein Interface entwickeln. Aber ein Digimedia Board wäre natürlich perfekt.

Die von Dir genannten Ausgänge machen Sinn. Eine bessere Clock ist Pflicht. Das Board sollte möglichst "modifikationsfreundlich" gestaltet sein.

Vermutlich wird der Preis eines Brooklyn-Boards signifikant über dem eines Ultimo-Boards liegen, der Brooklyn ist ein anderes Kaliber. Es ist nicht nur ein einzelner Chip sondern ein komplettes fertiges Modul mit Prozessor, Xilinx FPGA und eigener Clock, die aber durch eine externe Clock ersetzt werden kann. Das Modul verringert wiederum die Entwicklungskosten.

Wenn Digimedia wieder ein Maker Board ohne Gehäuse und alternativ eines mit schickem Gehäuse zur Verfügung stellt, dann wäre das Komplettsystem auch als Breakout für den Profimarkt interessant. Die Veranstaltungstechniker können damit z.B. in ihr Audio-Netzwerk reinhören. Um den Markt für Digimedia zu vergrößern, erscheint es durchaus sinnvoll, wenn das Board auch eine Stromversorgung im Bereich 12-48V besitzt. Meine Focusrite Rednet AM2 hat z.B. auch einen 12V Anschluß.

Ich würde auch eines nehmen. :cheers:

Viele Grüße
Georg
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Beitragvon zonga » 14.03.2018, 23:27

Da würde ich auch mal meinen Hut in den Ring werfen.

Gruß
Roman
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Beitragvon 190er-audio » 14.03.2018, 23:30

Hallo,
hätte auch großes Interesse an ein Micromedia Board mit BrooklynII Chip. Leider habe ich auch ein derartiges Board mit i2s Ausgang noch nicht gefunden. Daher würde ich auch eins nehmen.
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Beitragvon v_erich » 14.03.2018, 23:31

Hi,
was mich da reizen würde wären auch mehrere Ausgänge um damit ein Aktivsystem vom PC aus fertig gerechnet betreiben zu können, also 6-8x I2S Ausgang. Jriver oder Acourateconvolver -> Brooklyn II und fertig.
Quasi ne Fireface auf Dante Basis für Mehrkanalausgang.

Nur Für Stereo halte ich das für zu wenig Mehrwert.

Schöne Grüße,
Erich
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