Hornlautsprecher

Lautsprecherbau und -tuning

Beitragvon Diskus_GL » 19.01.2017, 21:49

Hallo Jürgen...

Gratuliere und Wow! Die Teile sehen ja richtig schön aus...
die sind eine optische Bereicherung für Deinen Hörraum... perfekt!

Das die auch klanglich begeistern kann ich mir lebhaft vorstellen.
Eine gute Hornkonstruktion ist immer noch das NonPlusUltra...m.M.n...

Viel Spass und Grüsse
Joachim
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Diskus_GL
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Beitragvon shakti » 19.01.2017, 23:11

Die Einspielzeit ist zum Glueck schnell zusammen!
....und den HoererTest bei FairAudio hatte ich natuerlich gelesen!

Die Zingali Client Name Evo 1.5 bringen bei mir eine Mittel/Hochton Aufloesung, die ich bis jetzt nicht kannte,
vor allen Dingen nicht in dieser angenehmen Tonalitaet. Der LS spielt absolut langzeittauglich, dennoch hoere ich Details auf meinen Schallplatten, die ich vorher nie wahrgenommen hatte.

Bin gespannt, wo ich mit dem Lautsprecher klanglich ankommen werde.
Nach NBS, Silentwire 36 und Reinsilber BiWi jumpern nun mit 2 Kabeln BiWiring hoere.
Im Bass spielt mein NBS Red Label, im Mittelhochton das XLO signature.
Das klappt im Moment besser , als die verschiedenen mir zur Verfuegung stehenden BiWi Kabel.

Sollte mal nach einem weiteren XLO Signature Ausschau halten...

Nun habe ich noch den sehr duennen Reinsilber BiWi jumper gesetzt, damit die unterschiedlichen Kabel quasi wieder zusammengefuehrt werden...

Die Lautsprecher stehen nun auf GraphitFuessen und einem Pulsarpoint.
Aber dies ist definitiv ausbaufaehig!

Kann auf jeden Fall sagen, dass ea recht leicht ist, mit dem Lautsprecher "nur" 80/90% des Moeglichen zu hoeren, definitiv kein Lautsprecher zum einfach mal so hinstellen ( aber welcher LS ist das schon)

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 19.02.2017, 00:42

Heute konnte ich mal wieder meinem Faible fuer Hochwirkungsgrad Lautsprechen mit grossen Basstreibern frönen, ein Paar RDAcoustic Euphoria stehen nun bei mir, bin dem Charme erlegen, mal wieder einen AER Breitbänder mit einem 100db Wirkungsgrad starken 15' Zoll Bass kombinieren zu können.

Da die Euphoria ja mit 2 Reglern auf der Rückseite anpassbar ist, sind Kombinationen mit verschiedenen Breitbändern möglich, so dass ich im Prinzip alle meine Breitbänder in der Euphoria ausprobieren könnte.

Als Martin Landa von RDAcoustic mit den Lautsprechern heute vorbei kam (man war gerade auf dem Weg nach Frankreich zu einem franzoesischen Testredakteur) , war ich erst mal etwas verblüfft, hatte ich mir die LS doch auf Grund der grossen Bilder auf der home page auch größer vorgestellt. Hätte mal vorher auf der Webseite lesen sollen, dass es nur 93cm lichte Höhe sind...

Die LS waren schnell angeschlossen und machten direkt Spass, alles was ich von der RdAcoustic Evolution kenne plus eine irrwitzige Bassdynamik und Auflösung.

Was soll da noch komme, wenn sich die Chassis eingespielt haben...

Es sind aktuell AER 1'er (ohne B) montiert, der Bass ist von Beyma. Ich glaube diese Basstreiber hatte ich bereits mal in meinen Jadis Hörnern verbaut gehabt.

Der Vergleich mit den Zingali Client Name Evo 1.5 liegt auf der Hand, macht aber nicht wirklich Sinn, da die LS sehr unterschiedlich sind.

Die Zingali spielt eher "laid back" , sprich sehr zurückhaltend und unauffällig, die Euphoria ist eher Detailverliebt und sehr anspringend im Klang.

Beide LS haben ca 97db Wirkungsgrad, man sollte also meinen dass die LS grundsätzlich ähnlich klingen sollten.

