Netzkabel

Lautsprecherbau und -tuning

Beitragvon Hans-Martin » 04.04.2016, 15:48

Hallo Stephan,
wir ziehen da wohl beide am selben Strang, und wer meint, Netzkabel hätten keinen Einfluss, möge sich glücklich schätzen, dass seine Geräte (oder Ohren) immun gegen derlei Veränderungen sind.
In den 1980ern sprach sich allmählich herum, dass das Ausphasen (beide Netzstecker-Steckmöglichkeiten ordnen dem Gerät Phase u. Nulleiter unterschiedlich zu) auch mit einem Klangunterschied verbunden ist, kostenlose Verbesserung zu 50% Wahrscheinlichkeit!
Die Steckplätze einer Dosenleiste wollen in der richtigen Reihenfolge belegt werden, ich folge da Herrn Kühn, der die Quelle zuerst (also nahe dem Einspeisepunkt), dann VV und Endstufen zuletzt einsteckt. Eine sternförmige Anschlussmethode finde ich noch besser (auch wenn die Audioplan Sterndose genaubetrachtet unterschiedlich lange interne Verteilung mit Massivdraht hat).
Will man das mit Potenzialunterschieden erklären, versagt die Mathematik zum physikalischen Aspekt, oder der Betrachtungsstandpunkt nebst Theorie ist falsch.
Die Laufrichtung bei Digitalkabeln wurde als erste messtechnisch nachgewiesen, bei Netzkabeln mag man es nicht glauben, aber auch da kann ein Unterschied hörbar sein, Ben Duncan hat bei Jenvig SA (bekannt durch Supra Kabel) aufgezeigt, dass das hochfrequente Rauschen beide Laufrichtungen bei Kabeln aller Art unterscheidet, was das nachfolgende Gerät daraus macht, bleibt dahingestellt.

Da das Thema Kabelklang sehr kontrovers diskutiert wird, plädiere ich immer für eine ernsthafte Auseinandersetzung damit, und ein Hörvergleichstest zeigt auf einfachste Weise auf, ob das eigene Equipment diesbezüglich noch Potenzial lässt. Die gehörten Phänomene dann in physikalisch sichere Erklärungen bringen, ist eine andere Geschichte. Der Empiriker hat i.d.R. gelernt, Zusammenhänge zwischen Zuleitungsquerschnitt und Klang zu entdecken, ebenso bei Aufbau und Verteilung bei mehreren Leitern, Festigkeit, Oberflächen bei Steckern und Dosen, Einfluss von Aderendhülsen bei den vorgeschriebenen Litzen, Laufrichtung und bis hin zur verkupferten Schraube, die nach VDE selbst nicht aus Kupfer sein darf, wohl aber aus Eisen (auch mit Überzug).
Ich bin sicher, 2 Personen werden unabhängig voneinander die tendenziellen Unterschiede gleich erleben, mögen es aber geschmacksabhängig ggf. unterschiedlich bewerten.
Den Schutzkontakt zentral anzulegen, die Phase- und Nullleiter außenherum, hat sich bei mir auch bewährt. Ob man bei 6 Leitern Null und Phase abwechselnd belegt oder in 3er Gruppen nebeneinander, wäre auch ein Aspekt, wo ich eine klare persönliche Präferenz habe (erstgenanntes). Anders als bei vielen industriell gefertigten Kabeln gefunden, bevorzuge ich ein Rechtsgewinde.
Thorsten Loeschs einfachen Bauvorschlag, DIY-Netzkabel aus 2 Luftdielektrikum SAT-Kabeln FT125 http://www.tnt-audio.com/clinica/mains_e.html, gibt es immer noch, war aber unsicher, weil beim Biegen/Knicken der Mittelleiter aus der Zentrierung gedrückt werden konnte und die Isolation durchbrach. Der Kabelhersteller hat extra einen Aufkleber drauf, dass das Kabel nicht für Netzspannung geeignet ist. Das Konzept klang in der Realität bei CD-Playern aber phantastisch, nur bewegen durfte man es nicht, zu schnell gab es Bruch. Und wenn eine Putzfrau unbedarft an das Kabel kommt, kann es schon zu spät sein.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon SolidCore » 04.04.2016, 21:53

Hallo zusammen
Also das mit dem Coax-Kabel gibt Sinn. Hatte ebenfalls schonmal darüber nachgedacht, aber nie umgesetzt.
Wieso verwendet er nicht ein biegsames Koaxkabel ? Ich rate mal, das es eher um den Aufbau geht, als den Kupfer.
Bin ganz bei Dir, Phase und Null sollten weit auseinanderliegen, aber möglichst nah an Erde. Die Schutzerde ist sowieso der Knackpunkt, ich denke die Störeinflüsse werden über diesen abgeleitet. Wobei sich die Stromführenden Leiter gegenseitig stören. Durch geschicktes Flechten kann man das ganz einfach ausprobieren.

Würde man ein Netzkabel ganz ohne Schutzleiter bauen, klänge es nervös und harsch. Auch bei Geräten ohne Schutzerde wie viele CD-Spieler benötigen demnach im zuführenden Stromkabel die Erde. Auch wenn sie im Player keine Funktion hat.

Gruss
Stephan
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Beitragvon Radiohörer » 23.07.2017, 00:00

Hallo,

Hat jemand die aktuelle Supra LoRad MkII 2,5 Netzkabel in der Silver Version probiert? Wie schlägt sich so was gegenüber den anderen, hier favorisierten Kabeln?

Eine andere Frage: ich suche einen Kaltgeräte-Winkelstecker, der ohne weiteres 2,5qmm aufnimmt. Ich habe jetzt nur die Furutech FI-12 L in der Rhodium Version für knapp 100 EUR als etwas größere Ausführung gefunden, alle anderen sind zu klein für die Montage. Kennt Ihr noch was anderes?