Zumindest haben die LS ähnliche Endstufen Anforderungen und lassen sich somit einfach vergleichen.

wobei ich die Euphoria erst einmal ins Nebenzimmer mit Dauerberieselung verbannt habe sollen sich da mal einspielen,

Dort werde ich morgen auch mal Bilder machen, habe mir die LS wieder in gewachstem Holz mit mittelbraunem Leder machen lassen, sieht sehr dezent und natürlich aus.

Jetzt muss ich meine bessere Hälfte nur noch überzeugen, dass die LS ins Kaminzimmer einziehen dürfen :-)

Gruss

Juergen
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Beitragvon Matty » 20.02.2017, 16:42

shakti hat geschrieben:Heute konnte ich mal wieder meinem Faible fuer Hochwirkungsgrad Lautsprechen mit grossen Basstreibern frönen, ein Paar RDAcoustic Euphoria stehen nun bei mir, bin dem Charme erlegen, mal wieder einen AER Breitbänder mit einem 100db Wirkungsgrad starken 15' Zoll Bass kombinieren zu können.

Hi Jürgen,

das Design
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erinnert mich stark an die Swing von Bert Doppenberg, nur halt ohne Hörner:

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Sehr schön auf jeden Fall, nicht gerade Mainstream, aber das gefällt mir besonders. Trifft auch optisch meinen Geschmack.

Weißt Du etwas zum Funktionsprinzip des Breitbänders in diesen LS? Sieht für mich auf den Bildern der Homepage ein bisschen danach aus, als wäre er nach hinten offen, aber bedämpft.


Grüße
Matthias
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Beitragvon Hornguru » 20.02.2017, 17:29

Sieht nach Fostex Fe206en mit kastrierter Kalotte aus
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Beitragvon shakti » 20.02.2017, 19:51

der Breitbaender ist im geschlossenen Gehaeuse, in der "guenstigen" Standardversion zu 8000,- eur/Paar wird ein 206er Fostex mit kleiner Modifikation verbaut, man kann den LS mit nahezu beliebigen Breitbaendern bestellen, da Anpassungen auf der Rueckseite vorgenommen werden koennen, ist dies recht einfach.
Ansonsten kann man mit den Reglern auch eine Anpassung an untetschiedliche Raeume vornehmen.

Ich habe mit die LS mit 1'er AER austatten lassen (4000,- Aufpreis)
Obwohl auch die Fostex gut gehen, mag ich die Aufloesung ser AER Chassis.

die BD Acoustic hatte ich vorher, diese klingen dank aktivierten Baessen nicht so integriert, wie die RD acoustic, wuerde deshalb im Vergleich die Euphoria vorziehen.

Hat allerdings "nur" 97db Wirkungsgrad, die BD Design kommt auf 100 bis 103db.

Gruss
Juergen
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Beitragvon shakti » 27.02.2017, 18:48

nun spielen die RDAcoustic Euphoria seit einer Woche vor sich hin und haben am heutigen Rosenmontag eine erste intensive Hörsession hinter sich. Immer wieder verblüffend, was 100h oder so einspielen aus einem Lautsprecher machen. Der Bass (15' Treiber mit Neodym Magnet, 100db Wirkungsgrad) spielt nun deutlich lockerer und integrierter mit dem Mittel/Hochtoener zusammen.

So macht das langsam richtig Spass!

Gruss
Juergen

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Beitragvon Matty » 12.10.2017, 22:39

Hallo liebe Hornfreunde,

ich bin diese Woche auf ein interessantes Dokument gestoßen, welches vielleicht noch nicht jeder Horn-Interessierte kennt.
Ich zumindest kannte es bislang nicht 8)

Es geht hier um einen konkreten Vergleich der Messungen unterschiedlicher Horn/Treiber-Kombinationen.

Autor ist kein geringerer als Jean-Michel Le Cléac’h.

Hier findet Ihr das Dokument:
http://www.pearl-hifi.com/06_Lit_Archive/14_Books_Tech_Papers/LeCleach_Jean-Michel/Horn_Shootout_ETF2010.pdf

Interessant finde ich diese Messreihe auch, weil sie im Ansatz aufzeigt, was alles so in einem Horn passiert bzw. passieren und den Klang beeinflussen kann.
Stichworte Reflexionen, Diffraktionen, High Order Modes.