Danke und Grüße
Balazs
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Beitragvon Fujak » 23.07.2017, 07:57

Hallo Balazs,

die preiswerten Winkel-Kaltgerätestecker von Schurter nehmen auch 2,5mm auf. Eine Grenze könnte der Außenmantel sein. Bei den geschirmten Ölflex-Kabeln ist der Außenmantel so groß, dass man das Kabel nur montieren kann, wenn man den Knickschutz beiseite lässt. Das scheint mir vertretbar zu sein, wenn das Kabel keinen weiteren mechanischen Belastungen ausgesetzt ist.

Ein anderer wichtiger Aspekt scheint mir der sogenannte Anpressdruck zu sein, also die Kraftschlüssigkeit, mit der die drei Kontaktzungen nach dem Einstecken in die Buchse den Übergangswiderstand zu reduzieren imstande sind. Da gibt es erhebliche Unterschiede. Während hier die Schurter-Produkte guter Durchschnitt sind, gehören die Furutechs neben dem besserem Material und besserer Oberflächenbehandlung zu den mechanisch hochwertigeren Kaltgerätesteckern. Vielleicht gibt es noch andere, die in dieser Hinsicht ein günstigeres Preisleistungsverhältnis aufweisen.

Grüße
Fujak
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Beitragvon Hans-Martin » 23.07.2017, 08:17

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Beitragvon Radiohörer » 23.07.2017, 11:54

Danke Fujak und Hans-Martin, ich habe jetzt im anderen Thread weitergemacht...

Hier aber nochmal zurück zu den Kabeln. Wie gesagt, der neue Supra in der versilberten Version würde mich interessieren, was man davon erwarten darf.

Und hat jemand das Kabel Nanotec Golden Strada 307 mal probiert? Kalle Miltzow verwendet den, ich habe noch einen älteren 302, den ich sehr sehr gut finde.
Leider konnte ich keine Quelle für die Meterware finden.

Beste Grüße
Balazs
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Beitragvon SolidCore » 28.07.2017, 12:46

Hallo Balazs

Das Kabel gibts hier:

https://shop.strato.de/epages/61385824. ... s/Nano0001

oder:
http://www.waraudio.com.au/p/9019649/na ... treme.html

High Grade OFC Feinstlitze. Naja. Für den Preis zumindest den Versuch wert.


Gruss
Stephan
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Beitragvon Hans-Martin » 28.07.2017, 13:00

Hallo ,
bei dem Preis hätte ich ein besseres Isoliermaterial als nur PVC erwartet (was ist Audio Grade PVC? Halogenfrei?). Hochfeine Litze genießt auch nicht gerade mein höchstes Vertrauen. Und Querschnitte über 2,5qmm (in diesem Kabel über 5qmm) gehen oft zu Lasten der Brillanz.
Ich würde mir solch ein Kabel erst anhand eines Musters anhören, bevor ich da groß einsteige.
Grüße Hans-Martin
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Beitragvon SolidCore » 28.07.2017, 15:13

Halo Balazs

Habe mir die Seite nochmal angesehen. Das 307 scheint Ferrit im Mantel zu haben, was "möglicherweise" zu einem müdem Klangbild tendiert. Das 308 sieht schon besser aus. PC-OCC Adern, ohne Ferrit. Bei dem Meterpreis teile ich Hans Meinung, das wirklich mal probezuhören. Bei Audiophonics gibts für 1/4 vom Preis ebenfalls OCC Meterware, oder für den gleichen Preis Markenhersteller wie z.B Oyaide.

Gruss
Stephan
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Beitragvon SolidCore » 25.09.2017, 13:38

Hallo zusammen

Bezugnehmend auf Hans-Martins Beitrag vorher habe ich mich endlich mal dazu aufgerafft,
und ein paar Koaxialkabel zu Stromkabeln zweckentfremdet.
Das Ergebnis ist, wie ich mir schon dachte, sehr überzeugend.

Man kann dabei auch viel verbocken. Hat man aber einmal eine gute Konstallation von dem passendem Koaxkabel, und dessen elektrische Anordnung gefunden, soll man nicht meinen, wozu es fähig ist.

Dies bedeutet aber nicht, das es auch nur ansatzweise an das Niveau meines 7N Stromkabels heranreicht.

Es bedeutet aber, das jegliches oft in Foren für gut befundene Kabel mit Meterpreisen bis sagen wir mal 50,- locker an die Wand gespielt wird.

Für alle Bastelinteressierten hier mal ein Projekt davon, welches sehr gut klingt.

!! !Ich weise ausdrücklich darauf hin, das das nun folgende keinerlei VDE Norm und Sicherheitbestimmung
entspricht. Versuch auf eigene Gefahr, und eigene Verantwort. !!!


Man nimmt das Koaxkabel RG213 U, schneidet es zu 4x 1,5m, und isoliert den äußersten Plastikmantel ab,
und entfernt das Kupfergeflecht. Diese 4 weißen Adern flechtet man zu einer Rundflechtung, das jede Ader wechselweise mal innen, mal außen verläuft. 2 Adern sind für Schutzleiter, je eine für Phase und Null. Dadurch klingt es rund, statt schlank.
Ans Ende dieser "Männerschnur" passen so eben noch die typischen Hifi Stromstecker, ich würde zu Gold tendieren.
Und nochmal: Versuch auf eigene Verantwort, es wird keinerlei VDE eingehalten.
Ich distanziere mich ausdrücklich zu jeglichen Schäden, die dadurch entstehen können.

Gruss
Stephan
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