Viel Spaß beim Lesen :D

Viele Grüße
Matthias
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Beitragvon Hornguru » 13.10.2017, 08:03

Danke Matty! Super interessant.

1. Die Treiber: mein Fostex is schon geil 8) hab genau die Kombi

2. Die TAD Treiber scheinen ihr Geld wirklich wert zu sein. Respekt dem 4001! :shock:

3. Was die Spektralanalyse angeht so bin ich da noch etwas kritisch.
Sie wird doch nur durch ein gleitendes Fenster über dem Impuls gelesen.
Jegliche Frequenzgang-Unlinearität wirkt sich ja schon auf das Ausklingen aus.
Selbst wenn ich nur ein Rechteck mit nem EQ am Rechner verbiege hab ich schon lustiges Alpengebirge :)

Also seine Meinung was woher kommt würde ich vorsichtig betrachten.
Auch habe ich schon Tests gesehen bei dem eine Groupdelay linearisierung mit FIR alle Reflektionen und Nachschwingen des Horns quasi “abgesaugt” hat und es plötzlich perfekt aussah.

Man sieht, alles hängt irgendwie zusammen :)
Nur aus dem Klirr kann sich keiner rausreden.

Gruß
Josh
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Beitragvon Hornguru » 13.10.2017, 08:44

Ps: zum “lesen”...
Das steile Bandpass verhalten hängt direkt mit der Groupdelay zusammen. Nachdem die Weiche drauf kommt könnten alle Treiber gleich aussehen :)
Jede Welligkeit im Fgang schwingt nach - und jede Linearisierung per EQ verkürzt auch wieder das Ausklingen.
Je schmalbandiger die Welligkeit desto länger (Achtung er glättet den Fgang)
Flanken am Ende des Passbandes resonieren immer (wie auch eine Weiche) - muss keine Membranresonanz sein, kann auch einfach der Tiefpass des Phaseplug sein oder oder oder

Sicher ist, dass der Mund maßgeblich die Linearität der untersten Oktave eines Horns beeinflusst (und somit das Ausklingen)
Das geht aber mit EQ weg (sehr gut sogar da sich genau diese idR unter allen Winkeln und Temperaturen gleich verhalten)
Das sieht man sogar wenn man mit AJ Horn simuliert. Und dessen Kurve “resoniert” schon. Rein wegen der Amplitudenfunktion.
Da ist eine Mundreflektion eher ein menschlicher bildlicher Erklärungsversuch.
Ob da zb bei 700Hz die Welle am Mund reflektiert und vor und zurück hüpft halte ich für unwahrscheinlich.
Die Welle ist ja wahrscheinlich eher ein 40cm großer Balon. Im 40cm Horn. Da ist kaum Platz für Ping Pong :)
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Beitragvon Matty » 13.10.2017, 18:04

Hi Josh,

ja natürlich muss man solche Messungen immer ein wenig mit Vorsicht genießen und ich würde das jetzt auch nicht als absolutes Ergebnis sehen.

Leider habe ich das Testset gerade nicht zur Hand, ansonsten würde ich auch gerne die gleiche Messreihe nochmal mit Acourate-Filtern durchführen. :mrgreen:

Trotzdem sind ja zumindest tendenziell die Eigenarten unterschiedlicher Horntypen erkennbar.
Es wäre schon toll, wenn man zusätzlich mal irgendwo einen solch umfangreichen Test als Hörvergleich machen könnte.

Ich würde z.B. liebend gerne mal ein paar gute Multicell-Hörner anhören, z.B. die Klug Multicell Hörner.

Es ist auch keine Überraschung, dass seine eigenen Hörner im Test sehr gut wegkommen, da sein Design ja genau die gemessenen Parameter optimieren soll.

Viele Grüße
Matthias
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Beitragvon Hornguru » 13.10.2017, 20:12

ehrlich. Die TADs fuchsen mich. Da will man glatt den 4001+2002 einfach bestellen. Und ein paar Kugelwellenhörner dazu.

Dagegen misst sich Radial und Multicell durchgängig besonders schlecht.
Und auch die hab ich alle gehört. Und was soll ich sagen. Ich hab Radiale :D

Gegen Multicell hätte ich seit der Hörprobe von G.I.P. auch nichts. War himmlisch!
Sehr räumlich. Bischen unscharf. Ähnlich wie Radial. Aber hauch mehr plastisch, wenngleich weniger tiefen-dramatik. Aber sehr ähnlich und sehr gut!
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Beitragvon Matty » 13.10.2017, 20:33

Hehehe - es war nicht meine Absicht, Dich zu verunsichern, Josh :cheers:

aber die Kombi ist schon ziemlich cool.
Ich bin mir inzwischen relativ sicher, dass ich mein System sukzessive zu einer 3-Wege-Tractrix-Lösung ausbauen werde + irgendwas darunter was bis 400Hz oder so geht. Anderes Thema aber.

Für das mittlere Horn könnte auch ein TAD 4001/4002 mit einem Radian-Diaphragma eine interessante Lösung sein. TADs ohne Membran bekommt man manchmal recht günstig und es gibt Berichte, dass die Radian-Membran unterhalb des Superhochtons zur Original-Beryllium-Membran ebenbürtig sein soll.
Und für alles oberhalb 10 kHz haben wir ja noch den T705 :mrgreen:

Grüße
Matthias
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Beitragvon Hornguru » 13.10.2017, 20:51

Test kanns wert sein. Original Membran kann man auch immer noch kaufen, hat man nix verloren.
Und ja, Radian baut auch selbst erste Sahne Alu und Beryllium.

Was ich in der Doku bemerkt hab: er optimiert den Tad über einen 30 Ohm Vorwiderstand.
Das hat allgemein Potential.

Es gibt ja Resonanzen bzw Welligkeiten im Fgang jeden Horns.
Manche rein durch Mundgeometrie. Die kann man exzellent stabil per FIR eliminieren.

Nun gibt es auch andere echte Resonanzen die sich sogar in der Impedanz sichtbar machen. Besonders bei Hörnern. Oft Material oder Luftmasse-Gebilde. Diese sind oft fies im Klang. Diese per FIR absaugen kann schwer sein. Ich habe bemerkt dass genau die dazu tendieren sich jeden Tag leicht zu verschieben. Scheint Klimaabhängig zu sein. Was dann die Material/Masse Frequenz leicht verschiebt.
Problem: dann sitzt der FIR Filter daneben :)

Dass niedriger Dämpfungsfaktor an Impedanzempfindlichen Hochwirkungsgradtreibern linearisierende Wirkung hat kennt man seit Nelson Pass ua gut.
Auch ein Grund warum viele gauben Röhrenamps klingen besser. Da hat der Trafo keine Dämpfung mehr.

Ist zwar schade dass man damit wertvolle Leistung der Endstufe in warme Luft verbrennt.
Bzw die dann uU 3 mal so viel leisten muss.
Aaaaber, diese Korrektur des Vorwiderstands würde sich quasi automatisch aufs Klima anpassen und mitwandern.

Coole Sache. Sollte ich näher untersuchen. Man lernt nie aus :)
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Beitragvon Matty » 13.10.2017, 21:09

Zum Thema spezifischer Verstärker an einem Horn hat mich vorhin ein ganz anderes Thema völlig geplättet.

Ursprünglich entstanden aus einem Thread im hifiorum.at, wo in einer anderen Präse von Le Cléac’h das Thema Stromsteuerung erwähnt wurde, habe ich mich genötigt gefühlt, an meinem Horn (Tractrix + BMS4592nd Mitteltöner) mal einen Vergleich zwischen einer Rotel ClassAB-Endstufe und einem Abacus-Verstärker (60-120d) zu machen.

Das Ergebnis haut mich wirklich um:
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Der Frequenzgang ist mit dem Abacus deutlich linearer!

Ich hatte den Abacus ja vorher schon mal ausprobiert. Klang wirklich gut, hatte aber das Problem eines hörbaren Surren. Im Abacus-Horn wurde deswegen der Gain der Endstufe soweit ich mich erinnere um 12 dB gesenkt.
Offensichtlich scheint das Prinzip des Verstärkers hier besonders gut zu wirken ...

Der Unterschied beider Endstufen im Frequenzgang ist wirklich unglaublich.
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